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1882.

Donnerstag den 9. März.

M 29.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Artis Kriedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Friedberg den 6. Maͤrz 1882.

Amtlicher Theil. Bekanntmachung.

Bekanntmachung.

. In Gemaͤßheit der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete N Macht im Frieden wird hiermit zur offentlichen Keuntniß gebracht, daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat Februar 882 sich folgendermaßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M. 17., Heu M. 9., Stroh M. 8..

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

8 Es wird audurch zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß laut Benachrichtigung der Königlichen Intendantur, 11. Armeecorps vom . dieses Monats, die Liquidationen über die im vorigen Herbst stattgehabten Flurbeschädigungen an gleichem Tage, auf die Corps-Zahlungs

elle zur Zahlung an die Empfangsberechtigten gegen vorschriftsmäßige Quittung angewiesen worden sind.

Friedberg den 7. März 1882.

Ausgewiesen aus

dem Großherzogthum auf

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Johann Baum aus Obernsees, Be

ürksamt Bayreuth; August Tuchscherer aus Jena(Sachsen Weimar); Georg Arnold Herling von Rödelheim; Heinrich Lämmer aus Leiden lofen, Kreis Marburg; Nicolaus Wolf von Falkenstein, Kreis Homburg v. d. H.; Franz Anton Zeller aus Miltenberg in Bayern, Bezirksamt Ichaffenburg; Georg Schmidt zu Eckardroth, Reg. Bezirk Cassel; Sebastian Schmidt von Straßbessenbach, Bezirksamt Aschaffenburg; Friedrich Stiebing aus Hersfeld; Jacob Merker aus Erfenbach, Bezirksamt Kaiserslautern; Johannes Renker aus Wertha, Kreis Hünfeld; Joseph Schäfer aus Hauswurz, Kreis Fulda; Wilhelm Ganshorn aus Berlin. Wegen Bettels bestraft: Justus Ackermann aus Altenburg bei Wabern,

ee. *

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Frovinz Hessen-Nassau; Friedrich Ruckebier aus Aplerbeck, Kreis Dortmund; Joseph

5. ö 0 Schick von Buchtkirchen, Bezirksamt Wels in Oberösterreich; avid Neuper von Lassing, Bezirksamt Linzen, Oesterreich; Robert Richard Schulz von Danzig; Johann Empler von Osterwick, Kreis Danzig; sermann Herbrand aus Neustadt a. d. O.; Johann Günther aus Köddingen, Kreis Schotten; Friedrich Vollgenannt von Kreuznach bei Eisenach;

sarl Beck aus Eisenach, Landrathsamt Eisenach; Konrad Weigand von Waldaschaft, Bezirksamt Aschaffenburg; Hutmacher Friedrich

bustav Marschner aus Schandau in Sachsen; Nicolaus Lenz aus Atzenhain, Kreis Alsfeld; Friedrich Maus von Darmstadt; Eduard Pusch aus Töplinwode, Kreis Müusterberg in Preußen.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 7. März. In heutiger Sitzung zbeiter Kammer brachten v. Rabenau und Ge aossen einen Antrag wegen Erhebungen über die Lerschuldung des ländlichen Grundbesitzes ein. Abg. Ellenberger zeigte den weiteren Bericht wer die technische Hochschule an. Hiernach sind zar die Verhandlungen mit der Stadt Darm dt wegen Bewilligung eines weiteren Zu sc usses als gescheitert zu betrachten, die Mehrheit is Ausschusses sieht jedoch von ihrem früheren Aitrag ab, beantragt Bewilligung der angefor Arten 144,000 M., will jedoch die Regierung mucht haben, die Anstalt bei fortdauernder ringer Frequenz mit Ende der Budgetperiode aufzuheben. Hierauf trat man in die Berathung s Etats der Justizverwaltung ein. Bei der forderung für das Oberlandesgericht wurde A Stelle eines Registrators und eines Kassen koisors bewilligt, ein weiterer Revisor und Lenzlist dagegen gestrichen. men für jedes Landgericht einen Registrator,

nte dagegen auch hier die Kanzlisten ab. Schröder regte die Frage an, ob es vielleicht ut angezeigt sei, die Gerichtsvollzieher mit seter Besoldung anzustellen und die Gebühren i die Staatskasse abzuführen. Seitens der gierung wies man darauf hin, daß diese lochwichtige Prinzipienfrage demnächst erwogen wrden solle. Die beantragte Erhohung des Dirchschnittsgehalts der Amtsgerichtsdiener auf % M. fand keine Mehrheit. Ebenso lehnte unn die Schaffung eines Criminalpolizei-Com ussärs dahier ab, gewährte dagegen die Ein sellung von zwel Crim inalschutzleuten. Hierauf beßhann die Berathung des außerordentlichen Udgets.

Berlin, 6. Marz. Im Abgeordnetenhaus id die Verathung des Justizetats statt und balagt von Ludwig die enorme Höhe von An nectsgebühren und die übeln Folgen, welche

1 hypothekarische Eintragung derselben nach

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Ebenso bewilligte

sich ziehe. Reg.-Commissär Rindfleisch erwiedert, daß eine Aenderung der Gebühren das Reich angehe und darüber auch bereits eine Enquete vorgenommen sei. 7. März. Heute fand die erste Berathung der Landgüter-Ordnung für Westfalen statt. Bei Fortsetzung der Etats berathung beantragt zum Etat des Auswaͤrtigen Weber(Erfurt) den für Errichtung einer Ge sandtschaft beim paͤpstlichen Stühle eingestellten Posten zu streichen. Die Position wird gegen die Stimmen der Liberalen bewilligt und hierauf der Rest des Etats debattenlos genehmigt.

6. März. Die Kirchencommission begann die zweite Lesung und lehnte die von den Con servariven unter eins eingebrachten Anträge be treffs der Einspruchsbefugniß des Oberpräsiden ten mit den dazu gestellten Unteranträgen der Freiconservativen ab, nahm dagegen den Art. 4 der Regierungsvorlage gegen die Stimmen des Centrums, des Fortschritts und der Seeessioni sten an. Im Volkswirthschaftsrath erläuterte der Regierungs-Commissar Lohmann die mit Motiven nicht versehenen Grundzüge des Hilfs kassengesetzes.

6. Marz. Volkswirthschaftsrath. Re gierungs-Commissaͤr Lohmann begründete die Grundzüge eines Gesetzes über die Krankenver sicherung der Arbeiter und gibt anheim, zu er waͤgen ob nicht auch ein Zwang für die land wirthschaftlichen Arbeiter zweckmaͤßig sei. Hier⸗ über fand eine lange Debatte statt, die jedoch nicht zum Abschlusse gelangte. 7. Marz. Auch heute war die Berathung des Unfallgesetzes auf der Tagesordnung. Nachdem meist zu Gunsten des Unfallversicherungs⸗Gesetzes gesprochen worden war, wird die Vorlage einem permanenten Aus schuß überwiesen.

DieN. A. Z. macht auf Gerüchte aufmerksam, wonach das Petersburger Zollde partement abermals die Zoͤlle bedeutend zu er hohen und alle bisher zollfreien Artikel Zöllen zu unterwerfen beabsichtige; sie will nicht schon

die Hoffnung aufgeben, daß diese Gerüchte nur Gerüchte bleiben, glaubt aber für den Fall der Bewahrheitung doch einmal die Frage der Er greifung von Repressalien in's Auge fassen zu dürfen.

Stuttgart. Dem socialistischen Agitator Dulk wurde die Fortsetzung seiner religiösen Vorträge auf Grund des Socialisten-Gesetzes polizeilich verboten.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 7. März. Der Zollausschuß nahm gestern Abend die Generaldebatte über den Zolltarifentwurf vor und beschloß einstimmig, in die Spectaldebatte über die Regierungsvorlage einzugehen. Der Handelsminister erklärte auf mehrere Anfragen Hallwich's, die beiderseitigen Regterungen hätten den 1. Juni 1882 als Termin für das Insleben treten des neuen Tarifs in Aussicht genommen.

Zara, 6. Maͤrz. Nach einer Meldung aus Cattaro, die derNarodni Listi zu⸗ gegangen, brachen in Cattaro und Mula die schwarzen Blattern aus. Der einfluß reiche Moslem Ibrahim Kapitauovie rieth den Mohamedanern in Stolac und Lubinje an, sich friedlich zu verhalten und durch die Befolgu der Militaͤrgesetze sich Oesterreich treu zu er weisen. Es scheint, die meisten Mohamedaner erklaͤrten sich damit einverstanden, jedoch unter der Bedingung einer Amnestirung aller Jusurgenten.

Frankreich. Paris, 6. Maͤrz. Jufolge eines Mißverständnisses fand gestern bei Tignig an der marokkanischen Grenze zwischen fran zösischen und marokkanischen Truppen ein Zu sammenstoß statt.

Großbritannien. London, 6. Maͤrz. Unterhaus. Northeote beantragt, bevor noch Bradlaugh sich zur Eidesleistung meldet, die Bestaͤtigung des Beschlusses vom 7. Februar, welcher Bradlaugh die Eidesleistung untersagte. Majoribanks stellt das Amendement, es sei wünschenswerth, das Gesetz über die Eidesleist