Ausgabe 
7.1.1882
 
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Uuterjaden& Uuterhosen. ech.

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tikel in denTimes, es sei keineswegs von einer englisch-französischen kriegerischen Einmisch ung in Aegypten die Rede. Großbritannien. London. DieTimes mißbilligen die Idee einer militärischen Inter vention in Aegypten. Die verfrühte Landung fremder Truppen wurde in der gegenwärtigen Lage Aegypten nur in Aufruhr bringen und Verwickelungen ohne Ende herbeiführen.

Italien. Rom, 1. Jan. 1882. König Humbert hatte beim Neujahrs-Empfang, nach einem Telegramm desBerl. Tgbl. erklärt, daß das italienische Gesetz, welches den Schutz des Papstes ausspricht, unmöglich der Gegenstand einer internationalen Discussion werden könne.

Der Cardinal Bonnechose ist von Rom nach Paris zurückgekehrt. Er schreibt an den Erzbischof von Rouen und sagt, der Papst könne unmoglich in der gegenwärtigen Lage bleiben. Er fordert die Katholiken Italiens auf, die Lage selber zu ändern. Sie sollten wählen, ob sie Rom ferner als Hauptstadt des Königreichs be halten, oder dasselbe an den Papst überlassen und damit der Abreise des Papstes vorbeugen wollten.

Türkei. Constantinopel. Der Sultan ge nehmigte das Verlangen der kretenser National- versammlung, die Hälfte der dortigen Zollein nabmen zur Deckung des Defizits im kretensischen Budget zu überlassen.

Rußland. Warschau. Die Untersuchung stellt jetzt klar, daß die Judenhetze lange vorher geplant und wohl organisirt war. Der Ruf jüdische Taschendiebe hatte den falschen Feuer- lärm in der Kirche verursacht, ward absichtlich verbreitet und diente den Arrangeuren der vor bereiteten und organisirten Judenhetze als Vor- wand und Losungswort zu den Raubzügen. Dafür, daß man es nicht mit einem momen- tanen Zornesausbruche des Volkes zu thun hatte, spricht unwiderleglich der Umstand, daß die plündernden Massen sich vermittelst eines eigenthümlichen, bei den Judenhetzen in Rußland üblichen schrillen Pfeifens rallürten und ver⸗ ständigten. Ebenso ist es Thatsache, daß die Rädelsführer sich theils der polnischen, theils der russischen, ja sogar der deutschen Sprache! bedienten.

Aegypten. Kairo. Arabi Bey's Ernenn ung zum Unterstaatssecretär des Krieges wird als der Abschluß des militärischen Zwischenfalls betrachtet, nachdem der Kriegsminister dem Ministerrathe erklärt hat, die Armee werfe keine andere Frage auf.

Aus Stadt und Land.

Hetzbach. Der Krähberg-Tunnel ist nun im Ge⸗ wölbe so weit fertig gestellt, daß nur noch die Seiten wände zu bekleiden sind.

2 Vilbel. Nachdem nun hier die Jagden mit Trei⸗ bern an Sonn- und Feiertagen während des Gottes dienstes ihren Abschluß gefunden, hat man es mit einem die ackerbautreibenden Leute sehr störenden Mißstande zu thun, nämlich das Jagen mit Treibern auf frisch auf⸗ gethautem und in Folge dessen grundlosem Samenfelde.

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Ein derartiges Treibjagen, wobel sich ea. 14 Schützen mit über 60 Treibern betheiligten, fand diese Woche in dem der Nidda rechts gelegenen Vilbeler und in dem Massenheimer Felde statt. Der Weg, welchen die Treiber beim Anstellen zu einem Treiben uͤber das aufgeweichte Samenfeld zuruͤcklegten, glich schon mehr einer Bahn, auf welcher Militär Parademarsch in Colonnen geübt haben könnte. Der Schaden der betheiligten Grundbesitzer dürfte kein geringer sein. Ob nun diese Handlungsweise mit den einschlägigen Bestimmungen des Feldstrafgesetzbuchs und der Pachteontrakte in Einklang gebracht werden kann, wird der Ausgang der dieserhalb erhobenen An zeige klar legen.

Allerlei.

Berlin, 4. Jan. In dem Beleidigungs-Proceß Förster-Jungfer gegen Kantorowitz änderte die Straf kammer des Landgerichts das Urtheil der ersten Instanz, das auf 4 Wochen Gefängniß lautete, und sprach Kan torowitz von der wissentlichen Beleidigung Förster's frei, verurtheilte ihn dagegen wegen thätlicher Beleidignng Jungfer's zu 100 Mark Geldbuße.

Gerichtssaal.

Friedberg. In der Schöffengerichts- Sitzung des hiesigen Amtsgerichts vom 3. Januar wurde in folgenden Sachen erkannt: 1) Auguste Guthmann von Ilbenstadt er hält wegen Beleidigung 14 Tage Gefängniß. 2) Nikolaus Weidmann 111. von Ockstadt wegen Sachbeschädigung eine Gefängnißstrafe von 3 Tagen. 3) Heinrich Haumann von Appenrod, jetzt Dienstknecht dahier, wegen Körperver letzung 15 Mark Geldstrafe. 4) Die Privatklagesache gegen Georg Blecher 111. Wittwe von Ober-Ros bach wurde durch Vergleich erledigt und 5) die Verhandlung über die Strafsache gegen Christoph Graulich von Södel wegen Betrugs ausgesetzt.

Friedberg. In der Sitzung des Schöffengerichts am 10. Januar kommen folgende Sachen zur Verhand⸗ lung: 1) Strafsache gegen Georg Bopp und Friedrich Kniß von Assenheim wegen Ruhestörung. 2) Strafsache gegen Heinrich Becker von Bönstadt wegen Diebstahls und Landstreicherei. 3) Strafsache gegen K. L. Beckers Frau von Ilbenstadt wegen Beleidigung im Dienst. 4) Strafsache gegen Christian Schmiegel von Nieder Florstadt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. 5) Strafsacke gegen Ludwig Müller von Weitershain wegen Sachbeschädigung und Landstreicherei. 6) Privat- klagesache gegen Johannes Klein Vi. von Ockstadt wegen Beleidigung.

Altenstadt, 5. Januar. Die heute dahier abge haltene Schöffengerichtssitzung hatte folgendes Ergebniß. Es wurden verurtheilt: 1) Wilhelm Schilling II. von Hainchen wegen Pfandveräußerung zu 2 Tagen Gefängniß und Kostentragung. 2) Joh. Kröll von Enzheim wegen Be⸗ leidigung zu 12 M. Geldstrafe, ev. 4 Tage Haft und Tragung der Kosten. 3) H. Henrich von Altenstadt wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Beleidigung zu 16 Tagen Gefängniß und Kostentragung. 4) Konrad Kirchner 1. von Langenbergheim wurde wegen des ihm zur Last gelegten Jagdpolizeivergehens von Strafe und Kosten freigesprochen. 5) Friedrich Winterling, Johannes Klein und Friedrich Belzer von Oberau erhielten wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung Jeder 3 Wochen Gefängniß und ein Drittel der Kosten, der mitangeklagte Franz Joseph Klein von Oberau wurde freigesprochen von Strafe und Kosten. 6) Forstwart Heinrich Wenzel Wittwe von Rommelhausen erhielt wegen Beleidigung 30 M. Geldstrafe, ev. 10 Tage Haft und wurde zur Trag⸗ ung der Untersuchungskosten verurtheilt. 7) Wilh. Döhler Wittwe von Rommelhausen, angeklagt wegen Beleidigung wurde freigesprochen von Strafe und Kosten. 8) Friedrich Heimburg von Bönstadt hatte gegen einen an ihn er⸗ gangenen Strafbefehl Widerspruch erhoben, er blieb im heutigen Termin aus, was die Verwerfung des Ein⸗ spruchs und die Verurtheilung in die dadurch entstandenen Kosten zur Folge hatte. 9) Wilhelm Brand von Lind heim, angeklagt wegen Werfens mit Steinen, wurde von

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Strafe und Kosten frelgesprochen. 10) Der in der Straf-

sache Johannnes Dietz 111. und dessen Ehefrau Louise geb. Rathgeber von Hoͤchst a. d. N. anberaumte Termin zur Hauptverhandlung wurde vertagt.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 4. Jan. 1882. Marktbericht. Heu kostete per Centner je nach Qual. M. 45.50, Stroh M. 44.50, Eier das Hundert M. 69., Butter 1. Qualität im Detail M. 1,30. 2. Qual. M. 1.20., Kartoffeln das Malter M. 4.50 5.50, Weißkraut das Stück 10 Pf., Rothkraut 15 20 Pf., Kohlkraut 10 Pf., Kohlrabi 68 Pf. Endivien 10 Pf., Ochsenfleisch das Pfund 65 70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 4555 Pf., Kalbfl. 4055 Pf. Hammelfleisch 4065 Pf., Schweinefleisch 7080 Pf, 1 Hahn M. 1.00 1.50, 1 Huhn M. 1.20 1.60, 1 Pou⸗ larde M. 2.30 2.50, 1 Gans M. 49, 1 Taube 50 bis 60 Pf., Handkäse 4550 Pf. das Pfd.

D. Frankfurt a. M., 5. Jan. Die Tendenz war auch heute recht fest, wenn auch am Spekulationsmarkt unter dem Einflusse matter auswärtiger Notirungen eine rückgängige Bewegung eingetreten war. Namentlich sandte Wien matte Course, die durch die Vorgänge in Dalmatien motivirt wurden. Im Gegensatz zu der Tendenz der internationalen Papiere machte sich fortgesetzt gute Stimm ung für Bahnen und Banken bemerklich. Am Berliner Platze waren Industriewerthe gesucht und dürfte die günstige Disposition für diese Werthgattung, wenn sie einigermaßen von Dauer ist, auf die Haltung auch unseres Marktes nicht ohne Rückwirkung bleiben. Gegen Schluß stellte sich übrigens hier auch fuͤr die gewöhnlich tonan gebenden Effeeten eine festere Tendenz ein. Creditactien verloren ca. fl. Staats bahnaetien fest. Gallzier und Lombarden etwas niedriger. Creditaetien, gestern Abend 308 ½, heute 307 67/ 7/8 67 7 ½ und 307½. Staatsbahnaetien, gestern Abend 281¼, heute 280½80- 7 79 80½ /. Galizier, gestern Abend 2665/8, heute 266 5/. Lombarden, gestern Abend 127¼, heute 1265/8/ und 126/. Oesterr. Bahnen fest. Deutsche Bahnen belebt. Oberschlesische besser. Mecklenburger und Rechte-Oderufer fest. Werra⸗ bahn stiegen 4%. Hess. Ludwigsbahn gefragt. Oesterr. Prioritäten anziehend. Oesterr.- ungar. Renten fest. Spanier auf London matter, auch Russen niedriger. Banken meist besser. Disconto-Commandit und Darm⸗ städter belebt. Deutsche Handelsgesellschaft, Reichsbank und Baseler Bank besser. Deutsche Fonds in guter Nach- frage. Wechsel wenig verändert. Privatdisconto 4½0%.

Geld⸗Cours. Frankfurt am 5. Januar 1882. 20⸗Frankenstücke. M. 16 1519 do. in/ Englische Sovereigns.. 20 3136 Russische Impertales. 16 6670 Ducaten 8 9 5560 * *

er ee 9 5762 Dollars in G. 41822

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde.

1. Sonntag nach Eviphantas. Epiphanien⸗Fest und Gedächtniß der Mission. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Diegel. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags Uhr: Herr Candidat Schüler.

Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Köhler.

atholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.

ztineralwasser-verpachtung.

56 Das Recht des Verkaufs der hiesigen Mineralwasser soll auf dem Submissionswege auf eine längere Reihe von Jahren verpachtet werden. Termin hierzu ist auf Samstag den 14. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, anbe⸗ raumt. Die Offerten sind versiegelt und frankirt und mit der Aufschrift:Offerte für Mineralwasser versehen bis zur genannten Zeit auf unserem Büreau abzugeben, ihre Eröffnung findet in Gegenwart der erschienenen Submittenten statt. Die Bedingungen können vom 9. d. Mts. dahier eingeseben werden. Bad⸗ Nauheim am 3. Januar 1882. Großherzogliche Badedireetion Bad-Nauheim. Jäger.

Mobiliar⸗Versteigerung kobiliar-Versteigerung. N Mittwoch den 11. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen die der Heinrich Gerster Wittwe dahier gehörigen Mobilien in deren Wohnung bei Schuhmacher Windecker in der Burg öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 6. Januar 1882.

Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.

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1 Holz-Versteigerung. 53 Dienstag den 10. Januar d. J., Vormittags um 10 Uhr, sollen im Rodheimer Gemeindewald, in dem Distrikte Vorderwald, folgende Holzsortimente öflentlich meistbietend versteigert werden: 92 Raummeter Eichen-Scheitholz, 153 5 Eichen-Knüppelholz, 40 5 Nadel-Knüppelholz, 52 5 Eichen Stockholz, 10 0 Nadel⸗Stockholz, 1460 Stück Eichen-Wellen, 1860 Nadel⸗-Wellen, 64 Eichenstämme von 5 26 Centimeter Durch⸗ messer, enthaltend 15,43 Festmeter, 144 Nadel⸗Stangen, enthaltend 2,53 Festmeter. Die Zusammenkunft ist im Schlag selbst. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungs frist bis 1. September d. J. gestattet. Rodheim v. d. H. den 2. Januar 1882. Großherzogliche eee Rodheim v. d. H. 2

B.

Wehrh eim, Beigeordneter.

Feinster Dorsch-Leberthran, fast geruch- und geschmacklos in Flaschen à 60 Pfennig, M. 1. und M. 1.70.

Derselbe eisenhaltig M. 1. per Flasche.

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74 J. A. Windecker, Hof⸗Lieferant.

Faselochs- Versteigerung.

Mittwoch den 11. Januar l. J., Vormittags 11 Uhr, soll auf Großherzoglichem Bürgermeisterei-Büreau dahler ein der hiesigen Gemeinde gehöriger, zum Schlachten geeigneter Faselochs öffentlich meistbietend versteigert werden.

Bruchenbrücken am 4. Januar 1882.

Großherzogliche Bürgermeisterei Bruchenbrücken. Wagner.

Holz⸗Versteigerung. 76 Donnerstag den 12. Januar d. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in dem Langenhainer Gemeinde⸗ wald, Distrikt Hühnerpfad, folgende Holzsortimente, als:

747 Gebund Birken-Nutzreisig(Besenreiser),

3150 Weichholz Wellen,

5800 Eichen-Wellen,

1550 Gebund Ginstern öffentlich versteigert werden. Ziegenberg am 4. Januar 1882.

Großherzogliche Bürgermeisterei Langenhain.

Rumpf.

Einen schoͤnen Garten, ½ Morgen haltend, in den Liebfrauengärten gelegen,

hat zu verkaufen 69 C. F. Lang, Usagasse.

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