Ausgabe 
2.5.1882
 
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von einem englischen und einem russischen Unter nehmer⸗Consortium ein; beide erlegten Offert caution von 15,000 Rubel. Die Regierung zeigte sich geneigt, der inländischen Gesellschaft den Vorzug zu geben, als aber definitive Ver handlungen angeknüpft wurden, stellte sich heraus, daß der Director des russischen Consortiums kein anderer war, als Bogdanowitsch.

Amerika. Washington, 27. April. Prä sident Arthur empfing mehrere Personen, welche um eine Intervention zu Gunsten der russischen Juden nachsuchten, und erwiederte denselben: er werde sein Möglichstes thun, um die russische Regierung zu veranlassen, die Juden wirksam zu schützen; er habe in dieser Beziehung den amerikanischen Gesandten in Petersburg ent sprechend instruirt. Unter allen Umständen wür den die in Rußland wohnenden Juden amerika nischer Nationalität von den Vereinigten Staaten geschützt werden.

Aus Stadt und Land.

Kastel, 26. April. Ein schändliches Verbrechen ist vorgestern Abend auf dem Wege von hier nach Kostheim von vier rohen Burschen im Alter von 15 bis 18 Jahren an einem 15jährigen Mädchen verübt worden. Die vier brutalen Gesellen sind indessen bereits dem Gerichte einliefert.

Allerlei.

Köln, 28. April. Heute früh entgleiste der von Bingerbrück kommende Güterzug Nr. 471 auf freier Strecke dicht vor dem Ehrenthore. Fünf Wagen sind total zertrümmert, jedoch ist Niemand beschädigt. Die Ursache der Entgleisung ist unbekannt. Die Strecke ist gesperrt.

Wien, 28. April. Ringtheaterprozeß. Zeuge Stefan Nitsche, der Bruder des Angeklagten, sagt aus: Als ich auf die Bühne kam, war bereits Alles in Feuer einge⸗ hüllt. Ich bin über die Pferderampe hinüber und öffnete die eiserne Rollthür. Es wird constatirt, daß dadurch, daß er die Thüre nicht wieder schloß, ein Luftzug ent stand, der den Vorhang emporhob. Der Arbeiter Kurz warnte vergebens, Nitsche solle die Rollthür nicht öffnen, und sagte vorher, daß sonst ein großes Unglück entstehen müsse. Der Statist Bauer rettete sich mühselig aus der Garderobe ins Freie auf die Straße. Entge en kam ihm ein Fremder und rief, das Gas muß abgedreht werden. Auf die Frage des Staatsanwalts, ob Jauner früher gekommen sei, als Polizeirath Landsteiner, sagte ein Zeuge, er wisse sich nicht zu erinnern, ob die beiden unmittelbar hintereinander oder gleichzeitig gekommen seien. Er sagt ferner, er habe gehört, wie Landsteiner zu Jauner sagte: Lieber Direetor, das ganze Theater brennt, gehen Sie nur nach Hause, es ist Nichts mehr zu retten! 29. April. Die heutige Vernehmung der Schauspieler gestaltete sich hochinteressant. Mitterwurzer erklärt, sich um die technische Leitung nie bekümmert zu haben. Jauner sei stets umsichtig und nie geldkarg ge wesen. Der Komiker Lindau erklärt gleichfalls, Jauner kümmerte sich um alle Details, Geld spielte keine Rolle. Lindau behauptet, Nötel hätte den Regiedienst am Un⸗ glücksabend zu führen gehabt. Schauspieler Nötel be streitet entschieden, zum Regiedienst am Unglücksabend verpflichtet gewesen zu sein. Der Soffitenmeister Grün walt beantwortet die Frage, warum er zwei Leichen, die er erwiesenermaßen auf dem Schnürboden fand, nicht herabtrug: erstens war es nicht meine Pflicht, dann war ich allein. Dagegen trug er Möbel herab. Der Ober garderobier Haas hatte keine nähere Instruktiom be treffs der Noththüren, er vermuthete, weil Niemand über die Stiege kam, Niemand sei mehr darin. Feuerwehr mann Smutla sagt, er hätte keine Kenntniß von der Handhabung des Feuerwechsels, ebenso beleuchtete und behauptete Eckel. Polizei⸗Inspeetor Horniezek erklärt, daß den Automat zur Avisirung der Feuerwehr nicht der Nachts nachsehende Posten, sondern den Rayonposten zu dirigiren hatte. 30. April. Bei Fortsetzung des Ver⸗ hörs gibt ein Billeteur an, er habe, entgegen der Weisung des Directors, die Noththüren nicht zugeschlossen. Eine die Polizei gravirende Aussage ist die des Zeugen Neu mayer, welcher mit seiner Cousine Mina im Theater gewesen. Letztere verbrannte. Im Foyer angekommen,

schrie Neumayer; die Wachleute packten ihn und trugen ihn trotz des Schretlens Mina! Mina! aus Mißverständ⸗ niß nach der benachbarten Polizeidireetion. Der Rest der Verhandlung dient zur Illustration des Schlendrians bei der Telegraphencorrespondenz des Theaters mit der Feuerwehr. Letzter Zeuge ist der Garderobier Schöner. Er flüchtete auf das Parterre und eilte bei Verfinsterung des Theaters heim, um gegen etwaige Erkältung Russen thee zu trinken. Derselbe erfuhr erst durch die Zeitungen von der Katastrophe.

Gerichtssaal. Altenstadt. Donnerstag den 4. Mai kommen fol⸗ gende Sachen an hiesigem Schöffengericht zur Verhand lung: 1. Die Privatklagesache des Maurers Georg Gering in Altenstadt gegen Heinrich Schäfer daselbst, wegen Körperverletzung. 2. Die Privatklagesache der Marie Grießmer von Staden gegen Johannes Grießmer Ehe frau daselbst, wegen Beleidigung. 3. Strafsache gegen Karl Lehmer und Friedrich Lehmer von Staden, wegen Hausfriedensbruch und Ruhestörung. 4. Strafsache gegen Johannes Kropp III. von Hainchen, wegen Diebstahls. 5. Privatklagesache des Johannes Klehm VI. in Heeg heim gegen Heinrich Stöhr III. und Philipp Hebbel daselbst, wegen Beleidigung.

Verloosung.

Kanton Freiburg 15 Franes Loose vom Jahre 1860. Ziehung am 15. April 1882. Gezogene Serien: Nr. 111 118 339 361 372 409 524 583 803 808 1234 1368 1506 1522 1671 1739 1742 1841 1913 2016 2162 2291 2639 2829 3000 3043 3074 3125 3681 3795 3798 3968 4397 4519 4571 4608 4696 4713 4722 4765 4876 5071 5072 5135 5190 5193 5223 5669 5722 5766 5960 5975 6034 6057 6065 6126 6137 6309 6354 6617 6632 6663 6715 6789 6887 6943 7099 7151 7288 7379 7572 7590 7632 7884 7958. Die Prämien-Ziehung findet am 15. Mai d. I statt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 29. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.951.15, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 00 Pf.

Gießen, 29. April. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.00 1.05, Eier 1 Stück 5 Pf., Käse per Stück 410 Pf., Tauben das Paar 6080 Pf., Hühner per Stück M. 1.20 1.40, Hahnen per Stück M. 1.50 2., Enten per Stück M. 2.303, Ochsenfleisch per Pfund 64-66 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 50-54 Pf., Kalb⸗ fleisch 44 50 Pf., Schweinefleisch 6264 Pf., Hammel fleisch 60 66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 8.4., Zwie⸗ beln der Centner M. 12.

Frankfurt, 22. April. Marktpreise. Heu kostete je nach Qual. M. 3. 4.50, Stroh M. 3. Ochsenfleisch 65 70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 45 55 Pf., Kalb⸗ fleisch 40 60 Pf., Hammelfleisch 4065 Pf., Schweine fleisch 70 80 Pf., Eier 100 Stück deutsche M. 4.60, italienische M. 5.60, Butter 50 Kilo M. 100., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10, Handkäse das Pfund 45 50 Pf. Kartoffeln 100 Kilo M. 4.507., Spargel das Pfd. 4060 Pf., Rettig 68 Pf., Sellerie 1220 Pf., Blumenkohl 30 60 Pf., Wirsing 1015 Pf., Rothkraut 20 35 Pf., Endivien 20 Pf., 1 Hahn M. 1.60 2.20, 1 Huhn M. 2. 2.50, Ente M. 3., Taube 45- 50 Pf., Welsche M. 8. 12.,Poularde M. 2.50 3.

Mainz, 28. April. Markt-Preise. Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.505., Heu per Centner M. 4.505., Stroh per Ctr. M. 3.403.60, Butter ½ Kilo M. 1.05 bis 1.15, Butter in Partien M. 0.80 0.85. Eier / Hundert M. 1.10 1.20, Handkäse 48 Pf., Roth⸗ kraut 3040 Pf., Weißkraut 8 10 Pf., Blumenkohl 2030 Pf., Wirsing 34 Pf., Zwiebel ½ Kilo 12 bis 15 Pf., 1 Ente M. 2.50 3, 1 Hahn M. 1.50 2, 1 Huhn M. 1.502., 1 junge Taube 4045. Fruchtmarkt. Waizen hiesiger M. 25.3026., fremder M. 24.5026., Roggen, hiesiger und franz., M. 19.60 bis M. 19.80, Gerste, pfälzer, M. 19.00 19.25, Franken M. 19.00 bis 19.25, Hafer eff. M. 15.00 17.25, Reps M. 30.00 bis 31.00, Repskuchen M. 000., Rüböh eff. ohne Faß M. 30.30 bis 30.40, per Mai mit Faß M. 29.5029.70.

Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg Getraut:

9. April. Gärtner Johann Lorenz Hergenröder von Brückenau mit Maria Seibert von Ober Rosbach.

9. April Seiler Hermann Bender von Friedberg mit

Elisabetha Margaretha Schad von Friedberg. Weißbinder Wilhelm Cbristian Müller von Schwalheim mit Elisabetha Wolf von Wies baden.

9.

Geboren:

5. April. Dem Handarbeiter Peter Lemp 1 Sohn. 9. Dem Fabrikarbeiter Adam Müller 1 Tochter.

10. Dem Handarbeiter Franz Schwalm 1 Sohn. 12. Dem Fruchthändler Moses Rothschild 1 Sohn. 17. Dem Steuercommissariats-Gehülfen Ludwig Leonhard 1 Sohn. 18. Dem Metzger Karl Schäfer 1 Tochter. 19. Dem Schuhmacher Friedrich Bauer 1 Tochter. 23. Dem Locomotivführer Friedrich August Robert Fentz 1 Tochter. 25. Dem Lederhändler Engelhard Albert Bechstein Zwillingstöchter. Gestorben:

3. April. Maria Ruppel, Töchterchen des Handelsmannes Johann Georg Ruppel, 16 Tag alt.

4. Konrad Ferch, Uhrmacher, 40 Jahr alt.

10. Eine uneheliche Tochter.

13. Karl August Koch, Söhnchen des Färbers Adreas Leonhard Koch, 5 Jahr alt

13. Katharina Schwalm, geb. Schneider, Wittwe des Schneiders Heinrich Schwalm, 59 Jahr 6 Monat alt.

15. Heinrich Philipp Adolf Betz, Söhnchen des Kaufmanns Jean Betz, 4 Jahr 7 Monat alt.

20. Margaretha Schäfer, Rentnerin, 78 Jahr alt.

23. Joh. Wilh. Schmidt, Rentner, 79 Jahr alt.

25. Ein Töchterchen des Engelhard Albert Bech stein, 4 Stunden alt.

27. Ein Töchterchen des Engelhard Albert Bech stein, 2 Tag alt.

27. Wilhelmine Heidt, Töchterchen des Spenglers Adam Jeremias Heidt, 1 Jahr 6 Monat alt.

28. Anna Katharina Zoll, Tochter des Werk⸗ führes Karl Zoll, 16 Jahr alt.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus.

Dienstag den 2. Mai. Don Juan. Schröder-Hanfstängl als Gast.

Mittwoch den 3. Mai geschlossen.

Donnerstag den 4. Mai. Margarethe. Margarethe: Frau Schröder-Hanfstängl(vorletzte Gastrolle). Faust: J. v. Witt, Großherzoglicher Kammersänger, als Gast.

Freitag den 5. Mai geschlossen.

Samstag den 6. Mai. Jessonda. Jessonda: Frau Schröder Hanfstängl(letzte Gastdarstellung).

Sonntag den 7. Mai. Rheingold. Vorabend aus der Trilogie: DerRing des Nibelungen vonRichard Wagner.

Montag den 8. Mai geschlossen.

Dienstag den 9. Mai. Erster Tag aus der Trilogie: Der Ring des Nibelungen. Die Walküre.

Schauspielh aus. Dienstag den 2. Mai. Zum ersten Male wiederholt: Reif⸗Reiflingen. Mittwoch den 3. Mai. Faust. Donnerstag den 4. Mai geschlossen. Freitag den 5. Mai. Die Grille. Samstag den 6. Mai. Reif⸗-Reiflingen. Sonntag den 7. Mai. Neu einstudirt: Hans Lange.

Pfennig⸗Spar kasse.

Donna Anna: Frau

Sammelstellen. Einlagen. Betrag. MN Pf⸗ Uebertrag vom 22. April 30014 16407 30 1. C. Bindernagel. 5 78 53 90 2. W. Bernbeck 194 110 85 3. Ph. Billau. 140 84 05 4 h. Kranz 109 68 385 5. H. Flaschenträger. 12¹ 73 75 30656 16793 40

NB. Uebertrag Einleger 1085.

Neue Einleger 7

Gesammt⸗Einleger 709. Friedberg den 28. April 1882.

Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß⸗ und Credit⸗Verein, e. G.

Bekanntmachung.

1572 Donnerstag den 4. Mai l. J., Vormittags 9 Uhr, sollen in den Gräflich Solms-Rödelheim'schen Waldungen, Forstrevier Wickstadt, Distrikt Kühloch, öffentlich meist⸗ bietend versteigert werden:

60 Raummeter Fichten-Rutzreisholz zu Bohnenstangen,

eirea 6000 Stück, 30 Haufen Laubstreu. Zusammenkunft im Distrikt Dachsbau auf der Herrn⸗ schneise nächst der Altenstadt⸗Ilbenstädter Staatsstraße. Assenherim den 27. April 1882. Gräflich Solms-Rödelheim'sche Rentkammer.

2530 Mädchen oder Frauen

können gegen guten Lohn dauernde Beschäftigung finden bei 1556 J. Schönberg in Friedberg.

Seu Lieferung.

Donnerstag den 4. Mai l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhaus die Lieferung von 25 Centner gutes Heu für den Faselstall an den Wenigstfordernden in Accord gegeben werden.

Friedberg den 1. Mai 1882. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. See

1629

Alle Sorten Oelfarben,

zum Anstrich fertig, empfiehlt (1601

Wilh. Bernbeck.

Versteigerung.

Donnerstag den 4. Mai, Nachmittags 3 Uhr, wird auf dem Güterschuppen der Main-Weser Bahn dahier 1 Korb Farbwaaren öffentlich meistbietend versteigert.

Friedberg, 29. April 1882.

Königliche Güter-Expedition. 1614 Rauber. 1581 Für ein Colonialwaaren- und Delicatessen-Geschäft wird ein gewandtes, zuverlässiges

Ladenmädchen

gesucht. Offerten unter J. 9060 an die Annoncen-Expe⸗ dition von Haasenstein& Vogler in Hanau.(H. 61113.)

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