Ausgabe 
30.8.1881
 
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ung zu sich nehmen und auscheinend verdauen; dies gewährt noch einige Hoffnung auf eine günstige Umgestaltung. 27. Aug. Blaine telegraphirt heute Morgen: Der Präsident gewann gestern keine neuen Kräfte, doch war der Verlust an Kräften geringer, als man befürchtete. Der Praͤsident nimmt und verdaut noch flüssige Nahrung und verlangt danach des Tages über. Der Geist ist weniger affieirt. Der erwartete Nach- laß der Drüsengeschwulst ist nicht eingetreten.

Asien. Bombay, 25. Aug. Amtlichen Meldungen zufolge ist Aziz Khan mit Infan⸗ terie, Cavalerie und Geschützen in Khelat'i Ghilzai eingetroffen.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 27. Aug. Gestern fand die erste Probe⸗ fahrk, zu welcher sich mehrere höhere Beamten der Eisen⸗ bahndirection Hannover eingefunden hatten, auf der Strecke Friedberg⸗Heldenbergen statt. Die Eröffnung dürfte in etwa 14 Tagen erfolgen.

e. Friedberg. Komet Nr. 3 wird nunmehr sig⸗ nalisirt. Er ist in Alexandrien gesehen worden, geht um 4 Uhr Morgens auf und Abends unter und steht am nördlichen Himmel am Ohr des großen Bären. Wenn das so fortgeht, so werden bald einigeabgelegte Kometen auf dem Krämpelmarkte zu haben sein. g

m. Friedberg. In den letzten Monaten sind 24 weitere Mitglieder der Mathilden⸗Stiftung, Verein zur Erziehung verwahrloster Kinder, beigetreten. Die Stift ung zählt jetzt 199 Mitglieder.

m. Friedberg. Bei Gelegenheit eines glücklichen Familienfestes wurden der Kranken⸗Unterstützungs⸗Kasse 20 Mark zugewiesen. Dem freundlichen Geber sagt man auf diesem Wege nochmals herzlichsten Dank.

n. Bad⸗Nauheim. Wir feiern hier das Sedan fest, wie sich's gehört, in der seitherigen Weise mit Gottesdienst, Jugendfest im Hochwald und Abends Banket. Letzteres wird diesmal im neuen Kurhause abgehalten, unter Mitwirkung der Kurkapelle und der Gesangvereine. Anfang 8 Uhr.

Gießen. Spruchliste für das Schwurgericht der Provinz Oberhessen im III. Quartal 1881: 1) Landw. P. Krebs in Ober⸗Ohmen, 2) Oee. Ph. M. Mohr II. in Dortelweil, 3) Landw. J. P. Wagner in Ehrings⸗ hausen, 4) Bürgerm. J. G. Rahn von Engelrod, 5) Bürgerm. Ph. Hahn IV. in Melbach, 6) A. Brückel IV. in Pohl⸗ Göns, 7) Landw. Fr. Nies in Schwickartshausen, 8) Landw. L. Schudt II. in Wetterfeld, 9) Postmeister R. von Eiff in Grünberg, 10) Kaufm. E. Weber I. in Lauterbach, 11) Beigeordn. J. G. Rückel III. in Betten⸗ hausen, 12) J. Braun III. in Kirch⸗Göns, 13) Landw. K. Scharch II. in Windhausen, 14) Agent W. Mosler in Gießen, 15) J. Stein III. in Ober⸗ Breidenbach, 16) Baurath L. Klingelhöffer in Büdingen, 17) Landw. K. Geiß in Groß⸗Felda, 18) Landw. J. Wehrheim IV. in Rodheim, 19) H. Schuckhardt in Bad⸗Nauheim, 20) Prof. Dr. L. Seuffert in Gießen, 21) Rechtsanw. W. Curtman in Friedberg, 22) Landw. K. Horst II. in Ruppertenrod, 23) Viehhändler J. Eulau II. in Bü⸗ dingen, 24) Fabrik. J. Sehrt IV. in Grünberg, 25) Landw. Chr. Wißner II. in Kaichen, 26) Landw. A. Widders⸗ heim in Ober⸗Widdersheim, 27) Kaufm. A. Satorius in Lich, 28) Landw. J. Widdersheim II. in Borsdorf, 29) Landw. J. H. Kröll in Altenstadt, 30) Gastw. K. Hammel in Düdelsheim.

Alsfeld. Mit Bezugnahme auf die Nachricht von der Ermordung des Försters Becker zu Neustadt erhalten wir die weitere Mittheilung, daß es den vereinten An⸗ strengungen aller Bewohner von Neustadt zum Trotz bis jetzt noch nicht gelungen ist, die Leiche des Forstbeamten aufzufinden. Diese Mittheilung wird auch von anderer Seite bestätigt. Auf dem dortigen Friedhofe glaubte man allerdings Spuren des Verbrechens entdeckt zu haben, aber bei näherer Recherche erwiesen sich solche als nicht stichhaltig.

Mainz, 27. Aug. Ein Bernhardiner Hund wurde vor 8 Tagen von seinem in Mainz wohnenden Herrn nach Köln verkauft. Heute früh um 4 Uhr wurde der Verkäufer durch das Gebelle des verkauften Hundes aus dem Schlafe geweckt. Er traute kaum seinen Ohren; aber der Hund stand thatsächlich vor dem Hause. Nach Köln wurde der Hund mit der Bahn transportirt und es bleibt merkwürdig, wie das Thier den Rückweg nach Mainz gefunden hat. Jetzt wird er wohl bei seinem alten Herrn verbleiben.

Allerlei.

Gotha. Seit einiger Zeit liefen hier immer und immer wieder falsche 50-Pfennig-, Mark-, 2 Mark- und 5 Mark⸗ stücke um, deren Herkommen die Polizet ungeachtet aller Be mühungen uicht zu ermitteln vermochte, obwohl man schon lange unsere Stadt selbst als den Fabrikationsplatz dieser Falsificate ansah. Endlich ist es nun gelungen, die Werk stätte am Mohrenberg ausfindig zu machen, wo ein Uhr⸗ macher Robert Hirsch aus Oberglogau sich mit seiner angeblichen Ehefrau häuslich niedergelassen und den ge winnbringenden Fabrikationszweig auf galvanoplastischem Wege betrieben hat. Das Paar ist einstweilen in dem hiesigen Landgerichtsgefängniß einquartiert worden, um zunächst mit unserem Staatsanwalte in intimere Bezieh ungen zu kommen. Posen, 26. Aug. DerKuryer Poznanski meldet:

lich darnieder an einem Herzleiden. Letzten Samstag fürchtete man für sein Leben. Seit Sonntag sind die Nachrichten etwas mehr beruhigend.

Madrid, 28. Aug. Entsetzliche Brände, die die gesammte Landesbevölkerung nun schon seit einer Woche in Schrecken und Aufregung erhalten, dauern einem Be richt derVoss. Ztg. zufolge noch immer in unge⸗ schwächtem Maße fort, trotz aller Gegenmaßregeln, Ab suchungen von Wäldern, Truppenaufgebote und Massen⸗ verhaftungen. Während der letzten 48 Stunden meldeten die Gouverneure von Badajoz, Cadix und Tarragena wiederum 14 große Brände; innerhalb der Waldungen von Sabinal und Javal de Carboneras, im Gebiete von Cadix, dehnte sich das verheerende Element über eine Quadratmeile aus.

Die Steinkohle.

Die Steinkohle oderdas schwarze Gold erregt das allgemeine Interesse nicht nur darum, weil sie einen gewaltigen Einfluß auf das Ge werbsleben aller Nationen ausübt, sondern auch besonders aus wissenschaftlichen Gründen, da sie wesentlich dazu beigetragen hat, die Kenntniß von der Zusammensetzung der Erdrinde zu er weitern und die Bergbautechnik zu größerer Ver vollkommnung zu drängen. Es ist mit Sicher heit anzunehmen, daß die Steinkohle aus Pflanzen entstanden ist; vor allen Dingen dürften die ehemals auf der Erde vorhandenen Wälder den Haupt⸗Urstoff derselben bilden. Welche enorme Massen von Holz dazu gehörten, um jene zum Theil 12 Meter starken Flötze(z. B. auf dem Hedwigschachte bei Oelsnitz) zu formen, geht daraus hervor, daß die jetzt auf der Erdober fläche befindlichen Waldungen, wenn sie durch eine Erdrevolution mit einer Erdschicht über zogen und zu Kohlen verwandelt werden sollten, nur ein Flötz von etwa 30 Centimeter Stärke liefern würden. Die Theorie von der Bildung der Kohlen und der Lagerung der Erdschichten müssen wir den Geologen überlassen; es genügt für eine volkswirthschaftliche Skizze, daß man die Bedeutung der Kohle auf dem Gebiete der Industrie und der Weltwirthschaft hervorhebt. Als man einst den großen Geologen Roderick fragte, ob er glaube, daß Rußland eine Zukunft habe, antwortete er:Nein, Rußland hat keine Steinkohlen. In diesen Worten liegt eine tiefe Wahrheit; denn ohne einen gewissen Reich thum an Kohlen kann ein Land keine große Industrie erhalten, denn diese ist ja der Haupt faktor in der wirthschaftlichen Entwickelung einer Nation. Ohne den Reichthum dieser schwarzen Masse würde Englands Industrie sich nie zu solcher Höhe emporgeschwungen haben, und auch in Deutschland hätte die Fabrikation der tausenderlei Gegenstände keine so riesigen Fort schritte machen können, wie sie gemacht hat, wenn nicht die kostbaren Kohlenlager die An lage von Dampfmaschinen begünstigt hätten. Das kohlenreichste Land Europas ist England; denn die ungeheuren Kohlenlager in Wales könnten bei der jetzigen Förderung England noch auf 2000 Jahre mit Heizungsmaterial versorgen. Führen doch die vielfach sich kreuzenden Gänge des mächtigen Kohlenlagers von Cumberland noch circa 3000 Fuß unter dem Meere hin. Die alljährliche Produktion der englischen Kohlen werke erreicht jetzt über 2000 Millionen Centner. Deutschland kann sich nicht beklagen, daß es zu wenig Kohlen habe; auch Sachsen ist ja in dieser Beziehung von der Natur nicht schlecht bedacht worden. So sind z. B. in Sachsen gegen 10, in Pfalz-Saarbrücken 44, in der Gegend von Aachen 10, in Westfalen 23, und in Schlesien sogar 32 Quadratmeilen(in Summe 139 Quadratmeilen) kohlenführeud und außer⸗ dem kommen noch viele zerstreut liegende Stein kohlenlager, die theilweise gar nicht unbedeutend sind, vor. Solche Lager von geringerer Aus dehnung finden sich z. B. bei Ibbenbühren(Reg. Bez. Münster), Osnabrück, Bückeburg, in der Provinz Sachsen, im Thüringer Walde, im Schwarzwalde ꝛc.

Frankreich ist unserem deutschen Vaterlande gegenüber geradezu arm an Steinkohlen. Zwar besitzt jenes Land, soviel wir wissen, 62 Kohlen becken; aber davon sind nur 6 von einiger Be

Tonnen lieferten, während die übrigen 56 es nur auf Millionen Tonnen brachten. Deutsch⸗ land ist viel produktionsfähiger, denn im Jahre 1862 lieferte es gegen 75 Millionen Tonnen Stein- und noch gegen 26 Millionen Tonnen Braunkohlen, wohingegen es Frankreich in dem selben Jahre nur zu einer Produktion von ca. 40 Millionen Tonnen zu bringen vermochte. Es mußte deshalb von Deutschland 4, von England 7 und von Belgien 15, also in Summa 26 Millionen Tonnen Steinkohlen beziehen, da es seinen Bedarf aus den eigenen Minen nicht decken konnte. Wir begreifen darum vollkommen, daß im Jahre 1870 das 44 Quadratmeilen große Saarkohlenbecken eine willkommene Kriegs beute für die französischen Industrieetablissements gewesen wäre. Hatte schon im Jahre 1862 die geförderte Steinkohlenmenge in Deutschland (413¼ Millionen Centner) einen Werth von 96 Millionen Mark, so wird gewiß diejenige von 1872, wo die stärkste Kohlenproduktion stattfand und wo auch die Preise am höchsten waren, einen Werth von ca. 200 Mill. Mark repräsentirt haben. Einige statistische Zusammen stellungen aus dem Werke:Die Steinkohlen Deutschlands und anderer Länder Europas von Dr. Geinitz, Dr. Fleck und Dr. Hartig(München 1865 bei R. Oldenbourg) mögen noch ein Bild von der Kohlenförderung(Steinkohlen und Braun kohlen) im Jahre 1862 geben. Es förderten: Großbritannien 1650, Deutschland 413¼, Oesterreich 91, Belgien 207, Frankreich 188, Spanien 7/8, Italien, Schweiz /, Ruß⸗ land 1, Polen und Schweden Mill. Centner. Wohl mag diese Angabe etwas ver altet sein und für die Jetztzeit nicht mehr stim men, aber das Verhältniß der Zahlen unter einander wird auch heute nicht wesentlich ver ändert sein. Aus dem Gesagten geht hervor, daß Deutschland hinsichtlich dieser natürlichen Produkte, welche bei der Entwickelung der In dustrie doch vor Allem mit in Frage kommen, nächst England am besten gestellt ist. Aber noch von einer anderen Seite läßt sich an die Steinkohlenproduktion eine volkswirthschaftliche Betrachtung knüpfen. Sie gibt in Deutschland etwa 150,000 Menschen Lohn und Brod. Jetzt aber gehen die Geschäfte in den Kohlenwerken gewiß eben so schlecht, wie in den Eisenindustrie etablissements, den Baumwollenwaaren-, Leinen⸗ und anderen Fabriken, die gewiß nicht viel mehr Arbeiter beschäftigen. Wenn die letzterwähnten Industriezweige mit Schutzzöllen bedacht worden sind, so hätte man aus Gerechtigkeitsgefühl die Kohlenarbeiter, die gewiß die schwerste und un angenehmste Arbeit unter allen haben, nicht ganz leer ausgehen lassen dürfen, oder richtiger gesagt, man hätte nicht einen Industriezweig auf Kosten eines anderen durch Zoll schützen sollen; denn was dem Einem recht ist, ist dem Andern billig.

Verloosungen.

Kasseler Stadt-Obligationen von 1878. Ziehung vom 8. August 1881. Heimzahlung am 1. Februar 1882. Lit. A. Nr. 112 194 253 268 à M. 3000. Lit. B. Nr. 179 588 706 770 776 787 875 881 1087 226 233 310 330 440 452 461 514 528 652 à M. 1000. Lit. C. Nr. 76 90 299 322 343 395 398 423 436 483 662 755 778 913 939 1013 63 97 411 469 526 666 771 928 937 940 942 2087 89 90 92 592 841 853 947 952 3336 à M. 500. Lit. D. Nr. 52 654 657 892 1075 134 150 204 227 308 353 393 472 486 487 546 634 640 780 785 834 952 2055 58 142 256 410 440 à M. 200.

Kasseler Landesereditkasse, Schuldver⸗ schreibungen. Kündigung vom 8. August 1881. Heimzahlung am 1. September 1882. Sämmtliche ältere, beiderseits kündbare, auf 100 Thlr. lautende 4½pCt. Schuldverschreibungen der Landesereditkasse, deren Zins⸗ abschnitte am 1. September 1882 ablaufen, nämlich: Abtheilung VII. Serie C. à Nr. 11570 bis 18937 ein⸗ schließlich, soweit solche nicht bereits zurückgezahlt sind. Anmerkung. Die pCt. Schuld-Verschreibungen Ab⸗ theilung VII. Serie A. b. Nr. 1816 bis 3608 sind für den 1. September 1881, sowie Abth. VII. Serie A. o. Nr. 1 bis 510 und Serie E. à. Nr. 3157 bis 4471 für den 1. März 1882 gekündigt und außerdem alle pCt. Schuldverschreibungen der Landesereditkasse(Abth. VII.), deren Zinsbogen bereits abgelaufen sind, je für den

Cardinal Ledochowsky lag in den letzten Wochen bedenk⸗

deutung, was schon daraus hervorgeht, daß

Fälligkeitstermin des letzten Zinsabschnittes.

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diese 6 im Jahre 1854 zusammen über 6½½ Mill.

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