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Deutsches Reich.
Darmstadt. Regierungsblatt, Beilage Nr. 7, enthält:
1. Bekanntmachung den Steuerausschlag der Land— judenschaftskasse für 1881/82 betr.
11. Uebersicht der Umlagen in den Gemeinden des Kr. Erbach für 1881/82. 5
l. und Iv. Bekanntmachung über die Besoldung des Rabbinen zu Alzey und die Umlagen der israel. Relgem. zu Neckar⸗Steinach für 1880.
V. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
VI. Dienstnachrichten. Es wurde dem Schullehrer H. Seip zu Buͤßfeld eine Lehrerstelle zu Romrod, dem Schulamtsasp. J. Muth aus Asel eine Lehrerstelle zu Geiß⸗Nidda, dem Schulamtsasp. Chr. Diener aus Burk— hardsfelden eine Lehrerstelle zu Groß-Linden, der Schul— amtsaspirantin K. Stumpf aus Ober-Saulheim eine Lehrerstelle zu Langen, dem Schulamtsasp. A. Niebergall aus Mommenheim die Lehrerstelle zu Uldenheim, dem Schulamtsasp. C. L. Grimmel aus Vilbel die erste Ge sanglehrerstelle an der Volksschule zu Mainz, dem Schul— lehrer H. Schneider zu Lollar die Lehrerstelle zu Wieseck übertragen.
Darmstadt. Regierungsblatt Nr. 5 ent— hält den Landtagsabschied.
Berlin. Von großer Bedeutung ist, was über die Reise des deutschen Kronprinzen nach getersburg berichtet und verbürgt wird. Der Kronprinz wollte die Reise mit dem englischen Kronprinzen, Prinzen von Wales, gemeinsam antreten. sprach aber Kaiser Alexander telegraphisch den Wunsch aus, der Kronprinz möge ein paar Stunden vor dem englischen Prinzen in Petersburg eintreffen, weil er mit ihm eine wichtige vertrauliche Unterredung halten wolle. Nun trat der Kronprinz die Reise sofort und nur einige Stunden vor dem englischen Kronprinzenpaar an.
— 26. März.
Da
Der Reichstag nahm in zweiter Lesung das Naturalleistungs-Gesetz nach den Commissionsbeschlüssen an. Die dritte Be— rathung des Küstenfrachtfahrten-Gesetzes wurde wegen noch zahlreich eingegangener Petitionen von der Tagesordnung abgesetzt. Es folgt da— her die Gewerbeordnungs-Novelle. Das Haus beschließt die Verweisung der Vorlage an eine Commission von 21 Mitgliedern.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. März. Das Abgeordnetenhaus beschloß mit 230 gegen 94 Stimmen, in die Specialdebatte des Grund— steuergesetz-Entwurfs einzutreten, nachdem der Finanz⸗Minister die Vorlage eingehend befür⸗ wortet hatte.
Frankreich. Paris, 25. März. Im Senat interpellirte Gavardie über die Orientfrage und spricht sich gegen die griechenfreundliche Politik aus, welche nur dem Einflusse Gambetta's zuzu— schreiben sei. Der Minister des Aeußern wird von mehreren Seiteu aufgefordert nicht zu aut— worten. Die Sitzung wird aufgehoben.
Großbritannien. London, 24. März. Unterhaus. Stanhope beantragt das bekannte Tadelsvotum in Betreff der Räumung Afghani— stans. Unterstaatssecretär Dilke bekämpft die vorgebrachten Gründe und erklärt bei dieser Ge— legenheit, daß einer der ersten Acte des neuen Zaren gewesen sei, den General Skobeleff abzu— berufen und seinen Unternehmungen in Central— Asien Halt zu gebieten. Dilke beantragt Namens der Regierung Verwerfung der Motion Stanhope— Die Debatte wird schließlich vertagt. 26. März. Bei der fortgesetzten Debatte über Stanhope's Motion in Betreff Afghanistan's wies Lord Hartington die Argumente der Opposition zurück und erklärte, Rußland habe in Afghanistan nie militärisch, und diplomatisch nur zu einer Zeit intervenirt, wo es glaubte, Krieg mit England zu bekommen. Ein unabhängiges Afghanistan sei der beste Schutzpatron gegen Rußland und dessen Vormarsch in der Richtung nach Indien. Rußland wisse, daß England Afghanistan als außerhalb der Sphäre Rußlands gelegen ansehe; es wisse sehr wohl, daß seine diplomatische oder militärische Einmischung in Afghanistan den Bruch der freundschaftlichen Beziehungen mit England bedeute, daß England sich für berechtigt halte,
widersetzen und Maßregeln zu ergreifen, die Grenze Indiens zu schuͤtzen und den Afghanen behufs Erhaltung ihrer Unabhängigkeit gegen Jeden beizustehen. Stanhope's Antrag wurde mit 336 gegen 216 Stimmen verworfen.
— Gerüchte von Verletzung der Friedens— bedingungen Seitens der Boers und daß die Situation weniger friedlich sei, sind allein da— rauf zurückzuführen, daß die Boers den Eng— länder Thompson, welcher sich in Transvaal postiren wollte, verhafteten.— Aus Kapstadt wird gemeldet: Im Basutolande fand bei Boleka ein mehrstündiger Kampf mit unentschiedenem Ausgange statt. Oberst Garring und andere Offiziere sind dabei verwundet worden. Portugal. Lissabon. Das neue Cabinet ist folgendermaßen zusammengesetzt: Sampeis, Conseilpräsident und Inneres; Barros, Justiz; Lepoac, Finanzen; Oberst Castro, Krieg; Dantos, Auswärtiges; Vilhena, Marine; Riveiro, öffent— liche Arbeiten.
Italien. Rom. Die„Gazetta Italia“ meldet mit Vorbehalt aus Genf, daß dort gleich— zeitig mit dem russischen, auch Attentate auf den deutschen Kaiser und den König Humbert ge— plant wurden. Das Blatt verlangt von den Regierungen, sie sollten die Schweiz auffordern (ohne ihre Freiheit anzutasten), wachsamere Poli⸗ zei anszuüben, widrigenfalls die Grenzländer genöthigt seien, einen Grenzeordon gegen die Importirung der Umstürzler zu ziehen. Türkei. Constantinopel, 26. März. Die Pforte hatte im Laufe der früheren Verhand— lungen die Abtretung Creta's und einen un— bedeutenden Landstrich von Thessalien, welcher nicht bis zur Peneus-Linie reichte, angeboten. Die Botschafter hatten sich hierdurch noch nicht für befriedigt erklärt. Neuerdings zog die Pforte diese Proposition zurück und bot dafür an, in Thessalien ein Gebiet abzutreten, das etwas über die Peneus-Linie nach Norden hin— ausreicht; dagegen solle Creta bei der Türkei
verbleiben. Die Botschafter verhandeln gegen— wärtig unter einander über diesen Vorschlag
der Pforte.
Rumänien. Bukarest, 26. März. Die Kammer der Deputirten und der Senat nahm unter enthusiastischem Beifall der Deputirten die Motion des Generals Lecca an, dem Fürsteu den Königstitel zu verleihen. Die Hauptstadt, legte nach Bekanntwerden der Nachricht Flaggen— schmuck an.— Der Cultusminister Conta gab seine Demission.
Griechenland. Athen. Bei einer Truppen— revue über 20,000 Mann, die am 6. April statt⸗ finden wird, vertheilt der König Fahnen an die neuen Bataillone.— Ein österreichischer Dampfer landete am Donnerstag 150 Kisten Waffen und Torpedos, der Dampfer„Fraissinet“ 200 Maul⸗ Esel, ein englischer Dampfer zwei Batterien Arm⸗ stronggeschütze und anderes Kriegsmaterial. Das neue Kanonenboot„Spzir“, das Torpedoschiff „Ipsara“ und 12 andere Torpedoboote werden demnächst im Piraeus erwartet; der Marine— Minister befahl, außer den 3000 effectiv gebilde— ten Matrosen 2000 freiwillige Matrosen anzu— werben; der Kriegsminister ordnete die Bildung neuer Bataillone an.
Rußland. Petersburg, 24. März. Nach dem Ceremonial für die Bestattung des Kaisers versammeln sich die Theilnehmer um 10½ Uhr Vormittags in der Peter-Pauls-Kathedrale. Der Sarg wird durch den jetzigen Kaiser, die Groß— fürsten und die Mitglieder auswärtiger regieren— der Häuser, sowie durch die höheren Hofchargen zu dem Grabe in der Kathedrale getragen. Die Einsenkung des, Sarges erfolgt unter Trauer⸗ salut der Geschütze. Nach der Bestattung werden die kaiserlichen Insignien wieder nach dem Winter— palais überbracht.
— Der„Regierungsbote“ meldet als gewiß, daß am 22. d. Sophie Perowskaja, auf welche seit 1878 gefahndet wurde, verhaftet worden sei. Laut ihrem eigenen Geständniß war sie unter dem Namen Suchorukow an dem Moskauer
storbenen Ka
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rn ene iser betheiligt und leitete jetzt der Verhaftung Jeljaboffs das Attentat v 13. März. Sophie Perowskaja wird mit den anderen Theilnehmern des letzten Attentats zu— sammen abgeurtheilt werden. 1 — Die seit einigen Tagen in Wien weilen⸗ den russischen Staats raͤthe Mossoloff und Botenieff begeben sich demnächst nach Rom, um den Ver⸗ handlungen bezüglich Regelung der Verhältnisse der katholischen Kirche in Rußland mit der Curie zu führen.
— Wie dem„Tbl.“ zufolge aus Petersburg verlautet, sei Saburoff, bisher russischer Bot schafter in Berlin, zum Minister des Aeußeren Fürst Labanoff Rostowski zum Botschafter in Berlin designirt. Saburoff's Ernennung wäre ein weiterer Beweis erusten Strebens, mi Deutschland gute Fühlung zu behalten. Die Nachricht wird übrigens von der„Ag. Russe“ mit dem Bemerken dementirt, daß Aenderungen in der diplomatischen Vertretung Rußlands zur Zeit nicht stattfinden würden.
Aus Stadt und Land. i S. Friedberg, 27. März. In der gestern statk⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde
am Mainzer Thor genehmigt, ebenso das des C. Friedrich auf Errichtung eines Wirthschaftsgebäudes und einer 1 Kegelbahn in seinem Garten an der Promenade an den Grabgärten. Das Gesuch der Wittwe Schmittner be⸗ züglich Bauveränderungen an ihrem Hause wurde nur
theilweise genehmigt. Dem Realschulpedellen C. Herold 5 soll auf sein Nachsuchen für 1881/82 und bis zur Neu⸗ regulirung seines Gehaltes im nächsten Staatsbudget eine Renumeration von 50 Mark gegeben werden. Einem Gesuch des Fr. Muͤller um weitere Ueberlassung der städtischen Bleiche soll mit Rücksicht auf die Nachkhelle, die er im vorigen Jahre erlitten hat, willfahrt werden, wenn er den seitherigen Pachtpreis weiter bezahlt. Die Finanzkommission erstattete Bericht über die stattgehabte Prüfung der Stadtrechnung für 1879 und wird diese nach einigen Bemerkungen genehmigt. Von dem Anleihen
von 1878 wurden aus der zweiten Abtheilung— Feld⸗ zusammenlegungskosten betr.— die Schuldscheine 4, 6, 9, 11, 13, 23, 81, 39 der Litera E. à 500 Mark aus geloost und erfolgt deren Rückzahlung am 1. Juli d. J.
glieder wiedergewählt. Der Bürgermeister theilte eine Einladung seitens des Curatoriums der Ackerbauschule zu der am 28. d. Mts. stattfindenden öffentlichen Prüf⸗ ung der letzteren mit. Dem C. Friedrich sollen zu dem üblichen Preis 50—60 Cubikmeter Steine von der Stadt⸗ mauer, deren Abbruch er unter Aufsicht des Stadtbau⸗ meisters vorzunehmen hat, abgelassen werden.
. Friedberg. Zur Prüfung wegen Erwerbung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst hatten sich dieses Frühjahr aus dem Großherzogthum Hessen 14 Bewerber angemeldet, wovon jedoch in dem Prüfungs- termine zu Darmstadt nur 13 erschienen waren. Von diesen 13 wurden 9 wegen mangelnder Ausbildung zu— rückgewiesen und nur 4 zur mündlichen Prüfung zuge⸗ lassen, welche auch alle bestanden sind. Es freut uns mittheilen zu können, daß sich unter den 4 Bestandenen ein junger Mann von hier befindet, welcher von hiesigen Lehrern vorbereitet wurde.
Gießen. Schwurgerichtssitzung am 25. März gegen J. Jäger von Gelnhaar wegen Körperverletzung mit
das Gesuch des Fr. Netz bezuͤglich Erbauung eines Hauses
In die Weinsteuerkommission wurden die seitherigen Mit⸗ 1 N
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tödtlichem Erfolg und J. Faust von da wegen Anstlftung, bezw. Beihülfe. Beide Angeschuldigten wurden für über⸗ führt erachtet und J. Jäger in eine Gefängnißstrafe von 3 Jahr und 6 Monat und. J. Faust in eine solche von 4 Monat verurtheilt. 10
Allerlei. 1 Frankfurt, 25. März. Wie wir heute aus zuver- lässiger Quelle erfahren, beruht die Nachricht von der Reise der Gebrüder Sachs, dem Tode des einen Bruders und der angeblichen Zurückhaltung des anderen in Eng land auf einer müßigen Erfindung. Nach gestern einge⸗ gangenen Nachrichten schwebt die Angelegenheit noch immer vor dem chilenischen Gerichte. 4 London. Wie verlautet, hat Henry Bessemer nach fast zweijähriger Arbeit ein Teleskop nahezu fertig gestellt, das solche Kraft besitzen wird, daß Bessemer erwartet, vermittelst desselben ein Zeitungsblatt auf eine Entfernung von 3½ engl. Meilen lesen zu können. 2 Nizza. Unter den bei dem Theaterbrande Umge— kommenen ist bisher nur ein Deutscher Dr. Schilling
Newyork, 25. März. Aus St. Louis wird der Tod Friedrich Hecker's gemeldet.
Taunusclub.
F. Die schöne Jahreszeit, der Frühling, naht heran und fordert den rüstigen Fußgänger auf, hinauszu- schweifen in Gottes freie Natur— durch Feld und Wald, über Berg und Thal. Als Hauptanziehungs- und Ziel⸗ punkte des Taunus gelten gewohnlich die schönen roman tischen Ruinen von Falkenstein und Königstein, das alte
sich dieser Einmischung mit allen Mitteln zu
Attentat vom 1. December 1879 auf den ver—
Römercastel„Saalburg“ oder gar der stattliche N 0 Der Tourist par excellence erreicht diese Punkte zu Fuß, 1
aus Neustadt⸗Eberswalde, ermittelt worden. 5
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