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räns für die vom Reichstage anläßlich des Todes des Kaisers Alexanders II. bewiesene Theilnahme dankt. In Beantwortung der Interpellation Heyl über eine Untersuchung hinsichtlich des Zu— standes des Rheinstromes erklärt der Minister v. Bötticher, der frühere Plan, eine Regulirung nur durch Baggerung herbeizuführen, sei aufge— geben. Zunächst für die Strecke Mainz-Bingen sei ein neues Project ausgearbeitet worden; es würden auch darüber hinaus weitere Erhebungen stattfinden. Die Regierung werde fördernd da— für eintreten. Mit ihrer weiteren Arbeit warte die Commission auf die Ergebuisse der Ermitt⸗ lungen der neuen preußischen Stromschifffahrts— Commission, welche zu den besten Hoffnungen berechtigten. Die Regierung hoffe in kürzester Zeit Abhülfe zu schaffen. Bei der hieran sich knüpfenden Besprechung der Interpellation be— tonten die Abgeordneten Schröder und v. Nordeck zur Rabenau die einheitliche Regelung des ganzen Stromlaufes im Zusammengehen mit Holland. Es folgt hierauf die erste Berathung der Vorlage wegen der Oeffentlichkeit der Verhandlungen und wegen der Geschäftssprache des Landesausschusses von Elsaß⸗Lothringen. Guerber plaidirt für facul— tative Zulassung der französischen Sprache statt der obligatorisch geforderten deutschen Sprache, welchem Verlangen Fürst Hobenlohe-Langenburg entgegentritt. Der Nichtgebrauch der deutschen Sprache liege vielfach an bösem Willen. Wie wenig die reichsländische Presse die Sympathien des Statthalters und Deutschlands berücksichtige, zeige ein dortiges Blatt, welches anläßlich des Tunis⸗Feldzuges schreibe:„Wir begleiten mit Sympathie unsere Fahnen auf afrikanisches Ge⸗ biet.“ Reichensperger(Crefeld) verlangt, daß vorlänfig die französische Sprache zugelassen werde, sonst sei ein Theil der Mitglieder des Landes— ausschusses mundtodt gemacht. Unterstaatssecretär Mayer weist jede feindselige Tendenz gegen den Landesausschuß zurück und vertheidigt den Ent— wurf. Die Befürchtungen Reichensperger's und Guerber's seien übertrieben.
Braunschweig, 25. April. Sämmtliche zum Regierungs⸗Jubiläum des Herzogs bier an— gemeldeten Fürstlichkeiten sind eingetroffen, ebenso die Botschafter Lord Ampthill, Graf Szecheny und Graf de Launay, sowie Abgesandte in außer— ordentlicher Mission verschiedener Staaten. Die Festlichkeiten begannen gestern Abend mit einem Zapfenstreich und einem Fackelzug, an welchem der Landwehrverein und Tausende aus der Bürger— schaft Theil nahmen. Heute früh 6 Uhr Glocken— geläute und Kanonendonner. Um 7 Uhr Reveille, dann Gesangvorträge der hiesigen Gesangvereine vor dem Schlosse. Die Stadt ist glänzend ge⸗ schmückt, das Wetter prachtvoll. Nach dem Gottesdienste nahm der Herzog im Residenz— schlosse die Glückwüusche des Ministeriums, des Hofstaates, der fremden Abgesandten und ver— schiedener Militär-Deputationen entgegen. So— dann fand im Thronsaale der Empfang des Landtags statt, dessen Präsident Veltheim an den Herzog eine Ansprache richtete, worin er den Vorschlag unterbreitete, durch Gründung eines Asyls für hülfsbedürftige Blinde aus dem ganzen Lande ein dauerndes Andenken des heutigen Fest— tages zu stiften. Der Herzog sprach in seiner Erwiederung seine Zustimmung aus. Hiernach fand Cour der Landes-Deputation statt. Um 10½ Uhr unternahm der Herzog, von dem Oberbürgermeister Pockels mit einer Ansprache begrüßt und überall von der Bevölkerung mit Enthusiasmus empfangen, unter Glockengeläute in sechsspänniger Gala-Equipage eine Umfahrt durch die festlich geschmückten Straßen der Haupt stadt, wo die Corpo rationen, Vereine, Schulen, Gewerke ꝛc. Aufstellung genommen hatten. Diese schlossen sich dem Umzuge, der etwa 1½ Stunde dauerte und sehr glänzend war, an. Die Witter— ung ist im Ganzen günstig. Erst gegen den Schluß fiel etwas Regen. Nach Beendigung der Umfahrt nahm der Herzog in Anwesenheit der fürstlichen Gäste eine Parade auf dem Schloß platze ab. Um 4 Uhr Galadiener im Residenz⸗
des ersten Armee-Corps, General der Infanterie Freiherr v. d. Tann, ist heute früh zu Meran gestorben.
Ausland.
Großbritannien. London, 26. April. Unterhaus. Villiers Stuart beantragt die Ver— werfung der irischen Landbill, weil dieselbe das Loos der Bauern nicht bessere. Staatssecretär Forster vertheidigt die Bill und erklärt, die Re— gierung sei bereit, etwaige Amendement in Er— wägung zu ziehen. Die Debatte wird schließ— lich bis Donnerstag vertagt.
Italien. Rom. Der Papst empfing den außerordentlichen russischen Botschafter v. Oubril und überreichte demselben den Christus-Orden.
Rußland. Petersburg. Die neueste Pro— clamation des revolutionären Executivcomites an den Zaren beginnt:„Für den Unmündigen(Ryssa— kow) der Mündige(Zar), für das gemordete Weib(Perowskaja) Dein Weib. Auge um Auge, Zahn um Zahn.“
Afrika. Tunis, 24. April. Auf die Er⸗ klärung des Bey, nicht für die Sicherheit der Europäer stehen zu können, im Falle die Fran— zosen die Grenze überschritteu, erwiderte der französische General-Consul, er werde für die Sicherheit der Ausländer sorgen, habe auch be— reits Personen, welche Besorgnisse in dieser Hin— sicht hegten, eine Zufluchtsstätte auf dem fran— zösischen Stationsschiffe angeboten. Uebrigens scheint bis jetzt kein thatsächlicher Anhalt zur Besorgniß vorzuliegen. In Folge von Aufreiz⸗ ung durch einen Marabut herrscht in Geryville (Provinz Oran) eine gewisse Erregung. Es heißt, ein zur Recognoscirung mit vier Spahis dorthin entsandter Offizier sei getödtet worden. Der Telegraph zwischen Geryville und Efrendah ist unterbrochen.
Cona, 24. April. General Logerot ist in das tunesische Gebiet eingerückt und lagert augen— blicklich bei Ored Mallegua, halbwegs zwischen der Grenze und Kef. General Logerot stieß bis jetzt auf keinerlei Widerstand. Der Marsch der Truppen war durch unausgesetzte Regengüsse sehr erschwert; die Ausschiffung der Truppen bei Tabarka ist durch andauernden hohen See— gang verhindert worden.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Da mit den nächsten Tagen das Ge⸗ setz über das Pfandleih Wesen(An- und Aückkauf⸗Ge⸗ schäfte) in Kraft tritt, dürfte es interessiren, zu wissen, daß der Pfandleiher sich für den Monat bei einem Dar⸗ lehen bis zu 30 Mark 2, bei einem solchen über 30 M. 1 Pfennig für jede weitere M. darf zahlen lassen. Jede weitere Vergütung ist verboten, ebenso die Vorausnahme der Zinsen oder Spesen für Aufbewahrung des Pfandes. Vor einem halben Jahre kann der Pfandleiher ein Dar⸗ lehen nicht zurückverlangen, während der Verpfänder mit Zahlung der Zinsen bis zum Verfalltage dies thun kann. Handelt der Pfandleiher dem zuwider, so kann er wegen Wuchers belangt werden.
Gießen. Eine Anzahl hiesiger Einwohner ist dem Gedanken nahe getreten, auch in Gießen eine Pfennig⸗ sparkasse, welche bereits in den verschiedensten Städten des Großherzogthums festen Fuß gefaßt haben, zu errichten.
Lich. Der Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung des Großherzogthums Hessen wird seine diesjährige Haupt⸗ versammlung am 12. und 13. Juli dahier abhalten.
Darmstadt. Die gegen Philipp Wenzel aus Stein⸗ bach wegen Mordes erkannte Todesstrafe wurde in lebens— längliche Zuchthausstrafe verwandelt.
Darmstadt.(Anwendung des Wuchergesetzes.) Vor einiger Zeit lieh ein hlesiger schon bejahrter Pensionär einem Postunterbediensteten in zwei Raten 30 M., wo⸗ rüber ein auf 50 M. lautender Wechsel, zahlbar im April, ausgestellt wurde. Zur Verfallzeit wurde, wie zu erwarten stand, der Wechsel nicht honorirt und deßhalb von dem Darleiher eingeklagt. In dem dieserhalb vor dem dortigen Amtsgericht stattgehabten Termin machte der Beklagte geltend, daß er in Wirklichkeit nur 30 M. empfangen, was den betreffenden Amtsrichter veranlaßte, an den Kläger die Frage zu richten, ob er gegenüber dieser Thatsache seine auf 50 M. gehende Klagbitte auf⸗ recht halte. Nach kurzem Besinnen erklärte der Kläger, daß er sich mit 30 M. zufrieden gebe, worauf ihm er⸗ öffnet wurde, daß er hiermit zugegeben, die Nothlage des Beklagten ausgebeutet zu haben und deßhalb eine Untersuchung wegen Wuchers zu eröffnen sei, eine Wend⸗ ung, welche der Mann wohl nicht geahnt und jedenfalls durch seine Nachgabe abzulenken gehofft hatte.
Handel und Verkehr. Frledberg, 26. April. Fruchtbericht. Waizen
Schlosse.
M. 24.50—00., Korn M. 22.00, Gerste M. 16— 18,
München, 26. April. Der Commandirende[H
— 200 Zollpfund.
Friedberg, 27. April. per Pfd. M. 1.05— 1.15, Eier per St. 5 Pf.
Gießen, 26. April. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.10 1.15, Eier 1 St. 4—5 Pf., 2 St. 0 Pf., Käse per Stuck 47 Pf., Tauben das Paar 7590 Pf., Hühner per St. M. 1.30— 1.50, Hahnen per St. M. 1.50— 2.00, Enten per St. M. 2.— 2.50, Ochsenfleisch 66 Pf, per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 48— 50 Pf., Kalbfleisch 40 bis 44 Pf., Hammelfleisch 6670 Pf., Schweinefleisch 66 bis 68 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4— 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 19— 20.
Frankfurt, 25. April. Viehmarkt. Angetrieben waren eirea 350 Ochsen, 300 Kühe, Rinder und Stiere, 300 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise
stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 64.— 66., 2. Qual. M. 58.—60., Kühe 1. Qual. M. 56.—58., 2. Qual. M. 45.—50., Kälber 1. Qual. M. 58.—60., 2. Qual. M. 40.—55., Hämmel 1. Qual. M. 58.—60., 2. Qual. M. 40.—55. per 100 Pfund Schlachtgewicht. Schweine wurden 630 Stück angeführt und mit 6065 Pf. das Pfund bezahlt.
Frankfurt, 25. April. Fruchtbericht. Mehl Nr.! M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 3131.50, do. 1.(Berl. Marke) M. 29.50, do. 2.(Berl. Marke) M. 24.50, Weizen, eff. hies., ab Bahnhof hier M. 25.— 00.00, ab unserer Umgegend M. 24.50— 24.75, do. fremder je nach Qual. M. 23.50 bis 25., Roggen je nach Qual. M. 22— 22.25, Gerste M. 17.50— 20., Hafer M. 15.— 16.50, Kohlsamen M. 28.50— 29.50, Erbsen M. 19—27, Wicken M. 16. bis 17.50, Linsen M. 20.—40., Bohnen, weiße, M. 23. bis 25., Rüböl, detail, M. 64. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht= 100 Kilo.
Db. Frankfurt a. M., 26. April 1881. Die Hausse feiert seit gestern Abend wieder große Triumpfe. Abermals gab Wien hierzu den Anstoß und zwar mit einem solchen Elan, daß die heutige Kauflust bei rapid steigenden Coursen geradezu eine beispiellose genannt werden kann. Spekulation sowie Privatpublikum be⸗ theiligten sich in gleicher Weise an dem enormen Ge⸗ schäfte, das in einzelnen Werthen stattfand. Von einer Abschwächung war im Verlaufe der Börse nichts zu be⸗ merken und konnten sich die gestiegenen Course bis zum Schlusse behaupten. Creditaktien, gestern Abend 2785/, bewegten sich zwischen 282—283 2827/— 283 ½½ bis 282 und 283 ¼. Staats bahnaetien, gestern Abend 2745 wurden à 275½—276½—275/ und 275 ége⸗ handelt. Lombarden, gestern Abend 96½, gingen 2 958/ bis 955 um. Oesterr. Bahnen steigend. Galtzier hoben sich 3 fl., Fünfkirchen-Bareser 1 fl., Reichenberg⸗Pardu⸗ bitzer 3 fl., Buschtiehrader besser, schließlich matter. Auch Franz⸗Joseph höher. Deutsche Bahnen besser, aber wenig belebt. Banken in regerem Verkehr. Dresdener, Dis⸗ conto-Commandit, Darmstädter und deutsche Bank höher. Hiesige Banken fester. Oesterr.⸗Ungarische Renten ruhig. Silberrente etwas schwächer. Russen still. Oesterr. Prioritäten fest. Mährisch-Schlesische 2% besser. Deutsche Fonds fest. Alkaliwerke Westeregeln gesucht. Frank⸗ furter Trambahn waren à 160 im Umsatz. Wechsel fest. Privatdisconto 3½0%.
Geld⸗Cours. Frankfurt am 26. April 1881.
20⸗Frankenstücke g. M. 16 16—20 do. in y Englische Sovereigns. 20 42—47 Russische Imperiales. 16 69—73 Ducaten. 5 9 55-59 Alina s Dollars in Gold
9 58—62 4 28 G.
—— S 2 K 2 2
Auszug
aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg.
Getraut: Handarbeiter Heinrich Schambert von Kirtorf mit Maria Christine Sachs von Vielbrunn. Handarbeiter Johannes Hölzer von Mottgers mit Maria Meinhardt von Wallenrod. Spengler Friedrich Ludwig Georg Muller von Friedberg mit Katharina Franziska Schäfer von Friedberg. Kaufmann Heinemann Rothschild von Ober⸗— aula mit Franziska Imroth von Friedberg. Schuhmacher Johannes Diehl von Friedberg mit Margaretha Fritz von Villingen. Kaufmann Georg Braun von Londorf mit Friederike Kath. Tobia Dietrich von Friedberg.
13. März. 13. März. 20. März.
3. April. 16. April. 18. April.
18. April. berg mit Maria Klotz von Ostheim. 18. April. von Colberg mit Elise Frick von Friedberg. 18. April. 4. 0 Elisabetha Margaretha Jockel von Butzbach
Geboren:
26. Febr. 28. Febr. 28. Febr. 2. März. 4. März.
Dem Metzger Benjamin Adler eine Tochter. Eine uneheliche Tochter.
Dem Bierbrauer Karl Johann August Burck eine Tochter.
12. März. Dem Landwirth Friedrich Wilhelm Bechstein
eine Tochter.
afer M. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo Wochenmarkt. Butter kostete
Tapezier Friedrich Eduard Brack von Fried- Baumeister Franz Karl Heinrich Greymann 4
Tapezier Reinhard Briel von Friedberg mit, 4
Dem Handarbeiter Philipp Holler II. ein Sohn. 9 Dem Großh. Amtsrichter Süffert eine Tochter. 5
455
g 17. Mir
8. Mötz.
. Nirz
21. Mätz
29. März 2. März
25. Nin 31. Mär 1. Apr 2. Apt 2. Apt
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6. April 10. April
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