gedrückt. Auch von Privaten waren recht schoͤne Exem— plare vorgeführt und war das Geschäft im Allgemeinen recht lebhaft zu nennen; Käufer und Verkäufer waren zufrieden gestellt. Luxuspferde fehlten. Auch unsre Um⸗ gegend von nah und fern hatte den Markt durch ihre Anwesenheit trotz des anhaltenden Regens beehrt und konnte jeder Besücher die Ueberzeugung mitnehmen, daß der Markt für die Zukunft stets gesichert sein wird. Die zur Verloosung angekauften 30 Fohlen wurden Nach⸗ mittags in einem Zuge durch die Stadt geführt und konnten sich Kenner überzeugen, daß die Ankaufsecommission ihr Geschäft verstanden hatte. Die Prämiirung fand am Montag Vormittag statt. Es wurden prämiirt: 1) Ein 2½ jähr. Fohlen des Herm. Bausch in Nieder-Wöllstadt mit M. 43. 2) Ein 2½jähr. Fohlen des Bürgerm. Väth in Bauernheim mit M. 43. 3) Ein 1½jähr, Fohlen des Ph. Best II. in Bruchenbrücken mit M. 30. 4) Ein 1½ jähr. Fohlen des P. Blecher in Ober-Rosbach mit M. 28. 5) Ein 1½ jähr. Fohlen des W. A. Petrie in Dorn⸗Assenheim mit M. 25. 6) Ein 1½jähr. Fohlen des W. Seybold 11. in Vilbel mit M. 22. 7) Ein 1½ jähr. Fohlen des Ph. Keller IV. in Melbach mit M. 20. 8) Ein 1½jähr. Fohlen des W. Hahn in Bellers⸗ heim mit M. 18. 9) Ein 7 Monat altes Fohlen des H. Schaubach in Bönstadt mit M. 16. 10) Ein 1½jähr. Fohlen des W. Heyer in Wölfersheim mit M. 15. 11) Ein 7 Monat altes Fohlen des K. M. Thaler in Stammheim mit M. 10. 12) Ein 7 Monat altes Fohlen des A. Groß in Reichelsheim mit M. 10. 13) Ein 8 Monat altes Fohlen des Oeconomen Kallenbach in Flensungen mit M. 10. 14) Ein 7 Monat altes Fohlen des P. Euser II. in Bad⸗Nauheim mit M. 10. Die Verloosung fand in Steinhäußer's Garten-Saal Nachmittags 5 Uhr statt. Schließlich wollen wir nicht verfehlen mitzutheilen, daß mit dem Bau der Pferdemarktställe noch in diesem, event. im nächsten Frühjahr begonnen werden wird und daß somit auch in dieser Beziehung zur Erhaltung des Marktes von Seiten der Stadt und des Comitès Alles aufge— boten wird.
J. Friedberg. Vorige Woche war ein Paletot— und Regenschirm-Marder hier von auswärts zugereist. Nachdem er einen Paletot und mehrere Schirme annektirt und sofort wieder verkauft hatte, gelang es, ihn in der Person eines stellenlosen Kellners dingfest zu machen.
d. Beyenheim, 26. Oet. Ein junger Oeeconomie— Eleve auf einem hiesigen Hofe gerieth gestern mit der Hand in eine Häckselmaschine und wurde ihm die Hand so zerquetscht, daß man ihn nach Friedberg transportiren mußte, wo ihm ein Finger amputirt wurde.
Mainz, 21. Oet. Die Kettenheimer Zigeuner— Affaire, welche seiner Zeit in unserer Provinz Aufsehen erregte, ward heute vor der Strafkammer des Land— gerichts verhandelt. Wer auf der Anklagebank struppige und schmutzstarrende Gestalten zu sehen erwartete, war sicher überrascht, als bei dem Aufruf des Namens Carl Reinhardt, 30 Jahr alt, Leistenmacher aus Suffelnheim, ein Mann in schwarzem Anzuge, mit Stehkragen und Manschetten vortrat; ebensd erschien Emilie Reinhardt, 16 Jahr alt, Tochter des Stockfabrikanten Reinhardt aus Jakobsweiler, sauber in städtischer Toilette. Das Mädchen ist des Todtschlags beschuldigt, dadurch verübt, daß sie in der Absicht zu tödten dem Wagnermeister Schäfer aus Kettenheim am 8. August einen Messerstich versetzte, der den Tod desselben unmittelbar zur Folge hatte, weiter lautet die Anklage auf schwere Körper⸗ verletzung des Wagnergesellen Gräff. Der Mann, ein Vetter des Mädchens, ist zweier schweren Körper— verletzungen, verübt an demselben Tage an dem Wirthe Morschheimer und dem Wagnergesellen Ströte, beide aus Kettenheim, angeklagt. Nach gepflogener Verhandlung beantragte die Staatsbehörde gegen Carl Reinhardt 1 Jahr Gefängniß, gegen Emilie Reinhardt 3½ Jahr. Der Vertheidiger plaidirt auf Freisprechung, event. für geringe Gefängnißstrafen. Nach längerer Berathung
vertagt der Gerichtshof die Urtheilsverkündigung auf nächsten Freitag.
Mainz. Die Brückenfrage ist nunmehr endgültig entschleden. Die stehende Brücke wird auf die Mitte des Großh. Palais' münden; einer weiteren Hinaufver— legung, zu welcher sich die Regierung auch verstanden haben würde, sollen so schwer zu überwältigende technische Schwierigkeiten gegenüber stehen, daß man davon habe absehen müssen.
Wörrstadt, 24. Oet. Das dreijährige Kind des Landwirthes H. dahier starb heute eines schrecklichen Todes. Das Kind kam nämlich der Dresch-Maschine zu nahe, wurde von derselben erfaßt und zermalmt.
Allerlei.
Homburg, 22. Oet. Der Müller Pfeifer von Anspach hat auf der Jagd den 17jährigen Sohn einer armen Wittwe auf dem Anstand erschossen. Pfeifer, welcher zur Jagd eingeladen war, hatte den jungen Menschen in der Dämmerung für ein Wild angesehen. Kein geübter Jäger wird wohl auf eine Creatur schießen, ohne sie genau zu erkennen; es kann so Etwas nur von Leuten geschehen, die sich zwar„Jäger“ nennen, es aber nicht sind.
Stuttgart, 24. Oet. richtet, daß Auerbach sich besser befinde. immer schwach, doch vom Fieber befreit.
London. Der Orkan vom 14. bis 16. d. hat nicht weniger als 105 Schiffbrüche verursacht; 138 Menschen sind dabei umgekommen und der Geldverlust beziffert sich auf 160 Million Mark, wovon auf englisches Eigen— thum 120 Million kommen. Außerdem sind etwa 70 englische Fischerboote untergegangen, deren aus 280 Personen bestehende Besatzung ertrunken ist.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 26. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete ve Pfd. M. 0.85—0.95, Eier 1 St. große 8 Pf., 2 St. kleine 15 Pf.
Friedberg, 24. Oetober. Fruchtbericht. Walzen M. 24.75, Korn M. 20., Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd.
Gteßen, 25. Oet. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.95—1, Eier 1 St. 7 große Pf., 2 kleine St. 13 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben das Paar 50—60 Pf., Hühner per Stück M. 0.70— 1.00, Hahnen ver Stück M. 0.50—0.80, Enten per Stück M. 1.40— 1.70, Gänse per Pfund 46—60 Pf., Ochsenfleisch 64—00 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 46— 50 Pf., Kalbfleisch 44 48 Pf., Hammelfleisch 50-60 Pf., Schweinefleisch 62—64 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 3.00 3.50, Zwiebeln per Ctr. M. 7.—8., Weißkraut 100 St. M. 4.506.
Frankfurt, 24. Oetober. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen und Stiere, 330 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfund Fleischgewicht: Ochsen 1. Qualität 63.—66., 2. Qual. M. 58—60., Kühe 1. Qual. M. 54 bis 56., 2. Qual. M. 40—50., Kälber 1. Qual. M. 52 bis 55., 2. Qual. M. 40—50., Hämmel 1. Qual. M. 54 bis 58., 2. Qual. M. 40—45. Schweine wurden vorige Woche 700 Stück zugeführt und mit 63— 66 Pf. per Pfund verkauft.
Frankfurt, 24. Oet. Fruchtbericht. Buntes Mais M. 15.40 bezahlt und übrig. Kartoffeln immer noch un— verkäuflich, zu M. 3 per 100 Kilo vergebens offerirt. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl% (Berl. Marke) M. 28.50, do. 1.(Berl. Marke) M. 26. do. 2.(Berliner Marke) M. 23., Weizen, effeetiv hiesiger ab Bahnhof hier M. 25.25—50, ab unserer Umgegend M. 24.75— 25.00, do. fremder je nach Qual. M. 23.50 bis 25.50, Roggen je nach Qual M. 21.25-21.50, Gerste M. 18.00— 21.50, Hafer M. 15.50— 17.50, Kohlsamen
Aus Cannstadt wird be— Er sei noch
M. 27.00— 28.50, Erbsen M. 19.— 30., Wicken M. 17.00—20., Linsen M. 24— 57, Bohnen, weiße, M. 23— 27, heüböl, detail, M. 64. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
Db. Frankfurt a. M., 25. Oct. Trotz guter Be⸗ richte vom internationalen Geldmarkt und unter Erleich— terung des Geldstandes am Platze war die Börse heute in ihrer ersten Hälfte wieder recht flau. Die Verkäufe wurden fortgesetzt. Von den auswärtigen Plätzen lagen weichende Course vor, besonders war es Paris, das durch groß Abgaben die Course herabdrückte. Die Be⸗ sorgnisse, welche man wegen der dortigen Ultimoliqui— dation hegte, wurden daher sehr gemindert. Nachdem der erste Verkaufsandrang vorüber, konnte sich in der zweiten Börsenhälfte wieder eine Befestigung einstellen und machte sich zu den stark gewichenen Coursen gute Kauflust geltend. Geld für Prolongationen war heute u ca. 71½/0/ erhältlich. Von den Speeulationseffecten wichen Creditaetien Anfangs 3 fl. unter ihrem Abend— cours, besserten sich dann nach vielen Schwankungen 3/4 fl. und blieben schließlich 2/ fl. unter gestern Abend. Staatsbahnaetien gaben Anfangs 3 fl. nach und konnten sich nur vorübergehend etwas bessern. Lombarden matter, schließlich besser. Galizier gingen 3 fl. abwärts und schlossen 1 fl. höher über Anfang. Creditaetien, gestern Abend 308, heute 305½—6—4— 0438/65 und 305/. Staatsbahnactien, gestern Abend 288, heute 284/— 5¼— 5½— 4¾. Lombarden, gestern Abend 1265/4, heute 122½— 3— 2—/—1½¼—2½—/ und 123¼8. Galizier, gestern Abend 2685/, heute 265— 6½—6½¼ und 266/. Die Nebengebiete unterlagen noch größeren Rückgängen als das eigentliche Speeulations— gebiet, weil hier momentan keine Käufer am Markte waren. Oesterr. Bahnen sind theilweise ea. 5 fl. und mehr niedriger. Deutsche Bahnen ebenfalls sämmtlich weichend, nur Bergisch-Märkische ziemlich fest. Banken flauer. Die speeulativen Bankaetien waren schließlich etwas höher. Ausländische Fonds nachgebend. Auch Prioritäten, Loose, Deutsche Fonds matt. Von Wechseln Paris matter. Privatdisconto 5¼—0⁵20/.
Literarisches.
Daheim. Nr. 4 enthält: Die Weltverbesserer. (Forts.)— Der Begründer des modernen Klavierstils.
Zum 70. Geburtstag Liszts. Von J. Biernatzki. Mit Illustr.— Die Elektrizität und die Pflanzenwelt. Von
van Muyden.— Zur Säkularfeier des Toleranzediktes Kaiser Josephs II. Von B. Rogge.— Freundschaft und Feindschaft in der Thierwelt.— Du Schlingel! Nach dem Bilde von L. Bokelmann.— Die Bürgler Thonwaaren-Industrie.— Am Familientische: Literarischer Wit terungsbericht aus dem vorigen Jahrhundert.— Zeit⸗ dauer der Sinneneindrücke.— Eine Blumenguirlande als Denkmal— Zündhölzchenverbrauch.— Entnationalisir—⸗ ung der Russen in Sibirien.— Gesundheitsrath.— Kunstgewerbliche Fortschritte. Mit Abbild.— Mit zwei illustrirten Beilagen.
Gelb⸗Cours. Frankfurt am 25. October 1881. 20⸗Frankenstü cke M. 16 1620
do. u%„„„„ e eee Englische Sovereignss.*„„ 20 34-39 Russische Imperiales„%. 16 71-78 Ducaten. V 9 58-63 5 al maro, Dollars in Gd
Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Beginn: Freitag Abends 5 Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr.
Fortbildungsschule.
Die hiesige Fortbildungsschule wird ihren Unterricht nächsten Montag den 31. October beginnen. Alle junge Leute hiesiger Stadt im Alter von 14— 17 Jahren, welche zum Besuche der Fortbildungsschule verpflichtet sind, haben sich an dem genannten Tage, Abends halb 8 Uhr, im städtischen Schulhause einzufinden.“ Diejenigen der Schüler, welche im Laufe die ses Jahres von aus— wärts hierher gekommen sind, haben schon nächsten Freitag, 28. Oetober, Abends halb 8 Uhr, mit Papier und Federn versehen, im städtischen Schulhause zu erscheinen, um einstweilen in die Klassen eingereiht zu werden.
Die Eltern bezw. Lehrherren oder Arbeitgeber der Fortbildungs-Schüler werden unter Hinweis auf die Art. 23— 25 des Schulgesetzes, wie auf die anderweitigen Diselplinar-Bestimmungen für die Fortbildungsschule hierdurch ermahnt, die jungen Leute zum ordnungs- mäßigen Besuch ihres Unterrichts gewissenhaft anzuhalten.
Friedberg, 24. October 1881.
Für den Schulvorstand:
Seriba, Bitsch, Bürgermeister. Oberlehrer.
Versteigerung.
Montag den 31. Oetober, Nachmittags 3 Uhr, wird auf dem Güterschuppen der Main-Weser-Bahn dahier eine Kiste Bleiweiß öffentlich meistbietend versteigert.
Friedberg am 24. October 1881.
Königliche Güter- Expedition. Rauber.
Versteigerungs-Anzeige. 3632 Freitag den 28. October l. J., des Vormittags 10% Uhr, werden die abgestorbenen Bäume auf der Straße Hessenbrücker Hammer-Butzbach an Ort und Stelle an den Meistbietenden öffentlich versteigert.
Der Anfang der Versteigerung beginnt hinter Eber— stadt und wird dieselbe von dort aus ununterbrochen bis nach Griedel fortgesetzt.
Friedberg am 24. October 1884.
Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reuß.
Güter⸗Verkauf.
Freitag den 28. Oetober, Nachmittags 1 Uhr, werden in Dorn-Assenheim die in dortiger Gemarkung ge— legenen, den Milden Stiftungen gehörenden Güterstücke zum dritten- und letztenmal in öffentlicher Verstelgerung zum Verkaufe ausgeboten mit dem Bemerken, daß bei annehmbarem Gebote mit dem Zuschlag die Genehmigung Seitens des Kirchenvorstandes ertheilt, resp. bei der höheren Behörde beantragt werden wird.
Friedberg den 10. October 1881.
In Auftrag des evang. Kirchenvorstandes: 3637 Stein häußer.
Gesundheitsunter jacken ärztlich empfohlen, sowie Unterhosen,
für Erwachsene und Kinder, zu den billigsten Preisen bei
70 K. Friedrich.
8 155 2 Arbeits-Versteigerung. 3630 Nächsten Samstag den 29. October l. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, soll auf dem Rathhause dahier 1) das Anstreichen von neuen Hausnummern und Straßenschildern, veranschlagt zu 65 M. 71 Pf., 2) das Anschlagen derselben, veranschlagt zu 25 M. 76 Pf. öffentlich an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Vilbel den 24. Oetober 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel. Hinkel.
Vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg:
Ruth und erste Hülfe
bei plötzlichen Erkrankungen und Unglücksfällen bis zur Ankunft des Arztes.
Nebst Angabe der Krankheits-Kennzeichen und Bemerk— ungen über diätetische Behandlung und Krankenpflege von Dr. Eduard Reich.
Preis M. 1.50. 2983
5767 Mark
Staatsrenten-Ablösungskapitalien liegen am 1. Januar 920 in der Kirchenkasse zu Melbach zum Ausleihen ereilt.
Melbach den 25. Oetober 1881.
3644 Der evangelische Kirchenvorstand.
Min 53710 97414 58712 120 11 8⁴8 ½ 910 913 1 9212 l
927 10
1 983 ½
1023 1 1068 16 030 1 f 65 19
280 12
1282 ½
1298 1.
1907 19
1970 lr
1433 12
1465 109
1480 15
1493 1 f
1510 ½
1597 15
1610 1:
1619 10
1620 1
1639 ½
1676 1
10
Nöl 2
1778 1 1786 2 18
1816 1
1920 1
20111
2062 1
1 f f
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