Ausgabe 
27.8.1881
 
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Beilage.

D 2

Hberhessischer Anzeiger.

M101.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Militärdienst-Nachrichten. Melior, Sec. Lt. vom 3. Großh. Junf.⸗Regiment Nr. 117, wurde unter Beförderung zum Prem. Lt. in das 6. Brandenb. Inf.-Regt. Nr. 52 ver⸗ setzt; Bauer, Sec. Lt. vom 1. Großh. Juf. Regt. Nr. 115, als Comp.⸗Offizier zur Unter⸗ offizier-Schule in Potsdam commandirt; Scholz, Vicewachtm. vom 1. Bat. 2. Oberschles. Land wehr⸗Regts., zum Sec. Lt. der Res. des 1. Großh. Drag. Regts. Nr. 22 befördert; Pricken, Sec.It. der Landw.⸗Feld⸗Art. des 1. Bat. 4. Großh. Landw.⸗Regts. Nr. 118, der Abschied bewilligt.

Berlin, 25. August. Der Kaiser ist nach einem leichten Unwohlsein wieder hergestellt In den Anordnungen über die Theilnahme des Kaisers an den Truppen-Uebungen sind keine Aenderungen eingetreten. Die Kaiserin ist so weit wieder hergestellt, daß sie bei günstigerer Witterung Ausfahrten unternehmen kann.

DieNational-Ztg. meldet, ein Berliner Rechtsanwalt habe die temporäre Mission über nommen, als Delegirter der deutschen Gläubiger E kkei nach Constantinopel zu gehen, um gqhaftlich mit den französischen und eng lischen Delegirten mit der türkischen Regierung zu verhandeln.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. DiePol. Corr. erfährt, der König Humbert von Italien richtete am 18. August, dem Geburtstage des Kaisers Franz Joseph, von Monza aus ein überaus herzliches Glückwunsch-Telegramm an denselben. Der Kaiser beantwortete dasselbe sofort in eben so herzlicher Weise. Ueber einen eventuellen Besuch des Königs sind noch keine Anfragen geschehen, er könne indeß möglicher Weise in Aussicht stehen.

Großbritannien. London. Oberst Lientenant Obrien ist zum Gouverneur von Helgoland ernannt worden.

Spanien. Madrid. Die bis jetzt be kannten Wahlresultate gruppiren sich wie folgt: 30 Ministerielle, 46 Conservative, 37 Demokraten, 5 Unabhängige und 6 Ultramontane; die car listische Partei ist nicht vertreten.

Rumänien. Bukarest. DieAmtszeitung veröffentlicht ein Communiqué, welches er klärt, daß den Gerüchten über ein angebliches Rencontre zwischen rumänischen und ungarischen Soldaten nur folgende Thatsache zu Grunde liege: die Regierung wollte auf Grenzpunkten, wo sie es für nöthig erachtete, Militärposten aufstellen. Die Verwaltung des Dorfes Harom sag erklärte, einer dieser Posten befinde sich auf ungarischem Gebiete. In Folge dieser Recla mation ist eine Commission ernannt, welche gegen wärtig an Ort und Stelle sich befindet. Bis zur Entscheidung derselben wird der Status quo aufrechterhalten. Einer Meldung der hiesigen Blätter zufolge wird Graf Andrassy am Sonn tag zum Besuche des Königs von Rumänien in Sinaia erwartet.

Das Amtsblatt publicirt die von der Regierung genehmigten Statuten der rumänischen Credit⸗ und Mobiliar-, wie der rumänischen Bau Gesellschaft.

Rußland. Petersburg. Nachrichten aus Odessa und Rostow am Don berichten, daß die Juden, welchen das Aufenthaltsrecht fehlt, aus gewiesen und als Ausländer über die Grenze befördert werden.

Aegypten. Alexandria. Das Project eines zweiten Suez-Canals, unter englischen Auspicien, ist Gegenstand lebhafter Erörterung in der localen Presse. Die in Vorschlag ge brachten Vortheile umfassen eine raschere Durch fahrt und einen billigeren Tarif.

Amerika. Washington, 25. Aug. Minister Blaine telegraphirt an die Vertreter der Union im Ausland: Der Appetit des Präsidenten nimmt täglich zu; die Verdauung flüssiger Nahrung geht leichter. Die Symptome sind ermuthigend, nichts destoweniger ist die Besorgniß immer noch groß.

Aus Stadt und Land.

h. Friedberg. Wie wir vernommen, werden die Jungfrauen, die sich beim festlichen Empfang Se. K. Hoheit des Großherzogs betheiligen wollen, Montag den 29. d. M., Abends 8 Uhr, auf dem Windecker'schen Felsenkeller zu einer darauf bezüglichen Besprechung zusammentreten. Selbstredend sind alle Mädchen hiesiger Stadt zum Er scheinen dabei berechtigt und findet eine speetelle Ein ladung nicht statt.

Friedberg. Der künftige 1. October erscheint für die deutschen Frauen von großer Wichtigkeit, weil mit diesem Tage das seitherige Recht der Frauen erlischt, bei ausbrechendem Concurs ihres Gatten ihrEinge brachtes beanspruchen zu können. Nur jene Frauen, welche vor dem Jahre 1879 geheirathet haben, können ihre Mitgift noch retten, sobald ihr Gemahl dem Con curse anheimfällt, wenn sie ihr Heirathsgut noch vor dem 1. Oet. auf dem ihnen zustehenden Gerichte ein tragen lassen. Für jene Frauen, welche erst nach dem Jahre 1879 geheirathet haben und deren Gatte Besitzer eines Grundstückes ist, ist eine Rettung ihresBeige brachten möglich, wenn sie ihr Geld oder den zu Geld berechneten Hausrath, die Aussteuer ꝛc. als Hypothek auf das Grundstück eintragen lassen.

Friedberg. Zur Abstempelung der ausländischen Werthpapiere sind vorläufig die Hauptstaatskasse in Darm stadt, sowie die Hauptsteuerämter in Mainz und Gießen und zur Abstempelung der Schlußnoten und Rechnungen die Hauptsteuerämter der drei genannten Städte beauftragt.

Alsfeld. Ein scheußlicher Mord ist dieser Tage in unserer Gegend vollführt worden. Der Forstwart Becker aus Neustadt(Kurhessen), ein tüchtiger, pflichtgetreuer Beamter, 26 Jahre alt und erst seit Kurzem glücklich verheirathet, wurde von Wilddieben in kanibalischer Weise geradezu abgeschlachtet und auf dem Neustädter Friedhof unter der vor Kurzem eingebetteten Leiche eines Kindes verscharrt. Der Todtengräber wurde, als dringend der Mitschuld verdächtig, verhaftet, hat jedoch bis jetzt auch nicht das Geringste gestanden. Nicht unerwähnt wollen wir bei dieser Gelegenheit lassen, daß vor etwa dreißig Jahren schon einmal ein Forstwart in dem Neustädter Wald ein tragisches Ende fand. Wie frech überhaupt die Neustädter(undKatzenberger) Wilderer sind, mag daraus hervorgehen, daß deren etliche vor mehreren Jahren gelegentlich der Abhaltung einer offiziellen fis kalischen Herbsttreibjagd in der Oberfösterei Romrod eben falls an dieser Jagd in der Art sich betheiligten, daß sie theils an entlegenen Punkten Wildpret schossen, welches die Treiberlinie durchbrach, theils aber den Wildpretführern das Wild von ihren Schiebkarren nahmen. Dieses Heldenstückchen hatte s. Z. vor dem Landgericht Alsfeld ein entsprechendes Nachspiel, wobei 8 Hauptwilderer aus Neustadt und dem angrenzendenKatzenberg seit 1866 darmstädtisch in gebührender Weise bestraft wurden.

Mainz. In dem Monat Juli d. J. wurden in hiesiger Stadt von den verschiedenen Pferdemetzgern im Ganzen 61 Pferde gegen 42 Pferde in dem gleichen Monat des Vorjahres geschlachtet; unter diesenPferden befand sich auch ein Maulesel!... Mahlzeit!

Alzey. Hinsichtlich des mehrerwähnten Vorfalls mit Zigeunern in Kettenheim ging neulich eine lden ange klagten Gliedern der Zigeunerbande günstige Version durch die Blätter. Mit Bezug hierauf wird im Interesse der Gemeinde Kettenheim und der bei der Affaire be theiligten Familie geschrieben, daß die von mehreren Blättern nachträglich gebrachten Nachrichten, wonach einige Bürger dieses Ortes die in Anklage gestellte That provoeirt hätten, durchaus unbegründet seien. Es sei vollständig unrichtig, daßarge Zumuthungen an das Zigeunermädchen gestellt worden seien. Der erstochene Schäfer sei ein sehr braver, solider Mann und unver- hekrathet gewesen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 24. August. Marktbericht. Heu kostete je nach Qualität per Centner M. 3 3.50, Stroh M. 3 bis 3.50. Butter im Großen 50 Kilo M. 100, im Detail 1. Qual. M. 1.25, 2. Qual. M. 1,10. Eier das Hundert M. 46. Ochsenfleisch 6570 Pf., Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 4555 Pf., Kalbfleisch 4053 P., Schweine⸗ fleisch 7580 Pf., Hammelfleisch 4065 Pf., Weißkraut 20 Pf., Rothkraut 2530 Pf., Kohlkraut 1518 Pf., gelbe Rüben 10 12 Pf., Blumenkohl 40-70 Pf. Ge⸗ flügel unverändert.

Literarisches.

Zum 7lmale erscheint der Leske'sche Schreib- und Geschäftskalender(Jahrgang 1882), der für Jeder⸗ mann, insbesondere aber für jeden Hessen, vom prak- tischsten Interesse ist. Sein Inhalt besteht, außer in dem Notizkalender mit der Einrichtung zur Berechnung der Zinsen auf den Tag, in den Zins- und Reduktions⸗ Tabellen der Deutschen Reichswährung in die ehemalige Süddeutsche und Preußische; in die Oesterreichische, Französische, Englische und in die Währung der Ver⸗ einigten Staaten von Nord-Amerika, sowie umgekehrt; außer in einem Verloosungs-Kalender für 1882 und in einer Genealogie der Regenten und fürstlichen Häuser, in reichen geschäftlichen, sowie statistischen Notizen, welche sowohl dem Beamten, Rechtsanwalt und Kaufmann, als auch dem Gewerbetreibenden und dem Landmann von großem Nutzen sein müssen. Ueberdies hat der dauerhaft gebundene, sauber ausgestattete Kalender ein sehr hand liches, klein Oetav-Format, das erlaubt, ihn als Taschen⸗ Notizbuch zu verwenden. Preis nur M. 1.25.

Zum 2. September!

Auch dieses Jahr, wo wir in das zweite Jahrzehnt unserer großen Erinnerungstage eintreten, kommen wir zum bevorstehenden Nationalfest vom 2. September wieder mit der Bitte um Gaben für die Invaliden und die Hinterbliebenen gefallener Soldaten des Krieges 1870/71. Wir bitten, überall, wo man an jenem Tag, in Gottes⸗ häusern oder bei sonstigen Vereinigungen, dieses Fest feiert und sich dessen erinnert, was vor elf Jahren ge schah, auch jener Opfer des Krieges dankend zu ge⸗ denken und durch Gaben je nach Vermögen dazu beizu⸗ tragen, daß ihr Loos auch weiterhin verbessert werde. Wir bitten insbesondere, wie früher, die evangelischen Pfarrämter und Kirchenvorstände, gemäß der ihnen von Großherzoglichem Ober⸗Consistorium ertheilten Erlaubniß, bei den Festgottesdiensten des 2. September Colleeten für jenen Zweck zu erheben. Unsere Zweigvereine er⸗ suchen wir, wie seither möglichst für Verbreitung dieser Ansprache und Durchführung unserer Idee zu wirken, insbesondere an geeigneten Orten Sammelbüchsen aufzu⸗ stellen. Alle, welche uns demnächst die Erträgnisse von Sammlungen zu übermitteln haben, bitten wir dieselben durch Posteinzahlung an unseren Schatzmeister, Herrn Hauptstaatskasse-Direetor Michell dahier, einzusenden.

Darmstadt, am 18. August 1881.

Der Vorstand des Hülfsvereins im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde.

Geld⸗ Cours. Frankfurt am 25. August 1881. 20 ⸗Frankenstücke Pee

do. in/ 16 2124 Englische Sovereigns. 20 3843 Russische Imperiales. 16 7478 Ducaten.. 9 5559 al marco. 9 6166 Dollars in Gold. 421-23

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. 11. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Diegel. Nachmittags 1½¼́ Uhr: Herr Candidat Medert. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Baur. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Köhler. Katechismuslehre.

satholische Gemeinde. 7/8 Uhr: Beicht. ½9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Obst⸗-Versteigerung.

29069 Montag den 29. August, Nachmittags 4 Uhr,

läßt die hiestge Gemeinde 1 Baum Birnen und 1 Baum

Süßäpfel öffentlich meistbietend versteigern. Fauerbach b. Fr. den 26. August 1881.

Großherzogliche Vürgermeisteret Fauerbach b. Fr

Helfrich.

Grummetgras-Versteigerung.

2976 Montag den 29. August J. J., Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem Rathhaus dahter das Gras von 50 Morgen gemeinheltlichen Wiesen in einzelnen Abthetlungen öffent lich meistbletend versteigert werden. Dortelweil am 24. August 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Dortelweil. Mohr.

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