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Darmstadt. Es wurde: der Revisions⸗ Controleur Schnellbacher in Mainz auf Nach— suchen, sowie der Hauptsteueramts-Controleur Bloͤcher zu Worms auf Nachsuchen in den Ruhe— stand versetzt und der Hauptsteueramtsass. I. Kl. Eberhardt zu Mainz zum Revisionscontroleur daselbst ernannt.
— Dem Vernehmen nach soll eine neue ge— setzliche Regelung der Verhaͤltnisse des Civildiener— Wittwen-Instituts in Aussicht genommen sein und dürfte dem nächsten Landtag eine entsprechende Vorlage gemacht werden.
Berlin, 24. Jan. Abgeordnetenhaus. In der ersten Berathung des Nachtragsetats 1881/82 bemerkte gegenüber Rickert, der die beabsichtigte Einführung zweijähriger Etats-Perioden des Reichs für Preußen unausfübrbar erklart, der Finanz⸗Minister: auch wenn im Reiche zweijährige Etatsperioden eingeführt sind, erscheint noch fraglich, ob dies auch fur Preußen nothwendig ist. Windhorst erklärt, so lange Gegner zwei— jäbriger Etatsperioden zu sein, als der Cultur— kampf dauere.— 25. Jan. Die Berathung zurückgestellter Positionen des Cultusetats fort⸗ setzend, wurden Wohnungsgeldzuschüsse für die Kreisschul⸗Inspectoren, widerrufliche Remune— rationen für Verwaltung von Schulinspectionen, Zuschüsse zu den Ruhegehalten für emeritirte Elementar-Lehrer, sowie für das Gymnasial— gebäude in Göttingen genehmigt. Es folgt Ab— lehnung des Baues einer festen Maiabrücke bei Offenbach, wofür der Finanzminister nochmals eingetreten war. Zurückgestellte Posten des Etats der indirecten Steuern wurden nach den Com missionsanträgen genehmigt.
Die„Straßb. Ztg.“ veröffentlicht ein Schreiben aus Paris, worin die deutschen Be⸗ sitzer türkischer Schuldtitel aufgefordert werden, ein eigenes Syndikat zu bilden und sich in Constautinopel durch eigene Delegirte vertreten zu lassen, damit nicht Anderen Vertretung deutscher Interessen anheim falle.
— 25. Jan. Morgen findet bei Bismarck das erste parlamentarische Diner statt, zu welchem der Gesammtvorstand des Abgeordnetenhauses Einladungen erhalten hat. Unter den Einge— ladenen befinden sich u. A. die Abgeordueten Bennigsen, Wachler, Windhorst, Heereman, Benda, Stengel.
Schwerin. Die officiösen„Schw. Anz.“ erklären die Zeitungsmeldung über Aufhebung der Verlobung des Herzogs Paul Friedrich mit Prinzessin Marie Windischzrätz wegen der Ver— schiedenheit des Glaubens als vollständig un— begründet.
Ausland.
Oesterreich. Wien, 25. Jan. Unterhaus. Die Interpellation Hohenwart betrs. des Rück— gangs der landwirth. Bevölkerung beantwortend, weist Graf Taaffe auf die bereits ergriffenen Maßnahmen hin und kündigt demnächstige Vor— lagen betreffend Herabminderung der Gebühr bei Besitzänderung und Erleichterungen betreffs der Durchführung geringwerthiger Verlassen— schaften, sowie Betheiligung der Staatsverwalt— ung an Meliorationen unter Mitwirkung der Landtage an. Nebstdem strebt die Regierung billigeren Eisenbahntransport für die Landwirth— schaftsproducte an und erwägt, wie es möglich wäre, dem Grundbesitz die Couvertirung hoch— verzinslicher Schulden in neue minder drückende, eventuell die Förderung staatlicherseits durch Ge— bührennachsicht zu erleichtern.
Großbritannien. London. Das britische Geschwader an den irischen Küsten wird durch zwei Kanonenboote verstärkt. Von Birmingham ging eine Abtheilung Cavallerie nach Smallhent ab zum Schutze der Feuerwaffen-Werkstätte gegen Versuche, sich der Feuerwaffen und Munition darin zu bemächtigen.
— 24. Jau. Unterhaus. Forster begründete in 1½stündiger Rede die Bill, welche den Vice— könig von Irland ermächtigt, Jeden, den er des Hochverraths oder anderer Verbrechen, seien sie
hält, zu verhaften und in Gewahrsam zu halten. Die Bill soll Gesetzeskraft bis 31. September 1881 besitzen, für Hochverrath auf ganz Irland, für agrarische Verbrechen und solche gegen Ge— setz und Ordnung nur auf proclamirte Districte Anwendung finden. Die Annahme der Bill sei dringend, daher von der Bill über den Waffen— besitz getrennt. Mehrere irische radicale Depu— tirte bekämpften die Bill. Northcote billigt sie als absolut nothwendig. Die Debatte wurde vertagt.
—„Times“ bespricht die griechische Frage: So lange kein offener Bruch zwischen Griechen— land und der Türkei eingetreten und Unterhand— lungen noch möglich seien, wird Eugland seine freundlichen Dienste beiden Parteien nicht ver— sagen, aber an einem Kriege unter keinen Um— ständen sich betheiligen.
—„Daily Telegraph“ erfährt, daß die Ge— sundheit Gladstone's geschwächt ist und Besorg— niß einflößt.
— Meldung aus Durban. Collay brach nach einer Meldung der„Times“ am 24. Jan. mit einer Colonne von 1000 Mann von Neweastle nach Trausvaal auf. Die Boers machten dem Zuluhäuptling Oham ein Allianz-Anerbieten, welches jener zurückwies.
Dublin, 25. Jan. Proceß Parnell. Die Geschworenen zogen sich Mittags zurück, um über das Verdict zu berathen. Nachmittags um 5 Uhr ließ der Richter die Geschworenen rufen und fragte, ob sie eine Entscheidung getroffen. Der Präsident antwortete: die Ge— schworenen seien noch nicht einig geworden und fügte hinzu, die Erzielung einer Einigung sei wenig wahrscheinlich. Der Richter befahl den Geschworenen, sich auf's Neue zurückzuziehen.
— Wie es in Irland aussieht, schilderte in diesen Tagen der katholische Priester Harring— ton vor Gericht. In der Grafschaft Kerry, sagte er, sind die Schuppen in Brand gesteckt, Kühe und Pferde verstümmelt, Heu und Torf zerstört, Drohbriefe gegen das Leben von Menschen umhergesandt worden. Zwölf bis 14 Familien leben bei uns in steter Todesfurcht. Sie haben in Eile den in einiger Entfernung aufgespeicherten Torf in ihre Behausung gefahren, desgleichen die Schindel- und Strohdächer der Nebenge— bäude. Tag und Nacht wachen sie in dieser strengen Jahreszeit über ihr Eigenthum. Männer und Frauen müssen beständig um die Viehställe und Heuschober herum von der Abenddämmerung bis zum Morgen auf der Hut sein. Seit vier Wochen ist in keinem Hause des Dorfes das Licht ausgelöscht worden. Nacht um Nacht hört man das Schmerzgebrüll des gemarterten Viehes; das Feuer des Brandstifters loht unter den Augen der Polizei auf; Niemand aber kann vor Gericht gebracht werden. Wenn ein irischer Priester dies sagt, so muß der Zustand entsetz— lich sein.
Türkei. Constantinopel. Die Botschafter— Conferenz ist gesichert und die Berathungsbasis gefunden und Seitens der Pforte adoptirt.
— Von hier verlautet gerüchtweise, der Generaldirector der Eisenbahn Salonichi-Mitro— vitza, Cooper, zeigte dem Arbeits minister an, daß die Albanesen, welche Scopia besetzten, drohten, ihn und das ganze Eisenbahnpersonal über die Klinge springen zu lassen und die Eisen— Bahn-Linie zu zerstören, wenn Truppen und Munition befördert würden; er sehe sich daher gezwungen, sämmtliche Stationsvorsteher zu be— nachrichtigen, daß jeder den Militärtransport ablehne.
Serbien. Belgrad, 24. Jau. Zum Ver⸗ treter der serbischen Regierung für die in der Berliner Couferenz in Aussicht genommene Eisen— bahn-Conferenz, deren Zusammentritt Mitte Februar in Wien erfolgen soll, ist Colonel Zdrav— kovie, ehemaliger Bautenminister, ernannt worden. — Der Kriegsminister legte der Skupschtina das Gesetz bezüglich der Armee-Reorganisirung vor. Die Skupschtina acceptirte das Inter— pellationsrecht der Abgeordneten.
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bei einer Aenderung der moutenegrinischen Grenze*
am Ufer des Bojana-Flusses, wonach der Hügel⸗, nicht der Thalweg die Demarkationslinie bilden
sollten, von Oesterreich und Deutschland unter⸗
stützt, sagt die„Agence Russe“, die internationale
Commission allein verhandle jetzt über diese Fragen. Nachdem alle Mächte sich seit der Grenzregelung
zu Gunsten Montenegros ausgesprochen hätten,
sei nicht wahrscheinlich, daß dieselben ihre An-
sicht jetzt ändern wollten.
Griechenland. Athen. Der„Agencia
Stefani“ zufolge, hat die griechische Regierung
ihre Vertreter bei den Regierungen, bei welchen sie beglaubigt sind, angewiesen, zu erklären, daß
sie den Vorschlag der Pforte, betreffend eine 5 Conferenz in Konstantinopel, noch unvortheilhafter
finde, als den Vorschlag des Schiedsgerichtes.
Rußland. Petersburg. In Besetzung der
Generalgouverneurposten steben mehrere Ver— änderungen bevor. Der Odessaer General—
gouverneur Drentelen geht an Stelle Tschert-
kows nach Kiew, wo Drentelen bereits früher
Chef des Militärbezirks gewesen, für Charkow 4 ist Fürst Swiatopolsk Mirskt, ehemaliger Ad- junkt des Großfürsten Michael in Aussicht ge-
nommen.
— Officiell. Skobeleff meldet vom 15. auf den 16. Jan.: Nach genügender Befestigung unserer eigenen Positionen und des Lagers er— kämpften wir Positionen zwanzig Faden von der feindlichen Mauer; alle hartnäckigen Versuche
seitens des Feindes, uns aus den neueingenomme-—
nen Positionen herauszuschlagen, waren vergeblich. Am 16. Januar, Abends 7 Uhr, überfiel der
Feind mit seiner ganzen Macht unser Centrum
und die linke Flanke, fast auf der ganzen Strecke
entstand ein hartnäckiges Handgemenge; der Feind
wurde mit großem Verlust von unseren Traucheen
abgeschlagen und bis über die Festungswälle ver—
folgt; gleich nach zurückgeschlagener Attake nahmen
wir durch fortificationsartiges Vorrücken durch
Sappe, zwecks Verstärkung unserer Vertheidig- ungslinie, die Arbeiten wieder auf.
— Der Stabschef des Petersburzer Mili⸗-
tärbezirks, Fürst Imeritinsky, ist seines Postens enthoben und durch Baron Rosenbach ersetzt worden.
Aus Stadt und Land.
m. Friedberg. wurden bei Gelegenheit eines frohen Familienereignisses der Kranken-Unterstützungskasse, welche ihren Mitgliedern
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Von einem hiesigen Fabrikanten
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in Tagen der Krankheit Trost und Stütze sein soll, 1 4 25 M. zugewiesen. Mit Recht wurde dabei bemerkt, daß
das socialistische Gesellschafts-Programm in den Haupk⸗
punkten undurchführbar erscheint; daß aber die soeialen 1
Nothstände durch selbstlose Bethätigung menschenfreund— licher Gesinnung überwunden werden müßten. Für diese schöne Gabe sagt man auch auf diesem Wege herzlichen Dank.
Allerlei. Wien, 24. Jan. Cardinal Kutscher hatte einen Schlag-Anfall. Sein Zustand ist bedenklich. Madrid, 25. Jan. Neue Ueberschwemmungen haben Sevilla heimgesucht. Das Unwetter hat in Cordoba und Gerona große Verheerungen angerichtet. f
Volksbildungsverein.
Vergleichende Betrachtungen über Klima von Nord-Amerika und das von Eu⸗
ropa bildeten das Thema, welches Reallehrer Klein
in drei Vorträgen behandelte.
das
Was durch die Sonnenstrahlen zunächst erwärmt wird, 1 ist nicht die Luft, durch welche die Sonnenstrahlen fast wirkungslos hindurch gehen, sondern der Erdboden, von
diesem erhält die Lufthülle ihre Wärme. Der Grad der Erwärmung der Erdoberfläche hängt aber ab von der
Richtung, in welcher die Sonnenstrahlen auffallen. Je 4
steiler dieselben auf eine Fläche treffen, desto mehr Strahlen
fallen darauf und desto stärker wird dieselbe erwärmt. 1 Darnach werden die Aequatorialgegenden, wo die Sonnen-
strahlen am steilsten auffallen, am stärksten, die Polar-
gegenden, wo sie am schiefsten auffallen, am wenigsten erwärmt. Bestände die Erdoberfläche nur aus Wasser
oder nur aus ebenem Land, so würden alle Orte, welche gleich weit vom Aequator entfernt sind, gleiche Temperatur
n. Die thatsächliche Vertheilung von Land und Wasser, sowie die Erhebungen des Bodens, die wir
haben.
Gebirge nennen, bedingen vielfach eine andere Verthell⸗ ung der Wärme auf der Erde. trotz gleicher Entfernung vom Aequator ein sehr ver— schiedenes Klima haben. i liefern Nord-Amerika und Europa. Ersteres(das mittlere 1
Es gibt Gegenden, die
Ein eelatantes Beispiel dafür
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S nenn


