Ausgabe 
26.5.1881
 
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Donnerstag den 26. Mai.

her At

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freltag Abend ausgegeben.

Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dretmal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Die einspaltige Petitzetle wird bet Annoncen mit 11 P Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere

f. berechnet, bei größerem Tabellen- oder

Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

Für den Monat Juni kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der * 9* 5 1. 2 N Verlags-Expedition mit 34 Pf., bei den Poststellen mit 50 Pf. abonnirt werden.

nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil. Bekanntmachung,

den Remonte- Ankauf pro 1881 betreffend.

Zum Ankauf von Remonten im Alter vor

ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche des Großherzogthums Hessen für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende

Märkte anberaumt worden, und zwar:

den 7. Juli in Alsfeld, Nidda, 8 . Nieder- 17. August, Lampertheim, 5 2 5 5 18.Bickenbach, 19. Groß-Bieberau, 20. Groß⸗Gerau, 22. Goddelau.

Gemarkung in Pflichten genommen.

7 1 1 85 Die von der Remonte-Ankaufscommission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt.

mvorzugsweise drei und

lstadt,

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gez.

Berlin den 3.

Pferde uit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensetzer vom Ankauf ausgeschlossen.

Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und eine Kopf halfter von Leder oder Hanf mit 2 mindestens zwei Meter langen starken hanfenen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben.

Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden.

März 1881. Kriegs-Ministerium,

Abtheilung für das Remonte-Wesen.

von Rauch. Graf Klinckowström.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Heinrich Werner, Heinrich Richard Falkenstein und Gottfried Jäger von Ober-Erlenbach wurden als Feldgeschworene für diese

Max Schwalowsky von Berlin; Adam Althens von Bobenhausen II.; Joseph König von Freudenberg, Nieder-Eisenhausen, Kreis Biedenkopf.

* Wegen Bettels bestraft: Reichold Gbeuen, Bezirksamt Wertheim; Heinrich Köhl von ä Deutsches Reich. Hage Darmstadt. Der Großherzog mit Familie 8 wird Samstag den 28. Mai wieder Mainz ver ant ane lassen und sich hierher zurück begeben. 1. Militär⸗Dienstnachrichten. Schuhmann, En N Unteroff. vom 2. Gr. Inf.⸗Rgt. Nr. 116, Kritzler, i Presa Meißner, Tholuck, Unteroff. vom 3. Gr. Inf. l. Frithrit. Regt. Nr. 117, wurden zu Port.-Fähnrs. be⸗ 7 fördert. Frhr. Riedesel zu Eisenbach, Rittm. aggreg. dem 1. Gr. Drag.⸗Rgt. Nr. 23, als Escadr.⸗Chef in das Westf. Kür.-Rgt. Nr. 4 einrangirt. Frhr. v. Preuschen, Unteroff. vom e Gr. Feld⸗Art.⸗Rgt. Nr. 25, zum Port.-Fähnr. befördert. v. Lyncker, Sec. Lt. der Res. des 1. Gr. Inf.⸗Rgts. Nr. 115, zum Prem. Lt. be⸗ 3 fördert; Kölsch, Prem.⸗Lt. der Landw.⸗Juf. des Kecten, 1. Bats. 1. Gr. Landw.⸗Rgts. Nr. 115, Hauß, Weber II., Prem.⸗Lts. der Landw.⸗Jnf. dess. Bats., 2 bantt. Nodnagel, Sec.⸗Lt. der Landw.⸗Juf. dess. Bats., * Lucius, Prem⸗Lt. der Landw.⸗Inf. des 2. Bats. eln 4. Gr. Landw.⸗Rgts. Nr. 118, der Abschied be willigt. Frhr. v. Gemmingen-Hornberg, Sec. Fertsch. Lt. der Res. des 3. Gr. Inf.⸗Rgts. Nr. 117,

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1. ber.

ohne Debatte.

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zum Prem. ⸗Lt. befördert. n

Berlin, 23. Mai. Der Reichstag setzte die zweite Lesung des Gesetzes über die Gerichts⸗ kosten fort und genehmigte den Rest des Gesetzes

nach den Anträgen der Commission. Der Reichs

f 7* 1 K 5 tag genehmigte ferner in zweiter Lesung die Con⸗ pete zwischen dem deutschen Reiche und China Die Vorlage über die Aender ung des Zolltarifs ward auf den Antrag von

Löwe(Bochum) von der heutigen Tagesordnung

abgesezt. 24. Mai. Der Reichstag ge⸗ nehmigte in dritter Lesung den deutsch⸗chinesischen Handelsvertrag. Darauf folgt die Berathung des Nachtragsetats. Sonnemann forderte Ab lehnung der Kosten für den Volkswirthschafts⸗ rath. Diesem gegenüber hebt der Staatsminister

, Bötticher hervor, es handle sich bei der Ein

setzung des Volkswirthschaftsrathes nicht darum,

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ein Parlament gegen ein anderes auszuspielen, sondern vielmehr darum, die wirthschaftlichen Vorlagen für den Reichstag gründlich vorbe reiten zu lassen. Er habe als Präsident des preußischen Volkswirthschaftsrathes dessen sachliche, objective Arbeit schätzen gelernt; der Reichsvolks wirthschaftsrath werde sich in gleicher Weise be währen. Bei der Fortsetzung der Debatte über den Volkswirthschaftsrath traten Rentzsch, Fregge, Stamm und Unterstaatssecretär v. Bötticher für denselben ein. Löwe(Berlin), Braun(Glogau) und Windthorst sprechen gegen denselben. Schließ lich wird der von der Regierung verlangte Posten einer besonderen Commission von 14 Mitgliedern überwiesen. Der Rest des Nachtrags-Etats wird unverändert genehmigt.

München. Gegen die Anträge des Reichs kanzlers in der Hamburger Angelegenheit erhebt sich, demB. M.-Bl. zufolge, nicht nur im Reichstage, sondern auch innerhalb des Bundes raths eine lebhafte Opposition. An der Spitze derselben steht Bayern, welches durch die Pression, welche es in ähnlicher Weise wie Hamburg seitens der Reichsregierung jetzt in der Angelegenheit der Militärstrafproceßordnung erfährt, zum natür lichen Bundesgenossen Hamburgs wird. Bayern will keineswegs seine Errungenschaft des öffent lichen Verfahrens im Militärstrafproceß auf geben und ist Willens, allen Versuchen, es zum Verzicht auf dieselbe zu bewegen, energischen Widerstand entgegenzusetzen. Das Zustande kommen einer Militärstrafproceßordnung für das Reich wird dadurch immer mehr hinausgeschoben.

Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 23. Mai. Haus der Abgeordneten. Die Majorität des Schul-Ausschusses hatte eine Abkürzung der Schulzeit beantragt. In namentlicher Abstim mung ward der Antrag mit 156 gegen 149 St. angenommen. Für die Minorität, welche für

die Beschlüsse des Herrenhauses eintrat, sprachen Beer und Eduard Suͤß. Letzterer erhielt wegen unparlamentarischer Angriffe gegen die Regierung einen Ordnungsruf. Galerie applaudirte dem Redner; darüber ließ der Präsident die Galerie räumen.

Frankreich. Paris, 24. Mai. In der Deputirtenkammer kritisirte Clemenceau(radikal) den Vertrag mit Tunis, welcher die diplomatische Lage Frankreichs modificire und alte Freund schaften erkalten mache, sowie Mißtrauen er rege; er werde dagegen stimmen. De la Fosse bedauert, daß die Kammer wegen des Vertrags nicht vorher befragt worden sei. Berichterstatter Proust vertheidigt den Vertrag und erklaͤrte, die Regierung sei den Traditionen Frankreichs treu geblieben. Conseilpräsident Jules Ferry stellte gegenüber Lenglé in Abrede, daß der Bey von Tunis gegen den Vertrag protestirt habe; der Bey führe den Vertrag sehr loyal aus. Die Kammer nahm den Vertrag mit 453 gegen 1

Die

Stimme an.

Großbritannien. Dublin, 24. Mai. Der Sekretär der agrarischen Liga, Brennan, ist gestern Abend wegen Aufreizung zu Gewalt thätigkeiten verhaftet worden. Gestern wurde der Versuch gemacht, die Polizeistation in Here ford in die Luft zu sprengen, wobei ein Beamter verwundet wurde. Weitere Einzelheiten stehen noch aus. Diese Attentate sollen von Feniern ausgehen.

Italien. Rom, 22. Mai.Diritto meldet: Nachdem Sella gestern das Mandat für die Cabinetbildung zurückgegeben, ließ der Konig hievon Cairoli verständigen. Im Laufe des gestrigen Abends empfing der König keine wei teren politischen Persönlichkeiten, dagegen con ferirte der König heute früh längere Zeit mit Cairoli, welcher Manzini zur Bildung eines Cabinets vorschlug. Später conferirte der Konig

auch mit Depretis, welcher derselben Anschauung