Ausgabe 
25.1.1881
 
Einzelbild herunterladen

re er

1

Vertreter im Auslande in Form einer Antwort auf die letzte turkische Note. Ton des Rundschreibens ist fest. Der Minister des Innern erließ einen Befehl an die Präfecten, daß sie den in die Militärlisten Eingetragenen keine Paͤsse nach dem Auslande verabfolgen.Ephe merio will wissen, mehrere reiche Griechen be absichtigen große Geld-Summen zusammen zu bringen, um ein Elitecorps von 10,000 Mann unter General Coroncos aufzustellen, welches in die Türkei einfallen und sich mit anderen Griechen und Türken vereinigen solle, um den Sturz Osmans zu erklaͤren und eine neue türk ische Dynastie zu proclamiren, deren erster Sultan Midbat Pascha wäre. DemDiritto zu folge theilte der griechische Vertreter der italien ischen Regierung ein telegraphisches Circular von Komunduros vom 20. ds. mit, welches, die Situation resumirend, an Europa appellirt, da mit dieses, wie es beschlossen, was bezüglich der hellenischen Frage billig und angemessen ist, so auch die Mittel gebrauche, die es zweckdienlich befinden wird, seine Beschlüsse zur Ausführung zu bringen, um den Orientfrieden auf soliden Grundlagen zu sichern.

Rußland. Petersburg. Der chinesische Gesandte Marquis Tseng notificirte dem russischen Cabinet den Beitritt der chinesischen Regierung zu den Petersburger Stipulationen, welche be hufs der Ratisication in die Form eines Ver trages gebracht werden sollen.

DieAg. Russe erfaͤbrt, das Peters burger Cabinet sei geneigt, den Vorschlag der Pforte betrs. Unterhandlungen in Constantinopel anzunehmen. Das Cabinet glaube, der Vor schlag der Pforte involvire bereits eine Geneigt heit der Pforte, über die Concessionen vom 3. Oct. v. J. binauszugeben. Es sei daher unwahrscheinlich, daß die Mächte beabsichtigten, eine besondere derartige Erklärung von der Pforte durch eine Vorfrage zu erlangen.

Chile. Valpareiso, 20 Jan. Lima wurde von den Chilenen eingenommen. Die Chilenen nahmen ferner Chorillos ein; die Verluste der Peruaner sind bedeutend.

Der

Aus Stadt und Land.

m. Friedberg. Am 19. d. Mts, wurde die erste Generalversammlung der Mathildenstiftung zur Rettung verwahrloster Kinder abgehalten. Der Vorsitzende, Kreis rath Dr. Braden, setzte zunächst auseinander, wie es in Folge gesetzlicher Bestimmung unumgänglich nothwendig geworden war, die Stiftung aus dem Verhältniß, in welchem sie seitber zum Kreise gestanden hat, zu ent lassen und auf freie Füße zu stellen. Er machte sodann Mittheilung über die von Seiten des Kreisausschusses und der Vorstände der Stiftungskassen zu Butzbach, Friedberg und Vilbel vollzogene Wahl einzelner Vor standsmitglieder der Stiftung. Pfarrer Meyer von Fried berg bemerkte, wie es lediglich der eifrigen Bemühung des verstorbenen Geh. Regierungsraths Trapp und des gleichfalls verstorbenen Seminardirectors Steinberger, wie Justizrath Trapp II. und Kreisrath Dr. Braden zu verdanken ist, daß die Stiftung jährlich zur Erreichung ihrer Zwecke eine Summe von 10,000 Mark hat ver wenden können, wodurch ihr allein die ausgedehnte Wirk samkeit, welche sie seither ausgeübt hat, möglich gewor den ist. Weiter theilte er mit, daß seit 1865 231 Kinder in die Stiftung aufgenommen wurden, von welchen 35 theils den Eltern vor vollendeter Aus bildung zurück gegeben, theils an das Watsenhaus abgetreten worden sind, daß 74 Kinder durch die Stiftung ihre Erziehung und vollständige Ausbildung erlangt haben, und daß gegenwärtig 115 Kinder, 95 unter 14 Jahren, 17 Lehr linge und 3 Dienstmädchen, durch sie erzogen werden, während 7 Pfleglinge seit 1865 gestorben sind. Weiter berichtet Redner über das Verhalten dieser Pfleglinge in Schule und Haus, wie bei den Lehrmeistern und Dienst herrschaften, und theilte schließlich noch mit, daß 168 Mit glieder zur Stiftung beigetreten find, von welchen 34 einen einmaligen Beitrag von 10 bis 20 Mark bezahlt und 132 sich zu einem jährlichen Beitrag verpflichtet haben. Den höchsten Beitrag hat in besonders dankens werther Weise Freiherr v. Franckenstein gezeichnet, welcher auf 5 Jahre jährlich 20 Mark zur Stiftung spenden will. Zum Schlusse wurde zur Vorstandswahl geschritten und auf Antrag des Seminarlehrers Wahl die seitherigen Mitglieder Kaufmann Huber, Baumeister Ruths und

Pfarrer Meyer durch Acclamation wieder gewählt. Kauf mann Huber hat auf die Wahl verzichtet und statt seiner Dr. Becker der Versammlung empfohlen, weil derselbe durch seinen ärztlichen Rath Vieles zum Besten der Kinder m Vorstand wirken könne. Die Versamm

lung hat mit Einstimmigkeit die vorgeschlagene Wahl vollzogen er jetzige auf 6 Jahre gewählte Vorstand

besteht demnach

zus: Dr. Becker in Friedberg, Bürger

meister Küchel in Butzbach, Pfarrer Meyer in Friedberg, Baumeister Ruths in Friedberg, Bürgermeister Seriba in Friedberg, Pfarrer Schrimpf in Vilbel und Kreis Schulinspeetor Schmidt in Friedberg.

W. Friedberg. Woher die rothen Nasen bei den Damen? Wie manche schöne Frau, wie manches liebliche Mädchen hat schon ihren großen Aerger über die unangenehme und verdächtige Röthe ihrer Nase im Winter gehabt, ohne daß sie der Ursache dieser Erscheinung gründ lich nachgeforscht hätten. Sie würden sonst gefunden haben, daß der Schleier daran schuld ist. Ja, der Schleier, meine Damen, der Schleier, welcher Gesicht, Mund und Nase bedeckt und den ausströmenden Athem verhindert, sofort in die freie Luft zu entweichen. Im Sommer hat das natürlich keine weiteren Folgen, da in der warmen Jahreszeit der Unterschied zwischen Luft und Athemwärme gering ist. Anders jetzt im Monat Januar bei 10 Grad unter Null. Der ausgestoßene Athem findet am Schleier ein Hinderniß, hüllt die Nase erwärmend ein, aber bereits die nächste Seeunde läßt namentlich beim Gehen diese Wärme durch die äußere Luft den Athem verdrängen und kühlt ihn ab. Die Wassertheilchen schlagen sich an den Schleiermaschen nieder, bedecken die Nasenspitze und gefrieren. Je größer die Kälte, desto mehr Eiströpfchen sammeln sich, so daß, wie Sie sehr wohl wissen, meine Damen beim Nachhausekommen der Schleier an Ihren allerliebsten Näschen vollständig festgefroren ist. Ist Ihnen daher Ihre Nase lieb, geehrte Damen, lassen Sle den Schleier fort; die Wärme, welche er dem übrigen Gesicht spendet, ist hoͤchst gering. Der Schleier nutzt gar nichts, er schadet nur..

Lengfeld. Eine nützliche Lehre empfing dieser Tage ein Schuhmachermeister, der sich den Spaß erlaubte, einem Hausirer auf dessen Waarenpack 40 M. zu bieten. Der Hausirer war kurz entschlossen und schlug dem Biet lustigen seine Waaren zu und ließ ihm auch noch die Elle dabei zum Andenken an das Geschäft.

Heubach. Hier geht das Gerücht, daß ein hiesiger Bürger bei einem Handelsmann aus einem Nachbarorte ein Darlehen von 50 M. nachgesucht und zur Empfang⸗ nahme des Geldes in das Haus des Handelsmannes nach

dort bestellt worden sei. Vor Auszahlung des Dar lehens wurde der Darleiher und der Geldempfänger einig, daß der Schuldschein auf 70 Mark ausgestellt

werde und so geschah es auch. Aber der Schuldner ging an's Gericht und zeigte die Sache an. Der Gläubiger, an das Gericht geladen, erklärte hier, daß der N. N. aus Heubach ihm ja gar nichts schuldig sei. Das Geschäft hat somit umgekehrte Wirkung. Wohl bekomms!

Allerlei. Das

St. Goar, 21. Jan. Eis des Rheines hat sich bei der Loreley gestellt.

Berlin. Die deutsche Reichsbank beabsichtigt, Post sparkassen nach englischer Art einzurichten. Es schweben sehr lebhafte Verhandlungen augenblicklich zwischen der Reichsbank und der Postbehörde.

Cattaro, 21. Jan. Verflossene Nacht schlug der Blitz in ein montenegrinisches Pulvermagazin in Antivari ein. Mehrere Häuser wurden zertrümmert und zwanzig Menschen kamen um.(S. u. Centinje.)

R Dewsburg. Am 19. Jan. epplodirte in Bat⸗ ley bei Dewsburg ein Dampfkessel und zerstörte einen großen Theil einer Tuchfabrik. Elf Personen, meistens Mädchen und Frauen, wurden todt aus den Trümmern gezogen und zwei sind inzwischen im Hospital gestorben. Man zweifelt an dem Aufkommen von zwei weiteren Personen, die schwer verletzt wurden. Der Kessel war schon 25 Jahre in Gebrauch und wird große Fahrlässigkeit als die Ursache der Explosion angegeben. Untersuchung wurde sofort eingeleitet.

London, 22. Jan. Der starke Frost auf den britischen Inseln dauert fort, die Themse bei Twiejen ham⸗Windsor, sowie ein Theil des oberen Laufs ist zum ersten Male seit 1855 zugefroren.

Cettinje, 22. Jan. In der Kirche zu Antivari, wo 150 Faß Pulver und Kisten mit Granitkugeln auf gespeichert waren, fand eine Explosion statt, deren Deto⸗ nation selbst in Cettinje donnerartig vernehmbar war. Eine große Häuserzahl ist eingestürzt. Es gab 40 Todte und Verwundete.

New-Vork, 22. Jan. Seit 2 Uhr Morgens herrscht hier und an der atlantischen Nordküste Schneewetter. Die Telegraphenverbindung mit dem Innern ist theils unterbrochen, theils stark gestört.

Zur Frage der Errichtung eines Schlachthauses in der Kreisstadt Friedberg. I.

Nach Inhalt der in d. Anz. erscheinenden regelmäßigen Berichte über die Sitzungen unseres Gemeinderaths hat derselbe vor einiger Zeit auf eine Mittheilung Gr. Kreis amtes betr.: Errichtung eines Schlachthauses sich gegen eine solche Anlage erklärt,da nach den hiesigen Verhält nissen keine Nothwendigkeit dazu vorliege.

Bei näherer Betrachtung der Sache erscheint indeß die fragliche Erklärung einigermaßen befremdend, indem die hiesigen Verhältnisse sicherlich eben so sehr, wie nur irgendwo anders, dazu angethan sind, um die Zweck dienlichkelt und in vieler Beziehung Nothwendig keit der Anlage eines öffentlichen Schlachthauses zu rechtfertigen, weil nur hierdurch eine Reihe von, mit dem bisher gebräuchlichen Zu Hause- Schlachten verbundenen

Uebelständen beseitigt werden kann. Man sagt zwar, daß z. B. dem so häufig vorkommenden Verunreinigen der

Straßen durch das von einzelnen Schlachtereien abfließende Blut, Schmutz zꝛc. durch strenge pollzeiliche Ueberwachung und Bestrafung vorgebeugt und gesteuert, daß das vlel fach mißständige Schlachten auf öffentlichen Straßen ganz verboten werden könne; das ist wohl richtig aber man bedenkt nicht, daß eine strenge Durchführung der⸗ artiger polizeilicher Maßregeln für vielleicht die Hälfte unserer Metzger, deren Gewerbslokalitäten ihnen elne Ab⸗ hülfe unmoglich macht, mit dem Verbot des ferneren Betriebes ihres Geschäftes gleichbedeutend sein würde. Dieß wird aber gewiß Niemand wollen, um so weniger, als damit für diejenigen Metzger, die in dieser Bezileh⸗ ung in der glücklichen Lage sind, wenigstens äußerlich unangenehme Confliete mit der Polizei vermeiden zu können, ein Monopol geschaffen würde, welches dleselben wohl schwerlich zum Vortheil der Consumenten aus beuten dürften. Ein anderer, und ohne Zweifel weit schlimmerer Uebelstand als das zeitweise Verunreinigen der Straßen ist aber bei dem Zuhauseschlachten das Ansammeln der thierischen Abgänge in dazu angelegten Gruben; indem dieselben, namentlich im Sommer, wahre Brutstätten der gesundheitsgefährlichsten Miasmen und luftverpestenden Krankheitsstoffen bilden, deren endliche Entfernung aus der Stadt als eine Nothwendigkeit erscheint, und darum mit Recht gefordert wird, was nur durch Anlage eines öffentlichen Schlachthauses erreicht werden kann.

Wenn vielleicht diesen Ausführungen gegenüber der Einwand erhoben werden wollte, daß es ja von jeher nicht Anders gewesen sei, wie heute noch, vielleicht noch schlechter, und Niemand daran einen Anstoß gefunden habe, so ist dieß sicherlich kein Grund, nachdem man die Uebelstände der bisherigen Einrichtungen und die daraus entspringenden Nachtheile erkannt hat, diese Uebelstände fortbestehen zu lassen, und Vorschläge zu deren Abstellung so kurzer Hand, weil man meint, daß nach den hiesigen Verhältnissen keine Nothwenditkeit zu elner Aender ung oder Verbesserung vorliege, zurückzuweisen.

Verloosung. 1 9 Isenburg-Birstein'sches Anlehen von 1830. Ziehung vom 28. Dezember 1880. Heimzahlung am

1. Juli 1881. Der Restbetrag des ursprünglisch Ap Ct. jetzt pCt. Anlehens, d. d. 1. Juni 1830. Anmerkung. Die früher gezogenen, nachfolgend aufgeführten Obli gationen: per l. Januar 1882. Nr. 107 70 79 81 à fl. 1000, Nr. 244 307 38 39 91 415 33 47 87 501 61 à fl. 500, per 1. Januar 1883. Nr. 37 40 71 135 7 à fl. 1000, Nr. 210 18 20 51 322 29 409 62 510 34 47 57 58 60 a fl. 500 sind in dieser Kündigung mit einbegriffen.

Handel und Verkehr. Frledberg, 22. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80 0.90, Eier per St. 67 Pf.

Gießen, 22. Jan. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.80 0.95, Eier 1 Stück 70 Pf., Käse per Stück 58 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner ver Stück M. 11.50, Hahnen per Stück M. 1.50- 1.70, Gänse er Pfd. 6066 Pf., Enten per Stück M. 1.502., Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 45 bis 50 Pf., Kalbfleisch 45 50 Pf., Hammelfleisch 50 bis 66 Pf., Schweinefleisch 6800 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4., Zwiebeln per Centner M. 9. 10. Weißkraut 100 Stück M. 4.5.

Mainz, 21. Jan. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 5.00 5.50, Heu per Ctr. M. 3.90 4.10, Stroh per Ctr. M. 903.00, Butter ½ Kilo M. 0.85 0.95, Butter in Parthien 7075 Pf., Eier/ Hundert M. 1.00 1.75, 1 Handkäse 68 Pf., Rothkraut 2025 Pf., Weißkraut 67 Pf., Blumenkohl 3035 Pf., Wirsing 23 Pf., Zwiebel ½ Kilo 8 10 Pf., 1 Gans M. 4.505.50, 1 Ente M. 2.20 2.50, 1 Hahn M. 1.60 1.80, 1 Huhn M. 1.20 bis 1.50, 1 Hase M. 3.30 3.50. Fruchtmarkt. Waizen eff. hiesiger, M. 22. 22.60, fremder M. 21.70 bis 22.75, Amerikan. rother Winterwaizen M. 23. 23.80, Roggen, frkl. M. 21.25 21.50, Gerste, pfälzer M. 17.75 bis 18.90, franken M. 18.75 19.25, Hafer M. 13.55 14.75, Rüböl eff. ohne Faß M. 29.25, per Mai mit Faß M. 28.70. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M. 66., 2. Oual. M. 58. 62., Kühe 1. Qual. M. 57 00. 2. Qual. M. 4050., Kälber das Pfd. 60 Pf., Schweine 5465 Pf.

Die für das Publikum so angenehme Ein richtung der Verkaufsstellen für Post⸗ Werthzeichen befinden sich: zu Friedberg bei Buchhändler Bindernagel, Restaurateur Burck und Kaufmann Kranz, zu Bad-Nauheim bei Ph. J. Weiß, Joh. Wörner, L. Koch und Jac. Pfeffer, zu Bruchenbrücken bei Kaufmann Stern, zu Melbach bei Wirth Philippi, zu Söͤdel bei Wirth Schneider und zu Wölfersheim bei Wirth Ulrich.

Geld⸗ Caurs.

Frankfurt am 22. Januar 1881.

20»Frankenstücke M. 16 1014 do. in% 16 67-72 Englische Sovereigns. 20 3136

Russische Impertales. 16 66 ½b

Ducaten i mare, 9 5559 Dollars in Gold 1 117-19 1 1

zellen abpeset

11.

305 dessen G liger K.

Ytoh!

anderen

8 120 d 1 5 zur Pri selben Vor den

A1 Sache schuldig schuldn, fich ben do dern N verum