Ausgabe 
20.10.1881
 
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fanden gestern in Dublin neue Ruhestörungen statt. Die Volksmenge warf die Fenster einiger mißliebigen Zeitungs redactionen ein und zwang die Polizei durch Steinwürfe, sich zurückzuziehen. Nach Mitternacht wurde Militär aufgeboten. Auch in Limerick erneuerten sich die Ruhestör ungen am 17. October Abends, als die Polizei den Schatzmeister des localen Zweigvereins der Landliga ins Gefängniß abführte. Die zusammen gelaufene Menge warf unausgesetzt mit Steinen und fuhr auch hiermit fort, nachdem der Ver haftete ins Gefängniß eingeliefert war, so daß die Polizei von den Feuerwaffen Gebrauch machte. Unter den Verwundeten befindet sich auch eine junge Dame. Die Behörden erbaten, da die Unruhen fortdauern, telegraphisch Verstärkung der Polizei. Am Sonntag wurde der Ver such entdeckt, den auf dem Dock von New-Pork liegenden DampferBothnia der Kunardlinie in Brand zu stecken. In dem Capitäns-Raum ward ein mit Gasolin getränkter Teppich, in dem untersten Schiffsraum vier Flaschen Gasolin und eine Ouantität Phosphor gefunden.

Italien. Rom, 16. Oct. Graf Robillant ist heute nach Monza abgereist. Nach Einhol ung der Befehle des Königs geht er nach Wien.

17. Oct. Der Einzug der italienischen Pilger in die Peterskirche begann gestern Morgen um 9 Uhr. Die Pilgerzahl wird auf 3000 geschätzt, außerdem waren etwa 8000 Gläubige aus Rom anwesend. Als Alle in die Peters kirche eingetreten, wurden die Thore der Basilika geschlossen. Der Papst erschien unter Voran tritt des Hofstaates, von der Nobelgarde escor tirt, in der Peterskirche. 25 Cardinäle und viele Bischöse waren zugegen. Der Patriarch von Venedig verlas die Adresse der Pilger, die in gemäßigtem, aber festem Sinne sagte, daß Italien katholisch bleiben wolle.

18. Oct. Iu einer Rede, welche der Deputirte Parenzo vor seinen Wählern in Chioggia hielt, betonte derselbe, die Politik Italiens müsse auf Erhaltung des Friedens und der Allianz mit Oesterreich-Ungarn und Deutsch land gerichtet sein.

Rußland. Petersburg. Die von deutschen Zeitungen gebrachte Nachricht von einer Anklage gegen den Minister Walujeff ist falsch. Die auf Grund localer Mißbräuche angeordnete Unter suchung enthält keine Anklage gegen, diese hohe Persönlichkeit. Deren Demission ist durchaus freiwillig. Ein kaiserlicher Ukas enthebt den Minister Walujeff auf seine Bitte wegen zer rütteter Gesundheit seiner Posten als Präsident des Minister-Comites, des Kaukasus-Comites, der Bittschriften-Commission. Er bleibt da gegen noch Mitglied des Reichsrathes, Staats secretär und Ehren-Vormund. Zum Präsidenten des Minister-Comites ist Baron von Reutern, zum Vorsitzeuden der Bittschriften-Commission Fürst Dolgorucki ernannt. DieN. A. Ztg. enthält eine, wie sie sagt, zuverlässige Mit theilung über den Rücktritt Walujeff's. Aus dieser erhellt, daß vor 4 bis 5 Jahren im Gouvernement Orenberg bei der Veräußerung von Staatsländereien Mißbräuche vorgekommen seien. Ein dem Kaiser erstatteter Bericht sei von diesem einer Commission unter dem Vorsitz des Fürsten Urusoff überwiesen. Weil hierbei Walujeff nicht zu Rath gezogen wurde, habe dieser seine Entlassung von den Functionen eines Präsidenten vom Minister-Comite erbeten.

Aegypten. Kairo, 17. Oct. Die türkischen Commissäre kehren morgen nach Pera zurück. Der Ministerpräsident Sherif Pascha begleitet die Commissäre bis Alexandria. Das englische KriegsschiffInvicible wird am 19. hier er wartet. Die Kriegsschiffe werden bis zur Ab reise der türkischen Commission hier bleiben.

Afrika. Tunis, 17. Oct. Sabattier wurde am Donnerstag durch beträchtliche Schaaren von Arabern angegriffen. Nach sechsstündigem Kampfe schlug er diese. 800 todte Araber wurden auf dem Schlachtfelde gefunden. Auch Ali Bey hat 200 Gefangene. 18. Oct. Der Bahnverkehr ist voll kommen wieder hergestellt. Der General Japy

organisirte eine Freischaar von 200 Mann, welche die Umgegend von Tunis überwachen soll. Aus Tebessa(Algier) wird gemeldet: Die Cavalerie Brigade unter General Boms hatte eine Recog noscirung nach Hydra ausgeführt. Dabei wurde sie gestern durch 300 feindliche Reiter angegriffen. Der Angriff wurde zurückgeschlagen, jedoch er folgte ein neuer Angriff durch 1500 Reiter, welcher drei Stunden währte. Die Franzosen verloren 5 Todte und einige Verwundete; der Verlust des Feindes wird auf 50 Todte und eine größere Anzahl Verwundeter geschätzt. Morgen wird die ganze Division des General Forgemol nach Hydra aufbrechen.

Allerlei.

Frankfurt, 17. Oet. Heute fand der offieielle Schluß der Patent- und Musterschutz-Ausstellung statt. Director Schiele sagte in seiner Rede, die Ausstellung habe sich einen Ruf erworben, der nicht vorübergehend sein werde. Sie sei im Ganzen von eirea 500,000 Per sonen, welche Entree nahmen, und 35,000 Abonnenten besucht worden, darunter viele hohe Besucher, welche sich äußerst befriedigt aussprachen. Redner dankte allen Denen, welche zum Gelingen beigetragen, dem Comite, den Baumeistern, den Beamten, sowie den Arbeitern, worauf die Ausstellung fur geschlossen erklärt wurde. Nach einer Mittheilung derFr. Pr. ist der Vorstand der Ausstellung von den Erbauern der Ausstellungshallen zur Sicherung ihrer Forderungen in einer Höhe von ca. 160,000 M. verklagt worden. Ueber die Höhe des Defieits ist immer noch nichts Genaues bekannt. Man spricht von M. 300,000.

Ein Gang durch eine deutsche Nähmaschinenfabrik. (Schluß.)

In einem weiteren Fabrikgebäude findet die Montirung statt, welche darin besteht, daß die einzelnen Theile, wie sie die Bearbeitungs maschine liefert, zusammengepaßt werden. Hier sind die geschicktesten Arbeiter beschäftigt, die diese besonders wichtige Arbeit mit der größten Sorgfalt ausführen. Einen Begriff, mit welcher Genauigkeit bei dieser Abtheilung verfahren wird, erhält man am besten, wenn man sieht, wie ein in eine Maschine gepaßter Theil, eben so genau in eine jede andere Maschine paßt. Ein Ver gleich mit derselben Arbeit an der amerikanischen Original-Singermaschine überzeugt uns auf den ersten Blick, daß diese bei weitem nicht so solid und sorgfältig ausgeführt ist. Nachdem die Maschine fertig montirt ist, kommt sie in die Einnäherei und wird dort mit allen Apparaten genau probirt; ein Schneider macht dann die letzten Versuche damit, indem er von den feinsten bis zu den dicksten Stoffen näht. Ehe eine Maschine indessen zum Einpacken kommt, wird sie von dem Obereinnäher in Allem nochmals nachgesehen. Bei solcher Controle, die schon bei den einzelnen Theilen damit beginnt, daß jedes Stück, das nicht tadellos ist, von den Meistern und Vorarbeitern ausgeschieden wird, erscheint es unmöglich, daß eine fehlerhafte Maschine in die Hände des Publikums gelangt. In der Lackirung sind von der deutschen Fabri kation große Fortschritte gemacht worden und die lackirten Maschinentheile sehen so schön aus, daß sie den Vorbildern der Lackirkunst, den japanesischen und chinesischen Fabrikaten zu ver gleichen sind. Die 5 bis 6 Anstriche, welche jede Maschine erhält, werden in 6 großen Trockenkammern bei einer Temperatur von 110 bis 120 Reaumur mittelst Centralluftheizung getrocknet. Die Verzierung wird aus freier Hand gemalt und es bereitet Vergnügen, zu sehen, wie unter den geschickten Händen der Maler mit großer Schnelligkeit die schönsten goldenen Rosen und Arabesken erstehen. Die mit Perl mutter eingelegten Maschinen sehen überaus elegant aus und sind als feinere Geschenke in unserer Damenwelt sehr beliebt. Ein anderer Bau enthält eine Einrichtung, welche sonst noch wenig zur Nähmaschinen-Fabrikation angewendet wird, nämlich zwei Dampfhämmer; mittelst der selben werden Schiffchen und verschiedene Näh maschinentheile, die seither aus dem weniger guten schmiedbaren Guß gemacht werden mußten, aus dem für diese Zwecke weit besser geeigneten Stahl hergestellt. Jeder Fall der Hämmer liefert ein Schiffchen oder eines jener Theile.

Zu diesen Hämmern gehören Schmiedfeuer, welche ganz dicht von gefüllten Wasserbehältern um schlossen sind, um die den Arbeitern so sehr schädliche Hitze abzuwenden, auch der Rauch zieht direct ab, ohne irgendwie zu belästigen. Ferner ist zu erwähnen die Schleiferei resp. Poliranstalt, in welcher auf achtzehn Schleif stühlen die blanken Nähmaschinentheile polirt werden. Bei dieser Arbeit entwickelt sich sehr viel Staub und schlechte Luft, die den Arbeitern sehr gefährlich sind, hier aber durch eine zum ersten Mal zur Anwendung kommende, gut aus gedachte Ventilation sofort abgeführt und durch frische Luft ersetzt werden. Lobend hervorzu heben ist hier noch die Einrichtung, die selbst andere große Schleifereien nicht besitzen, daß die Arbeiter nicht gebückt arbeiten müssen, son dern stehend thätig sein können. Das Eta blissement beschäftigt zur Zeit im Ganzen 250 Arbeiter und hat eine tägliche Production von vierzig completen Familien- und Schneider Maschinen, System Singer. Ein jetzt in der Ausführung beffriffener Neubau wird im nächsten Halbjahre die Arbeiterzahl und Production auf's Doppelte erhöhen. Wenn die deutsche Näh maschinenfabrikation, die schon jetzt eine achtung gebietende Stellung einnimmt, sich in der gleichen Weise weiter entwickelt, so kann es nicht fehlen, daß sie in kurzer Zeit unbestritten überall den ersten Rang einnehmen wird, worüber wir Deutsche, nachdem es mit manchem unserer In dustriezweige eine Zeit lang schief ausgesehen, alle Ursache haben uns zu freuen. Wer noch immer an die amerikanische Unübertrefflichkeit glaubt, dem sei gerathen, sich einmal eine ordent liche deutsche Nähmaschinenfabrik anzusehen, er wird dann sicher anderen Sinnes werden.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 19. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pf. M. 0.85 0.95, Eier 1 St. kleine 7 Pf., 2 St. große 15 Pf.

Friedberg, 17. October. Fruchtbericht. Waizen M. 24.75, Korn M. 20., Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfd.

Gießen, 18. Oet. Wochenmarkt. Butter per Pfd M. 1.00 1.15, Eier 1 Stück 67 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 48 Pf., Tauben das Paar 40-50 Pf., Hühner per Stück M. 0.60 1.50, Hahnen ver Stück M. 0.500.80, Enten per Stück M. 1.30 1.50, Gänse per Pfund 5060 Pf., Ochsenfleisch 6400 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 4650 Pf., Kalbfleisch 4448 Pf., Hammelfleisch 5060 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗ toffeln 100 Kilo M. 3.00 3.50, Zwiebeln per Ctr. M. 7 bis 8, Weißkraut 1 St. 512 Pf.

Frankfurt, 17. October. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 380 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfund Fleischgewicht: Ochsen 1. Qualität 63.66., 2. Qual. M. 5860., Kühe 1. Qual. M. 56 bis 58., 2. Qual. M. 4550., Kälber 1. Qual. M. 52 bis 54., 2. Qual. M. 4050., Hämmel 1. Qual. M. 54 bis 56., 2. Qual. M. 4045. Vorige Woche wurden ca. 700 Stück Schweine eingeführt und mit 63-65 Pf. per Pfund verkauft..

Frankfurt, 17. Oet. Fruchtbericht. Buntes Mais M. 15 /. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl/ (Berl. Marke) M. 28.50, do. 1.(Berl. Marke) M. 26. do. 2.(Berliner Marke) M. 23., Weizen, effeetiv hiesiger ab Bahnhof hier M. 25.2550, ab unserer Umgegend M. 24.75 25.50, do. fremder je nach Qual. M. 23.50 bis 25.50, Roggen je nach Qual M. 21. 21.25, Gerste M. 19.50 21.50, Hafer M. 16.00 17.50, Kohlsamen M. 27.00 28.00, Erbsen M. 19. 30., Wicken M. 17.0020., Linsen M. 24 57, Bohnen, weiße, M. 23 27, Rüböl, detail, M. 64. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo.

D. Frankfurt a. M., 18. Oet. Das bekannte Hausseconsortium hatte heute wieder am Wiener und Berliner Platze eine Credithausse inseenirt und auch hier eröffnete man mit einem bedeutend höheren Course der Creditaetien gegen gestern Abend. Doch zeigte es sich bald, daß unser Platz die neue Courshinaufsetzung des Papiers nicht geceptiren wollte, indem er zu realisiren begann. Die Course gingen hierauf abwärts und konnte erst wieder eine Besserung, aber nur vorübergehend, ein treten, als Berlin das von hier dorthin gelangende Material willig aufnahm. In der zweiten Börsenhälfte machte sich jedoch eine allgemesne Verflauung geltend und zwar wurde dieselbe durch mattere Lyoner Course veranlaßk. Nament lich mußten unter dem Druck derselben Lombarden eine empfindliche Einbuße erleiden. Ueber die Ressortverhält nisse in Paris und Lyon lagen sehr ungünstige Meldungen

vor. Der relativ bessere Reichsbankausweis übte keinen Einfluß aus. Von den Speeulatlonspapieren konnten

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