1881.
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Samstag den 19. November.
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bberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Die einspaltige Petltzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
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A. Seißeitsg,
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Friedberg den 14. November 1881. 3882
Friedberg den 16. November 1881.
Friedberg den 16. November 1881.
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Amtlicher Theil. uu m d eg
Betreffend: Die Drainirung von Ackerfeld in Flur II der Gemarkung Bauernheim.
Nachdem in dem Termin am 21. September laufenden Jahres das Project der Drainirung der Flur II der Gemarkung Bauernheim einstimmig angenommen worden ist, wird Termin zur Wahl der sachverstaͤndigen Commissionsmitglieder auf Donnerstag den 24. laufenden Monats Vormittags von 9— 10 Uhr auf dem Bürgermeistereibureau zu Bauernheim anberaumt. sind sämmtliche betheiligten und in dem Verzeichniß, welches der Abstimmung über das Project zu Grunde gelegt ist, enthaltenen Grundbesitzer.
Zu wählen sind drei Sachverständige.
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Wahlberechtigt
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Philipp Bopp von Assenheim ist wegen Bettels, begangen am 12. November 1881, festzunehmen und Großherzoglichem Amtsgericht Vilbel zuzuführen oder in das nächste Amtsgerichtsgefaͤngniß einzuliefern und anher beschleunigte Meldung zu erstatten.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Franz Konrad Nau von Assenheim ist im Betretungsfalle festzunehmen und vorzuführen.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
rel und bilz
Deutsches Reich.
Darmstadt. Das Regierungsblatt Nr. 24 enthält: Bekanntmachung, die Gebühren der 3 Kreisärzte und Kreisveterinärärzte bei Dienstge— „ lire schäften innerhalb des Dienstbezirks betr.
7— 17. Nov. S. K. H. der Großherzog hat sich heute mit den Prinzessinnen Victoria und
b. F. Schmittner.
D Mittwoch
*
N. Jerburger.
95 0 er Elisabeth nach Amorbach zum Besuch des Fürsten les Lag und der Fürstin zu Leiningen begeben.
10 enen— Der Kreisveterinärarzt Dr. Kuhn in Worms Dit unter ue
wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.
— Der Abgeordnete Haas hat den Antrag
cen, eingebracht, die Kammer wolle beschließen, daß
ghuaanstatt des in dem Budget„für Vorarbeiten zur
* l El Melioration des Weschnitzthales“ vorgesehenen ebhlell,
d. Stadelmann,
Betrages von 1300 Mark für Vorarbeiten zum Zwecke der Ausführung größerer Meliorations— Unternehmungen, insbesondere der Entwässerung des Rieds, die Summe von 10,000 Mark ein— zustellen sei.— Die Abgeordneten Haas und Schröder haben zu der Vorlage über die Auf— besserung der Pensionen der Wittwen und Kinder
1 Lentz,
Logis 1
— der Volksschullehrer den Antrag gestellt, die „ eonmnt. Kammer wolle beschließen: daß dem Ansinnen 3803 der großh. Regierung in der Weise zu entsprechen
sei, daß die Pensionen der Wittwen und Waisen der Volksschullehrer vom 1. April 1882 auf
450 Mark erhöht werden und diese Erhöhung
als eine dauernde, soweit nöthig aus Heuer — Mit
1* Tiedberg „2 mitteln zu bestreitende, einzutreten hat. Rücksicht auf die sich häufenden Gesuche ärmerer Landgemeinden um Staatssubventionen für Schul— hausbauten ist im neuen Budget für diesen Zweck ein Betrag von jährlich 72,000 Mark, statt der .% bisherigen 36,000 Mark, vorgesehen. Die größte Beihülfe, welche im Laufe der letzten Jahre ge— währt wurde, betrug 6000 Mark und zwar fur die Gemeinde Haßloch.— Dem Landespferde— zuchtverein soll sür Bestreitung der Kosten der Einführung von Zuchtstuten ein Staatsbeitrag von jährlich 1500 Mark zu Theil werden.— Der Landeskulturinspektor hat Veranlassung ge— nommen, auf die Wichtigkeit der Wiederbewald— ung des Vogelberges und Anlage von zusammen— hängenden Schutzwaldungen dortselbst hinzuweiseu. Seither ist in dieser Beziehung freilich schon Man— ches geschehen und verschiedene größere Flächen auf— geforstet worden, allein eine Menge kahler Höhen— züge sehen noch der Wiederbewaldung entgegen. Berlin. Die„N. A. Z.“ hört: Der Reichs— 7 kan zler reichte bei dem Kaiser weder schriftlich noch mündlich ein Eutlassungsgesuch ein, sondern
erbat sich nur die Ermächtigung, mit beiden Seiten des Parlamentes, mit der voraussichtlichen katho— lisch-liberalen Reichstags-Majorität darüber zu unterhandeln, ob und unter welchen Bedingungen sie vereint oder getrennt bereit seien, die Leitung der Reichsregierung in die Hand zu nehmen. Der Reichskanzler glaube die Entscheidung hier— über herbeiführen zu müssen, bevor er sich ent— schließe, das Amt des Reichskanzlers Angesichts einer Majorität weiter zu führen, deren Oppo— sition wesentlich im Kampf gegen seine Person sich concentrire. Der Kanzler wünsche die Ver— antwortung für eine Minoritätsregierung, die möglicherweise von unerwünschten Krisen nicht frei zu halten sei, nicht zu übernehmen, wenn nicht die gesammte Majorität oder eine Fraction derselben bereit sei, das Staatsschiff in sicheren Bahnen weiter zu führen. Die Entscheidung des Kaisers sei nach der Constituirung des Reichs— tags zu erwarten. — 17. Nov. Reichstag. Es war bis heute eorgen die Absicht des Kaisers, den Reichstag persönlich zu eröffnen. Auf dringenden Rath der Aerzte verzichtete er jedoch wegen Unwohl— seins darauf. vom Reichskanzler eröffnet. Angekündigt wur— den der Etat, welcher ein erfreuliches Bild er— folgreicher Wirthschaftspolitik zeige, der Vertrag mit Hamburg, die Verlängerung der Legislatur— und Budgetperioden, die Unfallversicherung, die Organisation des gewerblichen und Kranken— wesens, das Tabakmonopol, die Getraͤnksteuern. Betont wird die strikteste Festhaltung der bis— herigen Wirthschaftspolitik, die Steuerreform, wobei die Nothwendigkeit staatlicher Fürsorge für die invaliden Arbeiter hervorgehoben wird. Die Botschaft spricht sich über die auswärtige Politik mit völliger Befriedigung aus; seit den letzten zehn Jahren sei nicht mit solcher Frie— denszuversicht in die Zukunft geblickt worden wie jetzt. Die Begegnungen in Gastein und Danzig waren der Ausdruck reger persönlicher und politischer Beziehungen der Souveräne und ihrer Reiche. Die vertrauensvollen Beziehungen bilden eine zuverlässige Bürgschaft der Fortdauer des Friedens, worauf die Politik der drei Kaiser— höfe übereinstimmend gerichtet ist. Die Bezieh— ungen zu allen anderen Mächten sind freund— schaftlichster Art. Nach Verlesung der Botschaft erklärte Bismarck im Namen der Bundesregier— ungen auf Befehl des Kaisers den Reichstag
für eröffnet. Der bayerische Gesandte brachte
Der Reichstag wurde demgemäß
darauf das Hoch auf den Kaiser aus. Der Er— öffnung wohnten etwa 200 Abgeordnete bei. In der hierauf folgenden ersten Sitzung über— nimmt Graf Moltke den Altersvorsitz. Er be— ruft provisorische Schriftführer. Bei dem Na— meusaufruf sind 242 Mitglieder anwesend; der Reichstag ist also beschlußfähig.
München, 16. Nov. In der Abgeordueten— kammer sagte, auf den Antrag Luthardt's wegen der Bestrafung des Concubinats, der Minister Feilitzsch Abhilfe im Wege der Reichs- oder Landesgesetzgebung zu.
Baden-Baden, 16. Nov. Seit heute Morgen ist der Großherzog von Fieber frei. Im Uebrigen ist das Befinden unverändert.— 17. Nov. Der Großherzog verbrachte auch die letzte Nacht größtentheils ruhig schlafend. Die Temperatur war 36,80, der Puls 78. Der Zustand ist befriedigend.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 16. Nov. Die Ungarische Delegation votirte endgültig die Budgets des Auswärtigen und der Marine, sowie die Schlußrechnung und genehmigte in General- und Specialdebatte das Kriegsbudget größtentheils nach den Anträgen des Ausschusses. Sodann wird der Credit für die Occupation von Bosnien berathen. Graf Apponyi spricht seine Zufriedenheit über die Administration der occupirten Länder aus; er hält jedoch die Ein— führung des Wehrgesetzes im Wege der Ver— ordnung fr gesetzwidrig. Der Minister Szlavy weist die Berechtigung der Regierung zur Ein— führung des Gesetzes nach. Nachdem Graf Szechenyi das Vorgehen der Regierung als den Verhältuissen angemessen bezeichnet, wird der Autrag von Apponyi,„die Regierung solle ohne Einwilligung des Parlaments keinen weiteren Schritt unternehmen“, abgelehnt und der Occu— pationscredit im Allgemeinen bewilligt.
Frankreich. Paris, 17. Nov. Mittheil— ungen verschiedener Blätter uͤber die anderwar— tige Besetzung der Botschafterposten in Berlin und Petersburg sind verfrüht. Gambetta hat sich noch nicht mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Derselbe richtete an die Vertreter im Auslande ein Rundschreiben, welches ohne besondere Be— deutung ist und sich auf die Mittheilung des Cabinetswechsels beschränkt, wobei es versichert, daß dieser Wechsel keineswegs die friedlichen Tendenzen der auswärtigen Politik modifieire.


