Pest, 13. Oct. Unterhaus. Bei der Adreß— debatte weist der Ministerpräsident Tisza den Vorwurf der Beeinflussung der Wahlen durch Beamten zurück und berichtigt die Angaben Helfy's über das Anwachsen der Opposition dahin, daß diese nur 90 Mitglieder zahle. Die Auswanderung nehme ab, der Staats-Credit steige, die Finanzlage sei eine bessere, daher größere Ordnung im Staatshaushalt. Daß die Adresse für die gemeinsame Armee nicht bloß Wünsche, sondern eine Ueberzeugung ausdrückt, für deren Verwirklichung Regierung und Kammer eintreten werden, beweise der Umstand, daß er von der obersten Heeresverwaltung ersucht wurde, zu erklären, daß auch diese jenem Ziele zustrebe. Er werde dafür sorgen, daß der Bürger dem Soldaten, wie der Soldat dem Bürger gegen— über Genugthuung erhalte. Zum Schluß hebt er hervor, durch die Danziger Zusammenkunft seien die Beziehungen zu Deutschland durchaus nicht alterirt. In keinem europäischen Staate besäßen die nicht zur herrschenden Rasse ge⸗ hörenden Nationen nur annähernd die gleichen Rechte wie in Ungarn.
Frankreich. Paris. Die„Agence Hav.“ bringt die wiederholte Mittheilung, Saint Vallier habe nicht die Absicht, zu demissioniren.
— Die Regierung beschloß, die Municipal— räthe sollten zu den Erneuerungswahlen für das ausscheidende Drittel von Senatoren für den 20. November Delegirte wählen. Die Wahlen sollen am 8. Januar stattfinden.
Großbritannien. London, 15. Oct. Die Aufregung in Irland wächst. Die Landliga hält Versammlungen in Dublin, Limerick u. a. O. In diesen wird erklärt, die Irländer würden keinen Pacht zahlen, so lange Parnell verhaftet ist.— Der geheime Rath publicirt eine Pro— clamation, nach der die Grafschaften Longford, Kildare, Lonth, Maath, Carlow, Wexford, Wicklow unter die Bestimmungen des Zwangs— gesetzes gestellt werden. Dies ist jetzt in ganz Irland in Kraft.— 16. Oct. Das Parlaments- Mitglied Dillon ist gestern ebenfalls verhaftet und ins Gefängniß von Kilminham abgeführt worden. — Die officielle Zeitung veröffentlicht einen Auf— ruf, welcher jede Form von Einschüchterung, sei es, um die Entrichtung des Pachtgeldes zu ver⸗ hindern oder die Unterthanen der Königin zu nöthigen, sich der Landliga anzuschließen, oder Jemand zu verhindern, Etwas zu thun, wozu er berechtigt ist, für ungesetzlich und verbrecherisch erklärt und Jeden, welcher sich solcher Hand⸗ lungen schuldig macht, mit Verhaftung bedroht. — O'Brien, Redacteur des„United Irishmen“, ist verhaftet. Das Gerücht von der Verhaftung O' Connor's ist verfrüht, jedoch ist der Ver— haftungsbefehl gegen denselben erlassen.
Italien. Rom, 13. Oct.„Popolo Ro— mano“ schreibt: Die Regierung ergriff alle Maßregeln, um jede religiöse oder antireligiöse öffentliche Demonstration bei der italienischen Wallfahrt zu verhüten.— Nigra ist hier ange— kommen.
— 14. October. Die russischen Unterhändler motivirten ihrer Zeit ihre Abreise mit der Ein— holung von Instructionen. Sie wollten Ende November zurückkommen; der Vatikan hat aber nicht viel Hoffnung, daß die Unterhandlungen zum Ziele führen.— Man spricht von dem Ab— schluß eines Concordats mit Rumänien.— Der apostolische Vicar in Central-Afrika, der Geo— graph und Aegyptologe Combori ist in Kairo gestorben.— Der Botschafter Launay ist ein— getroffen.— Fortwährend treffen italienische Pilger hier ein; der Papst wird diese am Sonn— tag empfangen.— Nigra reist am Montag nach Monza.
— Die Regierung ist im Begriff, der fran— zösischen Regierung ihre Vorschläge über den Handelsvertrag mitzutheilen, welche bei den Verhandlungen zu Paris zur Grundlage der Berathung genommen werden sollen. Die Hoff⸗ nung auf ein zufriedenstellendes Abkommen
— Die„Gazette di popolo“ publicirt ein Schreiben Cairoli's an einen Freund desselben, worin ersterer die Nachricht des„Risorgimento“, daß Cairoli der Reise des Königs nach Wien opponirt habe, förmlich dementirt. Die an— geblichen Abmachungen für die Begegnung des Königs mit dem Kaiser von Oesterreich werden von der„Agencia Stef.“ fur bloße Conjunctur erklärt.
— Die„Ag. Stef.“ versichert, die Ent— sendung eines italienischen Panzerschiffes nach Alexandria sei unnöthig, weil Italien dort be— reits ein Kriegsschiff habe.
— Die„Agencia Stefani“ meldet aus Kairo: Die ägyptische Regierung sei geneigt, den Re— clamationen Italiens wegen Niedermetzelunz der Expedition Giulietti's zu entsprechen.
Türkei. Konstantinopel. Die Antwort der Pforte auf die Collectivnote der Botschafter über die griechische Grenze bei Kriseri und Zarko (am Salambria) unterbreitet den Botschaftern detaillirte, mit einer Karte belegte Bemerkungen über die Grenzrichtung, welche die Commissäre vorschlugen.
— 14. Oct. Die Vertreter der Bondholder haben heute das Statut des Verwaltungsrathes über die indirecten Steuern entgültig ange— nommen. Früheren Nachrichten entgegen, haben die türkischen Deligirten ihren Antrag, die Zinsen nicht nach dem Emissions-Cours der Anlehen, sondern nach den effectiv eingegangenen Summen zu berechnen, aufrecht erhalten. Der Antrag wird einer Sub-Commissson vorgelegt. Die Pforte bewilligte die Ausdehnung des Einheb—⸗ ungsrechtes der Fischerei-Taze. — Die Pforte wies die Commissäre in Aegypten telegraphisch an, ihre Arbeit zu be— schleunigen und zurückzukehren.
Rumänien. Bukarest. Die Meldung aus Rom, daß Rumänien mit Rom in der Kürze ein Concordat abschließen werde, wird von maß⸗ gebender Seite als unrichtig bezeichnet. Serbien. Belgrad, 14. Oct. Der serbisch⸗ amerikanische Handelsvertrag wurde heute unter— zeichnet.
Rußland. Petersburg. Der„Newa-Bote“ meldet aus Gatschina vom 13. Oct.: Der Kaiser und die Kaiserin, nebst dem Thronfolger und der anderen Kindern, siedelten heute von Peter— hof nach Gatschina über.
Amerika. Washington. Der Präsident ernannte Mac Brewer zum General-Consul in Berlin.
— 15. Oct. Guiteau wurde gestern dem Gerichte vorgeführt unter der Anklage der Er— mordung Garfield's. Giteau bekannte sich nicht, für schuldig. Der Gerichtshof bewilligte auf Antrag des Vertheidigers eine Vertagung bis zum 7. November.
Newyork. Nachrichten aus Peru zufolge wurde von den bisher dem Präsidenten Pierola treu gebliebenen Truppen der neue Präsident Calderon anerkannt.
Asien. Bombay, 13. Oct. Nach einem Telegramm der„Times“ aus Quettah brachten Abdurrhaman's Truppen Ayub Khan zwei Nieder— lagen im Thale von Herat bei. Bei der ersten wurde Ayub's Schwager gefangen. Der Gou— verneur von Herat unterhandelt mit Abdurrha— man wegen der Bedingung der Uebergabe. Ayub Khan ist nach Iran geflohen. Herat ist wahr⸗ scheinlich schon von den Truppen Abdurrhaman's besetzt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 15. Oet. Der Sturm, der vergangene Nacht hier nur einige Schornsteine und Dachziegel aus ihrer luftigen Höhe zur Erde beförderte, hat anderwärts großen Schaden angerichtet. Wir lesen darüber in den verschiedenen Blättern: Berlin. In Folge des orkan⸗ artigen Sturmes in gestriger Nacht sind sehr viel ober— irdische Telegraphenleitungen zerstört. Mit sämmtlichen wichtigeren Plätzen Deutschlands ist jedoch durch die unterirdischen Kabel die Verbindung erhalten. Eine Aus— nahme bildet München, da Bayern keine unterirdischen Leitungen besitzt. Von den außerdeutschen großen Plätzen ist Paris, Wien, Prag, Warschau, Riga zu erreichen,
zwischen beiden Regierungen ist gegründet.
die in der Nähe des Hafens und die an den Flanten elegenen Straßen überschwemmt. Die Passage ist vlel⸗ fach gehemmt, viele Keller sind voll Wasser; der Schaden ist erheblich. Personen sind bis jetzt nicht beschädigt.— Bremen. Gestern Sturm aus Nordwest. Das Rett⸗ ungsboot„Bonn“ von der Gesellschaft zur Rettung
von den Oberahm'schen Feldernz 7 sind in letzter Nacht daselbst ertrunken.— London. Gestern wüthete hier ein fürchterlicher Sturm. In ganz England richtete er einen ungeheueren Schaden an. Eine Menge Schiffe sind an der Küste gescheitert, viele Personen verletzt oder umgekommen. Die Telegraphen-Leitungen sind großen⸗ theils zerstört, der Verkehr mit den Provinzen wie mit
(Algier). In dem Bezirke Miliah ist eine Wasserhose niedergegangen, wobei 65 Personen umgekommen sind.
Mainz, 14. Oet. Am Mittwoch Nachmittag stieß im hiesigen Bahnhof der um 1 Uhr 25 Min. nach Worms abgehende Zug mit einigen in einem Nebengeleise stehen⸗
auch mehrere Wagen beschädigt wurden. Vom Personal wie von den Reisenden wurde Niemand verletzt.
Mainz. Landwirth F. in dem benachbarten Kost⸗ heim hat auf seinem Acker eine Weißerübe gezogen, die nicht weniger als 15 Pfund wiegt. Ein hiesiger Sauer- kraut⸗ Fabrikant erhielt dieser Tage aus Büttelborn Weißkraut, von welchem ein Kopf ein Gewicht von 19½ Pfund hatte.
Allerlei.
Bockenheim. Ein unheimliches Gerücht hat sich seit einigen Tagen in unserer Stadt verbreitet. Vor etwa drei Wochen verschwand nämlich ein dreizehnjähriger Knabe von hier, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, seinen Aufenthalt zu entdecken. Man bringt damit einen mysteriösen Vorfall in Zusammenhang, der sich vor länger als acht Tagen bei Eschersheim zugetragen. Es sind dort Abends in dem Obstgarten eines Bauern zwei Schüsse gefallen, man hat darauf deutlich die Klagelaute eines Kindes gehört und vermuthet nun, daß der ver— mißte Knabe beim Aepfelstehlen von dem Eigenthümer des Gartens im Jähzorn erschossen und die Leiche von ihm vergraben worden ist. Man erwartet eine behörd⸗ liche Untersuchung der Sache.
Frankfurt, 15. Oet. Verflossene Nacht gegen 1 Uhr hörte ein Schornsteinfegermeister in der Senckenbergstraße trotz des heftigen Sturmes ein lautes Klagen und Wim⸗ mern. Er öffnete das Fenster und fand, daß dasselbe aus einem benachbarten Hof kam. Er schellte mit Hülfe des Nachtwächters den Hauseigenthümer heraus und man fand ein Mädchen bereits todt, mit Hemd und Nachtjacke be⸗ kleidet, das mit gebrochenen Gliedern und einer klaffenden Wunde am Kopf in seinem Blute lag. Die Verunglückte war aus ihrer Mansarde herabgestürzt; ob dies absicht— lich geschehen, konnte nicht ermittelt werden.
Essen. Der des Mädchen-Mordes bezichtigte und auch überführte resp. geständige Besenbinder Schiff wurde aus dem Bochumer in das Essener Gefängniß übergeführt, um demnächst vor das Schwurgericht gestellt zu werden.
k. Berlin. Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, deren Generalversammlungen jährlich in einer anderen Stadt Deutschlands tagten, wird die XI. Generalversammlung dahier abhalten. Vom Magistrate der Hauptstadt ist hierfur der Bürgersaal des Rathhauses zur Verfügung gestellt worden. Die Generalversammlung wird am 12. November eröffnet und werden die Ver⸗ handlungen am 13. und 14. fortgesetzt werden. Unter der Leitung des Vorsitzenden, Schulze-Delitzsch, werden folgende Gegenstände allgemeineren Interesses zur Ver⸗ handlung kommen: 1. Unsere Wünsche für die fernere Entwickelung des Volksschulwesens. Referent: Seyffardt⸗ Krefeld. 2. Der Stand des Real-Unterrichts im Ver⸗ hältniß zu den Bedürfnissen der Volksbildung. Referent: Prof. Dr. B. Schwalbe-⸗Berlin. 3. Die Frage der Schul-, bzw. Jugendsparkassen. Referent: Justizrath Makower-Ber⸗ lin. 4. Die Berliner Volksbibliotheken. Referent: Stadt⸗ syndikus Eberty-Berlin. 5. Ueber Bestrebungen zum Wohle der aus der Schule entlassenen Jugend. Referent: Reetor Geßler⸗Berlin. Diesen werden sich die geschäft⸗ lichen Verhandlungen, Jahresbericht, Thätigkeits bericht des Wanderlehrers, Rechnungslegung u. s. w. anschließen. Sonntag den 13. wird außerdem ein gemeinsames Mahl die Theilnehmer vereinigen. Die Theilnahme ist Mit⸗ gliedern und Gästen, welche für di! Bestrebungen der Gesellschaft sich interessiren, gestattet, wenn dieselben beim Büreau der Gesellschaft in Berlin eine auf ihren Namen lautende Eintrittskarte erheben wollen.
Ein Gang durch eine deutsche Nähmaschinenfabrik. Es ist wohl als eine Regel zu betrachten, daß wichtige Erfindungen der Industrie in den Ländern, in welchen sie gemacht wurden, auch später noch von der Industrie der betreffenden Länder vervollkommnet und gegenüber den Nach— ahmungen des Auslandes auf einer hohen Stufe erhalten werden. Im Gegensatze hierzu bietet die Nähmaschinenfabrikation das eigenthümliche Bild, daß Amerika, die Mutter der Nähmaschine, ihr Kind schnell vernachlässigt hat und es dem Auslande ermöglicht, nicht nur gegen das ameri— kanische Fabrikat zu concurriren, sondern das—
London indessen nicht.— Hamburg. In Folge des heftigen Sturmes und der eingetretenen Sturmfluth sind
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Schiffbrüchiger zu Wilhelmshaven rettete 14 Personen 10
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den Wagen zusammen, wodurch die Locomotive, sowie
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