Ausgabe 
17.12.1881
 
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Geilage.

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Aus Stadt und Land.

D. Friedberg. Da am 29. d. M. die Frist ab läuft, innerhalb welcher die durch das Reichsgesetz vom 1. Juli d. J. vorgeschriebene Abstempelung auslän⸗ discher Werthpapiere zu den im Gesetz stipulirten niedrigen Sätzen von 10 Pfennig für eine Obligation

und von 50 Pfennig für eine Aetie wobei der Nominal

werth gleichgiltig ist noch geschehen kann, so dürfte es nicht überflüssig sein, hiermtt nochmals auf diese wichtige Vergünstigung aufmerksam zu machen. Denn ach dem 29. d. M. ist zwar die Abstempelung noch zu lässig, aber es tritt ein erheblich hoherer Werthtarif ein; derselbe beträgt 2 per Mille für Obligationen und 5 per Mille für Actien, so daß beispielsweise eine Obligation von 6000 M. der Abgabe von 12 M. und eine Aetse von 6000 M. der Abgabe von 30 M. unterliegt, während heute nur 10 resp. 50 Pf. an Reichsstempel-Abgaben zu entrichten sind. Es sollten daher sämmtliche Besitzer aus ländischer Werthpapiere, die nur noch kurz bemessene

Frist zur Abstempelung in ihrem eigenen Interesse nicht

versäumen. Der hiesige Vorschuß- und Ereditverein ist wie bisher gerne zur Besorgung bereit.

g. Friedberg. Der Commers alter Corpsstudenten ist am vergangenen Mittwoch im geschmackvoll deeorirten Steinhäußer'schen Gartensaale bet zahlreicher Betheiligung abgehalten worden. Mit dem Schnellzuge erschienen die letzten Gäste und wurde alsdann mit Musik in das Fest local gezogen. Der Gießener S. C. hatte zahlreiche Ver treter gesandt und bot die ausalten wie jungen Herrn bestehende Versammlung ein höchst interessantes Bild. Jeder trug seine Corpsmuͤtze und sah man, daß die alten Herrn ebenso stolz wie die jungen Füchse auf ihre Couleur waren. DerLandesvater stieg in später Stunde und war schließlich die Befriedigung über das wohlgelungene Fest so allgemein, daß Jeder den Wunsch batte, man möge im nächsten Jahre eine Wiederholung stattfinden lassen. Bei Beginn des Commerses begrüßte Büuͤrgermeister Seriba die auswärtigen Gäste, worauf Rechtsanwalt Curtman in trefflicher Weise hervorhob, daß in den Corps hauptsächlich die Liebe zum Vaterland und die Ehrfurcht gegen den Landesherrn gepflegt werde, und nach Darlegung der gemeinsamen Interessen auf

Kaiser und Großherzog ein donnerndesHoch erschallen ließ. Amtsrichter Herzberger beleuchtete den Vorzug der sogen. Alte-Herren-Kneipen und ließ auf das Vivat Floreat Crescat des Kösener, sowie speztell des Gießener 8. C. einen kräftigen Salamander reiben. Der Stoff, welcher Steinhäußer geliefert, war ausgezeichnet, und wirkte dies, sowie die vorzügliche Bedienung be sonders dazu mit, daß der Commers solch brillanten Verlauf nahm.

Gießen. Unsere Hochschule besuchen in diesem Winter semester 433 Studirende. Es widmen sich der Theologie 51, der Rechtswissenschaft 77, der Mediein 71, Thierheil kunde 22, Zahnheilkunde 1, Cameralwissenschaft 6, Forst wissenschaft 37, elass. Philologie 36, neueren Philologie 27, Philosophie und Naturwissenschaften 24, Geschichte 10, Pharmacie 15 und Chemie 19 Personen. Von diesen 433 Studirenden sind 348 Hessen und 85 Nichthessen. Außer diesen Studirenden besuchen noch Vorlesungen nicht immatrieulirte Hörer 29, sodaß im Ganzen 462 Personen die Vorlesungen besuchen. Die Frequenz gegen das Sommersemester erhöhte sich um 32 Studirende.

Gerichtssaal.

Gießen, 14. Dez. Schwurgerichts-Verhandlung. 1) gegen J. Bach 1. von Ober⸗Seemen wegen Ver⸗ brechens im Amte. Die Geschworenen hielten sich von der Schuld des Angeklagten aber nicht überzeugt und sprachen dasNichtschuldig aus, worauf derselbe von Strafe und Kosten freigesprochen wurde. 2) gegen H. Eichenauer von Landenhausen wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Derselbe wurde für schuldig erachtet und in eine Zuchthausstrafe von drei Jahr verurtheilt, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahr aberkannt. Am 14. Dez. gegen K. Keßler von Garbenteich wegen Meineids. Keßler wurde für überführt erachtet und in eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und 3 Monat, sowie zur Aberkennung der bürger⸗ lichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahr ver⸗ urtheilt. Am 15. Dez. gegen J. Euler von Storn⸗ dorf wegen Brandstiftung. Euler wurde für schuldig erachtet und in eine Zuchthausstrafe von sechs Jahr und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahr verurtheilt.

Allerlei.

Wien, 14. Dee. Der ganze Raum des Ringtheaters wurde heute desinfieirt. Im Parquet und Bühnen raum brannte es heute wieder. Auch vergangene Nacht brach in der Friseur-Stube des Ringtheaters der Brand von Neuem aus, er ward aber bald gelöscht. Viele Reste von Leichen, völlig oder theilweise verkohlt, wurden in den Trümmern gefunden. Von den Vermißten wurden heute 20 bis 30 als nicht verloren widerrufen. Auf Kaisers Befehl findet morgen in der Schloßkirche zu Gödölls ein Requiem statt, dem Kaiser und Kaiserin bei wohnen. Die Erregung der Wiener Bevölkerung schlägt hohe Wellen, nachdem die erste Betäubung vorüber ist. So wurde Theaterdireetor Tewele in der Ringstraße von einer Volksmenge thätlich mißhandelt, weil man ihn für Jauner, den Director des Ringtheaters, hielt.

London, 15. Dez. Gestern stieg der Luftschiffer Powell hier auf. Der Ballon trieb dem Meere zu und man fürchtete, daß Powell verunglückt sei. Der Luftballon wurde jedoch heute in Cherbourg gesehen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 14. Dee. Marktbericht. Heu kostete per Centner je nach Qual. M. 3.50 5.00, Stroh M. 44.20, Eier das Hundert M. 69. Butter im Detail 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20. Kartoffeln M. 45.50. Weißkraut das Hundert M. 89, Kohlkraut 810 Pf., Rothkraut 1520 Pf., Ochsenfleisch das Pfund 62 bis 70 Pf., Kuh⸗, Rind- und Kalbfleisch 4055 Pf., Hammel⸗ fleisch 40 65 Pf., Schweinefleisch 7080 Pf., 1 Hase M. 3 3.50; 1 Hahn M. 1.202, 1 Huhn M. 1.502 1 Poularde M. 2.503, 1 Gans M. 59

Geld⸗Cours. Frankfurt am 15. Dezember 1881.

71

20,Frankenstücke M. 16 1620

do. in ½ 16 1418 Englische Sovereigns. 20 3338 Russische Impertales.16 6872 Ducaten. CCC

5 al mazes Dollars in Gold. 4 1822

* Balohrnf

berg. Jab rifal, H. Prifried,

Vergebung von Schlosserarbeit.

4171 Die Anfertigung eines zweifluͤglichen Thores aus Blech beim hiesigen Amtsgerichts gebäude, veranschlagt

zu 400 Mark, soll durch öffentliche Submission vergeben

werden.

Die Offerten sind mit dem Angebot in Proeenten auf den ganzen Betrag des Voranschlags frankirt und mit der AufschriftSubmission über die Anfertigung eines Thores versehen bis längstens den 17. Dezember 1881, Vormittags 10 Uhr, in unserem Bureau einzu reichen, woselbst Voranschlag und Bedingungen zur Ein sicht offen liegen.

Friedberg am 12. Dezember 1881. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reuß.

Vekanntmachung.

4225 Für das Bürgerhospltal und Versorgungshaus

soll die Lieferung von

eirca 1500 Laiben Brod zweiter Sorte,

kluge,

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7 2 2 7 9 4 ger, 7 temttet, 2 2 4 2 7 7 7 2

500 Kilo Ochsensteisch, f

100 Schweinefleisch, Fett und Wurst,

Kalbfleisch und Nierenfett, 5

Hülsenfrüchten, Kaffee, Neis, Gries, Gerste, Salatöl,

Krystallöl, Petroleum, Branntwein, Kern⸗ u. Schmier⸗ ife

I 506 erste Quartal 1882 auf dem Submissionswege

vergeben werden. ente sind bis zum 20. d. Mts. bei der unter⸗

*

eichneten Behörde einzureichen.

1 Friedberg den 15. Dezember 1881.

1 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 4 S ch e

Tartst, werden.

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1 Gemarkung Friedberg. Nr. Klftr. 33 910 1 Hofraithe in der Stadt, 1. N Grabgarten daselbst, I. 212. 62/10. Grabgarten daselbst, V. 96. 67. Grabgarten an den Mauergärten, . 101, 95. Grabgarten am Mainzerthor. Friedberg den 15. Dezember 1881.

Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. SS.

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