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Oberhessis
N 110.
er Anzeiger.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Samstag den 17. September. 8
Kreisblatt für den Kreis Friedberg. ö
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und f Freitag Abend ausgegeben.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. ——
Amtlicher Theil. Betreffend: Arbeitsbücher und Arbeitskarten. Friedberg den 14. September 1881.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiste reien des Kreises.
Das nachstehend abgedruckte Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz theilen wir Ihnen zur Nach— achtung mit und verweisen zugleich auf unser Amtsblatt Nr. 3 von 1878. Dr. Braden. Zu 2 8,471. 50 1 e. 2 fende Acedbüchet und Arbeitskarten. Darmstadt am 7. September 1881.
Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz an die Großherzoglichen Kreisämter. Die in dem Reichsgesetz vom 17. Juli 1878 über Arbeitsbücher und Arbeitskarten gegebenen Vorschriften werden nicht überall genau Häufig wurden für gewerbliche Arbeiter unter 21 Jahren keine Arbeitsbücher, für Kinder keine Arbeitskarten ausgestellt. In Arbeits— büchern und Arbeitskarten fehlte häufig der Geburtsname des Arbeiters oder Kindes und es kamen vielfach Rasuren und Correcturen bei den Namen vor. Ebenso wurden die Verzeichnisse über die ausgestellten Arbeitsbücher nicht überall mit der nöthigen Sorgfalt geführt. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 10. Dezember 1878 zu Nr. M. J. 15,545 empfehlen wir Ihnen daher darüber zu wachen, daß die Aufsicht über die Ausführung der Bestimmungen über die Arbeitsbücher und Arbeitskarten von den Ortspolizeibehörden sorgfältig gehandhabt wird und sich bei Ihren Rundreisen davon zu überzeugen. In Vertretung: Knorr.
befolgt.
Rautenbusch. Betreffend: Maß⸗ und Gewichtsbezeichnungen. Friedberg am 27. August 1881.
Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises.
Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz, Abtheilung für Schulangelegenheiten, hat sich durch Ausschreiben zu Nr. 15109 vom 16. dieses Monats veranlaßt gesehen, die Bestimmungen der im früheren Ausschreiben vom 3. Dezember 1877 zu Nr. 16378 mitgetheilten Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 20. November 1877, die abgekürzten Maß- und Gewichtsbezeich— nungen betreffend, und insbesondere die unter 3 daselbst gegebene Anweisung(Weglassung des Kommas bei Abtheilung größerer Zahlen in Gruppen) zu sorgfältiger Beachtung beim Schulunterricht einzuschärfen Indem wir Sie biermit beauftragen, Dies den Lehrern beziehungsweise Oberlehrern zur Beachtung mitzutheilen, empfehlen wir Ihnen, für Anschaffung einer Tabelle mit den frag—
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lichen abgekürzten Bezeichnungen für jede Schulklasse zur Anschauung für alle Kinder besorgt zu sein.
Dr. Braden.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Entwässerungsanlage in der Gemarkung Fauerbach v. d. H.
Mittwoch den 21. dieses Monats hat die Wahl von fünf Commissionsmitgliedern zur Leitung der Entwässerungsarbeiten zu Fauer—
bach v. d. H. stattzufinden.
Die Abstimmung findet von 8 bis 9 Uhr
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Vormittags statt. Sämmtliche betheiligten Grundbesitzer, welche in dem
auf der Großherzoglichen Burgermeisterei Fauerbach v. d. H. offen liegenden Verzeichnisse aufgeführt sind, sind zur Wahl berechtigt.
Friedberg den 14. September 1881. 3189
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Landesbaugewerkschule Dar mstadt.
Die Landesbaugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren sechsten Jahres⸗Cursus am 15. November l. J., welcher 4 Monate, also bis zum 15. März 1882 andauert. Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischer Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Mühlenbauern, Gelegenheit bieten, sich die für einen selbständigen Gewerbebetrieb er— forderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten im Zeichnen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll die Baugewerkschule zur Aus bildung von Werkmeistern, Parlieren, Bauaufsehern ze. dienen. Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit von folgenden Herren ertheilt: Architeet Prof. Hermann Müller, Architect Kuhl— mann, Ingenieur Reuter, Techniker L. W. Möser, Handelslehrer Peters und Bildhauer Fölixg. Die Schule umfaßt vorerst zwei Klassen mit folgenden Unterrichtsgegenständen: Freihand- und geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie leinschließlich Schatten-Construktionen und Perspektive), Bau— construktionslehre(einschließlich Stabilitäts- und Festigkeitsberechnungen), Elemente der Maschinen-Construktionen, Fachzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen, kunst— gewerbliches Zeichnen, technisches Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunst(ein— schließlich Trigonometrie und Planzeichnen), gewerbliche Buchführung, Theile der Bauführung, insbesondere Materialienkunde und Anfertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz ze. Die Unter— richtslocale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Büreaulocalitäten, der
Bibliothek und der technischen Mustersammlung des Großh. Gewerbevereins, so daß!
die letzteren von den Schülern besucht und geeignet benutzt werden können. Be⸗ dingungen zur Aufnahme sind: 1) Für die untere Abtheilung, die 1. Klasse: In der Regel werden nur solche Schüler aufgenommen, welche eine mindestens einjährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur in besonderen Fällen gestattet. Dagegen wird von dem Aufzunehmenden nur der Nachweis der Kenntnisse verlangt, welche den von der Oberklasse einer Volksschule Entlassenen zukommen sollen, damit jedem strebsamen Handwerker die Anstalt zugänglich werde. 2) Für die obere Abtheilung, die 2. Klasse, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer angemessenen Fertigkeit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Aufgaben der darstellenden Geometrie und der Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden. Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 M. und ist beim Beginn des Cursus vorauszubezahlen. Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig und längstens bis zum 31. Oktober l. J. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich auf dem Büreau der— selben— Neckarstraße 3 im dritten Stock— bewirken, da die Zulassung der Schüler nur nach Maßgabe der vorhandenen Unterrichts-Loecalitäten erfolgen kann.
Darmstadt den 8. September 1881. Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. Fink. Busch.
Deutsches Reich.
Friedberg. An unseren Artikel bezüglich der Anwesenheit S. K. H. des Großherzogs in voriger Nummer des Anzeigers ist zu berichtigen, Daß dem Großherzoglichen Kreisrath Dr. Braden Das Ritterkreuz I. Klasse des Philippsordens von S. K. H. überreicht wurde, sowie daß bei dem Diner im Hötel Trapp überhaupt nur, wie üblich, der eine mit größter Begeisterung nufgenommene Toast auf S. K. H. gehalten wurde.
Darmstadt. Der Oberförster Müller in Heusenstamm, sowie der Oberförster Erdmann in Hriesheim wurden beide auf Nachsuchen unter An— erkennung ihrer Dienste in den Ruhestand versetzt.
Berlin, 13. Sept. Eine von Körner und Finn einberufene Versammlung des socialen Ar— beitervereins wurde polizeilich verboten. Die Schutzleute zerstreuten die zahlreich zur Ver— sammlung kommenden Arbeiter.
— Die Kölner Bischofsfrage wird geregelt, indem Melchers auf das Erzbisthum verzichtet. Schlözer's Abschieds-Audienz beim Papst wird zur besonderen Auszeichnung eine Privataudienz sein, welche eine intime Unterhaltung ermöglicht.
Itzehoe, 13. Sept. Heute Vormittag traf der Katiser hier ein. Am Nachmittag fand auf dem Rathhaus das von dem Kaiser den Provin— zialbehörden gegebene Galadiner statt. Der
Kaiser, der Kronprinz, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin sind heute Abend mit Extrazug nach Altona gereist.— 14. Sept. Der Kaiser besichtigte dortselbst gestern Abend die glänzende Illumination und fuhr sodann nach der Wohnung des Generals Treskow, überall von der dichtgedrängten Volksmenge enthusiastisch be— grüßt. Später erschien der Kaiser mehrere Male auf dem Balkon und begrüßte das Publikum in sehr huldvoller Weise. Heute fuhr der Kaiser nach Hamburg. Der Schmuck des Hafens dort ist außerordentlich überraschend. Unter Glocken— geläut und jubelnden Zurufen der dichtgedrängten, überall nach Tausenden zaͤhlenden Volksmenge


