Ausgabe 
15.2.1881
 
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einander versoͤhnt. Die Tagesordnung enthalt die Aufforderung an das Volk, das allgemeine Stimmrecht zu fordern; dieselbe wurde ein stimmig angenommen. 12. Febr. Nachdem die Versammlung heute die Gewaͤhrung des Stimmrechts an Frauen beschloß und die gestern beschlossene Tagesordnung morgen am Capitol oͤffentlich verlesen werden sollte, versagte die Regierung die Genehmigung. Daraufhin wurde beschossen, die Verlesung der Tagesordnung in einem Theater erfolgen zu lassen.

Spanien. Madrid, 10. Febr. Ministerrath unter dem Vorfitz des Koͤnigs be schloß eine weitgehende Amnestie für die wegen Preßvergehen Verurtheilten zu erlassen und gleich zeitig allen ausgewanderten Spaniern die Ruͤck kehr nach Spanien zu gestatten.

Türkei. Constautinopel. DiePol. Corr. meldet, daß die Verhandlungen der Botschafter zur Regelung der griechischen Frage am 20. d. Mts. beginnen dürften.

12. Febr. Nach Wiener Mittheilungen übernimmt Graf Haßfeld definitiv die Fuͤhrung in der griechisch-türkischen Angelegenheit in Con stantinopel. In den Kreisen der hiesigen Regier ung, sowie in diplomatischen Kreisen werden je doch die Nachrichten auswärtiger Blätter über ein angebliches Scheitern der Mission Goͤschen's und über die angeblich von Deutschland über nommene Führerschaft in der griechischen Frage als unbegründet bezeichnet und bezuglich der Lage der Sache dabei bemerkt, daß, nachdem die Mächte principiell ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen mit der Pforte in Constantinopel ausgesprochen, es sich augenblicklich darum handle, einen Modus für diese Verhandlungen festzustellen.

12. Febr. Bergbewohner von Albanien nahmen einen größeren Transport Munition und Lebensmittel, der sür Tusi bestimmt war, fort und nahmen die militärische Escorte gefangen.

Bulgarien. Sofia. Der Minister des Auswärtigen richtete am 10. Februar an die diplomatischen Agenten der Mächte ein Rund schreiben, worin er auf die zahlreichen Emigra tionen der Macedonier nach Bulgarien hinweist, die dem bulgarischen Staatsschatze schwere Lasten auferlegen und das Fürstenthum in einen Zu stand der Aufregung versetzte. Das Rundschreiben deutet an, daß diese Emigrationen vielleicht durch schlechte Behandlung der christlichen Bevölkerung hervorgerufen seien und lenkt die Aufmerksam keit der Mächte auf die traurige Lage der Dinge, welche Gefahren mit sich bringen können.

Rußland. Petersburg. Bezüglich der von den Engländern in Cabul aufgefundenen Russischen Correspondenz bringtAgence Russe folgende Mittheilung: In Folge des Ersuchens Granville's an Lobanow um freundschaftliche Aufklärungen ließ das Petersburger Cabinet Granville im verflossenen Monat die Original-Correspondenz des Generals Kauffmann mit Sir Ali zustellen mit der Bemerkung, darüber frei verfügen zu wollen. Das Parlament werde demnach auf Grund authentischer Schriftstücke, welche sicher lich bald veröffentlicht würden, erkennen können, daß Rußlands Verhalten correct und loyal ge wesen. Die Beziehungen Kauffmann's zum Emir waren einfache Höflichkeit. Von Aufreizung gegen England konnte erst die Rede sein, als die feind liche und kriegsdrohende Politik des letzten brit ischen Cabinets Rußland in den Fall legitimer Abwehr brachte.

Ein Telegramm des Generals Skobeleff aus Ashabad vom 7. d. meldet: Nach der Pro clamation, durch welche die Tekkinzen aufgefordert wurden, in ihre früheren Wohnsitze zurückzukehren, und die Gewehre abzuliefern, sind bisher 7000 Familien zurückgekehrt. Saphik-Khan, Khudai werdy⸗Khan und andere Khane befinden fich in unserem Lager, wodurch die übrige Bevölkerung angezogen wird. Die bei Geoktepe versammelten Familien werden in ihre früheren Wohnorte

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gebracht, und dieselben mit eroberten Sachen,

Kibitken, Lebensmitteln und Wirthschaftssachen versehen. Es wird ihnen auch medicinischer Bei stand geleistet und sind Maßregeln getroffen zur

Desinfection Geoktep

es und Umgegend. ist erwiesen, daß bei Denpel-Tepe 6400 Leichen begraben sind; waͤhrend der Belagerung sind gegen 8000 Mann umgekommen, bei der Ver folgung 2000 niedergemacht. Der Gesundheits zustand der Truppen ist befriedigend.

Aus Stadt und Land.

r. Friedberg, 13. Febr. In letzter Zelt wurden von 2 jungen Burschen aus einem Nachbarorte ver schiedenen Kaufleuten hier Cigarren, Stiefel u. s. w. ab geschwindelt. Die sauberen Früchtchen brachten ver schlossene Briefe, welche die Unterschriften von bekannten Oekonomen aus hiesiger Gegend trugen, so daß die Kaufleute die Waaren ohne Anstand auslieferten. Allein der Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht. Als heute die Betrügereien von Neuem versucht wurden, wurden die Bürschchen von der hiesigen Polizei dingfest gemacht.

Friedberg. Die Klage der Handwerker über den schlechten Eingang ihrer Guthaben ist noch nicht verstummt. Von den Neujahrsrechnungen ist erst ein kleiner Theil bezahlt und oft wartet der Geschäftsmann mit blutendem Herzen auf die Zahlung seiner Kunden, damit auch er seinen Verpflichtungen nachkommen kann, ohne die Hülfe von Halsabschneidern in Anspruch zu nehmen. Möchten Dies namentlich die Bemittelten nicht vergessen, denen es ein Leichtes ist, ihre Rechnungen zu bezahlen.

Darmstadt. Das Ackerland im Großherzogthum Hessen umfaßt eine Gesammtfläche von etwa 380,000 Hektar, deren Werth auf etwa 824 Mill. M. veranschlagt worden ist, wovon 321 Mill. auf die Provinz Rheinhessen, 260 Mill. auf Starkenburg und 242 Mill. auf Oberhessen entfallen. Die höchsten Kaufwerthe haben die Grundstücke in Mom bach, Gonsenheim, die vermöge ihrer besonderen Qualität als Gartenland mit 24000 und 19000 M. per Heetar bezahlt werden, sonst Ober- und Nieder-Ingelheim mit 9 11000 M., während anderseits das Ackerland erster Klasse in Weidmoos, Bannerod, Langenhain zu 600, in der Gemarkung Ober-Moos gar zu nur 380 per Heetar veranschlagt ist und in Dudenrod, Michelau, Hitzkirchen Feld fünfter Klasse schon zu 100 Mark per Hectar zu kaufen ist.

Bodenheim, 9. Storch eingetroffen.

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Febr. Heute ist hier der erste

Allerlei.

Frankfurt, 11. Febr. Gestern brach beim Heraus nehmen der Verschaalung ein Kellergewölbe in der Main lust⸗Straße zusammen und schlug einen jungen Maurer sofort todt, während ein anderer einen Bruch des rechten Oberschenkels erlitt. Zwei andere Maurer hatten gerade das Gewölbe verlassen, als es zusammenbrach.

Rödelheim, 9. Febr. In einem Zimmer eines hiesigen Gasthauses fand man gestern Abend unter einem Bett versteckt einen Kerl, der sich eingeschlichen hatte, um übernachtende Fremde zu bestehlen. Der Mensch, ein schon oft bestrafter Gauner, wurde selbstverständlich in Haft genommen.

S. Cöln a. Rh. Hier hat sich einHessenverein gebildet, dem sofort 30 Mitglieder beitraten. Zweck des Vereins ist, den aus den beiden Hessen, Nassau und Waldeck sich hier dauernd oder vorübergehend Aufhaltenden einen Sammelpunkt zu schaffen, wo sieGeselligkeit, all gemeine Bildung und Heimathliebe pflegen können. Wöchentlich findet eine Zusammenkunft statt, in welcher Vorträge verschiedener Art, ernst und heiter, gehalten werden. An heimathlichen Zeitungen liegen bis jetzt auf: Oberhessischer Anzeiger, Casseler Tageblatt, Rheinischer Courier und Waldecker Zeitung.

Neunkirchen, 4. Febr. Gestern Abend gegen 11 Uhr ereignete sich auf dem hiesigen Eisenwerk ein be klagenswerther Unfall. Ein am gestrigen Abend ausge⸗ blasener Hochofen wurde gerade ausgeräumt, als eine Explosion erfolgte, welche die glühende Masse zerstörend nach unten und oben warf. Leider verunglückten sieben Menschen bei diesem Ereigniß.

ö London, 8. Febr. Aus verschiedenen Theilen des Landes, insbesondere aus dem Norden und dem Binnen lande wird abermals starker Schneefall gemeldet. An der Ostküste wüthete ein Sturm. Der Liverpooler Dampfer Bohemian sank in Dunlongh Bay mit 34 Personen. Das SchiffBremen scheiterte bei Levenwick südlich von Lerwick und 13 Mitglieder seiner Mannschaft ertranken. In einer der Chatterley Coal und Iron Compagnie ge hörigen Kohlenzeche in Cheadle bei Tunstalle, im nörd lichen Staffordshire, hat gestern früh 3 Uhr eine Explo sion schlagender Wetter stattgefunden, bei welcher 17 Per⸗ sonen ihr Leben eingebüßt haben.

Bayonne, 12 Febr. Die deutsche BarkAugust aus Stralsund, mit Getreide von Baltimore nach Bayonne fahrend, ist gestern am Locou-Felsen gescheitert. Die Besatzung ist gerettet, die Ladung verloren.

New Orleans, 9. Febr. In Folge des Nieder brechens der Ufer-Dämme durch einen Sturm ist der Mississippi ausgetreten und hat 500 Häuser-Gevierte der Stadt überschwemmt. Die Eisenbahn ist gleichfalls be schädigt worden. Die Fluth hat beträchtliche Verluste verursacht und das Wasser ist noch immer im Steigen.

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5* 9**** 22 1 1 N** Finnländische Thlr. 10⸗Loose v ahre

1868. Serten-Ziehung vom 1. Februar 1881. Nr. 145

248 258 318 324 384 453 783 794 800 1049 1147

1656 2741 4029 5000 6097 7066

1679 1894 4307 5101 6160 7175 8192 8246 8429 8587 8684 8699 8917 9190 9219 9420 9475 9579 9615 9896 9930 9942 10428 10551 10669 10772 10805 10900 11076 11293 11367 11434 11515 11636 11904. Die Gewinn-Ziehung findet am 1. Mai 1881 statt.

Handel und Verkehr. Friedberg, 12. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.901, Eier per St. 78 Pf.

Gießen, 12. Febr. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.85 1.00, Eier 1 Stück 78 Pf., Käse per Stück 5- 12 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner ver Stück M. 1.30 1.70, Hahnen per Stück M. 1.40 1.50, Gänse per Pfd. 0000 Pf., Enten per Stück M. 1.702., Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 45 bis 50 Pf., Kalbfleisch 45 50 Pf., Hammelfleisch 54 bis 66 Pf., Schweinefleisch 6800 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.50, Zwiebeln per Centner M. 10.0.

Frankfurt, 12. Febr. Heu kostete je nach Qual. per Centner M. 2.50 4.50, Stroh M. 2.60 3.60. Eler das Hundert M. 6 8. Butter 50 Kilo M. 85 bis 90. im Detail 1. Qual. M. 1.15, 2. Qual. M. 1. Kartoffeln per 100 Kilo M. 4 5. Ochsenfleisch das Pfd. 6570 Pf., Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 45 bis 55 Pf., Kalbfleisch 4055 Pf., Hammelfleisch 40-65 Pf., Schweinefleisch 7080 Pf., Wirsing 1020 Pf., Roth⸗ kraut 2025 Pf., Blumenkohl 3060 Pf., Taube 50 bis 60 Pf., Huhn M. 1.502, Hahn M. 12, Ente M. 2.40 3, Wälsche Hahnen M. 11 14, Capaune M. 3.104, wilde Enten M. 1.502.

Mainz, 11. Febr. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 4.505.00, Heu per Ctr. M. 3.75 4.00, Stroh per Ctr. M. 2.50 2.75, Butter ¼ Kilo M. 0.85 0.95, Butter in Parthien 7075 Pf., Eier/ Hundert M. 1.40 1.60, 1 Handkäse 68 Pf., Rothkraut 1820 Pf., Weißkraut 68 Pf., Blumenkohl 3035 Pf., Wirsing 34 Pf., Zwiebel ½ Kilo 810 Pf., 1 Gans M. 4.505.00, 1 Ente M. 2.25 2.75, 1 Hahn M. 1.75 2.25, 1 Huhn M. 1.25 bis 1.50, 1 Hase M. 3.10 3.20. Fruchtmarkt. Waizen eff. hiesiger, M. 22. 23.50, fremder M. 21.70 bis 22.70, Amerik. rother Winterwaizen M. 23.00 22.60, Roggen, hies. u. franz. M. 21.20 21.40, Gerste pfälzer M. 18.75 19.25, franken M. 19. 19.50, Hafer nach Qual. M. 13.75 14.75, Rüböl ruhig eff. ohne Faß M. 29.3040, per Mat mit Faß M. 28.70. Reps M. 2727.50. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M. 64,

1180 2321 3326 4783 5939 6600

7777

1401 2345 3439 4841 5978 6740 7892

1524 2591 3492 4848 6059 6798 8113 8156

1645 2597 3794 4974 6067 6822

1940 2968 4660 5712 6349 7534

1916 2833 14616 5502 6179 7316

2245 3053 4764 5842 6581 7608

2. Oual. M. 58 62, Kühe 1. Qual. M. 56 00.

2. Qual. M. 4450., Kälber das Pfd. 50 55 Pf., Schweine das Pfd. 5666 Pf.

Literarisches. Daheim. Nr. 20 enthält: Das rothe Gold. Ro⸗ man.(Forts.) Der Schützenkönig. Gedicht von F. O. Mit Illustr. Geoktepe. Die Trunksucht

in Großbritannien. Das Eis. Von A. Trappe. Schloß Stetten im Remsthal. Von R. Lauxmann. Mit Illustr. Am Familientische: Zur Naturgeschichte und Geschichte des Salates. Der unterirdische Kohlen⸗ brand in Planitz. Der Steinbock im Kaukasus. Prschewalski. Gesundheitsrath. Rechtsrath. Mit zwei illustrirten Beilagen. Umschau in fernen Landen.

Für das Steinberger-Denkmal sind bis jetzt im g

Sammelbezirk Friedberg eingegangen: Seminardirektor Schäfer 5 Mk., Kaufmann Fertsch 5 Mk., Dr. Becker 8 Mk., Seminarlehrer Linker 3 Mk., Dr. Heid 3 Mk., Seminar⸗ lehrer Süß 5 Mk., Oberlehrer Bitsch 3 Mk., Pfarrer Baur 3 Mk., Dr. Köhler 3 Mk., Direktor Schwabe 3 Mk., C. B. 3 Mk., Dr. Möller 3 Mk., Jöckel, Rechts⸗ anwalt 3 Mk., Mayer Hirsch:8 Mk., Schober, Steuer- rath, 3 Mk., Curtman 3 Mk., Huber 3 Mk., Professor Diegel 3 Mk., Instrumentenmacher Glück 2 Mk. 50 Pf., Schmidt, Pfarrer in Södel, 1 Mk., Clarius, Lehrer in Lindheim, 50 Pf., Quehl, Lehrer in Nauheim, 2 Mk., Knoll, Lehrer in Nauheim, 2 Mk., Reallehrer Karg 8 Mk., Kitz, pens. Lehrer in Nauheim, 1 Mk. 50 Pf. Im Ganzen 72 Mk. 50 Pf. An der Hauptsammelstelle sind bereits über 500 Mk. eingelaufen. Friedberg, den 12. Febr. 1881. Für das Comité:

Dr. Heid. Geld⸗ Cours. Frankfurt am 12. Februar 1881. 20 e 5 M. 16 15-19 o. in /%2 29 16 1317 Englische Sovereigns. 7 e Russische Imperiales.. 16 6872 Wu J 3 r 7 Dollars in Gold 4 200.

Verloosungen. Waldeck'sche Staats⸗Anleihe von 1854. Ziehung vom 29. Januar 1881. Heimzahlung am

1. Mai 1881. Lit. A. Nr. 218 70 526 835 1059 83 86 151 80 263 75 581 720 56 99 875 920 à Thlr. 100. Lit. B. Nr. 71 265 314 60 714 80 à Thlr. 500. Lit. C. Nr. 85 141 à Thlr. 1000.

(Eine auf Bahnhof Assenheim stehende Stallung für E 4 Pferde und mit 2 anliegenden Zimmern, fast

neu, auch zu einem kleinen Wohnhaus geeignet, für den

Preis von 190 Mark zu verkaufen. Ambron& Steinebach, Bockenheim. Bei denselben ist auch ein verkaufen.

schweres Wagenpferd zu 5 560