Ausgabe 
11.6.1881
 
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Hamburg. Eine Erklärung der Handels kammer empfiehlt der Bürgerschaft die Genehmig ung des Zollanschluß- Vertrages, da durch den selben die Gewährleistung eines, wenn auch verkleinerten Freihafens Bestand gefunden und die Fortentwickelung des überseeischen Großhan dels, des internationalen Zwischenhandels und der Exportindustrie gesichert sei. Sehr bedeutend sei der Uebergang der Zollverwaltung an die Hamburger Behörden. Die Handels-Kammer haͤtte die Sicherung völliger Freiheit der Unter elbe gewünscht, doch dürfe auch hier wie bei den Regulativen über die formellen Zusicher ungen die Natur der Sache nachtheilige Folgen verhindern. Die Handelskammer hofft siegreiche Ueberwindung der Uebergangsschwierigkeiten und glaubt, daß durch den Zollanschluß manche Handels zweige und Industrieen günstiger gestellt würden.

Wöngchen, 9. Juni. DerA. A. 3. zufolge finden morgen hier zwischen preußischen, bayerischen und Reichs-Commissären Besprech ungen über schwebende Instradirungs- und Tarif fragen statt.

Ausland.

Frankreich. Paris, 7. Juni. Die De putirtenkammer nahm den Gesetzentwurf von L'Allemand, betreffend den Pensionszuschuß fur Marinesoldaten und deren Familien, nach den Commissionsanträgen an. Diese schlugen höhere Summen vor, wie der Entwurf der Regierung.

Nachrichten aus Oran zufolge sind in dem Gefecht zwischen Frendah und Gerpyville nicht 26, sondern nur 8 Franzosen von den Insurgenten getödtet worden. Der Mörder von Seguin wurde zu Beja hingerichtet.

Großbritannien. Dublin, 8. Juni. Das Amtsblatt veröffentlicht eine Proklamation, welche das Agrar-Meeting in Mullingar(Grafschaft Westmeath) verbietet und besondere Vorsichts Maßregeln anordnet. Gestern fand in Skull eine ernstliche Ruhestörung statt in Folge des Gerüchtes von der Verhaftung des Ortspfarrers; die Tumultuanten zerstörten das Straßenpflaster und die Telegraphenleitung. Die Polizei machte vom Bajonett Gebrauch, auch wurden Truppen von Cork requirirt.

Türkei. Constantinopel. Es heißt, zwischen den Botschaftern fänden Verhandlungen statt über die endgültige Regelung der Ostgrenze Montenegros.

Rumänien. Bukarest, 8. Juni. Die Ver handlungen der Deputirten-Kammer über die Donau-Frage dauerten bis 1 Uhr Morgens. Schließlich beschloß die Kammer die einfache Tagesordnung, für die auch die Regierung ein trat, mit 39 gegen 25 Stimmen.

Griechenland. Athen. Kommunduros über nahm einstweilen das Ministerium des Unterrichts.

Rußland. Petersburg, 8. Juni. Fürst Gortschakoff ist unwohl und hütet das Bett; er konnte dieserhalb noch nicht vom Kaiser empfangen werden.

Aus Stadt und Land.

d. Bad⸗Nauheim. Die im Oberhess. Anzeiger Nr. 67 gebrachte Nachricht von dem Blitzeinschlag in der Villa Schmidt beruht auf irrthümlicher Angabe, welche vielleicht dadurch entstanden sein mag, daß gerade während

Fortschritte.

des heftigen Donnerschlages die oberen offenen Fenster der Villa rasch geschlossen wurden.

Birklar, 5. Juni. Bei einem heute stattgefundenen Gewitter schlug der Blitz in die Giebelseite einer Scheuer ein, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten.

Allerlei.

Karlsruhe, 7. Juni. Die 24. Allgemeine Deutsche Lehrerversammlung wurde heute eröffnet. Unter sehr zahl reicher Betheiligung des Publikums begannen heute Vor mittag in der großen, auf's geschmackvollstezdecorirten Festhalle die Verhandlungen. Die Zahl der anwesen den Lehrer und Lehrerinnen aus allen Theilen Deutsch lands, Oesterreichs und der Schweiz beträgt über 2000. Im Auftrage der französischen Regierung ist der Schul inspeetor Joste aus Parks eingetroffen.

Jahres⸗Bericht des Landes⸗Pferdezucht-Vereins pro 1880. Erstattet in der General-Versammlung zu Oppenheim am 10. April 1881. Von Freiherrn von Schaeffer-Bernstein. (Fortsetzung.)

M. H. Es dürfte Sie interessiren, daß bei der land wirthschaftlichen Centralstelle die Regelung des Prä miirungswesens für Viehzucht in ernste Erwägung ge zogen ist und dabei auch die Anerkennung der Leistungen auf dem Gebiete der Pferdezucht nicht außer Berück sichtigung bleiben wird. Es ist also auch anzunehmen, daß dann geeignete Anordnungen getroffen werden, um uns ein rationelles Vorgehen bei Prüfung der Leistungen zu ermöglichen und steht zu erwarten, daß auch aus reichende Geldmittel hierzu bewilligt werden. Auf die Pferdeschauen zurückgreifend, haben wir zu berichten, daß eine solche zu Bensheim vom landw. Bezirksverein für den Kreis Bensheim am 27. September veranstaltet worden ist. Es sind hierzu 100 Mark in Prämien des Vereins an seine Mitglieder zur Ausgabe gekommen. Die Betheiligung der Zuͤchter war eine sehr rege und die vorgeführten Thiere alle zum Mindesten gut im Futter. Bei eingehender Musterung jedoch mußte es auffallen, daß eine einigermaßen genügende Vorbereitung zur Einzel vorführung fast gar nicht zu bemerken war, was die Beurtheilung der Gänge außerordentlich erschwerte. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Züchter das Führen an der Hand mit ihren jungen Pferden bei Zeiten übten; da es jedenfalls sehr in ihrem Vortheil liegt, wenn sich die selben in regelmäßigem Gang produeiren. Bei den Haupt- pferdemärkten des Landes und den damit verbundenen Prämiirungen hat man genügende Gelegenheit zu be- obachten, von welcher Wichtigkeit die gute Dressur des Pferdes an der Hand ist, wie selbst die jüngsten Füllen, von Händlern gemustert, willig ihrem Führer folgen und dadurch sich im vortheilhaftesten Lichte zeigen, während das Bild eines widerstrebenden Thieres, in ungeschickter Weise geführt, immer ein sehr trauriges ist. Zu der Prämiirung des Darmstädter Pferdemarktes, sowie auch

nach Friedberg gab der Verein wie bisher je 100 Mark.

Cortsetzung folgt.)

Literarisches.

Daheim. Nr. 35 und 36 enthält: Hans Dilien der Thürmer.(Forts.) Eine Episode aus derSchlacht vor Raben. Mit Illustr. Angenehme Gäste.(Schluß.) Eine Judenhetze in Südrußland. Von Th. H. Pan- tenius. Aus Schule und Haus. Von Dr. F. Fauth. II. Die Wiedertäufer in Münster. Von O. Thelemann. Mit Illustr. Goethe in Wetzlar. Von Sommer. Am Familientische: Rechtsrath. Haus wirtbschaftliche Mit Abb. Mit fünf illustr. Beilagen. Pfingstmorgen. Gedicht von E. Greiner. a. Pfingsten auf der Brautfahrt. Erzählung von M. Boyen. Doch nicht allein! Nach dem Gemälde von O. Gold- mann. Gute und schlechte Manieren. Eine Plauderei von Settesa. Die Ausgießung des heil. Geistes. Mit der ältesten Darstellung des Pfingstfestes Pfingsten in Athen. Ein Reise-Erinnerung von G. de Beaulieu. Der Herold der inneren Mission. Von F. Oldenberg. Mit Porträt. Am Familientische: Ein Pfingstbuch. Das englische Cricket als deutsches Schauspiel. Von K. Koch. Andree's Allgemeiner Handatlas.

Handel und Verkehr. Frankfurt, 8. Inui. Marktbericht. Heu kostete je nach Qual. der Centner M. 3.505, Stroh M. 34,

½8 Uhr: Beicht.

Eier das Hundert M. 45, Butter 50 Kilo M. 100, im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Kar⸗ toffeln das Pfd. 1520 Pf., 100 St. Bohnen M. 1.50, Blumenkohl 50 70 Pf., Wirsing 20 Pf., Weißkraut 40 Pf., Kohlrabi 10 Pf., Carotten 15 Pf. das Bündel, neue Erbsen das Pfd. M. 1.50, Kopfsalat 510 Pf., Romain⸗Salat 50 Pf., Spinat das Kochend 3050 Pf., Ochsenfleisch das Pfd. 6070 Pf., Kuh⸗, Rind⸗ und Farrenfleisch 45 55 Pf., Hammelfleisch 40 65 Pf., Kalbfleisch 40 55 Pf., Schweinefleisch 69 80 Pf., Hahn M. 1.50 80, Huhn M. 1.80 2.30, 1 Ente M. 3, Poularde M. 34, junge Gans M. 56.

Frankfurt, 9. Juni. Fruchtbericht. Walzen ab unserer Umgegend M. 24¼ ½, frei hier M. 243/¾, Redwinter M. 24½, Norddeutscher M. 2324½, fran⸗ zösischer Roggen M. 22½ 22.60, Gerste 1. Qual. M. 19 bis 20, mittel 17½́ 18. Mahlgerste, bayerische, M. 16. Hafer 1. Qual. M. 16 /, mittel 15½, geringer 15½, Raps M. 28 29, Wicken M. 1617½, Mais buntes M. 13⅝, weißes 14 ½, Roggenkleie M. 6, Weizenkleie M. 5. Am Mehlmarkt keine Aenderung.

Petersburg. Vom 13. Juni an werden für impor⸗ tirten Cement jeder Art 7 Kopeken Metall per Pud inel. den Pontushäfen bezahlt.

Verloosung. 3 ½ pCt. Köln⸗Mindener E.⸗B. Thlr. 100⸗ Loose vom Jahre 1870. Serien-Ziehung vom 1. Juni 1881. Nr. 1153 3083 3291 3310. Die Ge⸗

winn⸗Ziehung findet am 1. August statt.

Hülferuf.

Dem Sattler Heinrich Jung V. von Nieder-Möͤrlen

wird von den Unterzeichneten bescheinigt, daß in Folge

eines bei ihm stattgehabten Brandes am 28. April d. J.

ihm seine ganze Habseligkeit, bestehend in 3 Ziegen,

Sattlerhandwerkszeug und sonstigen verschiedenen werth⸗ vollen Mobilien, Holz und Futtervorräthen mitverbrannt sind, sowie daß derselbe ein ganz armer Mann in Folge dieses Brandes und einer unverschuldeten Insolvenzanzeige

geworden ist. Derselbe war stets ein fleißiger, redlicher

Mann, ist aber jetzt ganz arm und ohne Verdienst und

bittet man deßhalb um eine Beisteuer edler Menschen⸗

freunde, damit er sich wenigstens wieder eine Ziege und

das nöthige Handwerkszeug u. dgl. anzuschaffen vermag. Jung war nicht versichert, und besteht die Familie aus

ihm, seiner Frau und drei unmündigen Kindern. Nieder-Mörlen den 9. Juni 1881. Möbs, Bürgermeister. Möbs, Beigeordneter. Die Gemeinderäthe: Kramer. Witzel. Groß. Möbs X. Möbs VI. Die Expedition des Anzeigers ist ebenfalls bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.

Geld ⸗Caurs.

Frankfurt am 9. Juni 1881. 20⸗Frankenstü cke M. 16 2125

do. in ²- Englische Sovereigns.. 20 3944 Russische Imperiales. 16 721 Ducaten. i al mare ss Dollars in Gold.. 1 2

Briefkasten.

Ein Friedberger in Straßburg. Die katholische

Kirche wird auf dem Haagk, in der Nähe des rothen Thurmes erbaut. Die Redaetion.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. Trinitatisfest. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. (Confirmation der Mädchen und Abendmahl.) Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Diegel.

Katholische Gemeinde.

1/29 Uhr: Hochamt mit Predigt.

2 Uhr: Andacht.

f* Aufgebot. 1122 Ansprüche und Rechte an den Nachlaß des im Jahre 1770 zu Ober⸗Wöllstadt geborenen und daher in Ermangelung eines Todenscheines und entgegenstehender Nachrichten nach dem Gesetz als gestorben zu betrachten den Johann Philipp Feuerbach sind spätestens im Aufgebot⸗Termine den 17. Juni, Vormittags 10 Uhr, hier anzumelden, andernfalls der Nachlaß den antrag stellenden Seitenverwandten, soweit deren Erbrechte in genanntem Termine nachgewiesen werden, überlassen wird. Friedberg am 17. März 1881. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Süffert. Hohenstein, Hülfs⸗Gerichtsschreiber.

Corsetten

in großer Auswahl zu billigen Preisen bei

. 111 1 Im mobiliar-⸗Versteigerung. 2093 Samstag den 18. Juni l. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause die nachbeschrlebenen Immo- bilien des Bäckermeisters Engelhard Lochmann öffent⸗ lich an den Meistbietenden versteigert werden: Gemarkung Friedberg.

Flur. Nr. Klftr. III. 183. 282/10. Hofraithe in der Burg, ee ee, Grabgarten im Ohrloch, 192 121 desgleichen daselbst, IV. 2388 41 desgleichen in der Kehl, VII. 224. 336. Acker am Storchsnest, XIV. 110. 305. desgleichen Großgalgenfeld,

IV. 191. 121. Grabgarten im Ohrloch. Friedberg den 8. Juni 1881. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. e Seri b a. In der besten Lage der Stadt ist ein

Laden mit Wohnung

2106 M. Holler, zunächst der Burg.

zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Anz. 2095

Bekanntmachung.

2103 Die am 3. l. Mts. in dem Gräflichen Revier Wickstadt abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt und der erste Abfuhrtag

auf Dienstag den 14. l. Mts. festgesetzt.

Wickstadt den 4. Juni 1881. Gräfliche Oberförsterei Assenheim. Schallas.

Bekanntmachung.

2098 Die am 18. Mai l. J. im hiesigen Gemeindewald,

Distrikt Schwarzloch, abgehaltene Holzversteigerung ist

genehmigt und erster Abfuhrtag auf Dienstag den 14. Juni

lfd. J. festgesetzt. Fahrtage sind Dienstag, Donnerstag

und Samstag bis Ende Juni l. J.

Ober-Mörlen am 9. Juni 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. Jeck el

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