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* 7 3 5 8 nn Ge ral- und Specialdebatte die Consumsteuer⸗ Vorlage an.

Frankreich. Paris, 7. Febr. Die Kammer fuhr heute in der Berathung des Chescheidungs gesetzes fort und beschloß nach einer langeren Rede Leon Renault's, die Berathung der einzelnen Artikel zu beginnen. Justizminister Cazot kündigte an, er werde morgen die Ansicht der Regierung über die Ehescheidungsfrage darlegen. 8. Febr. Die Deputirtenkammer setzte heute die Berathung des Ehescheidungsgesetzes fort.

8. Febr. Nachdem die Unionsstaaten den Vorschlag einer internationalen Münzconferenz in Paris auf der Basis der Doppelwährung in Gold und Silber angenommen haben, wird Frankreich die Einladungen zur Theilnahme an der Conferenz an die übrigen! Mächte er gehen lassen.

Ein Gerücht von einer stattgehabten In sultirung des französischen Gesandteu in Athen ist derAg. Hav. zufolge durchaus unbegründet.

Großbritannien. London, 7. Febr. Gestern Nachmittag fand in Trafalgarsquare eine Kund gebung gegen die irische Zwangsbill und das Verfahren der Regierung gegenüber den irischen Deputirten statt. Viele radikale Clubs und mehrere Tausend Zuschauer wohnten der Volks versammlung bei.

,8. Febr. Das Unterhaus setzte die Debatte in der zweiten Lesung des irischen Coercitiv⸗Gesetzes fort. Dieselbe dauerte bis über Mitternacht und wurde dann auf heute vertagt.

Officiell. Aus Kapstadt wird vom 6. d. M. gemeldet: Eine große Anzahl aufständischer Basutos hat sich unterworfen. Officielle Be richte aus Prätoria constatiren, daß die britischen Truppen in dem Gefechte mit den Boers am 6. Januar schwere Verluste erlitten haben und messen die Schuld einer Hinterlist der Boers bei, welche eine weiße Fahne gezeigt und dann die ihre Deckung verlassenden Engländer zwei mal beschossen hätten. Die Boers reizten die Eingeborenen zum Aufstande auf. DieTimes melden aus Durban: Die Boers haben die Postverbindung zwischen dem englischen Lager vor Laingsnek Newcastle abgeschnitten und durften voraussichtlich auch die dortige Telegraphenver bindung zerstören. 1000 Boers sind im Rücken des linken englischen Flügels erschienen und dürften den Oranje⸗Freistaat passirt haben; sie scheinen dort Amiel angreifen zu wollen.

Spanien. Madrid, 6. Febr. Der Minister⸗ rath beschloß, den Cortes einen Gesetz-Entwurf wegen Aufschiebung der Amortistrung der amorti sirbaren Schulden unverweilt vorzulegen.

8. Febr. Canovas del Castillo hat im Eingange des Gesetzentwurfes über die Con vertirung der amortisirbaren Schuld einen Paragraphen eingeschoben, in welchem es heißt, das Cabinet verdiene das Vertrauen der Krone. Der König weigerte sich, diesen Para graphen zu billigen, weshalb das Cabinet seine Entlassung gab. Es heißt, Sagasta, der Führer der Liberalen, sei zur Bildung eines neuen Cabinets berufen worden und die Cortes würden aufgelöst werden.

Türkei. Constantinopel. Die Kurdenchefs zeigen sich geneigt, nach ihrer Heimath in Per sien zurückzukehren und friedlicher Beschaͤftigung nachzugehen, wenn ihnen Persien vollständige Amnestie gewährt. Es schweben zur Zeit Ver⸗ handlungen hierüber zwischen der Pforte und dem persischen Gesandten, in deren Folge Haider Effendi als außerordentlicher und bevollmächtigter Commissär der Pforte zu den Führern der auf ständigen Kurden entsendet wurde.

Griechenland. Athen, 8. Febr. Kammer der Deputirten. Der Kriegsminister theilt ein Decret des Königs mit, durch welches die Nationalgarden im Lebensalter von 31 bis 40 Jahren einberufen werden. Hierdurch wird die bewaffnete Macht auf die Manuschaftsziffer

von 113,993 Mann erhöht.

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Dieburg. hiesigen Kindern in solch schrecklicher Weise, daß an einem Tage 10 derselben todt dalagen.

Mainz. Nach langen, vergeblichen Nachforschungen ist es den hiesigen Untersuchungsbehörden jetzt endlich gelungen, die Fabrikanten der vlelen in der letzten Zeit hier und in der Umgegend ausgegebenen falschen Zwei Markstücke ausfindig zu machen. Dieselben sind zwei Mechaniker, Vater und Sohn, von Ingelheim stammend. Bei der vorgenommenen Haussuchung fand man sowohl eine Prägemaschine als auch verschiedene Formen.

Mainz, 8. Febr. Auf dem Gepäckbureau der Lud wigsbahn fand gestern die Eröffnung eines großen Packetes statt, welches vor mehr als zwei Jahren bahnhoflagernd hier angekommen war, ohne daß sich der Eigenthümer seither gemeldet hätte. Das Packet enthielt eine Anzahl Brechwerkzeuge, sowie eine Menge Utensilien zur An fertigung von falschem Geld, wie Stempel, Schablonen ꝛc. Es wird nunmehr eifrig nach dem Absender dieser in teressanten Werkzeuge geforscht.

Die Kinderkrankheiten wüthen unter den

Allerlei.

Hanau, 5. Febr. Wie man demHan. Anz. mit⸗ theilt, sollen gestern drei der Falschmünzerei verdächtige hiesige Arbeiter, zwei Former und ein Silberarbeiter, in Haft genommen worden sein.

Berlin. Schliemann's trojanische Funde, in 40 Kisten verpackt, sind als Geschenk für das Reich hier an⸗ gelangt. Der Kaiser richtete ein Dankschreiben an Schlie mann und ordnete an, daß in dem gegenwärtig im Bau begriffenen ethnologischen Museum Räume zur Aufstellung der Sachen eingerichtet werden.

Bremen. Das Bremer VollschiffBremen, Kapitän Moͤller, ist auf der Reise von Bremen nach Baltimore bei Sandwich auf den Shetlandsinseln gestrandet. Von der Mannschaft, welche etwa zwanzig Personen betrug, sind laut Telegramm des Steuermanns nur sieben gerettet.

An die Bewohner sriedbergs.

In einer am 2. d. Mts. stattgehabten öffent lichen Versammlung des Vereins gegen Bettelei wurde über Maßregeln berathen, um dem in unserer Stadt und Umgegend immer noch nicht vollständig unterdrückten Bettel wirksamer als seither entgegen zu treten.

Zu diesem Zweck soll von dem genannten Verein, unter Zuziehung öffentlicher Mittel, fortan jedem hülfsbedürftigen Durchreisenden das zum Lebensunterhalt Unentbehrliche gewährt werden und zwar nicht in Form baarer Unterstützung, sondern in Anweisungen auf Nachtquartier und Kost. Zur Beschaffung dieser Bedürfnisse sind mit hiesigen Wirthen Verträge abgeschlossen wor den und wird die erforderliche Ueberwachung gehandhabt werden.

Für die in einzelnen Fällen nothwendig wer dende weitere Hülfe durch Krankenpflege, Klei dung u. s. w. wird nach den bestehenden gesetz lichen Bestimmungen durch die Armenverbände Sorge getragen, so daß kein Hüͤlfsbedürftiger, der unsere Stadt passirt, irgend einen Grund oder Vorwand hat, die private Mildthätigkeit der hiefigen Einwohner anzusprechen.

Auf Grund der getroffenen Veranstaltungen werden alle hiesigen Einwohner aufs dringendste ersucht, für die Folge keinem Bettelnden irgend Etwas zu verabfolgen, da wirklicher Noth ge nügend gesteuert ist und durch weitere Gaben nur die arbeitsscheuen, den Bettel gewohnheits mäßig betreibenden Vaganten herbeigezogen und begünstigt werden.

Dagegen richten wir an unsere Mitbürger die angelegentliche Bitte, die Zwecke des Vereins gegen Bettelei durch Beitritt zu demselben oder Erhöhung der Beitrage zu fördern, da nur durch die Zusammenfassung aller Mittel und das Zusammenwirken aller Bewohner der Stadt es möglich gemacht werden kann, das Unter stützungswesen in wirksamer Weise zu regeln und dem Bettel mit dauerndem Erfolg zu begegnen.

Friedberg, 8. Februar 1881.

Scriba, Bürgermeister.

Verloosungen.

Naussauische 25 fl.⸗Loose v. Jahre 1837. Ziehung am 1. Februar. Auszahlung am 1. Mai 1881. Hauptpreise: Nr. 4687 15,000 fl. Nr. 8105 400 fl. Nr. 369 17925 46690 97125 je 65 fl. Nr. 1626 8374 18830 28204 31186 61673 71822 84368 87990 88161 92691 103428 je 55 fl.

4p Ct. Fürstl. Solms⸗Braunfels. Anlehen. Ziehung vom 1. Februar 1881. Heimzahlung am 1. Mai 1881. Lit. A. Nr. 69 153 79 438 92 à fl. 1000. Lit. B. Nr. 75 89 355 406 63 587 601 35 à fl. 500.

Hinkenden Boten für 1881 verthellen sich wie folgt; 1. Prämie M. 300 Nr. 37077, 2. Prämie M. 180 Nr. 80935, 3. Prämie M. 150 Nr. 29153, 4. Prämie M. 120 Nr. 454760, 5. Prämte M. 105 Nr. 91829, 6. Prämie M. 90 Nr. 305302, 7. Prämie M. 75 Nr. 12298, 8. Prämle M. 60 Nr. 273514, 9. Prämie M. 30 Nr. 168441. Augsburger 7 fl.⸗Loose von 1864. Bei dre am 1. d. stattgefundenen Verloosung wurden folgende Serien gezogen: 28 46 278 313 349 437 511 607 637 791 797 949 1100 1493 1544 1612 1626 1737 1860 und 1915. Die Prämien⸗Ziehung erfolgt am 1. März. 3 ½ pCt. Köln⸗Mindener E.⸗B. Thlr. 100⸗ Loose von 1870. Gewinn⸗Ziehung vom 1. Februar

1881. Heimzahlung am 1. April 1881. Nr. 42673 Thlr. 55000. Nr. 8213 Thlr. 10000. Nr. 80414 Thlr. 4000. Nr. 74431 114183 190314 à Thlr. 2000.

Nr. 59118 170987 à Thlr. 1000. Nr. 152155 Thlr. 500. Nr. 8087 246 24366 50953 70 58729 64591 113668 170989 185380 193560 à Thlr. 200. Auf alle übrigen Nummern in den am 1. Dez. 1880 gezogenen Serien entfällt der geringste Gewinn von Thlr. 110.

Silber⸗Prioritäts⸗ Obligationen der Kaiserin Elisabethbahn. Ziehung am 1. Febr. Es wurden die Serien: 17 27 147 181 188 242 287 306 322 400 582 775 803 807 1297 1300 1467 1585 1663 1693 1697 1702 1860 1925 1934, jede enthaltend 8 Stück Obligationen à 900 fl., 8 Stück Obligationen à 600 fl. und 15 Stück Obligationen à 300 fl., gezogen. Die Rückzahlung der verloosten Obligationen erfolgt vom 1. August e. angefangen in Silbermünze österr. W.

Oesterreichische fl. 500-Looose von 1860. Serien-Ziehung vom 1. Februar 1881. Nr. 98 188 297 355 555 698 796 863 919 1670 1770 1899 2474 2540 2608 2849 2872 2969 3109 3617 3683 4047 4182 4302 4705 5320 5877 5937 6057 6106 6402 6622 6670 7031 7404 7429 7851 8172 8426 8690 8782 8790 8827 8861 9016 9059 9207 9214 9983 10066 10092 10209 10448 10879 10958 11331 11496 11575 11690 11843 12073 12089 12339 12816 13319 13539 13679 13712 13741 13822 13881 13928 14240 14263 14354 14401 14815 15594 15968 16139 16160 16674 16842 16899 16918 16962 17264 18071 18092 18363 18454 18805 18850 19000 19161 19171 19294 19616 19827 19898. Die Gewinn⸗Ziehung findet am 2. Mai 1881 statt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 8. Febr. Fruchtbericht. Waizen M. 295 Korn M. 21, Gerste M. 16, Hafer M. 13. Alle Preise verstehen fich auf 100 Kilo 200 S Zollpfund.

Friedberg, 9. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1., Eier per St. 8 Pf.

Frankfurt, 7. Febr. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 300 Ochsen, 300 Kühe, Rinder, und Stiere, 280 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 67.68., 2. Qual. M. 62. 64., Kühe 1. Qual. M. 54.56., 2. Qual. M. 45.50., Kälber 1. Qual. M. 56.58, 2. Qual. M. 45.50., Hämmel 1. Qual. M. 60. 62., 2. Qual. M. 45.50., Schweine das Pfund 66 Pf.

Frankfurt, 7. Febr. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 25., Roggenmehl/(Berl. Marke) M. 30.5031, do. 1.(Berl. Marke) M. 29., do. 2.(Berl. Marke) M. 24., Weizen, eff. hies., ab Bahnhof hier M. 23.00, ab unserer Umgegend M. 22.25 22.50, do. fremder je nach Qual. M. 22.2523., Roggen je nach Qual. M. 21.5000, Gerste M. 17. 19.50, Hafer M. 13.2515., Kohlsamen M. 2700., Erbsen M. 19.27., Wicken M. 16.18, Linsen M. 20.40., Bohnen, weiße, M. 23.25., Rüböl detail M. 63. Dringend offerirt: Mahlgerste zu M. 14.73 und buntes Mais zu M. 13.75 14. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo.

Gießen, 8. Febr. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.90 1.00, Eier 1 Stück 70 Pf., Käse per Stück 59 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner per Stück M. 1.20 1.70, Hahnen per Stück M. 1.30 1.70, Gänse per Pfd. 5060 Pf., Enten per Stück M. 0.002., Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 45 bis 50 Pf., Kalbfleisch 45 50 Pf., Hammelfleisch 54 bis 66 Pf., Schweinefleisch 6800 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4., Zwiebeln per Centner M. 10. 0.

Vom 1. Febr. ab kommt bei Postanweisungen nach Belgien, Egypten, Frankreich, Italien, Rumänien und der Schwelz das Umrechnungs-Verhältniß von 100 Franken gleich 81 M. 40 Pf. in Anwendung. Vom 1. Febr. ab traten von den britischen Antillen die Colonien Grenada, St. Lucia, Tabago und Turks⸗Inseln dem Weltpostver ein bei. Von diesem Zeitpunkte ab kommen mithin für Briefsendungen nach und aus den genannten Colonien die Vereinsportosätze in Anwendung, nämlich 20 Pf. für frankirte Briefe, 40 Pf. für unfrankirte Briefe, 10 Pf. für Postkarten, 5 Pf. für je 50 Gramm Drucksachen, Geschäftspapiere und Waarenproben, mindestens jedoch 20 Pf. für Geschäftspapiere und 10 Pf. für Waarenproben.

Bezüglich der Mitnahme von Kindern auf Eisenbahnen ist ein neues Reglement erlassen worden. In demselben heißt es: Kinder unter drei Jahren, welche ihren Sitz auf dem Platz ihrer Begleiter finden, werden frei be⸗ fördert. Wenn mehrere Kinder unter drei Jahren von einer erwachsenen Person begleitet werden, so sind nur zwei davon portofrei. Kinder im Alter von zehn Jahren und darüber genießen keine Taxermäßigung. Ein Kind im Alter von drei bis zehn Jahren wird in allen Wagen⸗ klassen und bei allen Zuggattungen zur Hälfte des Fahr⸗ preises für Erwachsene befördert, zwei Kinder desselben

Alters werden auf einfaches Billet befördert. Fur einzelne

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