Ausgabe 
9.7.1881
 
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Vorschlag einer fremden Besetzung Bulgariens, noch daß solche wahrscheinlich sei.

Bulgarien. Sofia. DasB. Tagebl. veröffentlicht in einem Artikel eine Enthüllung, welche nachweisen will, die radikalen Agitationen in Bulgarien seien von Bukarest durch Fürst Carol und Bratiano angezettelt, mit dem Ziel, eine Personalunion des geeinten Bulgarien mit Rumänien herbeizuführen.

Griechenland. Athen, 5. Juli. Heute sind 4000 griechische Jäger und Jufanteristen unter Soutzo's Führung in das türkische Dorf Dimorio eingezogen. Der Einzug in Arta wird morgen erfolgen. Der König von Griechenland soll in der nächsten Woche Arta besuchen.

7. Juli. Das KriegsschiffAdmiral Laglissoniere, unter dem Befehle des Admirals

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Conrad, hat gestern den Piräus verlassen und ist nach Sfax abgegangen.

Amerika. Washington, 7. Juli. Das Befinden Garfield's ist andauernd günstig. Der Präsident hat den Tag gut verbracht und mehr

Nahrung zu sich genommen als gestern.

Aus Stadt und Land.

s. Friedberg. Wie wir hören, beabsichtigt die von vorigem Jahre noch in gutem Andenken stehende Capelle des 1. Großh. Hess. Garde-Dragoner-Regiments Nr. 23 am Dienstag Abend im Steinhäußer'schen Garten zu eoncertiren. Wir wollen nicht verfehlen, ein verehrtes Publikum auf die Capelle, welche sich auf einer Coneertreise nach Hamburg und Berlin befindet, aufmersam zu machen.

h. Friedberg. Durch eine Unterhaltung mit einem Arzte wurde Einsender dieses veranlaßt, noch einmal auf's Baden und dessen Nutzen für die Gesundheit zurück zu kommen. Jener Arzt meinte ebenfalls,unser Volks- bad, das wirklich wegen seiner guten Einrichtung und seiner Billigkeit eine allgemeine Wohlthat für Friedberg sein könnte und sollte, sei das noch nicht, wie er auch als Arzt bezeugen könne. Viele Leute baden nicht; warum nicht? Dem Einen ist's zu unbequem zum Bade zu gehen, ein Anderer hält Nichts davon, weil er's eben nicht besser weiß, einem Dritten kostet's zuviel, ein Vierter denkt gar Nichts, er badet aber nicht. Es ge⸗ hört zu jeder Ausführung die Ueberzeugung von der Güte der Sache, der Wille und das Thun. Diese drei Dinge sind bei den Menschen nicht immer kurz beisammen. Drum muß Mancher auch erst kurzweg von außen her zur guten That gedrängt werden. Man thue dies, wo es nöͤthig ist, auch in Bezug auf's Baden. Der Herr sage seinen Leuten, Vater und Mütter ihren Söhnen und Töchtern:badet, damit ihr gesund bleibt und frisch werdet! Einsender könnte sich selbst denken, daß man ärmeren Menschen ebensogut etwas Geldzum Baden gebe, wiezum Trinken und Essen. Für die Gesundheitspflege ist das Baden von der allergrößten Bedeutung, insbesondere sind es die Flußbäder. Sie reinigen die Haut von Schmutz, die obersten Hautschichten werden aufgeweicht und abgestoßen und dadurch die Haut verjüngt, die Hautporen geöffnet; es kommt aber noch manches Andere in Betracht: durch Lunge und Haut gehen Stoffe fort, da der Körper nach dem Bade etwas weniger als vorher wiegt. Die Kohlensäureausscheidung wird vermehrt. Bald nach dem Bade tritt erhöhte Körpertemperatur, verstärkter Blutstrom nach der Haut, im Nerven- und Muskelsystem das Gefühl der Erfrischung, Elasticität und der Kraft ein. Mit der erhöhten Wärme⸗ erzeugung ist eine nicht geringe Anregung des Stoff⸗

wechsels verbunden. Das wiederholte Baden ist das

vorzüͤglichste Mittel, die Haut zum Ertragen des Tem⸗ peraturwechsels zu üben. Wer also im Winter leicht Schnupfen, Rheumatismus, Katarrh oder sonstige Er⸗ kältungskrankheiten bekommt, der denke doch jetzt hieran undbade. Da sich nach jedem Flußbad der Umsatz der Stoffe neu belebt, so bade man auch, um die Er⸗ nährung des Körpers zu verbessern, fehlerhafte Blut⸗ mischungen und krankhafte Veränderungen einzelner Organe zu beseitigen. Man bade und vergesse es gerade jetzt nicht!

st. Bad- Nauheim, 7. Juli. Bei dem gestrigen Gewitter schlug der Blitz in einen alten Weidenbaum am Teiche und entzündete denselben. Einen größeren Schaden jedoch erlitt unsere Wilhelmskirche durch einen Blitzschlag; der Strahl durchschlug die Wand und zersplitterte am Dache mehrere Balken.

k. Bad⸗ Nauheim. Wir wollen nicht verfehlen, unsere Leser einstweilen auf die am 17. d. Mts. von der Gießener Rudergesellschaft arrangirte dritte Ludwigs Regatta auf dem Teiche dahier aufmerksam zu machen. Wenn schon die Betheiligung bei den früheren beiden Regatten eine rege war, so ist die Anmeldung zu derselben in diesem Jahre eine geradezu überraschende, was wohl

eine Bürgschaft dafür sein kann, daß es die Gießener

Ruder-Gesellschaft verstand, den verschiedenen Vereinen den Besuch der Regatta angenehm zu machen. Wie wir hören, meldeten sich bis jetzt definitiv der Kölner, Heidel berger, Mainzer, Casteler, Oberrader und Höchster Ruder⸗ elub, sowie die Offenbacher, Sachsenhausener und Hanauer Rudergesellschaft an. Mit der Gießener Rudergesellschaft würden also 10 Vereine ihre Kräfte messen und darf man also mit Bestimmtheit auf ein schönes Programm rechnen. Wahrscheinlich wird, wie auch im vorigen Jahre, der Großherzog einen Preis stiften.

ng. Ober⸗Rosbach, 7. Juli. Ein großes Unglück traf den hlesigen Einwohner Ph. Buch während des gestrigen Gewitters.

eingeschlagen, von wo er nach dem Stalle des Ph. Buch sehen

übersprang. In demselben standen ein Faselochs und ein Pferd an hölzernen Krippen, sowie vier Kühe an eisernen

Krippen; letztere vier wurden von dem Blitze erschlagen.

Leider waren dieselben nicht versichert.

p. Melbach, 6. Juli. Heute Nachmittag schlug der Blitz in den Giebel der Scheuer des hiesigen Oeconomen Ph. Keil und zertrümmerte mehrere Balken, glücklicher weise ohne zu zünden.

Butzbach, 7. Juli. Gestern Mittag gegen 1 Uhr zog ein schweres Gewitter über unsere Stadt. Der Blitz schlug hierbei in einen in der Nähe der Badborngasse sitzenden, der Gerberei H. Küchel gehörigen Lohhaufen, ohne jedoch weiteren Schaden anzurichten.

Mosbach, 5. Juli. Unser ehrsamer Polizeidiener hat dieser Tage sein ihm von seiner 40jährigen Gattin geborenes 17tes Kind taufen lassen und hat hierbei der Bürgermeister Boll seinen 16.Petter über die Taufe gehoben. Ein gesegnetes Ehepaar und vielangesprochener Petter!

Allerlei.

Frankfurt. Folgendes sind die Einnahmen, welche die verschiedenen Frankfurter Etablissements am letzten Sonntag Vormittag erzielten: Der Zoologische Garten 1316 M., der Palmengarten 1270 M., das Panorama 1300 M., die Trambahn 4110 M. und die Patent-Aus⸗ stellung 8700 M.

Frankfurt. Zwischen Richard Wagner und dem Frankfurter Stadttheater ist eine Vereinbarung zu Stande gekommen, derzufolge dieNibelungen-Tetralogie im Opernhause zur Darstellung kommen wird. Nachdem die erste Wintersaison im neuen Theater zunächst benutzt werden mußte, durch Uebertragung der Mehrzahl be liebter großer Opern aus dem kleinen Hause in das

große ein Repertoir zu schaffen, sollen jetzt die Nibelungen

ungesäumt einstudirt und noch in der bevorstehenden Saison mit den ersten beiden WerkenReingold und Walküre begonnen werden. Inseenirung und Aus⸗

stattung sollen in derselben splendide Opernhauses der Fall war.

Fürstenpavillon bereits vor einigen Tagen fertig gestellt wurde, ist nun auch das letzte Etablissement und jeden⸗ falls nicht das uninteressanteste, nämlich die sogen. Eis, bahn, aber mit wirklichem Eis, gleichfalls so gut wie vollendet; wenigstens sind am 4. Juli die ersten Proben damit gemacht worden, die, wie wir hören, ganz nach Wunsch ausgefallen sind.

Hanau, 5. Juli. In dem benachbarten Nieder⸗ rodenbach wurde in der verflossenen Nacht in dem vor dem Dorfe etwas abseits stehenden Wirths hause ein entsetz⸗ licher Raubmord verübt. Die Besitzer des Hauses, W. Schaf und dessen Frau wurden zwischen 12 Uhr mittelst eines Beiles erschlagen. Schaf lebt noch, ist aber lebens⸗ gefährlich verletzt und nicht vernehmungsfähig. Die

keit der Staats-Anwaltschaft auf der sicheren Spur des Thäters. Es hat sich nämlich vor der Scheuer des Gehöfts, in welchem der Raubmord verübt wurde

(während die. Scheuer vom Thäter entnommen worden ist), ein beson⸗

n Weise hergestellt werden, wie dies bei den anderen großen Novitäten des

E. Frankfurt, 7. Juli. Nachdem der brillante

beiden im Zimmer schlafenden Kinder verschonte der s Mörder. Heute schon ist man durch die energische Thätig⸗

am Fenster anstehende Leiter aus der

ders erkenntlicher Stock gefunden, welcher als der eines

Flößers Bartel Ring aus Wallenfels bei Kronach be⸗ stimmt recognoseirt werden konnte. Auch soll der da⸗ durch so schwer Verdächtigte Lederpantoffeln, wie sie in der Nähe des Thatorts aufgefunden, im Besitz haben, und das Beil will man auch dem ihm gehörigen ganz ähnlich halten. Zudem war derselbe, der seines Ge⸗ schäftes wegen öfter in der Gegend verkehrte, in den letzten Tagen an verschiedenen nahegelegenen Orten, so in dem Niederrodenbach benachbarten Rückingen. Auch

Der Blitz hatte in das Nachbarhaus ist er nach der Zeit der That in hiesiger Stadt ge

worden.

Berlin. Einer telegraphischen Nachricht aus Zanzi⸗

bar zufolge ist der Afrikareisende Hildebrandt am 29. Mal

in Tananariwo auf Madagascar gestorben. Petersburg, 5. Jull. Am Sonntag brach in

Mirsk ein großes Feuer aus. Bis jetzt ist es noch

Ueber 500 Häuser sind verbrannt.

nicht gelöscht.

Vollsbad. Wasserwärme am 7. Juli: 160 Reaumur. Walter.

Geld⸗Cours. Frankfurt am 5. Juli 1881. 20)-Frankenstücke e. M. 16 2226

do. N( 16 1822 Englische Sovereigns. 20 4146 Russische Imperiales. 5 16 7277 Ducaten 7 9 5559 n* 9 5863 Dollars in Gold 4 2225

Airchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. 4. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Vol p. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Diegel. Abendmahl. Nachmittags 1¼œ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Katechismuslehre.

statholische Gemeinde. 1/8 Uhr: Beicht. 1/29 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Bekanntmachung.

2436 Heinrich Gonder, seither Mitinhaber der Firma Heinrich Gonder& Co. in Friedberg, ist aus der unter genannter Firma fortbestehenden Handelsgesellschaft aus geschieden. Friedberg, 29. Juni 1881. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Süffert. Hohenstein, Hülfsgerichtsschreiber.

Bekanntmachung. 2435 In dem Coneurse über den Nachlaß des Karl Hartherz in Bönstadt ist zur Verhandlung und Beschluß⸗ fassung über den von der Karl Hartherz Wittwe ge⸗ machten Vergleichsvorschlag, dessen Einsicht auf der hiesigen Gerichtsschreiberei allen Betheiligten freisteht, auf Donnerstag den 28. Juli er., Vormittags 9 Uhr, Termin anberaumt. Altenstadt den 5. Juli 1881. Großherzogliches Amtsgericht Altenstadt. Zur Beglaubigung: 8 6 Gerichtsschreiber.

Gelée- und Einmachgläser in allen Größen bet 2387

Georg Groß.

Bekanntmachung.

2463 Vom 15. Juli cx. an fährt der Zug 73 zwischen Frankfurt a. M. und Gießen wie folgt: ab Frankfurt 1230, Bockenheim 1239, Bonames 1252, Vilbel 18, Dortel⸗ weil 112, Groß⸗Karben 120, Nieder-Wöllstadt 133, Fried⸗ berg 150, Nauheim 2, Butzbach 219, Lang-Göns 235, Gießen an 225. Hannover den 7. Juli 1881. Königliche Eisenbahn-Direetion.

Gras-Versteigerung. 2430 Das Gras an den Gräben und Böschungen der Staatsstraße Friedberg-Staden soll Freitag den 15. Juli, Vormittags um 8 ½ Uhr anfangend, an Ort und Stelle loosweise öffentlich meistbletend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Ossenheimer Wäldchen.

Friedberg am 6. Juli 1881.

Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Reuß.

FTeinster Dorsch-Leberthran, fast geruch- und geschmacklos in Flaschen à 60 Pfennig, M. 1. und M. 1.70.

FEET Kliegenfang-Flaschen, 2388 bei eorg Groß.

Impfung.

2457 Die Revision der im Impftermin vom 2. Juli geschehenen Impfungen findet

Scamstag den 9. Juli d. J., Nachmittags 3 Uhr, in hiesigem Rathhause statt.

Alle im Impftermin Geimpften müssen bei gesetzlicher Strafe zur Revision vorgestellt werden. Friedberg den 8. Juli 188m.

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. e ee ee

Holzversteigerung

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in den Waldungen des Großherzoglichen Hauses,

Distrikt Frauenwald. Dieienstag den 12. Juli d. J. kommen von Morgens 9 Uhr im Schlag III. 164 Stück schäleichene Baumstützen, 16,4 Raummeter schäleichene Scheiter, 18 Raummeter schäleichene Knüppel, 5970 Wellen Schäleichen-Reisig, 8 Raummeter Späne zur Versteigerung. Ober-Rosbach am 5. Juli 1881. Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. 2427 Strack.

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