85,990,000 Pfd. Sterl., somit ergibt sich ein Ueberschuß von 1,285,000 Pfd. Sterl. Glad⸗ stone schloß seine Budgetrede mit dem Bemerken, es sei wahrscheinlich das letzte Mal, daß er dem Hause das Jahresbudget vorlege.
— 5. April.„Daily News“ zufolge trifft die Vorhut des Emirs Abdurrahman heute in Kandahar ein.
Dublin, 3. April. In Clocher, in der Graf— schaft Mayo, hat ein Zusammenstoß zwischen Volk und Polizei stattgefunden. Letztere gab Feuer, wobei 3 Personen getödtet und 32 ver— wundet wurden, darunter 4 gefährlich.
Italien. Rom, 4. April. Deputirten— kammer. Das Finanz⸗Exposs des Finanzministers besagt: Das Budget von 1880 ergab einen Ueberschuß von 28 Millionen. Der Ueberschuß würde 53 Mill. betragen haben, wenn nicht 25 Millionen Mehrausgaben nothwendig ge— worden wären. Das definitive Budget für 1881 schließe nur mit 15 Millionen Ueberschuß ab in Folge der geringeren Ergebnisse der Mahlsteuer und wegen der geringer veranschlagten Ein⸗ nahmen, welche hoffentlich überschritten werden. Italien werde an der internationalen Münz⸗ conferenz Theil nehmen.
— 5. April. General Ferrero, welcher zum Kriegs-Minister ernaunt ist, leistet heute den Amtseid.
Rumänien. Bukarest. Der rumänische Ge— sandte in Petersburg, Fürst Ghika, ist gestorben.
— 4. April. Der Senat votirte die Dring⸗ lichkeit für den Gesetzentwurf betr. die Aus— weisung der Fremden, welche die Sicherheit des Staates compromittiren. Die Regierung stimmte zu.
Serbien. Belgrad, 4. April. Der Skup⸗ schtina wurde beute das Budget vorgelegt. Die Gesammteinnahmen betragen 25 Millionen, die Ausgaben, einschließlich der Eisenbahn-Annuität, 24,766,745 Dinars.
Griechenland. Athen, 5. April. Der König hielt gestern eine Truppenrevue über 3000 Mann ab und vertheilte an drei Bataillone neue Fahnen.
Rußland. Petersburg. Die Arretirung des Inhabers der Käsebude, in dem Hause Kl. Gartenstraße Nr. 8, von wo aus die beiden Minengänge getrieben worden waren, der sich hier unter dem Namen Kobosew aufhielt, ist in Odessa gelungen. Der Verhaftete wurde in der Nacht zum Dienstag eingeliefert. Die bereits mitgetheilte Vermuthung, daß Kobosew und der berüchtige Hartmann, der Unternehmer des Mos— kauer Eisenbahn-Attentats, ein und dieselbe Per— son seien und bei beiden Verbrechen von der bereits verhafteten Sophie Perowskaja unter— stützt wurden, scheint sich zu bestätigen.
Aus Stadt und Land.
S. Friedberg, 5. April. In der gestern stattge⸗ habten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes theilte der Bürgermeister mit, daß der Großherzog die von Ludwig Groedel der Stadt zu wohlthätigen Zwecken gemachte Schenkung von ca. 2000 Mark bestätigt und letzterer die betreffenden Werthpapiere dem Bürgermeister übergeben hat. Der Gemeinderath beschloß dem Stifter eine Urkunde über den Empfang und Verwendung der Zuwendung auszustellen. Da die bestehende Feuerlöschord— nung für die Versäumniß der angeordneten Uebungen der verpflichteten Löschmannschaften keine Strafen fest⸗ setzt, soll ein, solche Bestimmungen enthaltendes Lokal⸗ reglement bei den zuständigen Behörden beantragt wer— den. Da die städtische Anleihe von 1878, erste Abthei— lung, einen festen Tilgungsplan hat und eine Kündigung nicht vorgesehen ist, kann eine Zinsherabsetzung nicht durchgeführt werden und wird der früher gestellte dahin
zielende Antrag zurückgezogen. Dagegen bleibt über den Zinsfuß der noch nicht emittirten Obligationen bis zu deren Ausgabe Beschluß vorbehalten. In die Commisston zur Wahl eines Forensen wurden außer dem Buͤrger⸗ meister die Gemelnderathsmitglieder Pfeffer und C. Neuß gewählt. Der Straßbach-Graben soll, sobald es die Witterung erlaubt, hergestellt und um einen halben Meter verbreitert werden.
Friedberg, 5. April. Heute kamen die richtigen Frühlingsboten, die ersten Schwalben an. Sie waren ziemlich ermattet, vielleicht von der langen Reise, vielleicht aber auch von dem seither wehenden scharfen Ost- und Nordostwind. Hoffentlich bringen sie das ersehnte warme Wetter mit.
Gießen. Schwurgerichtsverhandlung am 2. April d. J. gegen Adam Schmidt von Nieder-Eschbach wegen Meineids. Derselbe wurde freigesprochen. Verhandlung am 4. April gegen Chr. Röper von Kohden wegen Vervor⸗
theilung der Gläubiger, Meineid, Verleitung zum Mein⸗ eid und Urkundenfälschung, und gegen J. Ph. Merle von da, wegen Meineid und Beihülfe zur Vervortheilung der Gläubiger des Chr. Röper. Beide Angeschuldigte wurden für schuldig erachtet, worauf Röper in eine Zuchthausstrafe von 4 Jahr und 7 Monat sowie zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte und Merle in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 8 Monat sowie zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte verurtheilt wurden. Gleichzeitig wurde auf dauernde Unfähigkeit als Zeugen oder Sachverständige eidlich vernommen werden zu können, erkannt.
Gießen. Einem hier umlaufenden Gerüchte zufolge sollen 4 Personen von einem tollen Hunde gebissen, in die Klinik aufgenommen worden sein.
Gießen. Die während der Osterfeiertage stattfin⸗ dende Ausstellung des hiesigen Vereins für Geflügel- und Vogelzucht verspricht diesmal eine überaus reichhaltige zu werden, da die dafür bereits eingelaufenen Anmel⸗ dungen aus allen Theilen Deutschlands, Oesterreich, Italien und Holland ꝛc. über alles Erwarten zahlreich sind. Oppenheim, 5. April. In dem benachbarten Dienheim wurde in der vorletzten Nacht der dortige Nachtwächter von 2 Subjekten überfallen und derart mit Messerstichen tractirt, daß derselbe ohnmächtig zu⸗ sammensank. Die Thäter, 2 Bursche von Dienheim, wurden sofort arretirt und hierhergebracht.
Allerlei.
Bergen. Hier hat ein reicher Bauer seine leibliche, etwas blödsinnige Tochter, 10 Jahre lang in einem Stalle, entblößt von Allem und unter Darreichung noth⸗ dürftiger Nahrung, eingesperrt gehalten. Durch den Sohn kam die Sache endlich zur polizeilichen Anzeige, wodurch dann das Mädchen aus diesem mit Schmutz überhäuften Kerker befreit wurde.
Hanau. Dem jetzt erschienenen Programm zufolge wird die diesjährige Geflügel-Ausstellung des hiesigen Vereins für Geflügel- und Singvögelzucht in den Tagen des 30. April, 1. und 2. Mai abgehalten werden. Die Wahl des Altstädter Schlosses zum Ausstellungslokal kann nur allgemeinen Beifall finden, da schwerlich ein für diesen Zweck geeigneterer, schönerer Raum gefunden wer⸗ den kann, besonders da die diesjährige Ausstellung größere Dimensionen anzunehmen verspricht. Von Seiten des hiesigen Vereins werden alle Anstrengungen gemacht, um die Ausstellung in einer Hanau's würdigen Weise zu gestalten.
Hanau, 4. April. In der heutigen Schwurgerichts— verhandlung wurde der ehemalige Briefträger Spahn, welcher bekanntlich gegen den Postdireetor Lins einen Mordversuch verübte, zu 12 Jahren Zuchthaus ver- urtheilt.
Breslau, 4. April. Die Steinkohlengrube„Floren— tine“ bei Beuthen ist gestern Abend in Brand gerathen. Der Verlust von Menschenleben ist nicht zu beklagen, dagegen sollen 150 Grubenpferde erstickt sein.
Smyrna, 4. April. Ein Erdbeben fand gestern Nachmittag auf Chios statt. Fast die ganze Hauptstadt der Insel ist zerstört, ebenso viele der benachbarten Ort⸗
schaften. Die Zahl der Getödteten und Verwundeten ist 3000. Die Bevölkerung lagert auf freiem Felde.
Auch in Syra und Smyrna wurden Erschütterungen wahrgenommen; dieselben richteten aber keinen Schaden an. Die Erschütterungen dauern fort.
Taunus ⸗ Club Wetterau.
Der Club bezweckt nach§ 1 seiner Statuten die bessere Zugänglichmachung dieses Gebirges, sowie Verbreitung von Kenntnissen über dasselbe in historischer und natur— wissenschaftlicher Beziehung. Zur Erreichung dieses Zweckes sind vorgesehen: Verbesserung der Communicationsmittel, das Anbringen von Wegweisern, Herstellung von Aussichts— punkten und Unterkunftsstätten, gesellige Zusammenkünfte,
gemeinschaftliche Ausfluͤge, Vorträge ꝛc. Interessenten sind eingeladen, ihren Beitritt durch Unterschreiben der in Circulation gesetzten Liste zu erklären. Für Diejenigen, welchen die Liste aus Versehen nicht zukommen sollte, liegt eine solche bei C. C. Weiß, gegenüber dem Hötel Trapp, offen.
Verloosungen.
ApCt. vorm. Nassauisches Staats⸗Anlehen von 1851. Ziehung vom 4. März 1881.— Heim⸗ zahlung am 30. Juni 1881. Lit. A. Nr. 46 95 98 a fl. 1000. Lit. B. Nr. 9 23 67 200 212 222 325 27 336 341 394 444 449 472 478 530 544 596 613 688 711 712 774 780 790 à fl. 500. Lit. O. Nr. 39 45 52 67 75 84 93 107 129 209 242 264 273 324 354 360 369 384 406 496 547 553 589 602 632 669 737 760 812 903 986 à fl. 300. Lit. D. Nr. 25 36 38 46 55 88 96 103 119 139 151 171 221 336 358 437 446 510 551 582 613 644 659 699 713 715 760 783 795 796 825 826 851 891 918 1050 71 137 178 222 235 250 267 275 279 304 324 352 355 404 479 496 554 570 580 584 701 713 723 742 812 816 882 958 a fl. 100.
4p Ct. Preußische Staats- Anleihe von 1853. Ziehung vom 11. März 1881.— Heimzahlung am 1. Oet. 1881. Lit. A. Nr. 718 723 726 728 729
1415-1418 1420 à Rthlr. 1000. Lit. B. Nr. 170 171 173 174 181 192 193 198 199 203 2345—2349 2354 2355 2375 2376 2378& Rthlr. 500. Lit. C. Nr. 685 bis 695 697 698 702—708 712—716 1350-1359 1362 1368 1371-1373 1375 1376 1379 1380 1384 1385 1388 1391 1394 1395 à Rthlr. 200. Lit. D. Nr. 2 3 5 7—10 12—14 18-28 1969—1971 1975 1978-1982 1984— 1986 1989—1993 1998—2003 2007—2010 2042 bis 2017 2019 2030 2032 2035 2037 2039 à Rthlr. 100. Karlsruhe, 31. März. Gewinnziehung der badischen 35 fl.⸗Loose. 40,000 fl. auf Nr. 307361. 10,000 fl. auf Nr. 226821. Je 4000 fl. auf Nr 188375 375341. Je 2000 fl. auf Nr. 143939 256522 333582 361263. Je 1000 fl. auf Nr. 547 3557 3600 73897 141555 159397 227022 258160 276821 285647 291044 306038.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 5. April. Fruchtbericht. Waizen M. 23.50—24., Korn M. 21.50, Gerste M. 16—18, Hafer M. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfund.
Friedberg, 5. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.20, Eier per St. 5 Pf.
Frankfurt, 4. April. Viehmarkt. Angetrieben waren cirea 300 Ochsen und Stiere, 230 Kühe und Rinder, 230 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 64.— 68., 2. Qual. M. 58.—60., Kühe 1. Qual. M. 55.—60., 2. Qual. M. 50.—55., Kälber 1. Qual. M. 54.—56., 2. Qual. M. 40.—50., Hämmel 1. Qual. M. 58.—60., 2. Qual. M. 45.—50 per 100 Pfd. Schweine wurden 650 St. eingeführt und mit 65—68 Pf. per Pfund bezahlt.
Frankfurt, 4. April. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28. Nr. 5 M. 25., Roggenmehl/(Berl. Marke) M. 30.50—31, do. 1.(Berl. Marke) M. 29., do. 2.(Berl. Marke) M. 24., Weizen, eff. hies., ab Bahnhof hier M. 24.2550. ab unserer Umgegend M. 23.75— 24.00, do. fremder je nach Qual. M. 22.00— 24.00, Roggen je nach Qual. M. 21.75, Gerste M. 17.50 20.00, Hafer M. 15.00— 17.50, Erbsen M. 19—27, Wicken M. 16.—17.50, Linsen M. 20.—40., Bohnen, weiße, M. 23.—25., Rüböl, detail, M. 64. Dringend offerirt: bayerische Mahlgerste zu M. 15. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollge⸗ wicht= 100 Kilo.
Literarisches.
Daheim. Nr. 27 enthält: Das Eidbuch von Köln. Historische Erzählung von F. Eugen.— Eine verklungene niederrheinische Kunststätte. Von K. Kühlenthal. Mit 3 Illustr.— Die Mutter des Fürsten Kaunitz.— Das rothe Gold. Roman.(Forts.)— Die Kriegsführung der Boers. Mit Illustr.— Moderner Aberglauben.— Am Familientische: Ein Stickbuch für Damen.— Ge⸗ sundheitsrath. Mit zwei illustrirten Beilagen: Umschau in fernen Landen.
Geld⸗Cnurs. Frankfurt am 5. April 1881.
20⸗Frankenstücke. M. 16 16—20
do. in/..„ 16 15—19 Englische Sovereigns. i e, ie Russische Imperi ales.„%„% 16 71—76 Ducaten 5„„ n
al mareo„ 9 60—64 Dollars in Gold.„ J d
Arbeits-Versteigerung. 1320 Die am 4. April l. J. abgehaltene Versteigerung von Schreiner- und Weißbinderarbeit für Schulmöbel, veranschlagt zu 406 Mark, ist nicht genehmigt und anderweitiger Versteigerungs-Termin auf Freitag den 8. April, Nachmittags 2 Uhr, anberaumt worden.
Nieder⸗Mörlen den 5. April 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Mörlen. Mö bes.
Was bisher von Herrn Stadtrechner Melchior bewohnte — Logis ist anderweitig zu vermiethen und am 1. Juli
Bekanntmachung.
1330 Die am 4. d. Mts. im hiesigen Stadtwalde, Distrikt Raud und Bauwald, abgehaltene Holzversteiger— ung hat die Genehmigung erhalten und ist der erste Abfuhrtag auf den 11. d. Mts. bestimmt worden. Bad-Nauheim den 5. April 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad-Nauheim. Schutt.
Ein ordentlicher Junge
kann die Kappenmacherei gründlich erlernen bei Adam Steinbach, Kappenmacher,
zu beziehen. 1300 C. L. Glück.
1270 Friedberg.
501 bei Georg Groß en Friedberg.
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2 2 824 7 38 98 — —— — 2 * 8 2 8 8
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