außerordentlich prächtig. Das kronprinzliche Paar hielt in einem sechsspännigen Galawagen seinen Einzug. Auf der Schloßtreppe empfingen der Reichsmarschall und die Hofchargen, vor der Königswohnung der König und die Königin die Neuvermählten.
Schweiz. Chur, 3. Oct. Der internatio⸗ nale Socialistencongreß ist gestern durch den Buch— drucker Conzett(Graubünden) eröffnet worden.
Frankreich. Paris. Es gilt als wahr— scheinlich, daß der Ministerresident Roustan gegen diejenigen Journale, welche ihm den Vorwurf gemacht haben, die tunesischen Angelegenheiten zu Börsenspekulationen benutzt zu haben, einen Prozeß wegen Verläumdung anstrengen werde.
Großbritannien. London, 3. October. Die Botschafter Graf Munster und Fürst Lobanoff sind wieder hierher zurückgekehrt. Thornton hat sich zur Uebernahme des britischen Botschafter— postens nach Petersburg begeben.
—„Times“ erfährt, die Suspension der commerciellen Unterhandlungen in Paris erfolgte deßhalb, weil die Schwierigkeiten betreffs der Baumwoll- und Wollenstoffe als unüberwindlich befunden wurden.
— Die Staatseinkünfte Englands während des abgelaufenen Quartals betrugen 18,134,527 Pfund, mithin um 1,121,085 mehr als im ent— sprechenden Quartal des vorigen Jahres.
— General Wood wurde im Hinblick auf eine mögliche Krisis in Transvaal ermächtigt, erforderlichenfalls die Truppen zurückzuhalten, welche bereits den Marschbefehl nach England oder Indien erhalten haben.
—„Times“ melden aus Calcutta: Die indische Regierung beschloß, die Truppen von Chamon Khojak zurückzuziehen, und die Garnison in Quettah auf die ursprüngliche Stärke zu reduciren.
Italien. Rom. Die Mehrheit des Cen— tral⸗Bureaus vom Senat genehmigte die Haupt— grundsätze des Wahlgesetzes mit einigen Aender— ungen, welche nochmals eine Verweisung an die Kammer bedingen.
— Nach der„Agencia Stefani“ erklärte die italienische Regierung der ägyptischen, sie betrachte die Enquete über das Massacre der
Expedition Giuletti's in Nubien für völlig unbefriedigend. Türkei. Konstantinopel, 3. Oct. Der
Sultan sandte Ali Riza Pascha aus eigener Ent— schließung, ohne das Cabinet zu befragen, nach Aegypten, um die Ursachen der dortigen militär— ischen Demonstrationen zu ergründen. Der gleich— falls nach Aegypten abgegangene Ali Fuad Pascha hat eine politische Mission. Er soll an den even⸗ tuellen Pourparlers zwischen den Vertretern der auswärtigen Staaten und dem Khedive Theil nehmen und schließlich dem Sultan den Auf— schluß bringen, weßhalb der Khedive unterlassen, die Oberherrlichkeit des Sultaus durch eine Reise nach Konstantinopel anzuerkennen. Mahomed Bey, Musteschar des Kriegsministers, ist den beiden Abgesandten zur Hülfeleistung beigegeben.
— 3. Oct. Nach einer dem„Gaulois“ zu— gegangenen Depesche soll in Mekka ein Aufstand zu Gunsten eines Nachkommens von Abbas aus— gebrochen sein. Sämmtliche Stämme der Hedjas seien von der Bewegung ergriffen, welche von dem Sherif von Mekka beguͤnstigt werde. Die Pariser türkische Botschaft dementirt jedoch formell die Nachricht des„Gaulois“.
— 4 Oct. In der gestrigen Sitzung be— anspruchten die europäischen Delegirten der Besitzer türkischer Staatspapiere das Recht, die Abgaben für Seide, sowie die Schiffertaxe auch in den Orten erheben zu dürfen, welche außer der Zone liegen, die den Banquiers von Galata eingeräumt ist. Die türkischen Delegirten pro— testirten lebhaft und setzten die Vertagung der Frage durch, bis sie neue Weisungen von der türkischen Regierung erhalten hätten. Man ver— sichert, Bourke habe, als die Frage wegen der Tabak Regie zur Diskussion gestellt war, mit dem Bemerken opponirt, er wolle die Interessen der Schuld-Inhaber durchaus nicht gefährden,
indem man die neue Administration im Voraus bindet. Andernfalls wolle er sich eher zurück— ziehen, als von diesem Prinzip abgehen.
Serbien. Belgrad, 3 October. Der Ministerpräsident ist in Privat-Angelegenheiten nach Wien abgereist.
Aegypten. Kairo, 4. Oct. Das Regiment Ari Beys geht am 6. Oct. nach Elonady. Die Commissäre des Sultans werden am 10. Oct. in Alexandrien erwartet. Zulfikar Pascha em— pfängt dieselben im Namen des Khedive. Die Commissäre besitzen die Vollmacht zur Anstellung einer Untersuchung der Civil- und Militärver⸗ waltung von Aegypten. Die Ankunft der Com— missäre erweckt hier Besorgnisse. Man fürchtet, daß die Lage, die durch das Verhalten Scherif Paschas sich gebessert, wieder complicirter werde. Der Khedive hat deßhalb die Notabeln auf den 23. October einberufen. Die Consuln der europäischen Mächte erklärten dem Conseil— präsidenten Scherif Pascha, ihre Regierungen stünden der Mission des Sultans fern.
Afrika. Tunis. Nachrichten von hier vom 2. October berichten über den Brand des Bahn— hofes von Ued Zergua, sowie die Ermordung der Eisenbahnbeamten. Der Oberst Debord war mit 6 Compagnieen bis Beja gelangt. Er wurde aber auf dem Rückmarsch durch 1000 In⸗ surgenten angegriffen. Diese hatten die Ent— gleisung der Maschinen veranlaßt. Debord hielt sich bis zum Abend, wo ein Zug mit Verstärk— ung von Ued Zergua ihm zu Hülfe kam, Mittels dieser gelang es ihm den Feind zurückzuwerfen und nach Medjer Zelbad zurückzukehren.— Nach— richten aus Algier melden, an der Grenze von Marocco hätten sich zwei Colonnen maroccanischer Truppen gebildet, welche die Insurgenten an der Flucht nach Marocco verhindern. In den Schott— Gegenden(die Winter-Seeen im Süden von Algier) ist Regen eingetreten.— Weitere Nach— richten aus Tunis melden eine große Erregung, die über die Vorgänge in Ued Zergua herrsche. Auf Ersuchen Roustan's gingen der englische und der italienische Consul nach Zergua, um an der Untersuchung der Behörden Theil zu nehmen. Die Gerüchte über die Lage Ali Beys sind über— trieben. Ali Bey ist keineswegs in die Flucht geschlagen; er verlor auch keine Geschütze. General Logerot sandte mehrere Bataillone zur Verstärkung, damit er wieder den Angriff erneuern könne. Die Operationen gegen Kairuan stehen un— mittelbar bevor, man glaubt am 12. October. General Saussier wird den Oberbefehl über diese Expedition übernehmen. Eine Feld-Eisen— bahn soll von Susa nach Kairuan gebaut werden.
Allerlei. Aden, 4. Oet. Eine Meldung von hier sagt, seit acht Tagen sei kein Cholerafall mehr vorgekommen.
gewähren sind. Rekourbillets mit außergewoͤhnlicher Er⸗ mäßigung, mit denen diese Vergünstigung nicht bereits verknüpft ist, bleiben von derselben ausgeschlossen, während bei sogenannten Saisonbillets über die Behandlung von Fall zu Fall zu entscheiden ist. Die auf den Linien des vormaligen Rheinischen Eisenbahn⸗Unternehmens bisher erhobene Einschreibgebühr für Reisegepäck ist vom 15. Oet. dieses Jahres an nicht mehr zu erheben.
Vom 1. Oct. ab können Postpackete ohne Werthan— gabe bis zu 3 kg nach Konstantinopel auf dem Wege über Varna befördert werden. Die Absendung findet wöchentlich zweimal in geschlossenen Packetsäcken statt. Das vom Absender im Voraus zu entrichtende Porto beträgt ohne Unterschied des Gewichts bis zur ange⸗ gebenen Gewichtsgrenze 2 M. 20 Pf.— Vom 1. Oet. ab beträgt das Porto für Postpackete ohne Werthan⸗ gabe bis 3 kg 1) nach Italien, Montenegro, Rumänien und Serbien 1 M. 40 Pf., 2) nach Norwegen über Kopenhagen 1 M. 60 Pf.; 3) nach Bulgarien und Schweden 1 M. 80 Pf.; 4) nach Aegypten und zwar nach Alexandrien 2 M., nach anderen ägyptischen Orten 2 M. 20 Pf. Das Ports ist in allen Fällen vom Ab⸗ sender im Voraus zu entrichten.
Verloosungen.
Taunus⸗Eisenbahn⸗Prioritäts⸗Obli⸗ gationen. Ziehung vom 15. September 1881.— Heimzahlung am 31. December 1881. 3½ pCt. Anlehen von 1844. Lit. A. Nro. 12 24 81 134 155 173 195 199 220 237. Lit. B. Nro. 76 88 93 166 188 205 222 281 284 297. Lit. C. Nro. 3 46 71 80 162 188 320 840 364. 4pCt. Anlehen von 1862. Lit. A. Nro. 11 101 263. Lit. B. Nro. 61 85 105 149 307 559.
Karlsruhe, 30. Sept. Gewinnziehung der badi⸗ schen 35-Gulden-Loose. 40000 fl. auf Nro. 229898. 15 000 fl. auf Nro. 339194. Je 4000 fl. auf Nro. 41938 und 350275. Je 2000 fl. 45279 180764 258368 282349. Je 1000 fl. auf Nro. 61465 108727 153107 162095 178075 197798 238008 273703 301936 308359 325267 383985.
Stadt Mailand Fr. 10 Loose von 1866. Serien- u. Gewinn⸗Ziehung v. 16. Sept. 1881.— Heim⸗ zahlung am 15. Deebr. 1881. Serien. Nro. 749 1474 3828 5190 5967. Gewinne. Serie 1474 Nro. 17 Fr. 30000. Serie 3828 Nro. 82 Fr. 1000. Serie 1474 Nro. 42 Fr. 500. Serie 749 Nro. 17, S. 1474 Nro. 60 98 100, S. 5190 Nro. 82 Fr. 100. Serie 749 Nro. 91 92, S. 1474 Nro. 27 35, S. 3828 Nro. 33 59 96, S. 5190 Nro. 54 68, S. 5967 Nro. 25 à Fr. 50. Serie 749 Nro 80, S. 1474 Nro. 28 38 45 50 86, S. 3828 Nro. 1 34 79 83, S. 5190 Nro. 23 25 32 78 93, S. 5967 Nro. 41 72 77 à Fr 20. Auf alle übri⸗ gen in vorstehenden Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von Fr. 10.
Literarisches.
Soeben wird uns zur Besprechung unterbreitet: „Aechter Hebels Rheinländischer Hausfreund“. Neuer Kalender für das Jahr 1882. Verlag von J. Lang in Tauberbischofsheim.— Hat schon der erste Jahrgang dieses Kalenders gute Aufnahme gefunden, so wird dies in noch höherem Maße mit dem Jahrgang 1882 der Fall sein.— In einem Umfange von 108 Quartseiten (Preis nur 30 Pf.) bietet er in 42 Erzählungen aus dem Volksleben ernsten und heitern Inhalts, Gedichten ꝛc., köstliche Produkte des Geistes und sprudelnden Humors. Obenan stehen drei Beiträge aus dem ungedruckten literar⸗ ischen Nachlasse J. P. Hebels, nämlich: Der Herr Graf. Hausfreunderzählung aus dem Jahre 1813, sowie zwei alemanische Gedichte.— Möge der schöne Kalender seinen Zug halten, wie durch das deutsche Reich, so über den atlantischen Ocean, soweit deutsche Herzen schlagen!
Handel und Verkehr.
Friedberg, 5. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.15— 1.30, Eier 1 St. große 7 Pf., 2 St. kleine 13 Pf.
Friedberg, 5. October. Fruchtbericht. Waizen M. 24.75, Korn M. 20., Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd.
Gießen, 4. Oct. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.12— 1.15, Eier 1 Stück 6—7 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5—8 Pf., Tauben das Paar 50— 70 Pf., Hühner per Stück M. 0.85— 1.30, Hahnen per Stück M. 0.50 0.90, Enten per Stück M. 1.30— 1.60, Gänse per Pfund 50—60 Pf., Ochsenfleisch 64—00 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 46— 50 Pf., Kalbfleisch 44—48 Pf., Hammelfleisch 50— 60 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗ toffeln 100 Kilo M. 3—5., Zwiebeln per Ctr. M. 7—8, Weißkraut 1 St. 10-30 Pf.
Frankfurt, 4. October. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 300 Ochsen, 220 Kühe, 180 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleisch⸗ gewicht: Ochsen 1. Qual. M. 64.—67., 2. Qual. M. 58 bis 60., Kühe 1. Qual. M. 52.—54., 2. Qual. M. 40 bis 48., Kälber 1. Qual. M. 53.—55., 2. Qual. M. 40 bis 45., Hämmel 1. Qual. M. 58—60., 2. Qual. M. 40 bis 45. Das Kalbfleisch erfuhr bei der Metzgergenossen— schaft einen Abschlag von 5 Pf., d. h. es ging von 60 auf 55 Pf. zurück.
Der Eisenbahnminister hat an die königl. Eisenbahn⸗ directionen einen Erlaß gerichtet, in welchem bestimmt ist, daß vom 15. Oet. d. J. an im ganzen Gebiet der Staats— eisenbahn-Verwaltung, soweit solches nicht bereits ge— schteht, auf normal gebildete Retourbillets so wohl auf der Hin⸗ als auf der Rückreise 25 Klg. Freigepäck zu
Geld⸗Cours. Frankfurt am 4. October 1881.
20 ⸗Frankenstücke e M 16 16 20
do. 1%% 1 Englische Sovereigns. I Russische Imperiales.„%„ 16 71—76 Ducaten. p e
7 al mate,„ 9 56—60 Dollars in Gold„ 4 21—25
0
Obligations-Verloosung.
Von dem Anlehen der evang. Kirchengemeinde Friedberg vom 1. Juli 1844 sind nachbenannte Schuld- verschreibungen zur Rückzahlung auf 1. Januar 1882 bestimmt: Nr. 5 und 30 über 100 fl. und Nr. 84 und 95 über 200 fl.
Die Inhaber dieser Schuldverschreibungen wollen den 719 55 derselben bei Kirchenrechner Heidt dahier er— eben.
Friedberg den 3. Oetober 1881.
Für den evang. Kirchenvorstand:
3379 Ba ur.
Arbeits⸗Vergebung.
3385 Samstag den 8. Oetober, Nachmittags 3 Uhr, soll in der Gemeinde Bruchenbrücken die Lieferung und das Anfahren von eirea 40 ebm zerschlagenen Deck— steinen für die Ausgleisung der Ortsstraßen und Vieinal⸗ wege in Accord gegeben werden. Assenheim den 3. October 1881. Wenck, Bezirks bauaufseher.
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des Jas gegen d Angekla liche Sd 20. Sep ) Oroß D Geor Reichels Schillin Angekla deren 8 srafe v Verfahr nothwen dem B. urtheilu halb vi an ger. machen. Die beglaub Fri
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