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Deutsches Reich.
Darmstadt. Das Regierungsblatt Nr. 14 enthalt die Bekanntmachung über die Aenderung und Ergaͤnzung des Bahnpolizei-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands, sowie der Be— stimmungen über die Befähigung von Bahnpoli— zeibeamten und Locomotivführern. f
— L. Weber aus Stockau wurde zum Assisten- ten bei den naturwissenschaftlichen Abtheilungen des Museums ernannt. N
Berlin, 31. Mai. Der Reichstag ge— nehmigte bei dem Fortgang der Sitzung den § 1 a und 2 des Unfallversicherungs-Gesetzes. Bei der Berathung des§ 2 à(Versicherung durch das Reich oder durch die Partikularstaaten) wurden Amendements dazu gestellt. Die Sitz— ung wurde deßhalb auf morgen vertagt.— 1. Juni. Bei der fortgesetzten Berathung des Unfallversicherungsgesetzes erklärte der Staats— secretär v. Bötticher, die Regierung sei in erster Linie für eine Reichsanstalt. Diese sei auch die billigste Methode. Eventuell werde er auch die Anstalten, welche die einzelnen Staaten errichte— ten, im Sinne der Commission annehmen. Beim Fortgang der Sitzung nahm der Reichstag den § 2a des Unfallversicherungs-Gesetzes in der Commissionsfassung mit 145 gegen 96 Stimmen an. Der Antrag von Richter wurde mit 130 gegen 109 Stimmen abgelehnt. Der§ 3 wird dem Comissionsbeschlusse entsprechend abgelehnt. Die Commission für den in dem Nachtrags-Etat geforderten Posten für den Volkswirthschaftsrath sprach sich mit 8 gegen 6 Stimmen für die Be— willigung aus und beschloß mündliche Berichter— stattung. Der Reichstag nahm in fortgesetzter Berathung die§§ 4—111einschließlich, unter Ab— lehnung aller Amendements, durchweg nach den Anträgen der Commission an.— 2. Juni. Der Reichstag genehmigte den Paragraphen 12 bis 41 des Unfallversicherungsgesetzes nach den An— trägen der Commission. Bei§ 42 stellte sich
die Beschlußunfähigkeit des Hauses heraus. Da— rauf wurde der Reichstag bis zum 9. Juni vertagt.
— 1. Juni. Bismarck empfing trotz seines Unwohlseins den Besuch des russischen Reichs— kanzlers Gortschakoff, welcher gestern nach Peters— burg weiter gereist ist.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 1. Juni. Das Haus der Abgeordneten nahm nach kurzer Debatte den Gesetzentwurf, betr. den deutschen Handelsvertrag und Veredelungsverkehr, an, nach— dem der Handelsminister erklärt hatte, die Re— gierung halte es für ausgeschlossen, daß die Re— vocation des Gesetzes über den Appretur-Verkehr eintreten könne.
— 31. Mai. Das Herrenhaus nahm in
namentlicher Abstimmung mit 64 gegen 45 Stim-
men die Beschlüsse vom Haus der Abgeordneten über die Grundsteuer in den Hauptsummen an, nachdem der Finanzminister dafür eingetreten war und die Commissionsanträge bekämpft hatte.
— Der Steuerausweis für das erste Quartal
1881 gibt ein Mehr von 1¼ Mill. an directen und von 7 Mill. an indirecten Steuern an. — Pest 2. Juni. Heute fand der Schluß des ungarischen Reichstags statt. N a Holland. Haag, 1. Juni. Die zweite Kammer nahm mit 48 gegen 25 Stimmen das Gesetz über den Post-Packetdienst an. Frankreich. Paris, 31. Mai. Die Kammer lehnte mit 254 gegen 176 Stimmen den Autrag von Barodet wegen der Revision der Verfassung ab. Im Laufe der Debatte sagte der Minister— präsident Ferry, die Revision der Verfassung würde die Majorität der Kammer auf eine andere Stelle schieben, dann könne das Cabinet nicht bleiben. Daraufhin erfolgte die Ablehnung. i — Aus Algerien treffen ziemlich bedenkliche Nachrichten über den Aufstand in der Provinz Oran ein. Si⸗Kirddur⸗bed⸗Hamza, der Ober—
priester der Laghuat-Kaben, eines einflußreichen Stammes, der bisher schwanckend war, hat die Seinigen bewogen, zu den Rebellen zu stoßen. Diese haben sich Géryville, nach dessen Besitz Si⸗Bu⸗Amerua strebt, genähert und werden mit dem General Detrio zu thun haben, der seit Kurzem den Oberbefehl über die vereinigten Co— lonnen Innocenti und de Mallaret führt.
Großbritannien. London, 1. Juni. Unterhaus. Chamberlain theilte mit, daß die Regierung die fremden Regierungen aufgefordert habe, sich über ein internationales Arrangement zu einigen betreffs der Lichter, welche die Fischer— boote führen sollen.
— Dublin. Wie verlautet, hat auf der Insel Arranmore am 31. Mai ein Handgemenge stattgefunden; fünf Boote, welche zu dem dort zum Schutze der Gerichtsdiener stationirten Ka— nonenboote„Goshawk“ gehörten, wurden von den Bewohnern der Insel zerstört, weshalb der „Goshawk“ die Insel beschoß.
Spanien. Madrid, 2. Juni. Der Minister⸗ rath berieth die Frage der Deputirtenneuwahlen, welche Ende August stattfinden sollen. Der Zu— sammentritt der Cortes ist für den September beabsichtigt. Es heißt, die Regierung würde eine Reform des Senats vorschlagen und die Zahl der Senatoren erhöhen.
Rumänien. Bukarest, 1. Juni. Die Kammer hat gestern die Convention, betreffend den Fabrikmarkenschutz mit Belgien, angenommen. Janescu brachte in der Kammer nochmals die Interpellation ein über die massenhafte Ein— wanderung der Israeliten aus Rußland.
Rußland. Petersburg. Die Ernennung Vanowskis zum Kriegsminister an Statt Milju— tins wird für wahrscheinlich gehalten.— Die Nachricht auswärtiger Correspondenten von einem Rücktritt des Domänen-Ministers Ostrowski und dessen Ernennung zum Reichs-Controleur wird als unrichtig bezeichnet.
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