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Gesetz für nöthig erachtet.
deshalb habe der Bundesrath auch kein neues Mit Bremen seien gleichfalls Verhandlungen eingeleitet. Man habe sie aber der complieirten Materie wegen nicht, zu gleicher Zeit führen konnen. Die Bremer Verhandlungen gingen aber nun rasch vor. Bei dem Hamburger Zollanschluß werde auch Altona seine gebührende Berücksichtigung erfahren. Der Senat von Hamburg und die Reichsregierung stünden auf gemeinsamem Boden. Es könne weder von einer Pression noch Vergewaltigung die Rede sein. Es handle sich nur um Maß— regeln, die von der Reichsregierung als im allge— meinen Interesse erachtet würden, da nun auch Senat und Bürgerschaft zugestimmt. Windt— horst mahnt, alle politischen Rücksichten abzulegen und zu prüfen, ob eine commissarische Berathung bei der Unzulänglichkeit der Motive überhaupt nöthig sei.— 29. Nov. Die allgemeine Rech— nung über den Etat von 1877’ 78 geht an die Rechnungscommission; ebenso die Uebersicht von Ausgaben und Einnahmen aus 1880/81 sowie die allgemeinen Rechnungen der Oberrechnungs— kammer aus 1878, 79 und 1880. Dann folgt die zweite Berathung des Etats. Bei dem Etat des Reichstags bringt Rickert die Wahlstatistik des Reichstags zur Sprache und verlangt Aus— kunft über den Urheber der Statistik. Fürst Bismarck nimmt die Gelegenheit wahr, seine Stellung zu den Secessionisten und der Fort— schrittspartei zu präcisiren. Er habe Etwas ge— lernt, er sei vorgeschritten; die Fortschrittspartei aber sei eigentlich die Partei des Hemmschuhes. Richter(Hagen) vertheidigt die Freihandels— Politik der Fortschrittspartei und appellirt von dem schlecht unterrichteten an den besser zu unter— richtenden Kanzler. Eine genaue Statistik der Wahlen könne nur das Reichstags-Bureau mit Hülfe der Parteien feststellen. Fuͤrst Bismarck erklärt, er müsse auch heute Richter gegenüber, wie gestern Lasker gegenüber, bekennen, weniger gelernt zu haben, wie jene Er glaube aber, daß die neuerdings insinuirte Politik den Wünschen des Volkes mehr eutspreche, wie die jener Herren. Er sei zu derselben gelangt, als er die Nieder— lage von Handel und Gewerbe gesehen. Er halte daran um so fester, je mehr die Leitung der liberalen Partei nach links gleite und den radicalen Elementen anheimfalle, die einer Krisis entgegensteuerten, wie sie Frankreich schon viel— fach erfahren habe. Windthorst glaubt, daß nicht der Studiengang, sondern die Vorlagen des Kanzlers zu discutiren seien. Bei dem Schutzzoll sei es Unrecht, nach bloßen Studien zu gehen. Das sei keine theoretische Frage; sie sei bedingt durch das Verhalten der Nachbar— länder. Hänel gibt dem Centrum zu bedenken, ob es mit seinem angeblichen Liberalismus ver— einbar, in einer Weise, wie es bisher nur die Diplomaten getrieben, alle möglichen Karten aus— zuspielen. Das Centrum sei demnach nicht die Partei der Grundsätze, sondern der Taktik. Auf Bismarcks Rede eingehend, vertheidigt Hänel die Forschrittspartei gegen den Vorwurf einer Gefahr für die Monarchie. Der diktatorische Geist des Kanzlers gefährde jeden Constitutionalis— mus. Mehr als Alles sei aber zu beklagen, daß der Kanzler die Königstreue der Fortschritts— partei auch vor dem Kaiser als zweifelhaft dar— stelle, sie als eine republikanische erkläre. Fürst Bismarck replicirt: Ich habe nach bester Ueber— zeugung den Kaiser berathen; auch in dieser Be— ziehung habe ich meine Schuldigkeit gethan. Ich vertrete nicht die Politik der Regierung, sondern die des Kaisers. Der Kaiser bildet den festen Angelpunkt in dem Regierungssystem. Die per⸗ sönliche Theilnahme des Kaisers an der Regier— ung ist so rege, daß der Kaiser sich von dem Abgeordneten Richter nicht wird verbieten lassen, zu seinem Volk zu reden. Diese kaiserliche Politik vertrete ich als Kanzler voll und ganz!
— Die Budgetcommission erklärte sich für Bewilligung von 243,325 M., die für die Geldverpflegung der Ersatzreservisten in Preußen mehr als bisher angesetzt sind, desgleichen für 12,746 in Sachsen und 28,336 in Württem—
berg. Dann beantragte sie, das Kriegsministerium zu ersuchen, diese Mehrkosten, welche durch Ver— stärkung der Ersatzreservisten entstehen, durch eine Verlängerung der Rekruten-Vacanzen zu decken. Der Antrag von Rickert, diese Erspar— nisse durch Verlängerung der Rekruten-Vacanzen für den ganzen Militäretat auf 800,000 M. zu normiren wurde mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen.
Ausland.
Dänemark. Kopenhagen, 29. Nov. Der Reichstag ist heute wieder zusammengetreten. Die Budget-Vorlage weist 49,886,000 Kronen Ein— nahme und 52,501,000 Kronen Ausgabe auf.
Großbritannien. London. Das Parla—
ment ist auf den 7. Februar einberufen.
Türkei. Konstantinopel, 27. Nov. In der Sitzung der türkisch-russischen Finanz-Com— mission überreichte der türkische Delegirte ein Verzeichniß der Einkünfte, welche noch unbe— lastet oder von einer Special-Hypothek befreit werden könnten. Diese Einkünfte sind nach dem Verlangen der russischen Delegirten localisirt; sie wurden von diesen Delegirten geprüft; die Erhebung soll durch zwei Banken, eine türkische und eine russische, oder durch russische Agenten geschehen.
— 29. Nov. Die gestrige Sitzung der Bond— holders beschäftigte sich mit der Tabak-Regie. Server Pascha erklärte, die Pforte lasse die Regie im Princip zu, ohne sich zu verpflichten, das beantragte Regieprojekt anzunehmen, welches die Pforte mit dem Administrationsrath der Bondholders berathen wolle. Die Pforte werde ohnedies den Bondholders keinen Antheil an dem Erträgniß der Regie gewähren, ausgenom— men was zur Vervollständigung der den Titel— besitzern schuldigen 800,000 Livres nothwendig sei. Die europäischen Delegirten stimmten sämmt— lich gegen diese letztere Erklarung, weil sie eine Beschränkung der Rechte der Titelbesitzer sei. Die Commission beschloß, der Maximalwerth der zur Amortisirung rückzukaufenden Titel solle während der einprocentigen Verzinsung mit 50 bis 66 pCt. festgestellt werden.
Rumänien. Bukarest, 28. Nov. Die Deputirtenkammer wählte einstimmig Demeter Bratiano zum Präsidenten.
— Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernenn— ung Pherekides' zum Gesandten in Paris.
Serbien. Belgrad. Die Regierung schloß einen Postvertrag mit Bulgarien ab.
Rußland. Petersburg. Ueber Wien er— fährt die„Trib.“, daß dort im Ministerium des Auswärtigen folgende vertrauliche Mittheilung eingetroffen ist: Vor einigen Tagen versuchten die Nihilisten das Schloß Gatschina in Brand zu stecken, um sich im Augenblicke der allge— meinen Verwirrung der kaiserlichen Familie zu bemächtigen. Der Versuch scheiterte; zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.
Afrika. Tunis. Von hier wird gemeldet: Eine französische Colonne traf in Nefta an der Südgrenze von Tunis ein und proclamirte die Uebernahme des Protektorats durch Frankreich Sie ließ erklären, Frankreich werde die von den Aufständischen geplünderten Anhänger Frankreichs schadlos halten.
Aus Stadt und Land.
W. Bad Nauheim. In dem am Sonntag statt— gefundenen Turntag des Usgauverbandes theilte der Vorsitzende, Lehrer Wagner, nach Eröffnung der Ver— sammlung zunächst mit, daß Rendel sich bereit erklärt habe, das Usgaufest im nächsten Jahre abzuhalten, daher Anspach erst im darauffolgenden Jahre an die Reihe kommen könne. Hierauf wurde zur Abhörung der Rech— nung geschritten. Dieselbe wurde gepruft und für richtig befunden. Von den anwesenden Vertretern wurde sodann der Festbeitrag von dem Vorort Nauheim erhoben. Der Vorsitzende legte darauf die von ihm entworfenen Statuten des Usgauverbandes vor. Dieselben wurden mit einigen unwesentlichen Modifikationen angenommen. Unter Anderm wurde hierbei besonders von den Vertretern von Unsingen, Anspach und Wehrheim betont, man möge den alten Namen„Usgauverband“ auch fernerhin beibehalten. Weiter wurde den Vereinen, welche 50 und mehr Mitglieder zählen, die Berechtigung zuerkannt, den Turntag mit zwei Vertretern zu beschicken. Ferner wurde Turner Demuth von Gießen ersucht, er moge sich mit dem Turn—
verein zu Herborn in's Benehmen setzen, damit de nächstjährige Turntag des Gaues Hessen nicht in Herborn, sondern in Gießen abgehalten werde, da der letztere Ort von den Vereinen des Usgauverbandes leichter zu beschicken sel. Das am Nachmittag staltgefundene Schau— turnen auf dem Hartmann'schen Felsenkeller erfreute sich elner sehr großen Zahl von Zuschauern. Dasselbe ver⸗ anschaulichte klar die methodische, ebenmäßige Ausbildung des Körpers durch verständig ausgewählte, gutgeleitete und mit Fleiß eingelernte Turnübungen. Dasselbe be— gann zunächst mit Freiübungen, dann folgte Riegenturnen mit mehrmaligem Geräthewechsel und hleran schloß sich ein in Riegen vorgeführtes Kürturnen, bei welch letzterem namentlich die besseren Turner vorzügliche Lelstungen zu zeigen Gelegenheit hatten. An das Schauturnen reihte sich am Abend eine gesellige Unterhaltung, welche mit dem Gesang einiger hübschen Lieder, sowie dem Vortrag mehrerer Conzertstücke der Familie Böhlmann auf Streich- Instrumenten und Clavier eröffnet wurde. Den Schluß bildete ein Tanzvergnügen, bei welchem die Pausen durch Vorträge theils heiteren, theils ernsten Inhalts von Mitgliedern der Turnvereine von Gießen und Friedberg ausgefüllt wurden.
Büdingen. Vor Kurzem erwähnten wir, daß in
ö 7 C
die benachbarte Haagkirche eingebrochen worden set. Als
der That dringend verdächtig, ist ein Glaser aus Düdels— heim verhaftet worden.
Darmstadt. In den Irrenanstalten unseres Groß— herzogthums befanden sich im vergangenen Jahre 284 Per- sonen(121 männl. und 163 weibl.), bei welchen die Erblichkeit der Geisteskrankheit nachgewiesen werden konnte, Am 1. Jan. 1880 war der Gesammtbestand an Geistes⸗ kranken 779, im Laufe des Jahres gingen zu 200, wo
gegen der Abgang 239 betrug und davon gingen 62
mit Tod ab.
Allerlei.
Hamburg, 29. Nov. Der Hamburger Postdampfer
„Lessing“ verlor auf der Fahrt nach New-Vork das Ruder und kehrte nach Plymouth zurück. London, 27. Nov. Gestern wüthete hier ein heftiger
Sturm, der in ganz Großbritannien großen Schaden
anrichtete. An den Kuͤsten fanden viele Schiffbrüche statt. London, 29. Nov. Mörders Gold's, ist heute vollzogen worden. Vevey. Ein Meteorstein ist am 21. November auf dem Markte hier niedergefallen und mit donnerähnlichem Krachen in Stücke zersprungen.
Gerichtssaal.
Friedberg, 22. Nov. In der heutigen Sitzung des Schöffengerichts wurden folgende Sachen verhandelt: 1) Christian Schmiegel von Nieder-Florstadt, angeklagt der Verübung groben Unfugs, wurde in eine Haftstrafe von 5 Tagen verurtheilt. 2) Johannes Vetter von Ilben—
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Die Hinrichtung Lefroy's, des
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stadt, angeklagt derselben Uebertretung, wurde in eine
Geldstrafe von 10 M. condemnirt. 3) Georg Enders von Bauernheim, angeklagt am 3. Juli d. J. zu Bauern⸗ beim auf der Ortsstraße ruhestörenden Lärm und groben Unfug verübt zu haben, wurde in eine Haftstrafe von 8 Tagen genommen. 4) Johannes Blöser von Kestrich,
der der Unterschlagung eines Paar Stiefel angeklagt,
wurde in eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen verurtheilt. 5) Christian Sommer von Söͤdel, angeklagt der Miß— handlung eines 11 Jahre alten Buben, wurde kostenlos freigesprochen. 6) Gottfried Meuser III. von Ockstadt, angezeigt der Uebertretung des Polizei-Reglements für die Kreisstadt Friedberg, das Entleeren der Dunggruben betr., nahm seinen deßfalls erhobenen Einspruch vor der Sitzung zurück, weßhalb die Sache nicht verhandelt wurde.
7) Eine weitere Sache gegen Heinrich Bischoff
von Beienheim wegen Körperverletzung mußte vertagt
werden, weil ein Zeuge nicht erschienen war. l
Handel und Verkehr.
Friedberg, 30. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 95— 1.10 Pf. Eier 1 St. 7 Pf., 2 St.
15 Pf.
Friedberg, 30. November. Fruchtbericht. Walzen
M. 24.25, Korn M. 20.50, Gerste M. 19., Hafer M. 15
bis 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd. 9 Gießen, 29. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfd.
M. 1.10— 1.30, Eier 1 St. 7—8 Pf., 2 kleine St. 00 Pf., gäse per Stück 4— 10 Pf., Tauben das Paar 50—00 Pf., Hühner per Stück M. 0.85 1.00, Hahnen ver Stück M. 0.60 0.90, Enten per Stück M. 1.20— 1.50, Gänse per Pfund 44—52 Pf., Ochsenfleisch 62—00 Pf. per Pfd., Kuh und Rindfleisch 4550 Pf. Kalbfleisch 44—48 Pf. Hammelfleisch 40-60 Pf. Schweinefleisch 62-64 Pf.
Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00— 4.00, Zwiebeln per
Ctr. M. 7—8, Weißkraut 100 St. M. 6.00— 9.00 Grünberg. Fruchtpreise vom 26. Nov. Walzen M. 24.30, Korn M. 20.30, Gerste M. 16.54, Hafer M. 15.70, Erbsen M. 20.40, Linsen M. 30,00, Wicken M. 18.00, Lein M. 00.00, Samen M. 26.00, Kartoffeln M. 000. Durchschnittspreis pro 100 Kilogramm. Frankfurt, 27. November. Viehmarkt. Angetrleben waren ea. 370 Ochsen und Stiere, 320 Kühe und Rinder, 210 Kälber und 700 Hämmel. Die Preise, 100 Pfd. Fleischgewicht, stellten sich: Ochsen 1. Qualität M. 60 bis 62., 2. Qual. M. 52—55., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 45—50., 2. Qual. M. 40—45., Kälber 1. Qual. M. 54—56., 2. Qual. M. 40—50., Hämmel 1. Qual. M. 55 60., 2. Qual. M. 40—45. Schweine wurden in letzter Woche 650 Stück eingeführt und mit 65 Pf. das Pfund bezahlt. N Frankfurt, 28. Nov. Weizen still, eff. hiesiger und
Wetterauer M. 25., fremder M. 24½ /, per diesen
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20 Frank do. Englische Russische Ducaten
* Dollars
—
In 40²² f 1 Uhr,
lasse der nämlich:
Flur. * 1 1. 3 N. öffentlich
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