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die Vorlage im Ganzen unter der Voraussetzung
Debatte über Südafrika die Nothwendigkeit,
zu befürworten, daß die Gültigkeitsdauer des Bartle Frere am Cap zu belassen, weil die
Gesetzes zeitlich begrenzt werde. Die Frei⸗ conservativen wollen ebenfalls die Feststellung einer begrenzten Gültigkeitsdauer, außerdem mehrfache Modiftcationen einzelner Paragraphen, namentlich der§§ 4 und 9.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Das, Fremden- Blatt“ meldet: Oesterreich-Ungarn hat bereits dem Antrage der französischen Regierung in Betreff der Nachconferenz zur Erledigung der griechischen Frage zugestimmt, nachdem es sich vorher mit Deutschland in's Einvernehmen gesetzt hatte. Deutschlaud hat unter der Voraussetzung der Zustimmung aller Mächte dem französischen Antrage beigestimmt. An der Zustimmung Rußlands und Italiens wird nicht gezweifelt.— Die„Pol. Corr.“ gibt Aufklärung in Betreff der Nachrichten über den Vorschlag, welchen die österreichische Regierung der Pforte bezüglich deren militärischen Einschreitens gemacht und sagt, daß dieser Vorschlag darin bestanden habe, die Pforte solle durch ihre Truppen Skutari behufs Abschneidung der Verbindung dieser Stadt mit den bei Tusi versammelten Albanesen blokiren. Diesem Vorschlag schlossen sich Deutschland und Rußland an. Laut Meldung von Skutari trafen dort vier Tabors zuverlässige türkische Truppen ein, mittelst welcher die Cernirung möglich wäre. Ob die Zufuhren wirklich auf— hören werden, hängt hauptsächlich ab von dem aufrichtigen Willen der türkischen Befehlshaber, die Konstantinopeler Befehle zu befolgen. 25. Mai. Das Herrenhaus nahm in der Specialdebatte das Budget und das Finanz— gesetz pro 1880, sowie das Militärgesetz an und nahm sodann die Delegatiouswahlen vor, worauf der Ministerpräsident im Auftrage des Kaisers den Reichstag für vertagt erklärte.
— 26. Mai. Durch kaiserliches Patent vom Heutigen werden die Landtage auf den 8. Juni einberufen.
Belgien. Brüssel. Baron Anethan, der belgische Vertreter beim Vatikan, dürfte dem— nächst unbestimmten Urlaub erhalten, ohne ihn erbeten zu haben.
Frankreich. Paris, 25. Mai. Bei der heutigen Praͤsidentenwahl des Senats wurden 276 Stimmzettel abgegeben, von denen 121 unbe— schrieben oder sonst ungültig waren, so daß 155 gültige Stimmen abgegeben wurden. Die absolute Majorität beträgt demnach 78. Leon Say erhielt 147 Stimmen und ist somit gewählt.
— 26. Mai. In einer von den Deputirten
von Paris veranlaßten Unterredung erklärte der Minister des Innern Constans: die am Sonntag von der Polizei getroffenen Maß—
regeln wurden im Ministerrathe beschlossen. Die Regierung könne keine Manifestation gestatten, welche auf offener Straße Unruhen erregen könne, und halte es für besser, solchen vorzu— beugen, als dieselben nachträglich zu daͤmpfen. Die Regierung könne nicht zulassen, daß Aus— länder eine Manifestation organisiren in der Absicht, die Regierung der Republik herabzusetzen. 27. Mai. Im Senate verlas der Präsident ein Schreiben Leon Say's. Derselbe dankt dem Senat für die Wahl zum Präsidenten und sagt, er habe den Präsidenten der Republik gebeten, ihn von seinen Funktionen als Bot⸗ schafter zu entbinden.— Der Senat nahm den Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung des die
Abberufung dem Conföderationsplane präjudiciren würde. Northcote unterstützte diese Ansicht.
— 27. Mai. Wie es heißt, werde man die bei dem Zusammentritt der Nachconferenz in Aussicht genommene technische Commission zur Regelung der griechischen Grenze der Conferenz folgen lassen. Die technische Commission werde auf Grund der gefaßten Beschlüsse an Ort und Stelle ihre Arbeiten vornehmen.
—„Daily News“ meldet aus Kabul vom 26. Mai: Die britische Commission hat Abdur— rahman die Emirwürde angeboten. Eine Ant— wort Abdurrahman's ist hierauf noch nicht erfolgt.
Italien Rom, 25. Mai. Der König ernannte Tecchio zum Präsidenten, Conforti, Borgattie, Caccia und Alfieri zu Vicepräsidenten des Senats.
— 27. Mai. In der heutigen Sitzung der Kammer wurde der ministerielle Candidat Farini mit 406 Stimmen zum Präsidenten gewählt. Hierauf fand die Wahl der übrigen Mitglieder des Bureaus statt, wofür jede der drei Parteien eigene Candidaten aufstellte.
Rumänien. Bukarest, 27. Mai. Das „Amtsblatt“ veröffentlicht eine von den Moha— medanern der Dobruͤdscha anläßlich der Feier des 22. Mai an den Fürsten Karl gerichteten Adresse, worin es heißt, daß die Mohamedaner in Anbetracht der Rechtsgleichheit und des Schutzes, welchen sie unter dem rumänischen Ge— setze genießen, glücklich sind, in würdiger Weise so wis die Rumänen den Jahrestag der Thron— besteigung des Fürsten zu begehen, welchem sie eine lange und glorreiche Regierung wünschen.
Griechenland. Athen, 26. Mai. Die Königin von Griechenland ist gestern Abend von Venedig nach Petersburg abgereist; der König setzt die Reise nach Paris heute fort.
Rußland. Petersburg, 25. Mai. In der 13 Stunden- dauernden Schlußsitzung des Processes Weymar wurden sämmtliche Ange— klagte schuldig gesprochen. Das 3½ Uhr Morgens verkündete Urtheil verfügt folgende Strafen: gegen Michailof und Saburoff Tod mittelst Stranges, Trotschansky zwanzigjährige Zwangsarbeit in Bergwerken, Weymar und Berdnikoff desgleichen fünfzehnjährige, Kolenkina Fabrikzwangsarbeit von gleicher Dauer, Löwenthal zehnjährige Festungszwangsarbeit, Nathanson sechsjährige und Witaniewa vierjährige Fabrikzwangsarbeit, Malinowskaja Verbannung nach Tobolsk mit Verlust aller Rechte, Bulemeff dergleichen ohne Verlust aller Rechte. Bei Weymar und Kolenkina wurden Milderungsgründe bewilligt.
— 27. Mai. Ein Bulletin über den Ge— sundheitszustand der Kaiserin meldet, daß der— selbe in der letzten Woche keine wesentliche Ver— änderung erfahren habe.
Aus Stadt und Land.
n. Bad-Nauheim, 22. Mai. Gestern Abend hat unser Teich abermals ein Opfer gefordert. Der vier— zehnjährige Sohn eines hiesigen Ehepaares, das in einigen Tagen das Fest der silbernen Hochzeit froh zu feiern gedachte, ertrank, als er im Teiche badete. Der Junge tauchte unter und gerieth in den Tang oder Schlamm, wo er stecken blieb, denn er kam nicht wieder zur Oberfläche. Zwei Offieiere, die auf dem Teichhaus sich restaurirten, machten sich sofort auf die Suche, als sie von Vorübergehenden den Vorfall hörten und fanden dann auch den Jungen nach etwa halbstündigem Suchen.
A. Oppershofen, 25. Mai. Unterm 11. d. M. brachte der„Oberh. Anzeiger“ die Nachricht von der Feier der goldenen Hochzeit der Andreas Wolf J. Eheleute von hier. Gewiß müssen solche Ereignisse, überall wo sie
Sonntagsarbeit verbietenden Gesetzes an.— Der Ministerrath beschloß, das Votum Municipalrathes von Paris gegen den Polizei— präfecten zu vernichten— Die Deputirten des Seine- Departements beschlossen, bezüglich der Vorgänge am letzten Sonntag die Regierung zu
des
interpelliren.— Die Kammer der Deputirten nahm den Gesetzentwurf betreffend die Auf- hebung der Obedienzbriefe mit 366 gegen 121 Stimmen an.
Großbritannien. London, 25. Mai.
Im Unterhause betonte Gladstone anläßlich der
stattfinden, als Seltenheiten angesehen werden. Diese und eine weitere goldene Hochzeit aber sind durch die Umstände, unter welchen dieselben gefeiert wurden, ein Ereigniß der allerseltensten, vielleicht einzigen Art seit und für Menschenalter im ganzen Großherzogthum: nicht allein nämlich dadurch, daß fast zu gleicher Zeit, am 25. d. M., somit nur 14 Tage später, dieselbe seltene Feier bei den Eheleuten Heinrich Sulzbach III. dahier sich wiederholte, sondern auch dadurch, daß diese beiden Feierlichkeiten wieder auf Dienstage, wie vor fünfzig Jahren die Verebelichung, fielen und daß außerdem damals zwischen beiden Copulationen eine weitere nicht stattfand, dieselben somit seiner Zeit wie auch jetzt wieder in der unmittelbar nach einander
Gemeinde copulirt, respektive eingesegnet wurden, sowie daß der
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anderen Gesch wisterkinder sind, und dadurch daß über⸗ dies diese so seltene Doppelfeier in einer Gemeinde von nur etwa 600 Seelen stattfand. Wie das erste, so beging auch das zweite Jubelpaar seinen Ehrentag durch eine kirchliche und eine Familien⸗Feier.
2. Lauterbach, 22. Mai. Unsere Stadt kommt aus der Aufregung nicht heraus, denn abermals berichte ich Ihnen von hier von einem Morde, aber diesmal von einem Giftmorde auf dem benachbarten Schloß Eisenbach. Ein Knecht des dortigen Gutspächters Fülberth hat, wie verlautet, aus Eifersucht den Kaffee der Mägde vergiftet. Eine Frau, welche in der Kürze ihrer Nieder⸗ kunft entgegensah und welche von dem Kaffee ebenfalls genoß, ist ihren qualvollen Leiden erlegen; dagegen scheinen die Uebrigen, die von dem Kaffee genossen, der Gefahr enthoben zu sein. Der der That verdächtige Knecht ist in's hiesige Bezirksgefängniß abgeführt worden.
Allerlei.
Bruck(Oberpfalz), 21. Mai. Gestern Abend wurde die Bevölkerung des Marktes Bruck wiederum durch Feuerlärm in Schrecken gesetzt, zum drittenmale seit anderthalb Jahren. Es brannte ein Haus im oberen Markte, und das Feuer, begünstigt durch die heftige Luftströmung aus Südost, breitete sich schnell über den nordwestlichen Theil des Marktes aus. In kaum einer Stunde standen 17 Wohnhäuser mit allen Nebengebäu den in Flammen, und nur die angestrengteste Thätigkeit der herbeieilenden Feuerwehren konnte dem entfesselten Elemente Schranken setzen. Viele Familien konnten bei dem raschen Umsichgreifen der Flammen kaum das nackte Leben retten, und der Jammer ist um so größer, als nur drei Haus⸗ haltungen ihre Habe versichert hatten, indem im letzten Jahre die meisten Versicherungen gestrichen wurden. Ueber die Entstehungsursache ist noch nichts bekannt.
Stuttgart. Der König hat den Raubmörder Möll, der in Heilbronn zum Tode verurtheilt war, zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt, womit also wohl die Guillotine, nachdem sie jüngst ausnahmsweise in Rottenburg ihr blutiges Werk geleistet, wieder in die Rüstkammer verwiesen sein wird.
Lyon, 26. Mai. Das erst kürzlich wieder aufge⸗ baute„Théatre des Celestins“ ist vergangene Nacht bis fast auf die Mauern niedergebrannt. Die Entstehungs— ursache des Feuers ist unbekannt.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 26. Mai. Marktbericht. Heu kostete der Centner je nach Qual. M. 2.50—4., Stroh M. 2.— 3.20. Eier das Hundert M. 4.— 5.50. Butter im Großen 1. Qual. M. 1., 2. Qual. 90 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Ochsenfleisch das Pfund 65—70 Pf., Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 45—60 Pf., Schweinefleisch 65— 20 Pf., Kalbfleisch 45— 55 Pf., Hammelfleisch 45—65 Pf. Kopfsalat das Stück 10— 12 Pf., Radieschen 3—4 Pf., neue Kartoffeln per Pfund 40 Pf., junge Erbsen 30 Pf., Romain-Salat 50—60 Pf., neue Bohnen 100 Stück M. 2.80, neue Gurken das Stück 20—30 Pf., frische Kohlrabi 12— 14 Pf., neuer Blumen⸗ kohl M. 1.20, Kirschen das Pfund 60 Pf., neue Gelb— rüben das Bündel 15 Pf. Huhn M. 2.— 2.50, Hahn M. 2.40 2.60, Ente M. 2.70 3.20, Taube 60 Pf., Kapaune M. 3.—3.50. Lattich per Portion 10—15 Pf., Zwiebel das Bund 10 Pf.
D. Frankfurt, 27. Mai. Wir haben heute über eine sehr feste Börse zu berichten. Als Ursache des Ani— mos, welches auf verschiedenen Verkehrsgebieten herrschte, ist in erster Linie die Uebernahme der ungarischen Inve— stitionsanleihe durch das Creditanstaltsconsortium zu dem bereits erwähnten exorbitant hohen Course von 106,11 zu verzeichnen. Dieser finanzielle Erfolg des ungarischen Finanzministers machte an allen Börsen Plätzen einen günstigen Eindruck und verfehlte nicht die Gesammtten denz vortheilhaft zu beeinflussen. Von Wien wurde„Renten— hausse“ gemeldet und Berlin sandte höhere Montan wertheourse. Auf Realisationen bröckelten die Course nach Notiz wieder etwas ab, ohne daß indeß die allgemein günstige Disposition der Spekulation erschüttert wurde. Creditaetien, gestern Abend 2385/8 bewegten sich zwischen 239 238240 und 239½, Staatsbahnactien, gestern Abend 236358, zwischen 236½, und 236. Lombarden notirten 72. Im Vordergrunde standen heute außer Creditactien, hauptsächlich Ungarische Werthe. Ungarische Goldrente waren gefragt und hoher. Pfund-Ungarn stiegen 1½0%, Ungar. Secondprioritäten 1%, auch Go mörer Pfandbriefe besser. Oesterr. Renten anziehend. Russen fest. Oesterr. Bahnen theilweise schwächer. Elb⸗ thal beliebt und höher. Deutsche Bahnen fest. Von Prioritäten Ungarische beliebt. Lose besser. Banken 960 fest. Deutsche Effectenbank und Vereinsbank höher. Wechsel
fest. Privatdisconto 27/8— 3%. Geld⸗Cours. Frankfurt am 7. Mai 1880. 20- Frankenstücke... M. 16 15—19 do. in ½*„ 16 15—10 Englische Sovereigns..„ 20 38—42 Russische Imperiales„ 16 6872 Ducaten.„ 9 51ʃ—55 rr„ 9 57-62 Dole d God 421-24 ——.* Damen- und Kinder-Schürzen 73 zu den billigsten Preisen bei K. Friedrich.
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Setungesertigte Wolmermover.


