Ausgabe 
24.2.1880
 
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direktionen werden in dritter Lesung unverändert genehmigt Eine Petition betreffs weiterer Maß; regeln gegen die Reblaus wird der Regierung zur Erwägung überwiesen, ebenso die Petition gegen die Flußkorrektionen im Rheingau. Hierauf wird die Sitzung auf einige Stunden vertagt zur Ent gegennabme der Botschaft betreffend die Vertagung des Landtages bis 20. Mai.

München, 21. Febr. Der Reichsrath nahm das Branntweinaufschlaggesetz wesentlich in det von der Abgeordnetenkammer angenommenen Fassung an. In einer Abendsitzung der Abgeordnetenkammer wurde die erzielte Uebereinstimmung mit dem Reichs rath in Betreff der außerordentlichen Militärcredite und des Finanz ⸗Gesetzts bekannt gegeben und hierauf der Landtag durch königliches Rescript bis auf Weite res vertagt.

Ausland.

Frankreich. Paris, 21. Febr. Die Kammer der Deputirten berieth heute über die Zolltarife. Rouher vertheidigte das Kaisetreich gegen den Vorwurf, die Verträge von 1860 in Uebereilung abgeschlossen zu haben. Die Frage sei lange und reiflich studirt worden. Rouher kritisirte nach einander die Tarife der Commission, welche er zu hoch findet; er glaubt, die Gefahren der auswärtigen Concurrenz würden übertrieben und empfiehlt die Vermehrung des Gesammt⸗ Exports Frankreichs unter dem Régime von Handelsverträgen.

Großbritannien. London, 21. Febr. Oberhaus. Der Herzog von Argyll griff die Politik der Regierung bezüglich Afgbanistan's auf das Hestigste an und verlangte die Vorlegung des in Kabul entdeckten russischen Schriftwechsels, hinsicht; lich dessen er sebr skeptisch sei. Die gesammte Transaction der Regierung in Afgbanistan verdiene den schärssten Tadel und habe die Ehre des britischen Namens befleckt. Der Staatssecrttär für Indien, Viscount Cranbrook, vertheidigte die Regierung und erklärte, die englische Regierung habe Den jenigen, welcher den Schlüssel Indiens hatte, treu los gefunden, müßte daber selbst den Schlüssel nehmen und habe die Pässe besetzt, welche sie be. halten werde. Die Regierung habe diejenige Politik adoptirt, welche sie am vortheilhaftesten für den Schutz Indiens halte und werde ste aufrecht er⸗ halten. Der bezügliche Schriftwechsel könne nicht vorgelegt werden.

ungen auf vier Pud geschätzt. Das Winterpalaie, sowie die anderen Paläste und Krongebäude werden von den dazu beorderten Sappeuren genau unter sucht. Die Gesammtzabl der getödteten Personen ist zehn, darunter ein Palaisdiener. Verwundet wurden 47 Soldaten und ein Palaisdiener.

21. Febr. Das Leichenbegängniß der bei der Exploston verunglückten Soldaten fand gestern im Beisein des Regimentschefs Großfürsten Konstantin unter großer Betheiligung von Offizieren aller Grade der hiesigen Garnison und seitens dee Publikums statt. Die Särge wurden von Offizieren getragen. Der Kaiser und der Großfürst⸗Thronfolger wohnten den Leichenfeierlichkeiten in der Kaserne des Regi- ments bei und besuchten die Verwundeten im Kazareth. Gestern starb der elfte Soldat in Folge von Ver- wundung bei der Explosion. DieAgente Russe betont die Einstimmigkeit der russischen Presse in ibren Danksagungen an den deutschen Kaiser für die vielfachen Beweise großer Zuneigung zu dem Kaiser Alexander. DieNeue Zeit schreibt: Diese Beweise warmer Theilnahme des deutschen Kaisers und seine Gegenwart bei dem Daukgottesdienste in der Kapelle der russischen Boischaft in Berlin sind die beiten Mittel, die sympathischen Bande

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zwischen beiden Nationen neu zu beleben. ö

Aus Stadt und Land.

B. Friedberg. Wir wollen nicht verfehlen, unsere Leser auch an dieser Stelle aufmerksam zu machen, daß der dieswöchentliche Vortrag im Volksbildungsverein am Dienstag Abend 7 Uhr abgehalten wird(siehe Inse rat).

W. Friedberg. Die Nachfrage nach Suppe in unserer Volksküche hat in letzleret Zeit bedeutend zuge⸗ nommen, wir verabreichen täglich bis zu 120 Portionen. Dankbar anzuerkennen ist, daß man fortfährt, unsere Suppen⸗ Anstalt durch Hülfeleistung jeder Art zu unterstützen.

j. Friedberg, 21. Febr. Seit 14 Tagen haben die Staate ihre alten Nester bezogen; gestern sah Einsender dieses den ersten Stocch; beute früh schlug die erste Amsel. Geftern hatten wir starkes Wetterleuchten nach Süden hin mit hefiigem Regen. Hoffentlich deutet dies Alles auf ein gutes Frübjahr hin.

Offenbach. Wie man derHauauer Zig. mit⸗ theilt, versuchte ein Dienstmädchen, das bier in Diensten stehen soll und 21 Jahre alt ist, in der Nähe von Hanau ihr ½ Jahr altes Bübchen zu ermorden; es wurde aber noch rechizeuig daran verhindert und verhaftet.

Darmstad!. Die Criminalpolizei nahm bei mebreren Eisenbahn⸗Unterbediensteten der Hessischen Ludwigs Eisen⸗ bahn Haussuchungen nach gestohlenen Gegenständen vor, welche theilweise nicht ohne Erfolg waren und Verhaftungen zur Folge hatten.

Seligenstadt. DerH. L. schreibt man von hier:

Italien. Rom, 20 Febr. Beim Empfang der Cardinäle anläßlich des Jahrestages seiner Wahl dankte der Papst dem heiligen Collegium für die Unterstützung bei Leitung der Kirche; die Anstrengungen zur Verbesserung der Kirchenverhält⸗

In der Nacht des 17. Febr. o. brannten die dem Land⸗ wirth Peter Kuhe zu Klein-Welzheim gehörigen Wirth schafisgebäude als Scheuer, Viehstall und Holzschuppen gänzlich nieder und wurde bei dem raschen Umsichgreifen des Feuers der in der Scheuer befindliche Heuvorrath ebenfalls ein Raub der Flammen, sowie ein großer Theil der

nisse blieben nicht ganz erfolglos; dieselben seien jedoch noch immer schwietig und die Periode harter Prüfungen noch nicht beendet.

20 Febr. Die Deputirtenkammer genehmigte

das Justizbudget pro 1880 und begann die Be-

rathung des Marine- Budgets.

Türkei. Constantinopel, 22. Febr. Oberst Synge, welcher Mitte Januar von dem britischen Botschafter Layard abgesandt worden war, um an die rumelischen Flüchtlinge Hülfs mittel zu vertheilen, wurde von griechischen Räubern in der Nähe von Solonichi mit seiner Gattin gefangen genommen. Die Räuber verlangen ein bedeutendes Lösegeld. Oberst Synge ersuchte den Consul Blunt in Salo nichi, die Absendung von Truppen zu verhindern, da sonst sein Leben bedroht sei. Layard besahl die schleunige Absendung eines Kanonenbootes nach Salonichi.

Rumänien. Bukarest, 21. Febr. Der österreichisch-ungarische Gesandte Graf Hopos über reichte gestern dem Minister Boereseu eine Note, in dee die österreichisch- ungarische Regierung das Vertrauen ausdrückt, daß die rumänische Regierung die neuen Verfassungsbestimmungen bezüglich der Juden, gemäß ihren den europäischen Cabineten ge- gebenen formellen Bersicherungen vollziehen werde.

Rußland. Petereburg. Die Dynamit- ladung, welche die Explosion verursachte, befand sich unter der Palastwachtstube im Kellerraum, wo eine von vier Tischlern bewohnte Tischlerwerkstätte war. Drei Tischler sind in Gewahrsam genommen worden, der vierte ist verschwunden. Die Dyna⸗

mitladung wird nach den angerichteten Beschädig⸗

Wirthschaftsutensilien, dagegen konnte das Vieh noch recht⸗ zeitig gerettet werden.

Pfungstadt, 20. Febr. Einem hiesigen Maurer, wilcher am Miuwoch in seiner Bebausung Kalk ablöschte, fiel in einem unbewachten Augenblicke sein dreijähriges Mädchen in die Kalkgrube und erlitt hierbei den Er⸗ stickungstodt.

Heppenheim. Im hiesigen Faselstall ereignete sich dieser Tage ein furchibares Unglück. Der 79jährige, noch ziemlich küstige Vatet des hiesigen Faselwärters Am vos wollle den Fasel im Stall anbinden, wurde aber von dem Thier mit dem Kopf erdrückt und war sefort todt. Nur min Müde gelang es, die Leiche aus dem Faselstall herauszubringen und den Fasel anzubinden.

Allerlei.

Rüfselsbeim. In der Nacht auf den 19. Febr. ist die Schwerzel'sche Müble total niedergebrannt. Ein ziem⸗ licher Vorraih von Getreide, sowie ein Pferd und ein großer Bernhardiner Hund sind dabei ein Raub der Flammen geworden. Die Bewohner vermochien kaum das nackte Leben zu retien. Rostock, 20. Febr. Heute Abend brach im hiesigen Stadtibealer Feuer aus. Cs hatte heute gar keine Vor⸗ stellung statigesunden. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch unbekannt. Straßburg, 19, Febr. Seit einiger Zeit werden bier Abends Mädchen durch Dolchstiche verwundet, welche jedoch steis nur eiwa 1 Zoll tief geben. Vorgenern Abend

Telegramm derN. Fr. Pr. soll man bereits auf der Nordseite(die Göschener) das Geräusch der Bohrmaschinen auf der Südseite(Airolo) vernebmen.

Handel und Verkehr. Friedberg, 21. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete

per Pfund M. 80 90 Pf., Eier zwei Stück 13 Pf.,

ein Stück 7 Pf.

Gießen, 18. Febr. Auf dem gestrigen Viehmarkte

waren aufgetrieben 1040 Stück Rindvieh und 206 Schweine.

Die Preise für Schlachtvieh aller Art blieben unverändert,

dagegen Zuchtvieh mehr gesucht und hoher. Nächster Markt

Dienstag den 2. März d. J.

Gießen, 21. Febr. Wochenmarkt. Butter per Pfund 8590 Pf., Eier per Stück 67 Pf., Käse per Stück 512 Pf., Tauben das Paar 95 Pf., Hübner per Stück M. 1.20 1.50, Hahnen per Stück M. 1.101.70, Enten per Stück M. 2. 2.50, Kartoffeln per 100 Kilo M. 3. Zwiebeln per Centner M. 12 15, Ochsenfleisch 66-68 Pf. per Pfd., Kub⸗ und Rindfleisch 4856 Pf., Kalbflelsch 4046 Pf., Hammelfleisch45 60 Pf., Schweinefleischö0 Pf.

Frankfurt, 21. Febr. Marktbericht. Heu. und Strohmarkt. Heu kostete je nach Qual. M. 2.50 3.50, Stroh M. 2.303. Butter im Großen 1. Qual. das Pfd. 95 Pf., 2. Qual. 8590 Pf., im Detail 1. Qual. M 1.20, 2. Qual. M. 1.15. Eier, 100 Stück frische M. g., Kalkeier M. 7. Ochsenfleisch das Pfd. 70 Pf., Kuh⸗, Rind⸗ und Farrenfleisch 4560 P., Hammelfleisch 40 65 Pf., Kalbfleisch 44 55 Pf. Weißkraut das Stück 15 20 Pf., Rotbkraut 20 30 Pf. Koblkraut 12-15 Pf., Blumenkohl M. 0.50 1. Sellerie 1015 Pf. Meerrettig die Stange 20 Pf., Kopssalat das Stück 25 Pf., Endivien 30 Pf. Radieschen 15 Pf., Spargel das Stück 2025 Pf., Kartoffeln 100 Kilo 9.11. 1 Habn M. 1.402., 1 Huhn M. 1.50 2.20 Poularden M. 3., Ente M. 2.3050, Taube 4550 Pf. Mainz, 20. Febr. Marktpreise. Heu 50 Kilo M. 2.803., Stroh 50 Kilo M. 2.10 2.20, Kartoffeln 100 Kilo M. 9.9.50, Butter per ½ Ki o 8085 Pf., in Parthien 7075 Pf., Gier ¼ Hundert M. 1 40 1.60, Handkäse 1 Stück 57 Pf., Rothkraut 20 30 Pf., Weißkraut 79 Pf., Wirsing 4 5 Pf. Meerrektig 10 15 Pf., Zwiebeln 1 Pfund 1618 Pf., 1 Ente M. 2.30 2.50, 1 Hahn M. 1.40 1.70, 1 Huhn M. 1.40 1.70. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. per 50 Kilo M. 67., 2. Qual. M. 56., Kühe⸗ 1. Qual. M. 56., 2. Qual. M. 38. 50, Kälber das Pfund 5055 Pf., Schweine 5258 Pf.

Marburg, 21. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.901., Eier per Stück 78 Pf., Käse per Stück 810 Pf., Zwiebeln per Pfund 1214 Pf. Hahnen per Stück M. 1.50 2. Hähnchen per Stück M. 1.1.50, Hühner das Stück M. 0.801., Tauben das Paar M. 1.1.20. Rothe Rüben 35 Stück 10 Pf., Kohl 34 Stück 10 Pf. Enten per Stück M. 1.60 1.80.

Geld Eours. Frankfurt am 21. Februar 1880.

20⸗Frankenstücke a M. 16 2024 do. in ½́ 16 1923 Englische Sovereigns 20 35 Russische Impertales 16 707 Ducaten 9 5354 al marco 4 9 5459 Dollars in God 4 1720

Bekanntmachung.

668 Conrad Schmidt von Nieder⸗Wöllstadt ist als Verschwender unter Curatel gestellt worden und können gültige Nechtsgeschäfte für solchen lediglich mit dem be⸗ stellten Curator Johannes Schmidt III. von Nieder⸗ Wöllstadt abgeschlossen werden. Friedberg den 21. Februar 1880. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Herzberger. Becker,

Gerichts schreiber.

Segalistrung des Grundbuchs der Gemarkung Masseuheim.

633 Ansprüche jeder Art an die in der Aufforderung

binnen der dort bestimmten Frist bei unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, als sonst ohne Rücksicht auf solche den betreffenden Parzellen die Erwerbtitel Er⸗ sitzung, bezw. unvordenkliche Verjährung werden beige⸗ schrieben werden. Vilbel am 20. Januar 1880. Großherzogliches Amtsgericht Vilbel. Dr. Schäfer. vdt. Weitzel.

Holzversteigerung.

wurde, wie dasElsässer Journ. mittbeilt, abermals ein Mädchen durch einem Dolchst ch verwundetz gestern Abend ging von Neuem das Getücht, man hade den ÜUcheber dieser Attentate verhaftet, allein es war abermals erfunden. Es ist indessen zu bemerken, daß die nächtlichen Angriffe

in Athem erhält, seit den außerordentlichen Vorsichismaß⸗ regeln der Polizei sebr selten geworden sind. Göschenen. Vom Gotthard⸗Tunnel kommt

man glaubt jetzt, daß die Durchschlagung des Richtstollens schon vor dem 1. März erfolgen könne. Nach einem

jenes Elenden, welcher seit ungefähr acht Tigen die Stad 1 bietend versteigert.

ticht, daß nur noch 100,17 Meier zu ducchbohren sind;

648 Mittwoch den 25. Februar Ifd. J., Vormittags 11 ubr anfangend, werden in der Gemarkung Engelthal und Oppelshäuser Hof eirea 3000 Stück Obstbaum⸗ Wellen bester Qualität unter den vor der Versteigerung öffentlich meist⸗

5 Kubikmeter

vekannt gemacht werdenden Bedingungen Auch kommt eln Pappelstamm, circa

gebot.

1 Engelthal am 21. Februar 1880.

g Oräfliche Guts verwaltung: 5 Burg.

vom 20. Januar 1880 aufgeführten Grundstücke sind

tgaltend, am Wege nach Altensiadt lagernd, zum Auz⸗ 115 Mo-. ag 8

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