Ausgabe 
23.11.1880
 
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beträgt in Berücksichtigung der verschiedenen

Begebungscourse nur 440,000 Mark. Dagegen ist die volkswirthschaftliche Wirkung bei der Convertirung in eine pCt. Anleihe über wiegend. Das Mark-Anlehen von 1876 soll in die Convertirung nicht einbezogen werden.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Zufolge der anti-semitischen Hetzversuche czechischer Blätter wird in Böhmen officiös erklärt, Graf Taaffe werde nie zugeben, daß seine Amtsperiode eine Aera der Judenhetze werde.

Das österreichische Consulatsgebäude in Prisrend wurde geplündert.

Pest, 19. Nov. Das Unterhaus beschloß mit überwiegender Majorität das Eingehen in die Specialdebatte des Budgets. Der Finanz minister widerlegte eingehend die Ausführungen der oppositionellen Redner.

Frankreich. Paris, 20. Nov. In der Kammer der Deputirten wurde der Bericht der Enquete-Commission, betreffend das amtliche Verhalten des Generals Cissey, vertheilt. Der Bericht gipfelt in dem Antrage auf Veranstalt ung der Enquete. Die Kammer nahm die Artikel 5, 6 und 7 des Entwurfes über die Reform des Richterstandes an und begann mit der Berathung des Art. 8, welcher die Unab ssetzbarkeit der richterlichen Beamten während der Dauer eines Jahres aufhebt. Die Dis cussion war eine lang dauernde. Zwei Amende ments wurden abgelehnt, die Fortsetzung der Debatte auf Montag vertagt.

Großbritannien. London, 19. Nov. Standard erfährt, die Cabinetskrisis sei vor läufig beseitigt; Bright und Chamberlain würden tim Cabinet bleiben und das Parlament nicht unverzüglich um Uebertragung außerordentlicher Gewalten bezüglich Irlands angegangen werden.

20. Nov. Der heutige Ministerrath in Balmoral unter dem Vorsitz der Königin be schloß, das Parlament bis zum 2. Dezember weiter zu vertagen. Die Eiunberunfung des Parlaments zum 2. Dezember folgt hieraus nicht.

Temps sagt, Göschen habe dem Sultan erklärt, Europa werde nicht länger als zehn Tage Geduld haben wegen Uebergabe Dulcigno's.

Türkei. Constantinopel, 20. Nov. Die Pforte hat die Collectivnote der Mächte dahin beantwortet, daß der Sultan kraft seines Be

Znadigungsrechts das Todesurtheil Veli Mehe

med's in lebenslängliches Gefänguiß umgewan delt habe.

20. Nov. Die Truppen Derwisch Paschas in der Umgebung von Duleigno sollen von den Albanesen eingeschlossen sein. Die Albanesen verweigerten zuletzt, das zur Fahne einberufene Redifs-Contingent zu stellen. Die albanesische Liga zeigte Osman Pascha an, daß sie jedem Versuche, das Decret des Sultaus auszuführen, gewaltsam entgegentreten würde. Derwisch Pascha verlangte 4000 Mann Verstärkungen. i

Montenegro. Cettinje, 19. Nov. Derwisch Pascha ist mit seinem Stabe, zwei Bataillonen Infanterie und einigen Geschützen nach Podgo ritza gezogen, um dort ein Lager zu errichten. Vier Bataillone reguläre Truppen sind in Medua iungetroffen, eine Abtheilung Cavalerie von Mo uastir in Skutari angekommen. Gerüchtweise berlautet, die Miriditen würden wieder zu deu Waffen greifen. Derwisch gestattete Freiwilligen zus Tetowa, welche von Skutari nach Dulcigno niarschirten, das Lager seiner Regulären zu passiren. Sofia, 20 Nov. In der

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Convention mit Serbien, des Beitritts Bulgariens

und des Räuberunwesens in Ostbulgarien. Griechenland. Athen, 18. Nov. Die mmer hat mit 103 gegen 79 Stimmen den

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Adreßentwurf, welcher einen Tadel gegen das zurückgetretene Ministerium Trikupis ausspricht,

mit geringer Modification angenommen.

Rußland. Petersburg. Nach aus Paris eingegangener Depesche sind dort ernste Gerüchte bezüglich eines neuen Attentats auf den Zaren verbreitet. Hier ist Nichts bekannt darüber.

Amerika. Washington. Gegenüber laut gewordenen Zweifeln hinsichtlich der Richtigkeit des unterm 11. ds. gemeldeten Circular des Staatsdepartements, betreffend die naturalisirten Deutschen, wird von anscheinend autorisirter Seite die Authenticität des Circulars bestätigt, mit dem Hinzufügen, das Circular sei allen in der Union weilenden Deutschen zugegangen.

Chili, 18. Nov. DemStandard zufolge verließ die chilenische Flotte vor einigen Tagen Valparaiso, um zur Belagerung von Lima Truppen in Callao zu landen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 19. Nov. Gestern Nachmittag brach aber mals in Lang-Göns Feuer aus, das 8 Scheunen nebst 2 Ställen mit Anbauten in Asche legte. Die Schutz mannschaft verhaftete heute Morgen zwei Handwerks burschen, welche als der Brandstiftung in Lang-Göns dringend verdächtig erschienen.

Gießen. Spruchliste für das Schwurgericht der Provinz Oberhessen im IV. Quartal 1880: 1) Landw.

H. Keipp von Wallenrod. 2) Müller A. Karle II. von Nieder-Ohmen. 3) Hausbes. H. Langsdorf V. von Bad Nauheim. 4) Landw. G. Herget von Berstadt. 5) Müller H. Metz IV. von Nieder-Ofleiden. 6) Kaufm. C. Chambré von Lich. 7) W. Lenz IV. von Effolderbach. 8) Kaufm. L. Buch von Hungen. 9) Muller Balth. Weber von Bingenheim. 10) Landw. L. Kopp von Ossenheim. 11) Müller H. F. Poths von Echzell. 12) Müller E. Zimmer von Lauter. 13, Wirth J. Arnold von Grüningen. 14) Bürgerm. J. Müller von Crainfeld. 15) Rentner Chr. W. Bender von Friedberg. 16) Pachter J. Heil von

Dorheim. 17) H. Bernhardt von Steinberg. 18) Landw. J. Schlosser von Merlau. 19) Rentier S. Tuch von

Nidda. 20) H. Schlitt II. von Schwabenrod. 21) Landw. J. Bopp II. von Vonhausen. 22) Landw. H. J. Karl von Dauernheim. 23) Ellenwaarenh. A. Montanus von Gießen. 24) Weinh. K. Fendt von Hungen. 25) Landw. F. Stein J. von Stumpertenrod. 26) O. Kirchner von Gedern. 27) L. Wallach von Alsfeld. 28) Landw. L. Krieger von Nieder-Mockstadt. 29) Pachter J. Koch auf Hof Ronneburg. 30) Landw. J. F. Fritzel von Nieder-Eschbach.

Kastel, 18. Nov. Unsere Gemarkung leidet augen blicklich unter einer Unmasse von Hasen, welche durch Benagen der Baumrinde den Bäumen großen Schaden verursachen. Zu Dutzenden spielen sie zusammen. Die Schuld an dem zahlreichen Auftreten von Freund Lampe liegt darin, daß bei der diesjährigen Verpachtung die Jagd an einen reichen Herrn in Wiesbaden überging, dieser sich aber um die Jagd nur wenig oder gar nicht

bekümmert. Bei der Bürgermeisterei sind dies bezügliche Klagen erhoben worden. Allerlei. Karlsruhe, 17. Nov. Als gestern Abend ein

Rekrut des hiesigen Dragoner-Regiments die Kaserne verlassen wollte, redeten denselben drei Individuen an und forderten ihn auf, mit ihnen ein Glas Bier zu trinken, welches sie ihm bezahlen wollten. Die ganze Gesellschaft begab sich nun in die Nähe des Durlacher thors; dort angelangt, wurde der Soldat am Halse ge packt und das Messer an die Kehle gesetzt mit den Worten:Das Geld her oder das Leben. Der so plötzlich Angegriffene war um sein Leben bange und über ab den Strolchen seine Baarschaft im Betrage von 2 Mark, mit der Bitte, ihm nur das Leben zu lassen; urch diese seine Bereitwilligkeit kam er mit einigen eichten Schnitten am Halse weg.

Mons, 19. Nov. In der Kohlengrube bei Hornu fand heute eine Entzündung schlagender Wetter statt. Von den Grubenarbeitern wurden 10 verletzt zu Tage gefördert; die fehlenden 12 sind wahrscheinlich todt.

Agram, 18. Nov. Heute Nacht sind angeblich wieder ein oder zwei Erdstöße erfolgt, welche jedoch nur von Wenigen verspürt wurden. Die Beruhigung ist wieder ziemlich zurückgekehrt; die Arbeiten nehmen einen ungestörten Fortgang. Das Wetter ist regnerisch, was bei Vielen Besorgniß erregt. Dr. Rudolf Falb, durch die von ihm aufgestellte Erdbeben-Theorie bekannt, sagt als möglich und wahrscheinlich voraus, daß in den Tagen um den 15. und 31. Dezember weitere Eruptionsherde thätig sein werden und man auf Nachrichten von ge⸗ waltigen Erderschütterungen in verschiedenen Theilen der Erde gefaßt sein duͤrfe.

Cherbourgh, 20. Nov. In Folge heftigen Sturmes und Wolkenbruchs in vergangener Nacht ist der Fluß Divette ausgetreten. Truppen eilen den Ueberschwemmten zu Hülfe.

London. Wie in Frankreich so gewinnt auch in England die Leichenverbrennung an Boden. Gegen 120

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Mitglieder der British-Medieinal-Association, einer Ver⸗ einigung von Aerzten, sind bei dem Minister des Innern um Gestattung der Leichen verbrennung eingekommen und haben den Erlaß polizeilicher Vorschriften zur Regelung der Verbrennnug angeregt.

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London. Auf den unterirdischen Eisenbahnen Londons sollen nächstens Loeomotiven mit eomprimirter Luft als Motoren in Anwendung kommen. Eine dieser Maschinen ist in Dukinfield versuchsweise verwandt worden und hat sich gut bewährt.

Neapel, 20. Nov. Der Seismograph zeigt eine er höhte unterirdische Thätigkeit des Vesuvs an. Die Lava ergießt sich fortdauernd reichlicher in nordwestlicher Richtung.

New⸗Nork, 19. Depeschen aus Baltimore melden den Ende September an der Kuͤste von Liberia erfolgten Untergang des SchonerAbraham Lincoln, wobei 30 Personen umkamen.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 20. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00 1.10, Eier per St. 8 Pf., 2 Stück 15 Pf. Gießen, 20. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.15 1.18, Eier 1 Stück 7 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5 9 Pf., Tauben das Paar 5065 Pf., Hühner per Stück M. 0.70 1.00, Hahnen per Stück 65 90 Pf., Gänse per Pfd. 50 56 Pf., Enten per Stück M. 1.30 2.00, Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 4550 Pf., Kalbfleisch 50 00 Pf., Hammelfleisch 50 66 Pf., Schweinefleisch 64-68 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.50 4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 80, Weißkraut 100 Stück M. 3.005. Frankfurt, 20. Nov. Marktbericht. Heu kostete je nach Qualität der Centner M. 3.00 4.30, Stroh M. 2.503. Eier das Hundert M. 6.8. Butter im Großen 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M. 1 1.05, im Detail 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20. Ochsen⸗ fleisch das Pfd. 60 70 Pf., Kuh-, Rind- und Farren⸗ fleisch 4055 Pf., Hammelfleisch 35 65 Pf., Schweine fleisch 7580 Pf., Kalbfleisch 40-55 Pf., Blumenkohl 20-50 Pf., Kohlrabi 58 Pf., Romain-Salat 20 25, Rothkraut 1530 Pf., Weißkraut das Hundert 9 10 M., das Stück 1020 Pf., gelbe Rüben 1 Bund 10 Pf., weiße Rüben 35 Pf., Huhn M. 1.2., Hahn M. 1. bis 1.80, Ente M. 2.503, Taube 50 Pf., Gans M. 5 bis 8, Hase M. 3, Wälsche M. 6 12, Feldhuhn M. 1.50 bis 2, Krammtsvögel 30 Pf., Wildschwein 6070 Pf. Mainz, 19. Nov. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 4.50 5.50, Heu per Ctr. M. 3.50 3.70, Stroh per Ctr. M. 2.40 2.70, Butter ½ Kilo M. 1.00 1.10, Butter in Parthien 95-100 Pf., Eier/ Hundert M. 1.752., 1 Handkäse 57 Pf., Rothkraut 1720 Pf., Weißkraut 56 Pf., Blumenkohl 15- 20 Pf., Wirsing 34 Pf., Zwiebel ½ Kilo 8 10 Pf., 1 Gans M. 4.006, 1 Ente M. 2.00 2.20, 1 Hahn M. 0.90 1.20, 1 Huhn M. 1.00

Nov.

bis 1.30, 1 junge Taube 3540 Pf., 1 Feldhuhn M. 1.50 1.70, 1 Hase M. 3.20 3.50. Frucht⸗ markt. Waizen effectiv hiesiger, M. 22 22.65,

fremder 22.50 23.00, Amerikanischer rother Winter- waizen M. 23.5024, Roggen, hiesiger und franzö⸗ sischer, M. 22.00 22.50, Gerste, pfälzer, 17.80 18.65, franken M. 18.35 75, Hafer eff. per Nov. 13.75 14.50, Reps M. 27 28, Rüböl ziemlich fest, eff. M. 29.60 75 ohne Faß, per Mai M. 30.40 mit Faß. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M. 68, 2. Oual. M. 62-65, Kühe 1. Qual. M. 57, 2. Qual. M. 4855, Kälber das Pfd. 60 Pf., Schweine das Pfd. 5764 Pf. Washington, 19. Nov. Nach dem Berichte des landwirthschaftlichen Departements war der Ertrag der Maiserndte etwas geringer als 1879. Mit Tabak waren in diesem Jahre weniger Ländereien bepflanzt; der Tabak- ertrag pro Aere hat abgenommen. Mit Kartoffeln ist in diesem Jahre eine beinahe gleich große Landfläche bepflanzt wie 1879, indeß der Erndtebetrag beträchtlich geringer.

Friedberg. Für nächsten Donnerstag steht uns ein großer Kunstgenuß bevor. Herr K. Noßek und Frau aus Paris werden hier ein Concert unter Mitwirkung bekannter hiesiger Kräfte geben. Ueber das Künstlerpaar schreibt die Augsb. Allg. Ztg. u. A.: Die Zahl unserer diesjährigen Coneertgeber wird durch ein Künstlervaar vermehrt werden, dessen Namen zwar in Deutschland nicht zu den bekannten zählt, das aber durch seine un⸗ gewöhnlichen Leistungen bald den gefeierten Kunstgrößen der Gegenwart sich anreihen dürfte. Herr K. Noßek und Frau Louise Noßek aus Paris beabsichtigen sich in nächster Zeit hier hören zu lassen. Herr Noßek ist ein Violinvirtuose, dessen Technik bewundernswürdig ist, wie seine Auffassung von seltenem Verständniß zeugt. Er vermag deßhalb die Compositionen unserer deut⸗ schen Meister mit derselben Vorzüglichkeit zu spielen, wie die an Schwierigkeiten alles überbietenden Coneertstücke Paganini's. Frau Noßek ist eine Sängerin, deren Virtuosität der ihres Gatten ebenbürtig ist. Wir erinnern uns nur bei der Patti einen ähnlichen Stimmumfang und eine ähnliche glänzende Technik gehört zu haben. Was ihren Gesang aber vor jenem der genannten be rühmten Künstlerin vortheilhaft auszeichnet, ist seine größere Vertiefung und seelische Innerlichkeit. Ihre Vorträge müssen überall Sensation hervorrufen und das hiesige Publikum wird auch ihnen gewiß nicht ohne Interesse lauschen. Möge den Künstlern ihr hiesiges Auf⸗ treten erfolgreich und ermuthigend sein. 3896

Bekanntmachung.

3895 Donnerstag den 25. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen 2 Faselochsen, der Gemeinde Stammheim gehörig, öffentlich meistbietend versteigert werden. Stammheim am 19. November 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Stammheim. Beech t.

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