Ausgabe 
23.3.1880
 
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er die Demission zurückzie Die Kammer nahm mit

hen werde. 20. März. abgesehen davon, daß die officielle Feier des Tages auch 220 gegen 93 Stimmen

her, wie an anderen Orien, der Cbarwoche wegen schon am 20. d. Mis., also zwei Tage früber stattfand, als in

eine von dem Ministerium acteptirte Tagesordnung den vorhergehenden Jabren. Die ganze Stadt halte vom

Mancini's an, welche besagt: Die Kammer, von den Erklärungen des Ministeriums Akt nehmend und vertrauend, daß Italien in seinen auswärtigen Beziehungen eine Politik des Friedens, der Achtung der Verträge, des Fortschritts und der inter nationalen Civilisation befolgen werde, gebt zur Tagesordnung über. In einem Schreiben Farini's dankt derselbe für das Votum der Kammer, beharrt aber auf seiner Demission. Der Tag der Wahl eines neuen Präsidenten wird erst nach den Osterserien bestimmt.

Türkei. Salonichi. Das Lösegeld für den Obersten Synge an den Brigantenchef Niko ist abgesendet, die Freilassung Synge's wird stünd · lich er wartet.

Griechenland. Athen, 19 März. Die Deputirtenkammer nahm gestern mit 99 gegen 93 Stimmen den Antrag Trikupis an, welcher die Grundlagen des Budgets mißbilligt. Kommunduros hat demissionirt. Der König ersuchte Trikupis, ein neuts Cabinet zu bilden; dem Vernehmen nach hat

dieser den Auftrag angenommen und eine acht-

tägige Vertagung der Kammer erbeten.

Rußland. Petersburg, 19. März. Die heutigen Londoner Morgenblätter veröffent- lichen einen Bericht Hartmann's, worin er bekennt, der Haupturheber des Moskauer Attentats gewesen zu sein; er beabsichtige, in wenigen Tagen nach Amerika auszuwandern.

Das ganze Souterrain des Winterpalastes in Petersburg, die Bodenräume, das Dach und alle bewohnten und unbewohnten Räume, auch die Wände und Kamine sind, wie dieKöln. Zeitung schreibt, untersucht worden und es hat sich herausgestellt, daß man keinerlei Befürchtungen über neue Attentate daselbst zu hegen braucht,

voraus gesetzt natürlich, daß die Wachen ihre Schuldigkeit tbun und der alte Schlendrian nicht wieder einreißt, was leicht möglich. Kaiser

Alexander schläft jede Nacht in einem anderen Zimmer. Das Leben, welches er gegenwärtig führt, ist geradezu bejammernswerth. Er genießt keine Speisen, die ibm nicht vorgekostet, und keinen Wein, der ihm nicht vorgetrunken wird, die

jeden Abend, ehe er sich zur Ruhe begibt, findet sorgsame Revision des Schlafraumes und der

angrenzenden und darunter und darüber liegenden

Zimmer statt. Er ist sebr nervös, will von Nichts mehr hören; sogar die Paraden, eine Beschäftigung,

der er sonst mit Freuden oblag, machen ihm kein

Vergnügen mehr. Die Nichtauslieferung Hart mann's hat ihn noch mehr verstimmt und gegen die französische Repablik, der er bekanntlich niemals sehr grün war, erbittert. Auch auf den Thronfolger soll diese Angelegenheit ihre Wirkung nicht versehlt und den Rest von Freundschaft für französisches Wesen, der noch in ihm wohnte, erstickt haben.

Amerika. Washington. Der Bericht des Sonderausschusses des Repräsentantenhauses spricht sich gegen die chinesische Einwanderung, als den Handels- und Arbeitsinteressen der Pacific- Küste schädlich, aus, und befürwortet die Anwen- dung der anti⸗chinesischen Gesetzes- Acte vom Jahre 1879 mit Ausschluß der vom Präsidenten Hapes mit dem Veto belegten Artikel.

Aus Stadt und Land.

A- Friedbecg. Auch diesmaf wieder wurde Knisers Geburtstag dahier in der herkömmlichen Weise gefeiert,

frühen Morgen an ihr Feßkleid angelegt. Nachmittags um 5 Uhr fand in dem festlich geschmückten großen Saale des Hotel Trapp ein Festmahl statt, zu welchem sich auch viele Gäste von auswärts, namentlich viele Reserve⸗ und Landweor⸗ Offiziere des Bezirks Friedberg eingefunden halten und bei welchem der Toas auf den Kaiser von dem Bezuks-Cemmandeur, Major Römheld, ausgebracht wurde. Er sagte darin u. A.:M. H.! All übecall auf dem ganzen Erdenrunde, wo nur deutsches Wesen, deutsche Gesinnung und Gesittung einen Sitz aufgeschlagen, vor⸗ nehmlich allerdings in unserem großen Vaterlande, wird auch diesmal wieder Kaisers Geburtstag in ganz beson⸗ derer Freude festlich begangen. Es ist ein selten schönes Fest, das den Deutschen aller Orten damit zu feiern ver⸗ gönnt ist: Unser Kaiser begeht diesmal nachdem ihm im veiflossenen Jabre auch die goldene Myribe zu Tbeil geworden den 83jährigen Geburtsiag in voller geistger Frische und körperlicher Gesundheit! Solch' ehrwürdiges Alier ist überhaupt schon ein seltenes Gnadengeschenk des Himmels, es ist nur wenig Sterblichen beschieden; daß aber unser erhabener Kaiser diesen Tag in voller Gesund heit feiern kann, muß geradezu als eine wunderbare göit⸗ liche Fügung betrachtet werden. Unsere Freude wird aber noch weiter erhöht, wenn wir erwägen, wie in dieset Tyaisache der allgemeinen Feier von Kaisers Geburtstag ein erhebender Gedanke, eine herrliche, ja eine tröstliche Wahrheit zum sichibaren Ausdruck kommt, die nämlich: das ganze deutsche Volk und Alles, was sich deuisch fühlt in fernen Welten, findet trotz unserer sch offen politischen Parteiungen und religidsen Spallungen doch immer noch einen festen Punkt, in welchem sich Alle einig wissen, in welchem sich alle deulschen Stämme als ein großes, gleich- gesiantes Volk vereinigt und geeinigt wieder finden. es ist die Liebe und Verehrung für unseren erhabenen Heldenkaiser. Hoffen und wünschen wir, daß für unsere Stadt, wie für unser ganzes Vaterland in der neuen Kalserzeit unter dem starken aber milden Scepter unseres erhabenen Kaiserhauses ein neues Gedeihen, ein neues Aufblühen von Bürgertugend und Bürgerglück, ein ewiger Friede, eine goldene Zeit für alle deulschen Lande kommen möge! M. H.! Wenn das deutsche Volk bleibt, was es von Aliers her gewesen, ein biederes und ein treues Volk, wenn es Treue und Glauben mit Gleichem erwiedert, dann wird es, dann muß es unserem erhabenen Helden⸗ kaiser Verehrung und Dankbarkeit ohn' Unierlaß enigegen⸗ bringen! Daß es dies will dafür zeugen auch beute wieder die Jubelgrüße von Millionen aus allen Gauen des Valerlandes all überall vom Fels zum Meer.(Den Toast vollständig zu bringen, gestattet uns leider der Raum nicht. D. Red.) Ein brausendes dreifachesHoch er⸗ lönte, die Capelle intonirteHeil Dir im Siegerktanz' und die Versammlung höcte stehend eine Strophe an. Esst in späser Stunde fand das Fest sein Ende. Gleich⸗ zeitig halle sich der hiesise Veteranen- und Militäcverein

2 5 in seinem Vereins-Locale zur Fesfeser des Tages ver Bäder muß der Leibmedicus untersuchen, und bur S

sammelt. Auch hier wurde der Toast auf den Kaiser, den der Präsident des Vereins in packender Rede ausbrachte,

vegeistert aufgenommen und es schloß das Fest erst nach

langem und fröhlichem Beisammensein der Mitglieder.

K. Friedberg, 19. März. Heute verunglückte dahier ein kleines Kind. Die Mutter desselben hatte Holz zum Trocknen auf den Ofen gelegt, welches während ihrer Abwesenheil verkohlt; durch den dabei sich entwickelnden Rauch erstickte das Kund.

Butzbach. Wie nun definitiv bestimmt ist, wird in unserer Stadt dieses Jahr und zwar wahischeinlich Anfangs Juli das Lahntbal⸗Sängerbundfest abgehalten.

Gießen, 19. Mäcz. Schwurgerichts⸗ Verhandlung. Heute wurde die Anklagesache gegen J. A. Schmidt, Taglöhner in Büdingen, wegen Verbrechen gegen die Siulichkeit, begangen an einer geisteskcanken Person, verhandelt und der Angeschuldigte in eine Zuchthaus rafe von 3 Jahr und 6 Monat verurtbeilt.

Allerlei.

Halle a. S., 20. März. Hue Vormittag stießen im biesigen Bahnbose zwei Personenzüge zusammen. Viele Personen wurden verletzt, sieden ollen geiödtet worden sein. Mehrere Waggons wurden zertümmert.

Leipzig, 16. März. Der Herausgeber derIllustrirten Zeitung, Buchhändler Weber, ist beute im Aliet von 77 Jabten gestorben. Seit dem Jahre 1837 fland er dem Geschäfte vor und führte das Unternehmen durch manche

Schwierigkeiten, bis er seineIllustr. Zeitung auf ihre jetzige Höve brachte.

Handel und Verkehr. Friedberg, 20. März. Wochenmarkt. Butter koste te per Bfund M. 1.201.30, Eier, zwei Stück 11 Pf., ein Stück 6 Pf. Gießen, 20. März. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 1.101.20, Eier 2 Stück 1011 Pf., Käse per Stück

M. 1.25 0.00, Hahnen per Stück M. 1.90 0.00, Enten per Stück M. 23.00, Kartoffeln per 100 Kilo M. 69., Zwiebeln per Centner M. 1518, Ochsenfleisch 66- 68 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 48 56 Pf., Kalb⸗ fleisch 4046 Pf., Hammelfleisch 50 70 Pf., Schweine, fleisch 60 Pf.

haltenen Markte waren aufgetrieben: 8 Stück Pferde, 1645 Stück Rindvieh und 487 Schweine. Die Preise sind durch den lebhaften Handel etwas gestiegen. Nächster Markt Dienstag, den 6. und Mittwoch, den 7 April, am letzteren Tage auch Krämermarkt.

Frankfurt, 17. März. Marktbericht. Heu⸗ und Strohmarkt. Heu kostete je nach Qual. M. 2. 3.50, Stroh M. 2.3.30. Butter erste Qualität im Großen M. 1.20, zweite Qualität M. 1.10, im Detail 1. Qual. M. 1.4050, 2. Qual. M. 1.3035 das Pfund. Eier das Hundert M. 6.8. Kartoffeln 100 Ko M. 79 Blumenkohl 40 80 Pf., Weißkraut das Stück 15 25 Pf., Rothkraut 20 30 Pf., Kohlkraut 0000 Pf., Wirfing 15 bis 20 Pf., Gelbe Rüben das Bündel 1520 Pf., Meerret ig 1520 Pf., Rosenkohl die Pornon 80 Pf., Lattich die Portion 50 Pf., Kopfsalat 20 Pf., Endivien 20 Pf., Spargel das Pfund M. 2. Ochsenfleisch das Pfd. 6070 Pf, Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 4560 Pf. Kalbfleisch 45 55 Pf., Hammelfleisch 44 65 Pf. Schweinefleisch 6070 Pf. 1 Hahn M. 2. 2.80, Ka⸗ paunen M. 3, Ente M. 2.70, Welsche M. 612, Wild⸗ Ente M. 23, Schnepfe M. 5.

Mainz, 19. März. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 7.508.50, Heu 50 Kilo M. 2.803., Stroh 50 Kilo M. 2.202.30, Butter 1 Pfd. M. 1. 1.10, Butter in Parthien 8590 Pf., Eier ½ Hundert M. 1.30 bis 1.80, Handkäse 1 Stück 57 Pf., Weißkraut 79 Pf., Rothkraut 2030 Pf., Wirsing 34 Pf., Meerrettig Pfd. 1215 Pf. Zwiebeenn per Pfund 15 16 Pfg. 1 Hahn M. 1.70 2. 1 Huhn M. 1.80 2. 1 Ente M. 2.80 3. Viehmarkt. Die Preise stellten sich für Ochsen 1 Qual. M. 68, 2. Qual. M. 60, für Kühe 1. Qual. M. 58, 2. Qual. M. 4050, Alles per 50 Kilogramm. Kälber kamen auf 5565 Pf. und Schweine auf 5460 Pf. per ½ ͤ Kilogramm lebendes Gewicht. Fruchtmarkt. Weizen per 100 Kilo M. 24.40. Korn M. 20 05. Gerste M. 19.70. Hafer M. 15.75.

Marburg, 20. März. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.1 10, Eier 9 Stück 40 Pf., Kaͤse per Stück 810 Pf., Zwiebeln per Pfund 1214 Pf. Hahnen per Stück M. 1.50 2., Hähnchen per Stück M. 0.0.00, Hühner das Stück M. 0.801., Tauben

das Paar M. 1. 1.20. Geld Cours. Frankfurt am 20. März 1880.

20⸗Frankenstücke. 1 M. 16 2023 do. in ½ 16 1822 Englische Sovereigns.. 20 4145 Russische Imperiales% 16 70 74 Ducaten 8 9 5560 F 95762 Dollars in Gold 4 2122

1012 Es wird hiermit bescheinigt, daß mir Herr Fr. Schäfer in Gr. Karben mein sämmtliches Getreide mlt der von Herrn Moritz Weil junior in Frankfurt a. M. gelieferten Dampfdreschmaschine zu meiner größten Zu⸗ friedenheit ausgedroschen hat. Als besonderen Vorzug dienen die Eigenschaften hervorgehoben zu werden, daß fragliche Maschine bei einem leichten, ruhigen Gang ellen 45 bis 50 Fuder per Tag liefert und dabei sehr sauber putzt. Ueberhaupt habe seit meiner langjährigen land⸗ wirthschaftlichen Praxis keine Maschine gefunden, die mehr den Ansprüchen der Neuzeit und den Vortheilen det Oeconomen entspricht, wie die des Herrn Fr. Schäfer in Gr. Karben, bezogen von Herrn Moritz Weil Junior in Frankfurt a. M.

Dögelmühle den 12. März 1880. W. Brückmann.

Für die Suppenanstalt

sind weiter eingegangen: Am 17. Febr. von Meier Arnssein,

Zeugengebübr, 60 Pf. verkauft billig Gärtnetk

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Bekanntmachung.

1067 Die unter der FirmaJ. L. Schönberg& Heß in Nieder⸗Woͤllstadt bestandene offene Handelsgesellschaft ist durch den Tod eines Gesellschafters erloschen und wird das Geschäft unter der FirmaSchönberg und Heß von Lib Schönberg in Nieder-Wöllstadt und

Emanuel Heß in Burg Gräfenrode weiter betrieben, von

welchen jeder zur selbstständigen Vertretung der Firma befugt ist. Der Eintrag im Firmenregister wurde heute verfügt. Friedberg den 19. März 1880. Oroßherzogliches Amtsgericht Friedberg. Süffert. »dt. Hohenstein, Hülfsgerichtsschreiber.

Bekanntmachung.

1066 Betreffend: Concurs des Bäckermeisters 5 Christian Philipp Ra ab in Friedberg. Die Gläubiger und der Concursverwalter sollen im Termine: Mittwoch den 31. Mürz l. J., Vormittags 8 Uhr, wegen Bestätigung des Zwangsvergleichs dahier gehört werden. Friedberg den 19. März 1880. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Herzberger. dt. Hohenstein, Hülfsgerichtsschreiber.

Bekanntmachung.

1064 Die am 16. und 17. März d. J. abgehaltenen Holzversteigerungen im Gemeindewald Belenbeim haben die Genehmigung erhalten. Der erste Fahrtag wird den Steigerern eröffnet werden. Die am 18. März abge haltene Holzversteigerung hat wegen nicht erreichten Tarifs die Genehmigung nicht erhalten. Beienheim am 20. März 1880 Großherzogliche e Beienheim.

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Tapeten

in reichster und geschmackvollster Auswahl bei Heldenbergen. M. Müller,

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510 Pf., Tauben das Paar 85 Pf., Hühner per Stück

Gießen. Auf dem am 16. und 17. d. Mis abge⸗ a

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