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einem lange andauernden Hagelschlag begleitet waren. Es fielen dabei Schlossen von bedeutender Größe, welche, gepeitscht vom Sturm, auf verschiedenen Stellen Fenster⸗
scheiben zertrümmert haben. Nachmittags sprang der Wind nach West⸗Nord⸗West um, und nun gegen Abend steigerte sich der bis dahin herrschende Sturm zum Orkan. Bereits vor Eintritt der Flut, welche um 85% Uhr ihren Anfang nahm, verkündeten wiederholt drei aufeinander folgende Kanonenschüsse das rapide Steigen des Wassers bei Cuxhafen. Um 10 Uhr kündigte hier der erste einzelne Schuß an, daß das Wasser auf 12 Fuß gestiegen sei, und dann folgten in Zwischenräumen von einer halben bis ¼ Stunde weitere Schüsse bei jedem Pegelfuß, um den das Wasser weiter stieg. Die Flutzeit, welche im Gewöhnlichen 4½ Stunden dauert, währte diesmal nahe— zu 5 Stunden, und so kam es denn, daß das Wasser bis zum Eintritt der Ebbe, gegen 2 Uhr Nachts auf 17 ½ Fuß stieg. Um die Mitte der Flutzeit legte sich der Orkan und wurde zur frischen Brise.
Agram, 13. Dez. Die„N. Fr. Pr.“ meldet: Glaubwürdigen Nachrichten zufolge ist das seit 9. Nov. andauernde dumpfe Rollen im Agramer Gebirge gestern Morgen plötzlich verstummt. Seit gestern wurde keine Erschütterung mehr verspürt. Einer in der„Agramer Zeitung“ publizirten amtlichen Zusammenstellung von Professor Stoziks zufolge sind bisher insgesammt 59 Erd— stöße konstatirt.
Christiania, 9. Dez. Ein großes Feuer, welches gestern Abend im Arendal zum Ausbruch kam, legte das Postamt und 18 Häuser vollständig in Asche. Zwöef Pferde sind in den Postställen verbrannt.
New⸗Nork, 11. Dec. Fast die ganze Stadt Pen— sacola, Florida, ist niedergebrannt. Der Schaden wird auf 750,000 Dollars geschätzt, wovon 300,000 ver—
sichert sind.
Weihnachtsfeiertage in Spanien. Eine Reise-Erinnerung von A. Oertel.
(Original⸗Artikel für den„Oberhess. Anz.“)
Am 23. Dezember des Jahres 1869 befand ich mich in Madrid und zwar trug ich mich mit der gewiß löblichen Absicht, abzureisen, um womöglich bis zum Sylvesterabend wieder daheim zu sein, nachdem ich zwei Monate in der Haupt— stadt Spaniens zugebracht hatte. Ueber Straß— burg, Paris, Bordeaur, Bayonne und mit dem spanischen Ferro-carril del morte über Burgos und Valladolid hergereist, beschloß ich, abwechslunghalber meinen Rückweg über Barce— lona, Perpignan, Marseille, Lyon, Genf und Basel zu nehmen und da der direkte Zug erst Abends 9 Uhr abging, so mußte ich wohl oder übel den Tag über in der Stadt umherschlen— dern, was übrigens gar nicht langweilig wurde, denn es war Weihnachtszeit und in den Straßen herrschte ein reger geschäftlicher Verkehr. Nach langen Kreuz- und Querzügen kam ich endlich auf die Plazu mayor, wo der Hauptweihnachts— markt abgehalten wird. Nicht zu beschreiben ist der Laͤrm und das Getöse auf diesem, im Viereck ringsum von hohen Gebäuden ein— geschlossenen akustischen Platze, wo Käufer und Verkäufer in den verschiedenartigsten National— kostümen sich herumtummeln und wobei häufig auch noch kleine Heerden von Pavos durch das Menschengewühl hindurch getrieben werden; Pavo heißt in der spanischen d. h. castilianischen Sprache der Kapaun, während im Lateinischen dies Wort bekanntlich den Pfau bezeichnet; der gemästete Kapaun vertritt hier die Stelle unserer deutschen Gans und darf zum Weihnachtsfeste auf keiner Tafel fehlen. Die mannigfaltigsten Handelsartikel waren zum Verkauf ausgestellt, darunter auch verschiedene Weihnachtsgebäcke, unter denen der Mazapan de Toledo und die Turrones de Alicante die Hauptrolle spielen und deren feiner Geschmack den spanischen Zucker— backern alle Ehre macht; ferner sah ich auch Nürnberger Spielwaaren und kleine Christ⸗ baͤumchen aus dem sog. Mäusedorn(Ruscus aculeatus, ein in ganz Spanien häufiger, kleiner, immergrüner Strauch), was immerhin auf einige Aehnlichkeit mit den deutschen Weihnachts— gebräuchen schließen ließ, obgleich in der Familie meines Hauswirths Nichts davon zu bemerken
war. Auch auf den anderen Marktplätzen der Stadt herrschte ein lebhafterer Verkehr als
sonst, besonders auf dem Fischmarkt, wo die schoͤnsten Fluß- und Seefische ausgestellt waren, unter denen der Thunfisch durch kolossale Dimen— sionen am meisten auffiel; daneben große Hummern, Taschenkrebse und anderes See—
aufgespießter, die Fangarme bewegender, häß⸗ licher Polyp, der in Deutschland wohl schwerlich Liebhaber finden würde. Einen interessanten Anblick gewährten die verschiedenartigen, massen— haft aufgehäuften Früchte aus allen Theilen des Landes; köstliche Weintrauben in Grün und Roth, prächtige halbpfündige Granatäpfel, gold— gelbe Zweige der Dattelpalme mit reifen Fruͤchten aus Andalusien und Granada, Oraugen, Citronen und Limonen, Aepfel, Birnen und Quitten, riesige Melonen und Zwiebeln, dunkelrothe Jomates(Liebesäpfel) und violette Eierfrüchte, Pinienkörner mit schönen Zapfen dieser Tannenart, scharlachrothe Pimienta(spanischer Pfeffer) in verschiedenen bizarren Formen, Kastauien und Nüsse, sowie Avellanas de Valencia, eine kleine Art Früchte, die mir völlig unbekannt war; aber auch kein Doktor und Apotheker konnte mir dort Auskunft über deren Abstammung geben und erst daheim brachte ich heraus, daß es die Früchte der Erdmandel, Arxachis hypogaea, seien.
Die Zeit zur Abreise war mittlerweile heran— gekommen und ich begab mich nach dem Oflcio de los ferro-carriles de Madrid a Zaragoza, Alicante y Cordoba in der Alcalastraße, wo man sein Billet nimmt und das Gepäck auf— gibt und dann mit Omnibus auf den Süd— bahnhof befördert wird; ich nahm ein Billet 3. Klasse, weniger um Geld zu sparen, als um besser Gelegenheit zu haben, volksthümliche Charaktere kennen zu lernen:
„Greift nur hinein in's volle Menschenleben, Und wo Ihr's packt, da ist's interessant!“
Daus Coups, in dem ich Platz nahm, war so ziemlich besetzt und kaum hatte sich der Zug in Bewegung gesetzt, als ein Passagier nach dem andern den mitgebrachten Proviant aus— packte und von allen Seiten wurde mir zu Essen und zu Trinken angeboten; das ist hier Landessitte und darf man ungenirt zugreifen; da ich selbst Nichts bei mir hatte, so revan— chirte ich mich so gut ich konnte, indem ich an dem Hauptstationen für Umtausch der leeren Weinflaschen gegen gefüllte sorgte und einige Packete Cigaretten à disposicion stellte. Meine nächsten Nachbarn waren lustige aber gutmüthige Burschen aus Navarra, so daß die Nacht herum— ging, ohne daß Jemand an Schlaf dachte und früh 7 Uhr standen wir auf dem Perron des Bahnhofs zu Saragossa, der Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Aragonien.“ Die direkte Eisenbahnverbindung war damals noch nicht hergestellt und wir bestiegen einen Omnibus, passirten eine steinerne Brücke über die trüben Fluthen des Ebro, an dessen Strand aber keine Spur von„schattigen Kastauien“ zu sehen war und gelangten durch einige Straßen an die Linea de Barcelona, die sich durch elegante und bequeme Salonwagen auszeichnet, was mich veranlaßte, meinen Platz gegen Nachzahlung in 2. Klasse zu nehmen. Die Fahrt bot Ab— wechslung und interessante Ansichten genug; in dem reizend gelegenen Lerida hielt der Zug 25 Minuten und eine sehr gute Mensa redonda (auf gut deutsch Table d'héte) mit feurigem Catalonier, soviel man trinken wollte, wartete auf die Reisenden. Der Zug setzte sich wieder in Bewegung, nach und nach wurde es auch dunkel und Abends 10 Uhr fuhr derselbe bei prachtvoll gestirntem Himmel durch die Vorstadt San Andres in Barcelona, der Hauptstadt von Catalonien und nach Cadiz, die Haupt⸗ handelsstadt Spaniens, ein. Schon unterwegs war mir die Fonda de Catalunna au der Plaza real als sehr gutes Gasthaus empfohlen worden, was sich auch bewahrheitete; ich bestieg den am Bahnhof haltenden Omnibus des Hauses und war bald angelangt, ohne Lust zu verspüren, mir die Straßen der Stadt, auf denen noch geräuschvolles Leben herrschte, für diesen Abend anzusehen.(Fortsetzung folgt.)
Verloosungen.
Sachsen⸗Meiningen fl. 7⸗Loose von 1870.
Gewinn⸗Ziehung vom 1. Dezbr. 1880.— Heimzahlung
gethier, hier und da wohl auch ein lebendig
am 1. März 1881. Serie 7655 Nr. 30 fl. 10000.
S. 8980 Nr. 8 fl. 2500. S. 3862 Nr. 40, S. 5126 Nr. 35, S. 7456 Nr. 35 4 fl. 500. S. 342 Nr. f, S. 596 Nr. 47, S. 839 Nr. 16 20, S. 1019 Nr. 11 50, S. 2164 Nr. 46, S. 2255 Nr. 10, S. 2886 Nr. 34, S. 3644 Nr. 13, S. 4678 Nr. 40, S. 6666 Nr. 28, S. 7802 Nr. 15, S. 8980 Nr. 17, S. 9833 Nr. 21 2 fl. 100. S. 717 Nr. 7, S. 839 Nr. 5 39, S. 1019 Nr. 9 23, S. 2123 Nr. 25, S. 2164 Nr. 2, S. 2190 Nr. 47, S. 2255 Nr. 46, S. 3484 Nr. 38, S. 3847 Nr. 22, S. 3862 Nr. 13 15 19, S. 3912 Nr. 48, S. 4678 Nr. 48, S. 6256 Nr. 25, S. 6537 Nr. 2, S. 6668 Nr. 42, S. 7065 Nr. 35, S. 7336 Nr. 8 26, S. 7567 Nr. 7, S. 7655 Nr. 10, S. 7802 Nr. 6 27, S. 8980 Nr. 16 36, S. 9070 Nr. 30, S. 9343 Nr. 33 à fl. 20. Auf alle übrigen Nummern in den am 1. Nov. 1880 gezogenen Serien entfällt der geringste Gewinn von fl. 8.
Oesterreichische fl. 100 Loose von 1864. Serien⸗ und Gewinn⸗Ziehung vom 1. Dezember 1880. Heimzahlung am 1. März 1881. Serien. 311 1069 1332 1601 1669 1685 2036 2234 2255 2401 2534 3084 3810 3886. Gewinne. Serie 3810 Nr. 49 fl. 200000. S. 2234 Nr. 88 fl. 20000. S. 3810 Nr. 91 fl. 15000. S. 3084 Nr. 80 fl. 10000. S. 1601 Nr. 20, S. 2255 Nr. 14 à fl. 5000. S. 1685 Nr. 5, S. 2036 Nr. 63, S. 2401 Nr. 48 à fl. 2000. S. 1069 Nr. 30, S. 1685 Nr. 18, S. 2036 Nr. 71, S. 2255 Nr. 96, S. 2534 Nr. 28, S. 3084 Nr. 98 à fl. 1000. S. 311 Nr. 79, S. 1019 Nr. 10 49, S. 1332 Nr. 11 14 100, S. 1669 Nr. 81 91, S. 1685 Nr. 68, S. 2036 Nr. 16, S. 2234 Nr. 90, S. 2255 Nr. 19, S. 2401 Nr. 21, S. 2534 Nr. 61, S. 3810 Nr. 100 à fl. 500. S. 1069 Nr. 67 71, S. 1332 Nr. 7 90, S. 1601 Nr. 73, S. 1685 Nr. 54, S. 2036 Nr. 12, S. 2225 Nr. 11 89 95 99, S. 2534 Nr. 2 76. S. 3084 Nr. 89, S. 3810 Nr. 33 41, S. 3886 Nr. 7 27 32 97 à fl. 400. Auf alle übrigen in vorstehenden Serien enthaltenen und hier nicht aufge⸗ führten Nummern entfällt der gerinste Gewinn von fl. 200.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 15. Dez. Marktbericht. Heu kostete je nach Qual. M. 2.—4., Stroh M. 2.50—3. Eier das Hundert M. 6.—9., Butter im Großen 1. Qual. M. 1.5, 2. Qual. M. 1., im Detail 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20. Kartoffeln 200 Pfund M. 5. Ochsenfleisch das Pfd. 60— 70 Pf., Kuh⸗, Rind- und Farrenfleisch 45—55Pf.,Kalbfleisch40— 55 Pf., Hammelfleischa0 55 Pf., Schweinefleisch 70—80 Pf. Kopfsalat das Stuck 3—4 Pf., Romainsalat 30 Pf., Kohlrabi 4—6 Pf., Endivien 10 Pf., Weißkraut 15—20 Pf., das Hundert M. 8.—9., weiße Rüben 3— 5 Pf., Wirsing 10— 20 Pf., Rothkraut 15 20 Pf. Taube 50 Pf., Huhn M. 1.50—2., Hahn M. 1.—2., Ente M. 2.40— 3., Gans M. 4.— 8., Wälscher Hahn M. 6.—8., Hase M. 2.50—3., Feldhuhn M. 2., Rehbock das Pfund 70 Pf., Hirsch 30—60 Pf.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise v. 16. Dez. 1880 bis 1. Jan. 1881.
Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Brodpreise v. 16. Dez. 1880 bis 1. Jan. 1881. Nach eigener Angabe der Bäcker.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Geld⸗Caurs. Frankfurt am 16. December 1880. 20»Frankenstücke M. 16 11—15 do. in/„ 16 10—14 Englische Sovereigns.„ 20 33—38 Russische Imperiales.„ 16 67—72 Ducaten 1„ 9 54—58 al mareo„ 9 54—58 Dollars in Gold.„ 14 18—21
Amtliche Bekanntmachung. Am Sonntag, den 19. d. M., werden die
Postschalter wie an den Wochentagen offen ge⸗ halten.
Friedberg, den 16. December 1880. Kaiserliches Postamt. Brentano.
Literarisches.
Daheim. Nr. 11 enthält: Severa.(Forts.)— Flotte in Sicht. Von K. Koberstein. Mit Illustr.— Eine Strafe wegen Preßvergehens.— Auf Rinderpest⸗ kommando. Eine Erinnerung aus dem Soldatenleben. — Zum Kapitel Lebensversicherung.— Die Pflege der Idealität in unserer Jugend. Ein Wort aus der Zeit und zur Zeit. II. Von Dr. W. Herbst.— Am Familien⸗ tische: Araber auf der Wanderschaft. Mit Illustr.— Ein Buͤcherwunschzettel für Weihnachten.— A. von Krelings Illustrationen zu Goethes Faust. Mit zwei illustrirten Beilagen.— Umschau auf gewerblichem Ge⸗ biete.— Eine dogmatische Frage. Mit Illustr.— Um⸗ schau in fernen Landen.
Briefkasten. A. H. in Darmstadt. Auskunft nach Auswärts
über eine Annonce kann selbstverständlich nur er⸗ theilt werden, wenn Rückfranco beiliegt. Wir haben dies
schon oft erklärt. Die Expedition.
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