Bekanntmachun i 6 daß wegen Umzugs des unterzeichneten Gerichts in das neu hergerichtete Amtsge⸗
Es wird hiermit zu allgemeinen Kenntniß gebracht, ö ö a 0 5 bis zum 1. Juli laufenden Jahres das Gericht geschlossen bleibt und daher Anträge,
richtslocal in der Zeit von Montag 21. laufenden Monats
eilende ausgenommen, innerhalb dieser Zeit nicht vorgebracht werden können. Die öffentlichen Sitzungen erleiden keine Unterbrechung.
Vom 1. Juli laufenden Jahres ab finde
Friedberg, am 8. Juni 1880.
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u die Gerichtsverhandlungen und die öffentlichen Sitzungen in dem neuen
Amtsgerichtslocal statt.
Großherzogliches Amtsgericht Friedberg.
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Sellheim. vdt. Becker.
In der Bekanntmachung, betreffend die
stimmungstermin irrthümlich auf den 17. Juni l. J. angegeben; derselbe findet jedoch erst am 17. Juli laufenden
Berichtigung.
Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Ilbenstadt in Nr. 70 des Oberhessischen Anzeigers ist der Ab⸗
Jahres statt.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 15. Juni. Die Abreise des Großherzogs nach Wien erfolgte heute Vormittag. Im Gefolge befinden sich Oberst v. Westerweller, Major v. Herff und Major v. Rabenau.
Berlin, 14. Juni. Der Bundes-Rath bestätigte den in erster Lesung gefaßten Beschluß, betreffend den Zollanschluß der unteren Elbe, heute in zweiter Berathung.
— Für die am 16. Juni beginnende Berliner Conferenz in der griechischen Frage ist analog der Geschäfts-Behandlung im Congresse eine geschäftliche Erledigung in zweifacher Behand— lung in Aussicht genommen. Einmal die Con— ferenzverhandlung selbst, an welcher die Experten nicht theilnehmen, zweitens die Arbeit der Ex— perten auf Grund des vorangegangenen Con— ferenzauftrages. Die bei dem Congresse üblich gewesene dritte Art der diplomatischen Ausschuß— berathung kommt bei dem begrenzten Charakter der Conferenz in Wegfall. Die türkischen und griechischen Vertreter nehmen an der Conferenz nicht Theil und haben keine direkte Stellung zu dieser. Es bleibt ihnen überlassen, durch die Vertreter der einzelnen Mächte ihre Wünsche vorzubringen.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ ist ermächtigt mitzutheilen, daß der Reichskanzler sich über die Kirchen-Vorlage einem befreundeten Abge— ordneten gegenüber dahin ausgesprochen hat, daß die Stellung der Regierung zu der Vor— lage heute dieselbe sei, wie bei der Einbringung derselben. Die Regierung halte sich für ver— pflichtet, unabhängig von den Verhandlungen mit Rom ihren katholischen Unterthauen Alles zu gewähren, was ohne Schädigung der Gesammt— interessen des Staates gewährt werden könne. Dem kirchlichen Bedüurfnisse der katholischen Preußen weniger zu gewähren, als ohne Schä— digung des Staates gewährt werden könne, würde dem landesväterlichen Interesse des Königs nicht entsprechen. Die Regierung würde daher au der Vorlage festbalten müssen, bis sie sich einer amtlichen Ablehnung durch eines der beiden Landtagshäuser gegenüber befinde. Die„Voss. Ztg.“ meint hierzu: Eine starke Befürwortung der Vorlage wird Niemand in diesen Aeußerungen ent— decken können. Fürst Bismarck scheint ihr viel— mehr mit einer Art von Gleichgültigkeit gegen— überzustehen, der er oftmals bei anderen Gelegen— heiten drastischen Ausdruck gegeben hat. v. Putt— kamer denkt nicht ebenso und seine Freunde, die Conservativen, welche für seine Stellung fürchten, falls die Vorlage abgelehnt werden sollte, geben sich alle Mühe, die letztere zu retten.
Ems, 14. Juni. Der Kaiser wird nächsten Freitag Abend von Berlin nach Düsseldorf abreisen, dorten die Gewerbeausstellung besichtigen und am Samstag Nachmittag hier eintreffen.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Salzburg, 15. Juni. In der gestrigen Sitzung des Landtages wurde eine Erklärung der Bischöfe von Trient, Brixen und Salzburg verlesen, worin dieselben gegen die voll— zogene Bildung von zwei evangelischen Pfarrge— meinden, welche wider Willen und mit Verletzung der heiligsten Gefühle der Tyroler erfolgt sei, prote— stiren und um Aufnahme dieser Erklärung in das Landtagsprotokoll ersuchen. Graf Lamberg hat seine Würde als Landeshauptmann und sein
Landtagsmandat niedergelegt. Frankreich. Paris, 14. Juni. Die Kammer lehnte den vom Senat angenommenen Gesetz—
entwurf über die Militärverwaltung ab; der Kriegsminister sprach sich gegen den vom Senat angenommenen Entwurf und gegen den der Kammercommission aus und verlangte Zurück— verweisung der Vorlage an eine gemischte Com— mission behufs Herstellung des Ausgleiches beider Entwürfe. Die Senatscommission zur Berath— ung der Vorlage, betreffend die Aufhebung der Obedienzbriefe, besteht aus 7 Anhängern und 2 Gegnern der Vorlage. Im Bericht der Budgetcommission für das Budget des Aus— wärtigen wird die Ablehnung des Amendements Raspail, betreffend die Aufhebung der franzö— sischen Botschaft beim Vatikan, beantragt.
Großbritannien. London, 14. Juni. Layard ist hier eingetroffen.— Laut Telegramm der„Times“ aus Kabul, 13. Juni, begegnen die Unterhandlungen mit Abdurrhaman wegen Annahme der Emirwürde von Afghanistan Schwierigkeiten; die Rückkehr von Jakub Khan sei möglich.— Laut Telegramm der„Times“ aus Kalkutta hat der Aufstand in Oberbirma sein Ende gefunden.— Einem Telegramm des „Stand.“ aus Bombay zufolge erklärte Gordon, er gehe nach China, um der chinesischen Regier— ung vom Kriege mit Rußland abzurathen. Oberst Gordon hat übrigens seinen Posten in der britischen Armee niedergelegt, weil die Regier— ung ihm die Erlaubniß versagen wollte, nach China zu gehen.
— England ist nach einem Meinungsaus— tausch mit der französischen Regierung dem von Freycinet gemachten Vorschlage in Betreff der Regulirung der griechischen Grenze beigetreten, da dieser am meisten mit den Intentionen des Berliner Congresses übereinstimmt.
Türkei. Constantinopel, 13. Juni. Die der Pforte überreichte identische Note der Congreßmächte verlangt die Ausführung der Convention bezüglich des Gebietsaustausches mit Montenegro und die Ausfuhrung des Art. 61 des Berliner Vertrages betreffs Einführung von Administrationen und Reformen in Armenien.
— 15. Juni. Die internationale Reform— Commission konstituirte und einigte sich, ihre Beschlüsse mit Majorität zu fassen und den Vorsitz dem türkischen Delegirten Assym-Pascha zu übertragen.
Rumänien. Bukarest, 13. Juni. Es ist unrichtig, daß Fürst Karl demnächst eine Reise in's Ausland antreten werde; der füͤrstliche Hof begibt sich diese Woche nach der Sommerresidenz Sinai.
Amerika. Rio de Janeiro. Die Chilenen haben am 7. Juni Arica gestürmt und die Garnison gefangen genommen. Die peruanische Corvette „Manescapas“ wurde in den Grund gebohrt. — 15. Juni. Der peruanische Geschäftsträger in New-Pork erhielt eine Depesche des peruanischen Generalconsuls in Panama, wonach Tacna nach dreitägigem Kampfe eingenommen wurde. Der Gesammtverlust an Todten und Verwundeten betrug 8000 Mann. Tacna wurde sodann wieder durch die verbündeten Armeen belagert, General Montero nahm 1000 Chilenen gefangen. Die Generale Lecoa und Montero schlossen die chilenischen Truppen vollständig ein.
Aus Stadt und Land.
2 Friedberg, 15. Juni. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Gemeinderathssitzung erstattete zuerst der Bürgermeister Bericht über die am 5. dieses Monats in Hungen stattgehabte Sitzung des Comités für Erbau⸗ ung einer Secundärbahn Mücke- Friedberg. Darnach ist als nördlicher Endpunkt derselben statt der Station Mücke
jetzt Grünberg bestimmt und ist der Bürgermeister letzterer Stadt in das Comité eingetreten. Die Mittel für die Vermessung der Linie sind aufgebracht, der mit der Firma Paulsen und Ruppel in Siegen bezüglich der Ver⸗ messungs- und Berechnungsarbeiten abgeschlossene Vertrag wurde genehmigt und werden die Vermessungen alsbald beginnen. Der Vorsitzende des Comités, Graf Solms⸗ Laubach, machte ferner die Mittheilung daß die Vorstände des Comités der Bahnprojekte Gedern-Ortenberg-Bergen⸗ Frankfurt, Grünberg-Laubach-Hungen⸗Echzell-Friedberg und Schotten-Nidda sich zu einem Gesammteomitsé ver⸗ einigt hätten, um die Ausführung dieser Bahnen zu be⸗ treiben und gemeinschaftliche Schritte bei der Regierung und den Ständen zu thun.— Da in diesem Jahre die Ergänzungswahl zum Gemeinderath stattfindet, wurde die Ausloosung des zweiten Drittels der im Jahr 1874 ge⸗ wählten Gemeinderäthe vorgenommen und wurden die Mitglieder G. Hieronimus, J. Pfeffer, L. Seyd J. und Dr. A. Trapp ausgeloost; außer für diese, für welche Neuwahlen auf 9 Jahre stattfinden, sind für die ver⸗ storbenen Mitglieder S. Schloß und A. Rausch Ersatz⸗ wahlen auf drei Jahre und für das zum Bürgermeister gewählte Mitglied Seriba eine Ersatzwahl auf 6 Jahre vorzunehmen, so daß also bei der nächsten Wahl sieben Gemeinderäthe zu wählen sind. In die Commission für die örtliche Einkommensteuereinschätzung wurden die seit⸗ herigen Mitglieder, C. Reuß, IJ. Pfeffer, J. Falck, H. Waas III. und G. Philippi für das Jahr 1881 wiedergewählt. Die Realschulrechnung für 1877 wurde nach vorausgegangener Prüfung genehmigt. Verschiedene Gesuche um Nachlaß oder Frist bezüglich städtischer Ab— gaben und Schulgelder wurden erledigt. Für die Stadt⸗ kasse soll von dem Vorschuß⸗ und Creditverein ein feuer⸗ fester Cassaschrank für 250 M. angekauft werden. Die vorgelegten Aecorde für verschiedene Arbeiten an der Usa und Seebach wurden gutgeheißen. Die von dem Stadt— baumeister angefertigten Pläne und Vorschläge bezüglich Erbauung einer Kleinkinderschule wurden vorgelegt, vor— behaltlich einiger Abänderungen genehmigt und beschlossen, daß der Bau sofort beg nnen und das Gebäude noch in diesem Jahr unter Dach gebracht werden soll. Bezüglich des Projektes einer Bahn zwischen Friedberg und Hom— burg sollen weitere Verhandlungen eingeleitet werden.
Friedberg. Die Gewitter am letzten Freitag und Samstag, die uns hier und in der Umgegend nur den ersehnten Regen für einige Tage brachten, haben dagegen auf der ganzen Strecke von Gießen bis Cassel arg ge— haust. An einigen Stellen mußte der Bahnbetrieb aus— gesetzt werden, weil das Wasser den Damm zerstört hatte. In Gießen, Marburg und Umgegend, namentlich aber in Cassel, schlug der Blitz zum Oefteren ein und zündete auch an verschiedenen Orten. Auch von erschlagenen Menschen und Thieren wird berichtet.
O. Darmstadt. Ermittelungen der hiesigen Polizei⸗ Behörde über einen angeblichen Landwirthschaftslehrer C. Goethling aus Berlin, der sich in Hessen herumtreibt, haben als unzweifelhaftes Resultat ergeben, daß derselbe mit dem ehemaligen Schuhmachergesellen Ch. Gg. Goeth⸗ ling ein und dieselbe Person ist. Derselbe ist bereits wegen unbefugten Gewerbebetriebes im Umherziehen mit 64 Thalern eventl. mit zwei Monaten Gefängniß bestraft und ist dabei gleichzeitig auf Confiscation der bei ihm vorgefundenen Bücher über Thierheilkunde erkannt worden. Goethling verkauft Medieamente für Thiere. Welcher Art die feilgebotenen Medieamente sein mögen, läßt sich nicht ermessen. Leider sollen trotz erfolgter Warnung viele Landwirthe auf den Leim gegangen sein. In einzelnen
Orten soll derselbe sogar, wie berichtet wird, für mehrere
100 Mark werthloses Zeug abgesetzt haben.
Allerlei.
Dres den, 15. Juni. Die sächsische Ober-Lausitz ist von Wolkenbrüchen gestern schwer getroffen worden. Die Mandau und die Neiße sind aus ihren Ufern ge⸗ treten. Von Zittau und Dresden ist Militär an die Unglücksstätte abgegangen. Der König und der Minister des Innern sind ebenfalls dorthin abgereist. In Ober⸗ oderwitz wurden etwa 100 Häuser zerstört und blieben 6 Menschen todt. In Niederoderwitz blieben 8 Menschen todt, in Herrnhut werden 14 Menschen vermißt. Das Elend ist groß. f f
Brüssel, 12. Juni. Am letzten Dienstag fand in der Kohlengrube des Grand-Bouillon sous Cour eine Explosion schlagender Wetter statt. Von den 12 in der Grube beschäftigten Arbeitern kamen vier mit leichten Brandwunden davon, die acht übrigen wurden als Leichen zu Tage gebracht.
Paris, 11. Juni. In dem 2 Kilometer von Saint Diziers gelegenen Ort Marnaval flog gestern ein dortiger Hochofen, der größte in Frankreich,(er producirt 80,000 Kilogramm den Tag), in die Luft. Sechs Per⸗
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