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Samstag den 17. Januar.

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80. c Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

ssischer Anzeiger.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

ftreisblatt für den Areis Friedberg.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen⸗ oder Ziffersatz mit 14 Pf., bet Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. .

Amtlicher Theil.

Betreffend: Das Verfahren bei ansteckenden Krankheiten in Lehrersfamilien. Friedberg am 13. Januar 1880.

Die Gr. Kreisschulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände und Gr. Bürgermeistereien des Kreises.

Durch mehrere Fälle von Erkrankungen an Dipbtherie ꝛc. in Lehrersfamilien sehen wir uns veranlaßt, Sie hiermit ganz besonders aufzu- fordern, jedesmal, sobald ein Glied einer Lehrersfamilie(gleichviel, ob dasselbe im Schulhause selbst, oder anderwärts wohne) von Diphtherie, oder einer anderen ansteckenden Krankheit befallen werden sollte, nicht blos sofort(durch den Schulvorstand) uns und(durch Großherzogliche Bürger meisterei) dem Großherzoglichen Kreis Gesundbeitsamte Friedberg Anzeige zu machen, sondern auch sogleich die betreffende Schule, beziehungsweise Schulklaffe zu schließen und bis zum Eintreffen unserer Verfügung oder der Anordnung Großberzoglichen Kreis-Gesundheitsamts an Ort und Stelle geschlossen

bleiben zu lassen.

Dr. Braden. Bekanntmachung.

Betreffend: Die Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks⸗Vereins Friedberg pro 1880.

Die General-Versammlung des landwirthschaftlichen Bezirks⸗Vereins Friedberg pro 1880 findet Samstag den 24. Januar 1880, Nachmittags ½2 Uhr, in dem Rathhaussaale zu Friedberg statt und werden hierzu die Mitglieder des Bezirksvereins, insbesondere auch die Herren Bürgermeister und Freunde der Landwirthschaft freundlichst eingeladen.

Friedberg den 14. Januar 1880.

*

1) Vorlage der Vereins rechnung pro 1879. 2) Festsetzung des Voranschlags pro 1880.

3) Reserat der in der letzten General- Versammlung gewählten Commission über Errichtung einer Molkerei-Anstalt. 4) Besprechung über Pferdezucht, insbesondere über die Frage:

Ueber den erfolgten Wiederbeginn des Unterrichte wollen Sie uns dann jedesmal berichtliche Anzeige erstatten.

Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg.

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Tagesordnung.

r. Braden.

welches Hengstmaterial sich am besten zur Erwerbung für das Landgestüt eigne und welche Wünsche deßhalb in landwirthschaftlichen Kreisen vorliegen.

5) Vortrag des Herrn Kreisveterinärarztes Dr. Gebb dahier über Zuchtstierwesen, mit Berücksichtigung der Perlsucht bei dem Rindvieh. 6) Verschiedene Mittheilungen.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 15. Jan. Die zweite Kammer wird voraussichtlich am 26. d. für eine Reihe von Sitzungen wieder zusammentreten. Wie man hört, hat Greßh. Ministerium in der Berathung über das Disciplinar⸗Gesetz für nichtrichterliche Beamte auf Anfrage bestimmt erklärt, daß nach dem Zustandekommen dieses Gesetzes eine Anzahl heute auf Widerruf angestellter Staatsdiener, wie die Distrietseinnehmer, Hauptsteueramtsrendanten, Controleure u. s. w., definitiv angestellt werden sollen. Nur sti die Frage nach der Höhe der dann zu gewährenden Pensionen noch eine offene. Der Ausschuß soll in diesem Betreff der Kammer be stimmte Vorschläge unterbreiten, die dem Interesse jener Beamten Categorien entsprechen. Auch der

schon viel erörterte Gesetzentwurf über das religiöse

Erziehungsrecht ist an die zweite Kammer zurück gelangt und dürste eine Durchzählung der Stim- men dafür und dagegen in beiden Kammern auf Grund des Art. 75 der Verfassungsurkunde den Gegenstand zum Abschluß führen. Der Finanz- ausschuß der zweiten Kammer hielt gestern mit dem Ministerium eine gemeinschaftliche Sitzung bezüglich der Recommunication der ersten Kammer, den Verkauf des hessischen Antheils der Main- Weserbahn an Preußen betreffend. f

Berlin, 14. Jan. Im Abgeordnetenhaus wurde heute die erste Berathung der Gesetzentwürfe über die Verwaltungs Reformen fortgesetzt. 15. Jan. Bei der Fortsetzung der Berathung der Verwaltungsgesetzentwürfe werden dieselben an eine Commission von 21 Mitgliedern über- wiesen. Der Gesetzentwurf, betreffend die Kreis- vertretung in Lauenburg, wird zur zweiten Berath⸗ ung im Plenum gestellt. Die Budgetcommission des Abgeordneten hauses genehmigte die Vorlage, betreffend den Nothstand in Oberschlesien.

DieNationalztg. will von vertrauens- werther Seite folgende Mittheilung erhalten haben: Wenn wenige Tage, nachdem der König von Däne: mark Berlin verlassen, gemeldet werden konnte, daß man in leitenden Kreisen mit den Erfolgen dieses politischen Besuches sehr zufrieden sei, so neigte

man gern zu glauben, daß der Herzog von Cumber⸗

seiner Familie endlich Gehör gegeben, und daß somit einem Ausgleich zwischen der preußischen Regierung und dem Herzog nichts mehr im Wege strhe. Wie von maßgebender Seite mitgetheilt wird, rief jedoch nur das correcte und politisch allein richtige Verfahren des Königs Christian

bervor. Der König von Dänemark mußte der kaiserlichen Majestät mittheilen, daß an eine Nach- giebigkeit des Herzogs von Cumberland nicht zu denken sei. Der König bedauerte dieses Ver halten, berührte kurz die Nochtheile, welche seinem Schwiegersohne daraus erwachsen und erklärte, bei der Lage der Dinge etwaige Vermittlungs; vorschläge als völlig aussichtlos nicht machen zu können und zu wollen. Dasselbe Blatt con- statirt, daß größere Etatsforderungen der Militär⸗ verwaltungen unter Anderem auch für Vermehrung der Artillerie in Aussicht stehen.

Der nächstjäbrige Reichspost und Tele- graphen- Etat hat 13,065,595 Mark Ueberschuß; die Einnahmen betragen 132,709,645 Mark, die fortdauernden Ausgaben 117,044,100 Mark, die einmaligen Ausgaben 2,599,950 Mark. Der Reichs- druckerei Etat hat Ueberschuß 953,340 Mark; Ein⸗ nahmen 3,019,500 M., Aus gaben 2,066,160 M.

Wiesbaden, 14. Jan. Herzog Friedrich Christian August von Schleswig⸗-Holstein⸗Augusten⸗ burg ist heute früh in Folge eines Herzschlags plötzlich hier gestorben.

Straßburg. Im Kreise Zabern wurde an Stelle von Schnecgans der Fabrikant Goldenberg

(Autonomist) mit an Einstimmigkeit grenzender

Majorität zum Reichstagsabgeordneten gewählt.

das Gefühl der Befriedigung in leitenden Kreisen

land den Vorstellungen seines Schwiegervaters und gesprochen werde, die Repatriirung der Flüchtlinge

sei factisch definitiv beendet.

Pest, 14. Jan. Gestern sammelte sich wieder eine größere Volksmenge vor dem National⸗Casino an und warf die Fenster desselben ein. Militär säuberte dann die Straße. Einige Excedenten und auch Polizisten sollen verwundet sein; etwa dreißig Excedenten sind verhastet. 4

15. Jan. Gestern Abend fanden wiederum Straßen- Unruhen statt. Es sammelte sich viel Volk an, so daß Militär requirirt wurde, um die Menge zu zerstreuen. Ein Hörer der Rechte und ein Kutscher wurden getödtet. Es heißt indeß, daß die Schüsse, welchen dieselben zum Opfer gefallen, von Excedenten selbst aus Revolvern abgefeuert waren. Die Untersuchung wird hierüber Aufklärung bringen. Gegen Mitternacht war die Ordnung hergestellt.

Frankreich. Paris, 14. Jan. Im Senat wurde Martel wiederum zum Präsidenten gewählt. Zu Vicepräsidenten Rampon, Pelletan und Calmon.

Spanien. Madriv. Laut Nachrichten der Agence Havas von hier beharren die Deputirten der Opposition bei ihrer Enthaltung von den Sitz ungen der Cortes. Minister-Präsident Canovas habe ein Arrangement versucht; falls dasselbe nicht zu Stande komme, wolle er, wie gerüchtweise ver⸗ laute, der Majorität vorschlagen, die Mandate der sich enthaltenden Deputirten für erledigt zu erkläfen. Nach Anderen würde Canovas die Auflösung der Cortes beantragen. Marschall Martinez Campos soll Sagasta seine Mitwirkung

zugesagt haben, wenn der König die Liberalen ans Ruder beriefe. Türkei. Constantinopel, 14. Januar.

Prinz Hassan, dritter Sohn des ehemaligen Khedive

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 14. Jan. Der Ausschuß der ungarischen Delegation für das Auswärtige votirte den Nachtragscredit für Unter- stützung der bosnischen Flüchtlinge unter der Be⸗ dingung, daß der Minister des Auswärtigen im Plenum Namens der Regierung verspreche, die gemeinsame Regierung werde hierfür keine weiteren Summen beanspruchen und daß im Berichte aus

Ismail, ist am Montag hier eingetroffen und vom Justiz- und Polizeiminister begrüßt worden. Dem Polizeiminister ist vom Sultan der Groß- orden des Medschidje⸗Ordens verliehen worden.

Serbien. Nisch, 14. Jan. Nach dem gestrigen Neujahrsempfang besuchle der Fürst in

großer Gala mit Gefolge den Ministerpräsidenten Ristic und richtete an diesen folgende Worte:

Ich kam, Ihnen zum Neujahr zu gratuliren und