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worden. rente sowie einige Schlösser.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 14. Dec. Ein
im heutigen Gemeinderathe verlesenes Schreiben
des Grafen Taaffe theilt mit, daß der Kaiser
anläßlich der Erörtungen über einen von der Commune von Wien bei der Vermählung des Kronprinzen im Opernhause zu gebenden Fest⸗ ball denselben ablehnt und ersucht, die Kosten hierfür den Armen Wiens zuzuwenden, denen er, wie der Kronprinz, noch je 20,000 Gulden spenden werde.
— 14 Dec. Das Abgeordnetenhans nahm den Gesetzentwurf, betreffend die Forterhebung der Steuern für das erste Quartal 1881, nach längerer Debatte mit 183 gegen 146 Stimmen an.
Frankreich. Paris, 13. Dec. Deputirten— kammer. Berathung des Einnahme-Budgets, welches mit 367 gegen 1 Stimme angenommen wird.— 14. Dec. Die Kammer beschloß, den Antrag Raspail, alle Krondiamanten zu ver— dußern, in Erwägung zu ziehen. Sodann nahm die Kammer die Berathung über den obliga— torischen Primär-Unterrichts-Entwurf wieder auf.
— Das„Journal des Debats“ schreibt: Das europäische Schiedsgericht, dessen Einsetzung von Tag zu Tag an Consistenz zu gewinnen scheine, sei das einzige Mittel, dem Kriege zwischen Griechenland und der Türkei vorzubeugen. Auch die übrigen Journale sprechen sich für das euro— päische Schiedsgericht aus.
— 13. Dec. Rochefort begab sich im Laufe des gestrigen und heutigen Tages mehrmals mit Zeugen zu Gambetta, damit dieser sich darüber erkläre, ob er seiner Zeit das vom„Voltaire“ veröffentlichte Schreiben Rochefort's(im Jahre 1871) empfangen habe. Den Journalen zu⸗ folge weigerte sich Gambetta, Rochefort zu empfangen.— 14. Dec. Rochefort hat heute dem Secretär Gambetta's, Reinach, der seinen (Rochefort's) Brief aus dem Jahre 1871 an Gambetta veröffentlicht hat, eine Herausforder— ung zustellen lassen. Reinach erwiederte, er habe Nichts gethan, als einen von Rochefort ge- und unterschriebenen Brief veroffentlicht; er sei ihm keinerlei Genugthuung schuldig.
Großbritannien. London, 13. Dec. Der Herzog von Cambrivge und der Staats secretär des Krieges, Childers, conferirten heute im Kriegsministerium. Gutem Vernehmen nach sind Dispositionen getroffen, um zwei weitere Regimenter nach Irland zu senden.
— 14. Dec. In Folge der gestrigen uner— warteten Einberufung des Ministerrathes ver— lautet gerüchtweise, der Generalsecretär für Ir⸗ land, Forster, habe die Ueberzeugung, daß es unmoglich sei, die Regierung von Irland ohne sofortige Bewilligung von Zwangsmaßregeln weiter zu fuhren. Es herrschte gestern und heute große Erregung in den politischen Kreisen. Dem heute Nachmittag stattgehabten Ministerrathe wohnten sämmtliche Minister bei; über die Be— schlüsse desselben ist noch Nichts bekannt.
Italien. Rom, 13. Dec. In dem heutigen Consistorium ernannte der Papst, nachdem er eine Allokution gehalten, den Patriarchen Hassun zum Cardinal und erklaͤrte, drei andere Cardinale in petto zu reserviren; sodaun wurden einige Bischoͤfe ernannt, darunter Graf Belrupt Tyssac zum Bischof in partibus und Coadjutor des Erz⸗ bischofs von Olmütz, ferner Paulovich zum Bischof j. p. und Coadjutor des Bischofs von Macarsca.
Türkei. Constantinopel. Die Pforte wird in Folge von neuerdings seitens der Botschafter ertheilten Aufklärungen Justructionen an Der— wisch Pascha senden, betrs. der Grenzregulirung des Districts von Dulcigno zwischen dem adri⸗ atischen Meere und dem See von Skutari, so—
Darnach verzichten Letztere auf das kurhessische Fideicommiß und erhalten eine Jahres—
Korn M. 21.50, Gerste M. 16., Hafer M.
Schäden.
russischen Anleihe von 1876 beglichen ist.
Amerika. im Repräsentantenhause eingebrachte Resolution, welche den Naturalisationsvertrag mit Deutsch— land kündigt, erklärt, daß sich der Vertrag in Folge verschiedener Mängel und Meinungsver— schiedenheiten bei der Auslegung als unzulänglich erwiesen hat, um die naturalisirten amerikanischen Bürger, welche sich zeitweilig in Deutschland aufhalten, gegen Unzuträglichkeiten zu schützen. Die Resolution bezeichnet es für wünschenswerth, von allen europälschen Regierungen die volle unzweideutige Anerkennung der Prinzipien zu erlangen, welche die Vereinigten Staaten bei der Naturalisation der Ausländer leiten. Wegen dieses neuen, auf diesen Prinzipien basirten Ver— trages sollen deßhalb Verhandlungen eröffnet werden.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Das Resultat der Volkszählung in Friedberg, das durch mancherlei Umstände erst jetzt fest— gestellt werden konnte, ergibt eine abermalige Zunahme der Bevölkerung. Am 1. Dee. waren anwesend 4856 Personen, gegen 4391 und 4307 der vorletzten Zählung. 1875 befanden sich hier 2113 männliche und 2272 weib— liche Individuen; die neueste Zählung ergibt 2402 männ⸗ lich und 2488 weiblich. Die Zahl der bewohnten Häuser beträgt 526 gegen 499 der früheren Zählung. Friedberg, 14. Dee. In Folge der letzten reich— lichen Regengüsse haben wir wieder allgemeine Ueber— schwemmung. Die Seebach, Usa, Wetter und Nidda sind heute Nacht ausgetreten und bedeckt das Wasser Wiesen und Felder. Friedberg, 15. Dez. Morgen findet eine totale Mondfinsternist statt. Sie beginnt 2 Uhr 34 Min., die Mitte derselben ist 4 Uhr 28 Min. und das Ende 6 Uhr 23 Min. Nachmittags. Die Finsterniß ist sichtbar in Australien, Asien, fast in ganz Europa und Afrika. Gießen, 13. Dec. Schwurgericht. Wegen Verbrechen
im Amte stand heute der Forstwart K. Sommer von Ettingshausen vor Gericht. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage und das Urtheil lautete auf 1 Jahr Zucht— haus und 2 Jahr Ehrverlust.— Die heutige Schwur— gerichtssitzung(angeklagt: J. Habicht Eheleute von Brauer— schwend wegen Vervortheilung der Gläubiger und Meineid) fiel aus wegen Krankseins eines Hauptzeugen. Die Session des 4. Quartals ist damit zu Ende. Groß⸗Gerau, 13. Dee. Gestern schnitt sich ein hiesiger Einwohner mittelst einer Sense den Hals ab. Der Unglückliche hatte seit einigen Tagen über Kopf— schmerzen geklagt, die dadurch entstanden waren, daß ihm beim Holzspalten ein Keil an den Kopf gesprungen war. Die That scheint also in momentanem Wahnsinn ge⸗ schehen zu sein.
Allerlei.
Frankfurt, 13. Dez. Gestern brannte der bei Oberursel gelegene 250 Jahr alte Kupferhammer ab. Da derselbe dicht am Bahnhof liegt, so trat bis zur Löschung des Feuers eine kleine Verkehrsstörung ein. Dresden, 8. Dez. Heute wurde der Schmiedgeselle F. H. Große aus Lorenzkirchen, der die 21jährige Pauline Dechert aus Bronnitz, mit der er ein Verhältniß unter⸗ hielt, in die Elbe geworfen hatte, vom Schwurgerichte des Mordes für schuldig erklärt und daraufhin vom Gericht zum Tode verurtheilt. Kempten. In der Nacht vom 2. Dez. wollte der Getreldehändler Heiß von Holzhausen auf die Schranne nach Kaufbeuren fahren. Unterwegs wurde derselbe über— fallen, getödtet und seiner Baarschaft beraubt. Dortmund, 13. Dez. Heute früh erfolgte auf Zeche Bruchstraße bei Langendreer eine Explosion schlagen— der Wetter in Flötz 1 der zweiten Bruchabtheilung, her⸗ beigeführt durch Oeffnen einer Lampe. 4 Personen sind getoͤdtet, 2 leicht verletzt, der Betrieb in keiner Weise gestört. Metz. Seit Beginn der Herbstjagd ist bereits eine großere Anzahl von Wolfen erlegt worden. Trotzdem in den letzten Jahren eifrigst auf diese Raubthiere Jagd gemacht und jährlich im Durchschnitt ein halbes Hundert erlegt wurde, so scheinen sie sich doch nicht vermindert zu haben. Paris, 12. Dez. Frau Thiers welche vor 8 Tagen schon einmal todt gesagt wurde, ist nun wirklich gestorben.
Handel und Verkehr. Friedberg, 14. Dec. Fruchtbericht.
Weizen M. 22., 13. Alle Preise
wie betreffs des den Delegirten der Maͤchte zu ge— währenden Schutzes. Bedri Bey wird die Pforte
vertreten.— Das Preßbureau verbot den Jour— Ifd. W. 1.15.1. 20, Eter ver St. 8 Pf., 2 Stuck 15 Pf.
nalen die Reproduction des englischen Blaubuchs.
verstehen sich auf 100 Kilo
kostete der Centner Weizen M. 10.80, Korn M. 10.25,
200 Zollpfund. Friedberg, 15. Dec. Wochenmarkt. Butter kostete per
Grünberg, 11. Dec. Auf beutigem Wochenmarkt
— Eine von dem persischen Gesandten der Pforte überreichte Note verlangt Gutmachung der durch den letzten Kurdeneinfall verursachten
Serbin. Belgrad. Augesichts des günstigen Cassenbestaudes per December sind 1,000,000 Francs nach Rußland versendet, wodurch eine zweijährige Amortisationsquote mit Zinsen der
Washington, 14. Dec. Die
sehen, die Vormerkung„beschränkt“ gelsscht und der
richtlich bestätigt werden wird.
A
N
9
Gerste M. 7.68, Hafer M. 6.49, Erbsen M. 9.75
0 Samen M. 11.00, Kartoffeln M. 2.00, Lein M. 13.00.* Sießen, 14. Dec. Wochenmarkt. Butter per Pfd. f M. 1.20— 1.25, Eier 1 Stück 7 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse fal per Stück 5— 9 Pf., Tauben das Paar 60—70 Pf., gert Hühner per Stück M. 0.85— 1.20, Hahnen per Stück auf M. 0.70— 1.20, Gänse per Pfd. 48—56 Pf., Enten per däge Stück M. 1.60—. 2.00, Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., 0 Kuh- und Rindfleisch 45—50 Pf., Kalbfleisch 45—50 Pf., Hammelfleisch 50—66 Pf., Schweinefleisch 64—68 Pf.,. Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00—0.00, Zwiebeln per! Ctr. M. 9.—10., Weißkraut 100 Stück M. 1.—6.. Frankfurt, 13. Deebr. Viehmarkt. Angetrieben waren circa 320 Ochsen, 230 Kühe, 700 Hämmel und 190 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. werd
6869 M., 2. Qual. 62-64 M., Kühe 1. Qual. 52 bis Phil 54 M., 2. Qual. 40—48 M., Kälber 1. Qual. 52 bis 8 54 M., 2. Qual. 40—46 M., Hämmel 1. Qual. 52 bis 54 M., 2. Qual. 40— 46 M. Schweine das Pfund 61 Pf.
Frankfurt, 13. Nov. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., 2 Nr. 5 M. 25., Roggenmehl%(Berl. Marke) M. 32.
do. 1.(Berl. Marke) M. 30., do. 2.(Berl. Marke), 1197 M. 24.50, Weizen, eff. hies., ab Bahnhof hier M. 22.50— 75, 1 ab unserer Umgegend M. 22.2550, do. fremder je nach
Qual. M. 22.00— 23.00, Roggen je nach Qual. M. 22.50
bis 75, Gerste M. 17.— 18.75, Hafer M. 13.50 14.75, 120
Kohlsamen M. 27.—28., Erbsen M. 19.— 27., Wicken auf
M. 16.—18, Linsen M. 20.—40., Bohnen, weiße, M. 23. Che
bis 25., Rüböl, detail M. 64. Die Preise verstehen sich] Tse
sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht= 100 Kilo. 5
1 E
Geld⸗ Cours. sons
Frankfurt am 14. December 1880. vertl
20 Frankenstüczktke.. 16 12—16 5 do.„„ 16 11—15 Englische Sovereigns.„ 20 33—38 Russische Imperi ales„ 16 68—72 Ducaten. 3„ 9 55—60
al mareo. 1„ 9 54—58 f
Dollats ms 418-21 Ci
Aufruf 5 il
zur Errichtung eines Grabdenkmals für den ver—
storbenen Director Carl Steinberger. le
Zu Ende des vorigen Jahres verstarb nach lang⸗ C
jähriger und segens reicher Wirksamkeit im Schulamte der
Großh. Realschuldirtetor C. Steinberger zu Alzey. Tausende N
von Schülern haben unter seiner Leitung in den Real⸗ 1
schulen zu Michelstadt, Friedberg und Alzey, sowie in 0 dem Lehrer- und Predigerseminare zu Friedberg den Grund
zu ihrer künftigen Ausbildung gelegt. Durch seite un— un ermüdliche und aufopfernde Thätigkeit zum Wohle der N
ihm anvertrauten Jugend, besonders aber auch durch den in f herzlichen Verkehr mit seinen Schülern und die väterliche
Freundschaft, die er denselben stets bewahrte, ist dem ö hochverehrten Schulmanne in aller Herzen ein dankbares g Andenken gesichert. Aber auch für das Wohl seiner Mit—(Har bürger hat Steinberger in rastlosem Eifer in den ver⸗ 1
schiedensten Vereinen in hervorragender Weise gewirkt und 109 sich Freunde und Verehrer erworben. Von diesen Ge⸗ fühlen der Verehrung und Dankbarkeit geleitet, ist ein Comite zusammen gekreten, um auf seiner Grabstätte in Alzey ein einfaches Denkmal errichten zu lassen. Das
Comite ist überzeugt, daß Vielen die Gelegenheit erwünscht 1 sein wird, durch Betheiligung an der Stiftung eines Foal, Denkmals für den Verewigten ihren Gefühlen Ausdruck 1
verleihen zu können. Es ergeht daher an alle Schüler* und Freunde des Verstorbenen, besonders auch an die Bewohner der Städte, in denen Steinberger gewirkt, die
Bitte, dem Comite ihre Geldbeiträge zu diesem Zwecke
zustellen zu wollen. Reallehrer Kaßlick in Alzey, als Rechner des Comites, ist bereit, Beiträge entgegen zu
nehmen; außerdem nehmen Beiträge an: in Michelstadt 1 Lehrer Zimmer, in Friedberg Seminarlehrer Dr. Heid i und in Darmstadt Lehrer J. Kopp. 142
Ferner die Expedition des Oberhessischen Anzeigers. 0
Alzey im Dezember 1880. N Das Comité zur Errichtung eines Steinberger-Denkmals. bat
Die Christbescheerung
der Kleinkinderschule findet Mittwoch den 22. Dec. Nachmittags 4 Uhr im Zeich en— saale des neuen Schulhauses statt. Er— wachsene zahlen 20, Kinder 10 Pf. Eintrittsgeld. Wer noch Etwas schenken will, wird freundlichst J
gebeten, es bald abzugeben. f Edietalladung
2 4184 Ansprüche an den in der Gemarkung Friedberg 2 gelegenen, im Flurbuch auf den Namen des Heinrich S5 Waas II. stehenden Acker, Flur XIII. Nr. 177 im 1 Großgalgenfeld, sind binnen 4 Wochen dahier geltend zu ngen
machen, gegenfalls dieses Stück als unbeschränktes Eigen⸗ thum des Heinrich Waas II. resp. dessen Erben ange⸗
bezuglich desselben vorliegende Veräußerungs vertrag ge⸗
Friedberg am 11. Dezember 1880. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg.
Sellheim. Becker.


