Ausgabe 
10.1.1880
 
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Offenbach. Der Rechnungsabschluß der Landes⸗ Industrie- Ausstellung von 1879 ergab einen Ueberschuß don 57,000 Mk. Hiervon werden 40,000 Mek. der Stadt zur Grüneung eines Fonds zur Erbauung einer Kunst⸗ und Indußtrieschule über wiesen. Die weiteren disponiblen Beträge erbalten die Handelekammer, die Stadt Offenbach zur Anschaffung von Glocken füt die evangelische Kirche und verschiedene Armenfliftungen.

Worms, 4. Januar. Gestern Mittag begab sich Bahnwärter Stutz aus Hernesheim nach Ryein⸗Dürckheim, um seinem Sohne, der sich in Wassersnöthen befand, be⸗ flich zu sein. Als Siutz am Abend nach Hause gehen wollte, fiel er in den Bach und ertrank.

Pfifflichheim, 5. Jan. Ein Arbeiter, welcher dahier in eine fremde Wohnung eindrang und die an⸗ wesende Frau duich Bedrohung derart in Schrecken setzte, daß deren Tob sofort erfolgte, wurde verhaftet. Die Leiche der Frau wurde gestern duch den Gerichtsarzt untersucht.

Allerlei.

Wiesbaden. Am 3. Januar fand dahier eine Versammlung von Inte ressenten aus Homburg, Friedrichs⸗ dorf, Usingen, Wetzlar u. s. w. statt zur Besprechung des Proje kis einer Weiterführung der Frankfurt Homburger Bahn nach Wetzlar, also einer Concurrenzbabn der Strecke Gießen Frankfurt. Es wird eine desfallsige Vorlage an das kal. pr. Ministerium nebst Karten ꝛc. ausgearbeitet werden und man gibt sich der Hoffnung hin, daß der Staat selbst den Bahnbau übernehmen wird, insofern die betheiligten Gemeinden ihr Interesse entsprechend bethäligen.

Derimund, 6. Jan. Bor ungefähr einem Jahre wurden in dem benachbarten Castrop in ganz kurzen Zwischenräumen drei junge Mädchen von 18 resp. 21 Jahren ermordet aufgefunden, nachdem dieselben die Opfer unsitt⸗ licher Altentase gewesen waren. Trotz der größten An⸗ firengungen, trotzdem längere Zeit ein Criminal-Com⸗ missär von Berlin dort anwesend war, konnte von dem Thäter keine Spur entdeckt werden und es schien, als sollie der Schleier, welcher über diesen Thaten ruhte, un⸗ gelüftet bleiben. Am vergangenen Samstag ist nun abermals auf die Frau eines dortigen Bergmannes ein Atten lar versucht worden. Diesmal jedoch ist es der An⸗ gegriffenen durch ihre Geistesgegenwart und Energie ge. lungen, den Angriff nicht nur abzuwehren, sondern sogar den Thäter zur Haft zu bringen. Derselbe ist ein vierzig⸗ jähriger Bergmann, verheirathet aber kinderlos. Es ist nicht unmöglich, daß diese That mit den früheren Ver brechen im Zusammenhange fleht.

Wien, 7. Jin. Der Eisfloß aus dem bayerischen Theil der Donau passirte Nachmittags Wien, ohne den geringsten Schaden anzurichten.

Lemberg, 7. Jan. Die Weichselüberschwemmung nimmt zu; in Folge eines zweiten Dammbruches sind abermals mehrere Outschaften überfluthet und bedeutender Schaden verursacht.

Pest, 7. Jan. Der Eisstoß auf der Donau setzte sich heute gegen Mitiag in Bewegung. 8. Jan. In Folge einer Eisstauung bei Komorn ist die Waagbrücke wegge rissen; das Wasser drängt den Waagfluß aufwärts, das Waagtbal ist ü u erschwemmt.

Brüssel, 5. Jin. DieIndependance Belge meldet: Zwei Eisenbabnunsälle, von denen der eine sehr schwer zu sein scheint, sind gestern vorgekommen. Auf der Bahn von Brüssel nach Enghien gerteth um 8 Uhr Abends auf der Höbe der Stauion Lembeke bei Hack ein Zug aus den Schienen. Es ist von nicht weniger als 25 Verwundeten, darunser mebrere schwer, die Rede. Auf der Strecke von

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zu 240,000 Mk.

fleisch 6570 Pf.

Brüssel nach Mecheln, unweit der Station Schnerbeck, stieß der Localzua, der von Antwerpen Abends 9 Uhr ab⸗ ging, bei dem Punkte, wo beide Babnen sich v reinigen, auf eine Locomotive, die in Bewegung war. Beide Loco; motiven wurden stark beschädigt und der eine Tender f

vollständig vernichtet. Um Mitternacht war die Bahn noch

nicht wieder frei. Die von Mecheln kommenden Reisen⸗ den mußten fünf Minuten weit über die Eisenbahn wandern und wurden dann mit einem anderen Zuge weiter befördert.

Verloosungen.

4p Ct. Prämien⸗Pfandbriefe der Deutschen Hypothenbank in Meiningen. Ziehung am 2. Jan. Auszahlung am 1. Februar. Hauptpreise: S. 517 Nr. 25 S. 928 Nr. 11 zu 30,000 Mk. S. 339 Nr. 10, S. 517 Nr. 6, S. 993 Nr 2 S. 1666 Nr. 24 S. 2350 Nr. 20, S. 3181 Nr. 22, S. 3636 Nr. 6 je 3000 Mk.

Hamburg 50 Thlr.⸗Loose von 1866. Ziehung vom 2. Januar. Gezogene Serien: 77 149 186 299 364 388 454 499 675 967 1075 1295 1333 1539 1566 1643 1986 2059 2090 2155 2180 2941 3305 3356 3475 3548 3603 3605 3757 3858.

In der letzten Ziehung der Mailänder 10⸗Frs. Loose von 1866 sind gezogen worden die Serien: 4909 5853 6726 6861 7079 Gewinne: 50,000 Franes fielen auf Nr. 6 der Serie 6861. 1000 Fes auf Nr 96 der Serie 7079, 500 Frs. auf Nr. 46 der Serie 6726 100 Frs. auf Nr. 40 und 52 der Serie 5853, Nr. 87 der Serie 6726, Nr. 96 der Serie 6861 und auf Nr. 23 der Serte 7079, Zahlung am 15. Juni.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 7. Jan. Heu⸗ und Strohmarkt. Heu kostete per Centner M. 2. 3., Stroh M. 2.50 3., Eier 100 Stück M. 6 809 Butter im Großen 1. Qual. das Pfd. M. 1, 2. Qual. 90 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M' 1.10. Kartoffeln 100 Kilo M. 6.50 7.50. Weißkraut das Stück 10 12 Pf. Roth⸗ kraut 1525 Pf. Kohlkraut 810 Pf. Ochsenfleisch das Pfund 6570 Pf., Kuhfleisch 5060 Pf., Rindfleisch 50, Ralbfleisch 44 55 Pf., Hammelfleisch 4065, Schweine⸗ Ein Hahn M. 1.502, ein Huhn M. 1.50 2, Ente M. 2.50 3, Gans M. 4. 9., Tauben 4050 Pf., Kapaunen M. 2.50 3, Welsche M. 5% 0, Hase M. 3.504, Schnepfen M. 2.503.

Die Haftpflicht der Postverwaltung. Bezüglich der von der Postverwaltung zu leistenden Garantie sind viel⸗ fach immer noch, theilweise ganz unrichtige Meinungen im Publikum verbreitet, obwohl das Postgesetz sich darüber unzweideutig ausspricht. Es erscheint deßhalb angemessen, im Interesse des Publikums hierüber nochmals auf die

Gesetzesbestimmungen hinzuweisen. Die Post leistet dem Absender in folgenden Fällen Schadenersatz: 1) Für ver⸗ loren gegangene Einschreibesendungen und Postauftrags⸗ briefe 42 Mark. 2) Für verloren oder beschädigte Geld⸗ briefe und Werthpackete den angegebenen(versicherten) Werthbetrag; das Risico für die zu niedrig angegebenen Werthbeträge in Briefen oder Packeten übernimmt dem⸗ nach die Postverwaltung niemals. 3) Für gemöhnliche Packete im Falle eines Verlustes oder einer Beschädigung den wirklichen Schaden, jedoch höchstens 3 Mark für ein Pfund. 4) Für die auf Postanweisungen eingezahlten Geldbeträge. 5) Für einen durch verzögerte Beförderung oder Bestellung von Postsendungen unter 2 und 3 ent⸗ standenen Schaden, wenn die Sache in Folge der Ver; zögerung ganz oder theilweise verdorben ist, oder ihren

Werth bleibend, ganz oder theilweise verloren hat. Hat der Absen der den Inhalt der Sendung in Folge schlechter oder unzureichender Verpackung nachweislich gefährdet, so wird Ersatz nicht geleistet. Die Höhe des Ersatzes soll auch den gemeinen Werth der Sendung nicht über⸗ steigen, namentlich wird, wenn ein Werth nicht angegeben ist, höchstens für ½ Kilogramm 3 Mk vergütet. Das Publikum kann nicht eindringlich genug gewarnt werden, Geldbeträge weder in Briefe noch in Packete undeklarirt einzulegen. Die Versicherungsgebühr ist eine so geringe, daß sie niemals die Verschweigung des Geldbetrages, die eine unverantwortliche Lrichtfertigkeit ist, entschuldigen kann. Für gewöhnliche Brieff ndungen wird in keinem Falle Ersatz geleistet.

Geld Cours. Frankfurt am 8. Januar 1880

20 Frankenstücke M. 16 1115 do. in ½ 16 10 14 Englische Sovereigns 20 2530 Russische Imperiales 16 6670 Desen 9 5451 iel marx, 9 5660 Dollars in Gold 4 1723

Eingesandt. r. Friedberg. Seit einigen Jahren ist es hier Brauch geworden, Kehricht, Asche, Bauschutt, Gerümpel, lauter Dinge, die gewiß nicht den An'pruch erheben können, eine Augenweide zu bilden und di- man deßhalb auch an anderen Orten dem Auge der Spaziergänger entzieht, in unmittelbarer Nähe des Promenadenweges, det um die Stadt führt, abzulagern. Solche Dreck Lager(das ist jedenfalls die richtige Bezeichnung hierfür) ftaden sich am Viereichen⸗Platz(auf dem, nebenbei bemerkt, von diebischer Hand vor Weihnachten mehrere Fichtenbäumche n abgehackt wurden) am Seegraben und seit einiger Zeit im Rosenthale. Gegen diese Art der Berschönerung(7) einer Promenade würde sich anderwäris ein Sturm der Enirüftung aus dem Publikum erhoben haben, bei uns zeigt sich von Entrüstung kaum ein Hauch. Wir sind praktische Leute; der Dreck dient zum Nivelligen und darum füllen wir damit munter die Gräben aus, die andere Städte sich so gsam zu erhalten suchen. Weß halb aber, wenn wir uns dazu bequemen müssen, diese Eigen⸗ thümlichkeit Friedvergs als berechtigt zuzugeben, wird nicht angeordnet und streng überwacht, daß aller Schutt, Asche u. s. w. ert an einen Platz gebracht, dieser ausgeglichen und verebnet wird? Weßhalb muß denn die halbe Promenade verunziert werden? W̃iyßbalb wird nicht darauf hingearbeitet, daß vor Allem das Loch neben dem Biereichenplatz zugeschültet und hierdurch die lichkeit zu einer Erweiterung der Anlage dieses Platzes gewonnen wird? Es wäre durchaus geboten, daß als erster Punkt einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderathesgemeinsamer Spaziergang der Ge- meinderäthe und des Bürgermeisters um die Stadt auf die Tagesordnung gesetzt würde. Die Herten würden sich von der Wahrheit des Gesagten überzeugen und dänn dielleicht eber Abhülfe schaffen.

Briefkasten.

Ph. in Bruchenbrücken. Wir können nur wieder⸗ holen, daß das Gedicht sich nicht für das Unterhaftungs⸗ blatt eignet. Ihre Manuscripte stehen zu Ihrer Bersügung.

Die Redaction.

Holzversteigerung.

138 Wittwoch den 14. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Gräflich Solms Laubachischen Wald zu Engelthal nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: 2750 Stück Birken⸗Wellen(Besenreiser) und 1250 Salweiden⸗Wellen. Die Zusammenkunft ist am Engelthaler Hof. Engelthal den 7. Januar 1880 Die Gräfliche Rentelverwaltung. 8 2 Vergebung von Schreinerarbeit. 140 Dienstag den 13. Januar 1880, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Bürgermeisterei Büreau für M. 48. Schreiner-Arbeit werden. Wisselsheim am 10. Januar 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Wisselsheim. Hofmann.

an den Wenigstnehmenden vergeben

1 2 N Heu⸗ und Hafer⸗Versteigerung. S e 156 Die Lieferung von dem zur Unterhaltung der Ge 6 Buchen⸗Stöcke, meinde⸗Faselochsen für das Jahr 1880 erforderlichen 8 1 Eichen⸗ Heu und Hafer soll Mittwoch den 14. d. Mis. Nach⸗ 600 Stück Buchenwellen, mittags 1 Uhr, auf dem hiesigen Gemeindehause unter 200 Eichenwellen, den bei der Verstelgerung bekannt gemacht werdenden 2000 Birkenwellen von Meter Länge(zu

Bedingungen öffentlich in Accord gegeben werden. Klein⸗Karben den 8. Januar 1880.

Großherzogliche Bürgermeisterei Kleln-Karben. werden.

PFPFTTWTwTw..WGͤ ͤ K 800 bis 1000 Mar

liegen in der Ossenheimer Kirchenkafse zum

W bereit. ö

Keller, Kirchenrechner. 84 alle Sorten, billig bei

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Oeffentliche Aufforderung.

155 Forderungen aller Art an den zu 58 Mark 90 Pf. taxirten Nachlaß des Martin Heinrich Schmidt dahter

find

ö binnen 14 Tagen

bei unterzeichnetem Amtsgerichte anzumelden, widrigen⸗

falls dieselben bei Regulirung des Nachlasses keine Be⸗

rücksichtigung finden werden.

Bußz bach den 2. Januar 1880.

Großherzogliches Amtsgericht Butzbach.

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Holz-Versteigerung. 137 Montag den 12. d. Mts., von Vormittags 10 Ubr an, sollen in dem hiesigen Gemeindewald, Distrikt Dachs⸗ bau, folgende Holzsortimente: 14 Eichen Werkholzstämme von 29 42 Centim eter Durchmesser und 612 Meter Länge, 6 Naummeter Eichen⸗Scheiter,

Besen geeignet)

öffentlich meistbietend auf Ort und Stelle versteigert Bönstadt den 7. Januar 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Bönstadt.

Geibel.

Schuhwaaren,

Bekanntmachung.

145 Mittwoch den 14. Januar, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Gemarkung Nieder-Wöllstadt für cireg 500 Mark Erdarbeiten öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist bei der Heerstraße Nieder⸗Wöllstadt den 8. Januar 1880. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Wöllstadt. Buff.

Versteigerung.

149 Donnerstag den 15. Januar, Vormittags Uhr, will Wirth Ludwig Wilhelm Schaub wegen Aufgabe der Oeconomie nachfolgende Gegenstände gegen gleich baare Zahlung einer öffentlichen Versteigerung aussetzen lassen, nämlich:

2 trächtige Fahrkühe,

1 Kuhwagen,

1 Egge,

1 Schaufelpflug,

einige Centner Gerstenstroh,

12 bis 15 Centner OGrummet,

12 bis 15 Centner RNockenstroh,

60 bis 70 Centner Dickwurz,

2 Kuhgeschirre,

2 Joch mit Riemen und Kissen,

1 Butterleier.

Büdesheim den 6. Jan. 1880. Schaub.

Geschäfts⸗Verkauf.

16 Ein altes renommirtes und im besten Gang be⸗ findliches Colonial- und Eisen waarengeschäft ist in Folge Alebens des Besitzers sofort unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt Frau Ludwig Haberkorn Wittwe in Grünberg(Großberzogthum

Jos. Butzbach.

F

Hessen). 243/ XII.)