Ausgabe 
8.4.1880
 
Einzelbild herunterladen

e

3 5 .

nach Mainz, Faasen von Mainz nach Coblenz, Horn von Gießen nach Frankfurt a. M, Lenninger von Darmstadt nach Gießen und Priddat von Wiesbaden nach Darmstadt; die Postassistenten Freund von Oppenheim nach Darmstadt und Gräff von Büdingen nach Mainz; der Tele- graphenassistent Maurer von Altenkirchen nach Oppenheim-

Berlin, 5. April. Das Befinden des Kaisers ist in fortschreitender Besserung begriffen. Der Kaiser ist aber noch genöthigt, das Zimmer zu hüten. 6. April. Hinsichtlich der Heiserkeit des Kaisers ist Besserung eingetreten und das Befinden desselben nunmehr völlig befriedigend.

6. April. Reichstag. Der Präsident theilt mit, daß Gesetzentwürfe betreffend die Küsten; schifffahrt und über die Besteuerung von Dienst- wohnungen eingegangen sind. Die Verordnung betreffend die Begründung der Reviston in bürger⸗ lichen Rechtsstreitigkeiten wird auf Grund des Berichts der siebenten Kommission in zweiter Lesung ohne Discussion genehmigt. Die Wahl des Grafen Grote(Harburg) wird beanstandet, die Wahl des Abgeordneten Lucius(Erfurt) für giltig erklärt. Die Zusammenstellung der Liqui- dationen aus der französischen Kriegskostenentschädi⸗ gung wird der Rechnungscommission überwiesen. Das Präsidium des Reichstags beabsichtigt, die Militär- Gesetznovelle am 8. April zur zweiten Berathung im Reichstage zu stellen.

6. April. DieN. Allg. Ztg. meldet: In der Bundesrathssitzung vom Sonnabend fand bei Feststellung des Gesetzentwurfs betreffend die Erhebung von Reichsstempel-Abgaben über die Frage, ob Quittungen über Postanweisungen und Postvorschußsendungen der Stempel Abgabe zu unterwerfen seien, eine Abstimmung statt, wobei

die Majorität von 30 Stimmen eine Bevölkerung

von Millionen, die Minorität von 28 Stimmen eine Bevölkerung von über 30 Millionen reprä sentirte. Sechszehn Stimmen kleinerer Staaten befanden sich im Wege der Substitution in Händen von zwei Mitgliedern des Bundesrathes. In Folge dieser Vorgänge hat der Reichskanzler sein Entlassungsgesuch bei dem Kaiser amtlich mit der Motivirung eingereicht, daß er den gegen Preußen, Baiern und Sachsen gefaßten Majoritäts beschluß weder vertreten, noch in seiner Stellung als Reichskanzler von dem Bencficium Gebrauch machen könne, welcher Artikel 9 der Reichs- Ver fossung der Minorität gewährt.

München. Die hiesige Polizeidirektion hat auf Grund des Sozialistengesetzes die von der deutschen Volkspartei für den 5. April anberaumt

gewesene allgemeine Volks- Versammlung behufs Abhaltung eines Vortrags des Reichstagsabgeord⸗

neten Sonnemann über den Militarismus ver

boten. In Folge dessen fand nur eine Partei versammlung statt.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Vorige Woche beantragte Deutschland bier mittelst Note einfache Verlängerung des jetzt bestehenden proviso rischen Handelsvertrags, unbeschadet künftig fort zusetzender Verhandlungen über den definitiven Handelsvertrag. Oesterreich dürfte Deutschlands Antrag accepren und wird wahrscheinlich dem nächst zustmmende Antwort nach Berlin absenden.

Großbritannien. London, 6. April. Bis beute waren die Ergebnisse von 433 Wahlen bekannt; davon fielen 258 auf Liberale, 153 auf Conservative und 22 auf Home ruler.

8 5. April. Der Staatssckretär der Colonien Hicks Beach ist nach Baden-Baden abgereist, um als dienstihuender Minister bei der Königin zu fungiren.

DieTimes erfährt, daß das Mini- sterium bald demissioniren werde und die Führer der liberalen . mit der Bildung eines neuen Cabinets be auftragt werden würden.Daily? er- achtet, daß die Königin Gladstone 1 W 8 betrauen werde. Wenn Gladsione refusire, werde er wahrscheinli fe in das Cabinet Wed B

Die Königin ernannte Schir Ali zum souveränen Herrscher von Kandahar, woselbst eine

britische Garnison und ein britischer Agent stationirt werden.Times erfährt, Northbrook werde eine eventuelle Berufung zum Amt des Vicekönigs von Indien nicht annehmen.Daily News meldet unterm 4. April gerüchtweise, daß Mahomed Jan im Kaupfe mit Hazards g fallen sei. Türkei. Konstantinopel. In officiellen Kreisen wird versichert, die Pforte werde gegen die europäische Kommission behufs Regelung der griechischen Grenzfrage keine Einwendung erheben, wenn die Kommission in Konstantinopel zusammen⸗ tritt. Die Botschafter Frankreichs und Italiens gehen demnächst auf Urlaub. Serbien. Sofia, 4. April Der Fürst, welcher bei seinem Erscheinen überaus sympatisch begrüßt wurde, hat heute die Nationalversammlung eröffnet. Die in bulgarischer Sprache verlesene Thron rede gedenkt in warmen Worten der Reise nach Rußland und des wohlwollenden Empfangs seitens des Kaisers Alexander und konstatirt mit Genug⸗ thuung das ganz besondere Interesse des Kaisers für Bulgarien und dessen Entwickelung. Nach einem Hinweis auf die guten Beziehungen zum Auslande betont die Thronrede ferner die Noth wendigkeit einer Gesetzgebung, welche für Bulgarien eine Organisation und die sichere Basis der Ent⸗

wickelung schaffe. Der Versammlung würden

5 Gesetzentwürfe zugehen, darunter solche bezüglich det Polizeigerichte, höheren und niederen Schulen,

Grundsteuer und Nationalbank. Die Thronrede

erwähnt sodann noch der Maßregeln zur Unter-

drückung des Räuber Unwesens im Osten des

Landes und mit dem Ausdrucke

schließt

Vertrauens auf eine nutzenbringende Thätigkeit Die Thronrede wurde sehr Das ganze diplomatische Corps war anwesend. Der Präsident des Minister⸗ raths erklärte gestern in der Nationalversammlung,

der Versammlung. beifällig aufgenommen.

5. April.

daß er in Anbetracht dessen, daß ihm seine Funk, tionen nur bis zur Wiedereröffnung der sammlung übertragen seien, seine gereicht und der Fütst solche in bezeichntten Grundes angenommen hat.

Rußland. Petersburg, Gegenüber von alarmirenden Preßnachrichten über

Kriegsabsichten China's kann dasJournal de

St. Petersbourg mittheilen, daß die letzten Pekinger Nachrichten den Wunsch der chinesischen Regierung bekunden, die Verbandlungen, betreffend

die Provinz Kuldscha, wieder aufzunehmen, da

der Petersburger durch Tschong Hon abgeschlossene Vertrag nicht sanctionirt werden könne. Marquis Tseng, chinestscher Botschafter in Paris, soll für die neuen Verhandlungen hier eintreffen.

Aus Stadt und Land.

S. Friedberg, 6. April. In der gestrigen öffent⸗ lichen Sitzung des Gemeinderathes wurde beschlossen, in Folge des Ausschreibens des Großherzoglichen Kreisamts vier Annextafeln zu den vorhandenen Ortstafeln behuss Bezeichnung des Landwehr-Verbälinisses anzuschoffen. Bezüglich der Entwässerung der Gärten im Burgfeld wurde ein von Wiesenbaumeister Greb gefertigter Plan mit Kostenvoranschlag vorgelegt und soll mit den betreffenden Grundbesitzern sofort über Ausführung der Drainage in Verhandlung getreten werden. Verschiedene städtische Arbeiten an der Usa, der Seebach, dem neuen Wasenplatz wurden an die Accordanten vergeben; das Auswersen der Gräben in den Bucggäßrten soll noch so lange ausgesetz! werden, bis es enischieden ist, ob die oben erwähnte Drainirxung demnächst staufinden kann. Ferner wurde besch ossen, daß die kleine Thüce am Fried. gof während der nächsten Monate Morgens von 79 und Nachmittags von 58 geöffnet werden soll. Der Todtengräber Fr. Jakobi soll sich während dieser Stunden auf dem Friedhof aufvalten und die Aussicht fübren, gegen die ihm auch im vorigen Jahre hierfür bewilligte Vergütung. IT. Bad⸗Naubeim, 7. April. Gestern Nachmitiag entdeckte man im hiesisen Teiche die Leiche eines aut⸗ gekleideten Mädchens. Woher dasselbe kam und welches

konnte bis. s nicht ausgemittelt werden. Bei det Leiche fand sich ein Zettel vor, auf welchemDarmstadi r Das Hemd warA. R. gezeichnet.

W. Herchenharn. 6. Apeil. Die biesige Kirche ist am Samstag Mittag total niedergebrannt. Wim batten die sich für das Adendmabl Vo bereitenden de Kue ver⸗ lassen, als ein Gewiltet in großer Eile über das Dorf wegzog. Nur dreimal gewaorte man Donnet und Butz allem der erst. Blitz batte schon gezündet Man bem tkie das Unglück erst, als deres die Flammen den Tour u ergriffen daten. Die Versiche ungssun me in eine ver

Ver in der Gießener Klinik, Demission ein Würdigung des

6. April.

M. 1.051.12, Eier 1 Stück 50 Pf., Käse per Stück

bältniß mäßig sebr geringe(25.000 Mark), was umsomehr zu bedauern ist, als die zum Kirchspiele gehörigen drei Orte arm sind. Der schon seit längerer Zeit bier ange⸗ stellte Geistliche bat im Jahre 1871 allerdings die frühere Versicherungssumme verdoppeln lassen, leider ist dieselbe aber nicht binreichend, um einen Neubau auszuführen. Laubach. Unser im Herbst 1875 als Progymnasium gegründetes Friedericianum ist nunmehr in die Zahl der vollberechligten Gymnasten eingetreten. Vor Kurzem fand unter dem Vo sitz des Geh. Ober⸗Schulraihs Becker und in Anwesenbeit des Directors des Eymnasiums zu Darm⸗ stabt. Prosessor Dr. Weidner, die erste mündliche Maturitäls⸗ prüfung statt, bei welcher die sieben daran Theil nehmen⸗ den Abiturienten das Zeugniß der Reise sich erwarben. Lon dorf. Hier segte eine Gans ein El, das in seinem Innern ein vollständig entwickeltes, mit einer Schale versehenes Ei barg. Beide Eier hauen Eiweiß un Dotter. Das äußere El batte einen mititeren Durchmesser von 7,5 Ctm. und eine Länge von 155 Cim., das innere einen Durchmesser von 5,5 Cm. und eine Länge von 8 Cim. Das innere Ei wog 142 Gramm, die Schale des äußern 32 Gramm und der Inhalt des äußeren Eies 179 Gr. Die Gans brauchte zum Leggeschäft 3 Tage. Darmstadt, 3. April. Wie hiesige Bläuter melden, ist die Gräfin von Ecbach⸗ Schönberg. Tochter des Prinzen Alex einmder, gestern kurz vor Mitiag einer drohenden Lebens⸗ gefahr entgangen. In Begleitung ibres Vaters, ihres Mannes und ihres Bruders Ludwig von einem Empfange dei dem Landgrafen und der Landgräsin von Hessen zurück⸗ kehrend, stürzte sie beim Ueberschreiten eines Schienen stranges und würde von einer becanbrausenden Locomotive erfaßt worden sein, wenn es ihrem Manne und einem Bahnbeamten nicht gelungen wäre, sie noch gerade in dem Augenblicke wegzureißen und aufzurichten, als die Locomo live noch wenige Schritte von ihr entfernt war. Worms. Die biesige Firma Doerr und Rheinhart hat auf der Ausstellung in Sydney den ersten Preis erhalten. Flonheim, 5. Aptil. Ein recht trauriger Fall ist von hier zu melden: Ein heute morgen plötzlich dem Irr⸗ sinn verfallener Sohn einer hiesigen angesehenen Familie

des überfiel kurz nach dem Kaffcelisch unerwartet seinen Vater

mit einem versleckt gehaltenen Handbeil und schlug damit dem auf den Boden Geworfenen derart mehrermale auf den Kopf, daß der Tod des unglücklichen Valers bis zum Abend eintreten wird. Der so plötzlich dem Irrsinn Ver⸗ fallene wurde sosort festigenommen.

Allerlei.

Wetzlar, 3. April. Der Altentäter, welcher den Ge⸗ richtsvollzieher Ludewig schwer verwundete, ist heute Nacht in welche er gestern Abend ver⸗ bracht worden war, an seiner sich selbst beigebrachten Ver⸗ wundung gestorben.

Handel und Verkehr. Friedberg, 6. April. Fruchtbericht. Weizen M. 23.50, Korn M. 20., Gerste M 18., Hafer M. 14. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. rredbeta, 7. April.

Gleßen, 6. April. Wochenmarkt. Butter per Pfund

58 Pf., Tauben das Paar 100 Pf., Hühner per Stück M. 1.50 1.70, Hahnen per Stück M. 1.50 1.70, Enten per Stück M. 2.3, Kartoffeln per 100 Kilo M. 6.507, Zwiebeln per Centner M. 15138, Ochsenfleisch 66- 68 Pf. per Pfd., Kuh und Rindfleisch 48 56 Pf., Kalb⸗ fleisch 3846 Pf., Hammelfleisch 60 70 Pf., Schweine. fleisch 60 Pf. ö Grünberg 3. April. Auf heu igem Wochenmarkt kostete der Centner Weizen M. 11.58, Korn M. 10 18. Gerste M. 8.93, Hafer M. 7.11. Erbsen M. 11.15 Samen M. 10.29. Kartoffeln M. 3 53.

Lauterbach, 3. April. Am heutigen Fruchtmarkt kostete das Malter Weizen M. 22 50, Korn M. 20., Hafer M. 14 11 Erbsen M. 19.78. Wicken M. 20. Kartoffeln M. 7.65

Frankfurt, 5. April. Viehmarkt. Angetrieben waren circa 400 Ochsen, 250 Kühe, Stiere und Rinder, 250 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 67.69., 2. Qual. M. 60. 62, Kühe 1. Qual M. 56.58., 2. Qual. M. 40.42., Kälber 1. Qual. M. 5055., 2. Qual. M. 45. 50.) Hämmel 1. Qual. M. 60.62., 2. Qual M. 45. 55. per 100 Pfd. Schlachtgewicht.

Frankfurt, 5. April. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 43., Nr 2 M. 41., Nr. 3 M. 35., Nr. 4 M. 31. Nr. 5 M. 25. Roggenmehl 9%(Berliner Marke) M. 26.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 25.50, do. 2.(Berliner Marke) M. 21. Weizen, effectiv hiesiger, ab Bahnhof

Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90 1.10, Eier, 2 St. 11 Pf., 1 Stück 6 Pf.

bier M 24.25 50., ab unserer Umgegend M. 23.75

do. fremder, je nach Qual. M. 24.24.50 Roggen Qual. M. 19.25 20.50, Gerste M. 17. 20.75, 12.16., Erbsen M. 1927., Wicken

24., je nach Hafer M

M 16. 18., Linsen M. 20. 40., Bohnen, weiße,

M. 23. 25. Nüböl, detall. M. 60 Die Preise ver⸗

nach der Ri 5 ö a f ch der Rückkehr der Königin die Motide des jedensalls vorliegenden Seldstmordes sind, stehen sich sammilich ver 200 Pfr. Zollgewicht S 100 Kilo.

Außer der Einführung der Erhöhnng der Worttaxe von 3 auf 5 Pf. im internen Telegraphenverkehr Bayerns wird vom 1 April an in ganz Europa der Worktarif eingeführt. Die Telegraphengebühren betragen nunmehr in ganz Deulschland mit Luxemburg: 20 Pf. Grundtaße und 5 Pf.

lande, Ocsterteich und der Schweiz: 40 Pf. Grundtage und 10 Pf. Worttaxe(nach der Schweiz bisher 5 Pf.]; nach Bosnien, der Herzegowina, Italien, Montenegro, Rumänien, Serbien: 15 Pf pro Wort und 5 Worte Zusch ag; nach Frankteich 16 Pf. pro Wort; nach Bul⸗

Worttaxe; nach Belaten, Dänemark, Nieder⸗ 9

roduct halte

der dl zeneht paltu 36. 5 laufen elben derrn un We Essenb.

Heschä Angele duch lungen valtun

Be der Ei umterze

In krweitt

Unter schädi ils f natio Verde erledi bei d bezw.

2