Layard mit der Pforte, daß Achmed Tewfik nicht
Kaiserin klagte über Herzklopfen und verbrachte die Nacht weniger ruhig.— Vom 4 d. meldet
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nach Asien, sondern nach einer Insel mit christ⸗ licher Bevölkerung verwiesen wird. Die Differenz zwischen Layard und der Pforte ist somit voll⸗ ständig ausgeglichen.
Griechenland. Athen, 6. Jan. Delyannis, Minister des Aeußern, hat seine Entlassung ge⸗ geben, der König dieselbe indeß noch nicht an⸗ genommen.
Rußland. Petersburg. Officielle Meld ⸗ ung aus Cannes, 3. d: Die Kaiserin fühlte sich gestern angegriffener als an den vorhergehenden Tagen. Abends war der Husten stärker.
man: Die Kaiserin befand sich während des ganzen gestrigen Tages schwächer, hustete stäcker und klagte über Herzklopfen. Der Appetit war geringer. Die Verschlimmerung fällt mit dem ver- stärkten Krankheitsprozeß der Lungen zusammen.
— Dem Petersburger Herold entnehmen wir: Die Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt des Ministers der Volksaufklärung, Grafen Tolstoj, die wir bezweifeln zu müssen glaubten, beginnen eine festere Gestalt anzunehmen. Die Veranlassung zu dem etwa eintretenden Rücktritt des Grafen Tolstoj ist, soweit wir darüber instruirt sind, als eine plötzliche, nicht vorhergesehene zu bezeichnen. Dem zum Präsidenten des Minister Comites designirten seitherigen Domänenminister Walujeff folgt im Domänenministerium der bisherige Ge. hülfe desselben Fürst Liewen. Nach den russischen Institutionen entspricht die Stellung des Prä- sidenten des Minister-Comites nicht dem Minister- Präsidenten, sondern etwa dem englischen Lord präsidenten of Council. ö
Amerika. New Nork. Ein der chileni⸗ schen Gesandtschaft in Paris zugegangenes officielles Telegramm meldet, daß General Daza, Präsident von Bolivien, gestürzt worden und geflüchtet sei.
— Chili. Pierole wurde am 22. De— cember zum Dictator von Peru ausgerufen und von der Armeereserve in Callao und Lima und von der Marine anerkannt. Pierole ernannte Petro Calderon zum Chef des Cabinets. Der seitherige Präsident Prado kam am 27. December in Panama an. Das peruanische Torpedoboot, das Panama unter hawaiischer Flagge verließ, wurde von den Chilenen weggenommen.
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Aus Stadt und Land.
Nidda. Hier hat sich ein junger Mensch von 16 Jahren, welcher das Gy nnafium in Hanau besuchte, mulelst Cy inkali vergiftet. Vor seinem Tode hat er mit der größten Genauigkeit seine Sachen geordnet, Briefe an Eltern und Ficunde geschrieben u. s. w.
Mainz, 4. Jan. Da das Eis des Oberrheins seit gestern Abend in Bewegung ist und das Wasser rapid slieg, so ist der untere Siadtibeil wieder überschwemmi.
Worms, 4. Jan., Nachm. Der Rhein ist hier gegen wärlig im Fallen. In der Riedgegend sind durch unge— heure Ueberschwemmung große Verbeerungen angerichtet; der Eisenbahndamm ist theilweise weggeschwemmt und der Eisenbabnverkeht daselbst eingestellt. Ganze Dörfer find unter Wasser gesetzt und deren Bewohner geflüchtet.
Allerlei.
Bebra, 5. Jan. Heute brach in dem mittleren Theile des hiesigen Bahnbofs Feuer aus. Die Räumlichkeiten, welche der Restauration dienten, die Wohnung des Restau— rateurs, ferner die Wartesäle der ersten und zweiten Classe find total ausgebrannt. Das Personal vermochte sich nur mit Mühe zu reiten.
Dresden, 4. Im. Der Eisgang der Elbe ist bis— her gänstig verlaufen, der momentane Wasserstand am Dresdener Elbpegel 270 Centimeter über Null. Bei Pirna und Dresden fälle das Wasser seit Mittag, bei Leiimeritz steigt es noch in Folge des Eises der Eger. Das Eis der Mulde bewirkte einen Dammbruch bei Schlunzig und Waldenburg zerstörte auch mebrfach Brücken.
Breslau, 5. Jan. Die„Bresl. Ztg.“ meldet aus Oppeln von großem Hochwasser, Eisversetzung und be— deutender Ueberschwemmung.
Barmen, 2. Jan. Durch den Eisgang der Wupper ist die alte Brücke zu Ober⸗-Rüden zernört und die da— selbst belegene eiserne Brücke so beschädigt worden, daß ihr Zusammensturz befürchtet wird.— Aus Hückeswagen wird gemeldet: Eine Fahr- und zwei Fußbrücken über die Wupper bat der Eisgang in der Nacht vom 31. Decbr. auf den 1. Januar mit fortgenommen. 1
Bremen, 5. Jan. Der Frachtdampfer„Hansa“ des Norddeulschen Lloyd ist auf Ter⸗ Schilling gestrandet und sehr leck von der Bemannung verlafsen worden. Das Schiff begann zu sinken. 1
Die
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Prag, 5. Jan. Das Eis aller böhmischen Flüsse ist obne Schaden abgegangen; das bei Melnik ausgetretene Wasser ist zurückgetreten.
Wien, 5. Jin. Die Donau von Passu bis Kaiser⸗ ebersdorf ist eisfrei. Auf zöster tei biichem Gebiete halten sich nur noch zwei im Ganzen 15 Kilometer lange Eis⸗ decken, von Kalserebersdorf bis Fuch mend und bei Petso⸗ nell. Das Wasser ist im Laufe des Nachmittags bedeutend gefallen und jede Ueberschwemmungsgefahr geschwunden. Von den überschwemmten Districten läuft das Wasser ab. Zämmiliche Rettungsbäuser bis auf drei find außer Be“ zeitschaft gesetzt und die Permanenzcommission aufgelöst.
Lemberg e5. Im. Der„Gazeia Lwowska“ zufolge sind die Ortschaften Uscie-Dotne und Niedary in Felge eines Dammbruches von der Weichsel theilweise überschwemmt. Genf, 4. Jan. Aus Chambeiy(Savoyen) und aus mehreren Punkten der Umgebung don Genf werd be— richtet, daß man am 30. December, Mittags 12½ Uhr, drei Ecdstöße, eiwa 10 Sekunden andauernd, verspurt babe.
London, 3. In. In dem Cinal von Brüssel cheilerten bei surchtbarem Sturm die Barken„Ida“ aus Steitin und„Ernest“, ebenfalls aus Sieitin. Von der Zesatzung der ersteren(11 Mann) kamen Capijän und 9 Mann, von der zweiten(11 Mann) 5 Mann in den Wellen um.
Dundee. Als Grund zu dem entssetzlichen Eisen⸗ bahnunglücke auf der Taybrücke wird von englischen Fach männern zunächst als Vermuthung angegeben, daß die letzten Eisenbahuwagen des Unglückzuges, als er die mitt lere neue Brücke passirte, dulch die colossale Gewalt des Sturmes aus den Schienen gehoben und gegen einen der beiden Brückenhauptiräger geschleudert worden seien, wo— durch der Einsturz der E senconstruction unmittelbar er— solgen mußle. Am Mittwoch wurden die Nachforschungen nach den Trümmern der Tay drücke und des verunglückten Zuges sortgesetzt, und zwar unter günstigeren Umständen und auch mit besserem Erfolge, als es an den beiden vorhergegangenen Tagen mögtich gewesen. Das Wasser war ruhig und verbälinißmäßig klar, so daß die beiden Taucher im Stande waren, die Lage des Zuges im Wasser genau festzustellen. Die Locomotive liegt auf einer Seue. Nit Ausnahme dreier Waggons sind sämmliche Wagen des Zuges aufgefunden; von den dreien aber, und zwar einem Waggon zweiter Klasse, einem solchen dritter Klasse und dem Conducteurwagen fehlt jegliche Spur. Dieselben haben sich ohne Zweifel von dem übrigen Zuge losge— tissen. Nur eine Leiche wurde bisher geländet, aber desto mehr Gepäcksücke.
Arbeiter-Wittwen⸗ und Waisen⸗Kassen.
Der Arbeiter Verein Concordia hat in seiner letzten Central-Ausschußsitzung beschlossen, bezüglich des wichtigsten Punktes seines Programmes einen Schritt vorwärts zu thun und ohne der Entscheid— ung der Zwangskassenfrage hiermit präjudieiren zu wollen, die freiwillige Versicherung der arbei⸗ tenden Klassen in möglichstem Umfange anzuregen. Der Ausführung des Projects Stumm stellten sich, so wünschenswerth eine solche Ausführung auch sei, so bedeutende Schwierigkeiten entgegen, daß an eine thatsächliche Einführung von Zwangskassen wenigstens für die nächsten Jahre nicht zu denken sei. Leider sei der Trieb des Arbeiters, sich frei⸗ willig zu versichern, ein geringer, und es würde im Interesse der Herbeiführung einer größeren Betheiligung liegen, den Versicherten eine gewisse Prämie dadurch zu verleihen, daß Seitens der Communen den Consiten der untersten Steuerstufen ein entsprechender Steuernachlaß in Aussicht ge— stellt wird, wenn sie eine Betheiligung an einer von der Commune anerkannten Penstonskasse nach- weisen würden. Der Verein hat sich mit sämmt—
lichen Städten des Vaterlandes in's Benehmen gesetzt und Mittheilung ihrer Ansicht resp. Beschlüsse erbeten. Sei die Penstonsversicherung mit einer Wittwen⸗ und Waisenversicherung verbunden, so müßte der Nachlaß ein höherer sein und köante ein höherer sein, da gerade die Unterstützung der Wittwen und Waisen einen Hauptposten des flädt— ischen Armenbudgets bildet. Bei einem Vorgehen in der erwähnten Art würden, daran zweifeln wir nicht, die bestehenden Kassen im Stande sein, die Invalididätsbranche lebensfähig zu betreiben oder es würden sich neue Kassen bilden, welche die Penstonsversicherung in Verbindung mit Wittwen— und Waisenversicherung aufnähmen. Vielleicht könnte es auch erreicht werden, eine allgemeine auf Gegenseitigkeit beruhende Arbeiterversicherung in's Leben zu rufen, zu welcher die Arbeitgeber eine entsprechende Quote des Beitrages ihrer Arbeiter zuschössen und letztere selbst vorlagsweise auszahlten
Kurz, es käme Leben in die auf Versicherung der arbeitenden Klassen gerichteten Bestrebuagen und der Verein könate mit ganz anderer Hoffnung auf Erfolg, als ohne einen solchen Sporn die Propaganda für Realisirung des nicht nur im
Interesse der Arbeiter, sondern der Gesammtheit liegenden Gedankens aufnehmen. Der Verein sei der Ansicht, daß ein derartiges Opfer Seitens der Städte, ganz abgesehen von den sonstigen daraus erwachsenden Vortheilen materieller und ideeller Natur nicht gescheut werden dürfe, weil der auf der einen Seite entstehende Ausfall jeden⸗ falls bald doppelt und dreifach durch Ersparnisse im Armenbudget eingebracht würde.
Der Verein hat eine Commission mit dem Auftrage versehen, eingehende Vorschläge zu machen, in welcher Weise eine allgemeine Arbeiterversicher⸗ ung anzuregen und resp. durchzusetzen sei.
Dem Zweigverein„Feierabend“ in Darmstadt wurden zur größeren Ausdehnung seiner Vereins- thätigkeit 1500 Mark als Beihilfe in der Fom eines un verzinslichen Darlehens(welches nur bei Eintritt außergewöhnlicher Eceignisse, sowie Auf— lösung des Vereins zurückverlangt werden kann) verwilligt. Von der Erwägung ausgehend, daß die Veröffentlichung regelmäßiger Berichte über die Preise der Wohnungen und der für die Ar- beiter wichtigsten Lebensmittel bei dem üblichen Bezuge im Kleinen und über die Höbe der Ar— beitslöhne in den verschiedensten Gegenden in der Vereinszeitschrift dazu beitrage, eine gewisse wün⸗ schenswerthe Ausgleichung auf dem Arbeitsmarkte anzubahnen, da die Erwerbslosigkeit in Folge tem porären Arbeitsmangels meist local sei, hat der Verein sich an sämmtliche Fabrikinspectoren(Ge werberäthe) und Städte mit der Bitte gewendet, entsprechend ausgearbeitete Tabellen auszufällen. Durch eine solche ständige Veröffentlichung hofft der Verein, die Möglichkeit einer wüaschenswerthen Ausgleichung auf dem Arbeitsmarkte anzubahnen.
Wir glauben, daß der Verein Concordia mit den gefaßten Beschlüssen den Boden praktischer Thätigkeit in rationeller Weise betreten hat. Von all' den Aufgaben, die er sich gesteckt, ist unstreitig die Herbeiführung von Arbeiter Invaliditätse, Wittwen- und Waisenkassen, um den arbeitsunfähig gewordenen Arbeitern, ebenso wie ihre Hinter- bliebenen, vor Hilflostzkeit und Elend zu bewahren, die wichtigste, deren Lösung in hervorragender Weise im Interesse der Allgemeinheit liegt. Den Verein in der Durchführung dieser Aufgabe zu unterstützen, halten wir geradezu für einen Act socialer Pflichterfüllung. Schon bei seiner Gründ— ung sympathisch begrüßt, zählt der Verein heute bereits 1212 Mitglieder mit einer jährlichen Bei⸗ tragssumme von 22,120 Mark.
Da er nunmehr klar gezeigt und ausgesprochen hat, in welcher Weise er praktisch voranzugehen gedenkt, werden ihm hoffentlich auch diejenigen Freunde des Arbeiterstandes, welche sich seither wegen ungenügender Kenntniß der ebenso humani— tären als praktischen Bestrebungen des Vereins von demselben ferngehalten haben, anzuschließen deginnen. Wir halten einen solchen Anschluß im Interesse unseres großen Gemeinwesens für durch aus wunschenswerth.
Verloosungen.
3½ 4 und 4½p Ct. Prioritäts Obliga⸗ tionen der Rhetnischen Eisenbahn. Ziebung vom 25. Oetober 1879. Heimzablung 1 Juli 1880. 3½ pCt. Nr. 153 288 335 89 433 45 532 42 51 655 69 74 737 820 1000 9 174 94 226 65 470 638 858 78 905 28 34 65 96 2168 250 467 515 2 647 49 65 99 731 85 813 75 967 3173 344 76 423 53 58 59 70 513 17 29 48 87 633 87 834 38 82 900 44 4036 154 59 88 208 64 76 318 21 50 410 15 87 582 652 91 725 907 5068 132 83 254 72 337 401 28 78 91 500 56 85 667 93 716 47 53 76 842 83 947 6122 à M. 600. 4% Ct. Nr. 26 34 345 401 3 28 96 642 72 91 753 92 95 837 38 56 943 1045 115 96 97 277 92 95 396 409 68 82 505 676 811 79 908 2042 127 23 71 251 399 425 585 601 21 56 901 38 52 89 3314 94 424 64 533 75 90 685 718 808 41 71 994 4036 74 141 56 88 239 582 85 94 756 85 815 991 5006 32 47 160 61 320 407 586 614 66 842 44 46 930 81 6049 162 224 41 44 312 14 61 507 32 36 45 50 633 91 728 63 831 946 83 7033 219 313 69 74 83 84 449 662 77 92 803 4 96 969 79 8079 83 200 62 356 65 85 87 95 463 95 505 44 46 69 73 622 40 88 748 60 81 802 16 40 41 967 73 9004 46 212 30 34 79 94 357 438 54 87 94 538 81 662 71 707 85 903 19 47 64 à M 750. 4½ pCt. Nr. 45053 277 365 76 513 610 15 17 762 811 65 913 46407 480 770 981 90 47300 55 57 792 861 952 48196 237 317 92 458 542 615 53 49237 54 79 680 745 861 50003 122 204 16 37 68 317 679 714 41 871 86 51010 90 130 76 332 57 420 42 567 71
2— 2822
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