Ausgabe 
5.6.1880
 
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Deutsches Reich.

Berlin, 2. Juni. Der Kaiser empfing gestern Nachmittag den Fürsten Gortschakoff. Bei dem Fürsten Bismarck verweilte der Kaiser bis 7 Uhr. Heute Nachmittag findet auf Schloß Babelsberg Hoftafel statt, bei welcher der Kaiser die Verlobung des Prinzen Wilhelm mit der Prinzessin Victoria Augusta von Schleswig Holstein-Augustenburg proclamiren wird.

3. Juni. Gortschakoff ist heute Vor mittag nach Frankfurt a. M. abgereist. Bismarck hat gestern Abend Gortschakoff's Besuch erwiedert.

1. Juni. In der heutigen Sitzung des Bundesrathes über die geschäftliche Behandlung des preußischen Antrages betreffend die Ein verleibung der unteren Elbe in das Zollgebiet wurde beschlossen, den Antrag ohne vorgängige Verweisung an einen Ausschuß der ersten Berath ung im Plenum zu unterziehen. In dem preu ßischen Antrage heißt es: So wüuschenswerth im Interesse des Reiches die Beseitigung der Zollausnahmestellung Hamburgs sein möge, werde die Regierung doch stets das bestehende Ver fassungsrecht achten und auf die Entschließung Hamburgs nur mit loyalen Mitteln hinwirken. Nach dem Antrage gehört der Elbstrom, was die Norderelbe anbelangt, von Rothenburgsort an, und was die Suderelbe betrifft, von Ham burg abwärts nicht mehr dem deutschen Zoll gebiete an.

Wie in derNat.⸗Ztg. verlautet, werden die Mitglieder des Centrums in der Commission eine Reihe von Amendements einbringen, deren Zweck dahin geht, die Maigesetze in ihrem Kern aufzuheben. So soll namentlich vollständige Freiheit für die religibsen Orden beantragt werden. Die Conservativen, wird weiter ver sichert, hatten bereits zu erkennen gegeben, daß sie alle solche Amendements ablehnen würden.

2 Jun DieVoss. Ztg⸗ schreibt: In der Budget-Commission richtete vorgestern bei Berathung der Uebersicht über die Gebäude steuerresultate Abg. Rickert die Anfrage an die Staatsregierung, ob sie nicht beabsichtige, noch einen Nachtragsetat einzubringen, um durch einen Erlaß an directen Steuern über die an den Matrikularbeiträgen ersparten Million. Mk. zu verfügen. Die Antwort fiel dahin aus, daß die Staatsregierung sich diese Verfügung bis zum Herbst vorbehalten wolle. Man hat es also mit Steuer-Erlassen viel weniger eilig als mit Steuer-Erhöhungen.

2. Juni. Die Kirchengesetz-Commission lehnte den Antrag Bruel zu Art. 1, das Cultus Examen zu beseitigen, mit 15 gegen 6 Stimmen

(Centrum) ab, ebenso den Antrag v. Zedlitz, betreffend Zeitbeschränkung und Anzeigepflicht mit 11 gegen 10 Stimmen(Nationalliberale, Fortschritt und Freiconservative). Nr. 1 des Artikels 1 wurde mit 13 gegen 8 ange nommen, Nr. 2 mit 13 gegen 8 abgelehnt, Nr. 3 mit 14 gegen 7 angenommen und schließ⸗ lich der(nur noch aus Nr. 1 und 3 bestehende) Artikel t im Ganzen mit 13 gegen 8 Stimmen verworfen. 3. Juni. In der heutigen Sitzung beantragte Bruel zu§ 2 anstattdie Berufung au die Staatsbehörde gegen Entscheidungen der Kirchenbehörden steht nur dem Oberpräsidenten zu, zu setzen: steht nicht denjenigen zu, gegen welche die Entscheidung ergangen ist. v. Zedlitz beantragt, als zweiten Satz einzufügen: die Berufung ist einzulegen, wenn derjenige, gegen welchen eine disciplinarische Eutscheidung erging, sie beantragt und der Antrag von vornherein nicht als unbegründet erscheint. v. Limburg-Styrum bezeichnete den Antrag v. Zedlitz für unzulässig.

München, 3. Juni. Der König hat dem bayerischen Gesandten in Berlin, v. Rudhart, einen zweimonatlichen Geschäfts-Urlaub ertheilt und mit der interimistischen Führung der gesandt schaftlichen Geschäfte den Legationssecretär Frei hern v. d. Pfordten beauftragt.

Ausland.

Oesterreich⸗-Ungarn. Pest, 2. Juni. Das Unterhaus hat die Theißbahnvorlage nach dem Ausschußberichte angenommen.

Belgien, Brüssel, 2. Juni.Etoile belge erwähnt des Gerüchtes, der abgesetzte Bischof Dumout sei plötzlich aus Villers-Perwin ver schwunden.

Schloß nicht verlassen. Die Familie sandte

Aerzte, um ihn für unzurechnungsfähig zu erklären.

Frankreich Paris, 2 Jun. Die Senatscommission für den Zolltarif beschloß, die von der Deputirtenkammer votirten Zollsätze auf Rindvieh beträchtlich zu erhöhen.

Großbritannien. London.Standard erfährt, daß die identische Note an die Pforte

schon redigirt sei und Ende der Woche uber-

reicht werde. Italien. Rom, 2. Juni.

nommen und den Marineminister Acton

interimistischen Kriegsminister ernannt.

Türkei. Constantinopel, 2. Juni.

zum

Der

Sultan hat die Audienz des außerordentlichen

britischen Botschafters, Goeschen, verschoben, weil er mit der vorgelegten, das künftige poli

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tische Programm der Türkei enthaltenden

Empfangsrede nicht einverstanden war.

3. Juni. Der bisherige britische Bot⸗ schafter Layard ist abgereist. Der Empfangs- tag Göschen's wurde durch den Sultan noch nicht festgestellt. Midhat Pascha hat seine Demission gegeben. Dem Vernehmen nach hat der Sultan dieselbe noch nicht angenommen.

Montenegro. Cettinje, 1. Juni. Nach Berichten aus dem montenegrinischen Kriegs lager soll unter den in Tusi stehenden Albanesen Desertion einreißen. Viele Albanesische Deser teure werden angeblich von türkischen Behörden

zwangsweise nach Tusi zurückgebracht. Der englische Geschäftsträger Green ist in Skutari eingetroffen.

Die Albanesen nahmen am 31. Mai eine von den Montenegrinern verlassene Ver schanzung bei Tusi. Die Montenegriner be zogen eine befestigte Stellung bei Golobosnic, eutschlossen, eine Entscheidungsschlacht zu liefern. Den Albanesen mangelt es an Lebensmitteln. Die Miriditen wollen Preuk Doda zum Fuͤrsten von Albanien proklamiren und verlangen Ver stärkungen.

Serbien. Krakujewatz, 1. Juni. Skupschtina. 37 Mitglieder der Opposition beantragten Neu wahlen oder Einberufung der Constituante zur Erledigung der österreich-ungarischen Eisenbahn Convention. Der Autrag wurde als verfassungs widrig abgelehnt. 29 Deputirte beantragten den Erlaß einer Adresse an Gladstone. 3. Juni. Die Skupschtina lehnte den Antrag auf Erlaß einer Adresse an Gladstone ab mit dem Hin

weis auf die Incompetenz der ad hoe einbe

ischof Skupschtina. Bischof Dumont hat jedoch a e upschting

Rußland. Petersburg, 3. Juni. Die Kaiserin von Rußland ist heute gestorben. Amerika. Washington. Die Abnahme

der Staatsschuld betrug Ende Mai 19,930,000 Dollars. In der Staatscasse befanden sich

206,610,000 Dollars in Gold.

Asien. Kalkutta, 2. Juni. Vier Com⸗ pagnien britischer Truppen erhielten Befehle, zum Zwecke der Einnahme von Stellungen zum Schutze der englisch-birmanischen Grenze sich

f zum sofortigen Abmarsch bereit zu halten. 8 Der König hat die Demission des Kriegsministers Bonelli ange

1946 Wir verfehlen nicht, das Publikum auf die letzten Vorstellungen des Circus Straßburger ganz beson⸗

ders hinzuweisen, da die Leistungen des betreffenden Circus in der That, Alles bis jetzt hier Gesehene in den Hintergrund stellt, denn allabendlich verläßt das den Cireus besuchende Publikum, Klein und Groß, denselben mit der größten Zufriedenheit. Wer sich daher einige vergnügte Stunden bereiten will, versäume den Besuch des Eirens Straßburger nicht.

1 N** Arbeits-Versteigerung. 1965 Samstag den 12. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Hoch-Weisel die bei

Erbauung eines neuen Schulhauses erforderlichen Arbeiten

und Material- Lieferungen an die Wenigstnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden:

Aufsetzen der Steine und Messen des Sandes 58

Abbruchsarbeiten 150

Zeichnungen, Kostenanschlag und Bedingungen zu vorstehenden Arbeiten liegen auf dem Büreau des Unter zeichneten zur Einsicht offen.

Butz bach den 4. Juni 1880.

Mark Pf. Maurerarbeit, t. Kostenüberschlag 2068 91 Steinhauerarbeit 1315 79 Zimmerarbeit 1997 21 Dachdeckerarbeit 725 40 Schreinerarbeit 1468 10 Schlosserarbeit 210m 35 Gußeisenlieferung 426 Weißbinderarbeit 1204 06 Glaserarbeit 711 34 Spenglerarbeit 149 76 Tapezierarbeit 99 20 Steinbrecherarbeit 330 Steinfahren 420 Russensteinlieferung 1800 Backsteinlieferung 72 Lieferung von hydraulischem Kalk 182 Lieferung von Marmorkalk 280 Lieferung von Cement 30 Sandlieferung 590 Lieferung von geschliffenen Sandsteinplatten 86 25

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