Armsheim, 23. Dec. Gestern Abend fand an der Maschine des Zugs Nr. 135 zwischen Albig und Arms⸗ heim ein Bandagenbruch stalt, in Folge dessen die Maschine enigleiste. Der Fülbrer halte die Gefahr rechtzeitig bemerkt und das Haltesignal gegeben, so daß der Zug nur noch langsam im Fahren war. Passagiere und Personal sind desbalb mit dem bloßen Schrecken davongekommen.
Offenbach, 22. Dec. In der Nacht von gestern auf heute ging bei einer Kälte von 14 Grad der Main zuz eine Thalsache, die seit dem Winter 1870/71 hier nicht mehr eintrat.
Mainz, 25. Dec. Wahrscheinlich gestählt und er⸗ muthigt durch den Uebergang über die Eisfläche des Rheines, wettete gestern Abend ein Bursche aus der Pfalz, daß er österreichische„25“, per Stück 1 Mark, aushalten wolle, ohne zu zucken. Der Mensch erhielt seine exemplarischen 25“ und gewann die Weite, indem er in der That keine Miene verzog, sich aber nach jedem Hiebe seine Mark geben ließ. Der Bursche befindet sich ganz wohl, fühlt aber eine starke Abneigung gegen alle Sitzvorrichtungen.
Allerlei.
Weinheim, 24. Dec. Gestern verbrannte dahier ein 4—5lähriges Kind. Seine Eliern batten es allein im Zimmer gelassen und waren iim Stall beschäfligt, als es an den Oken gerieth und seine Kleider vom Feuer ergriffen wurden. Als seine Eltern wieder zu ihm kamen, waren die Brandwunden so lief, daß es nach einer halben Stunde starb.
Marburg. Nach dem nunmehr erschienenen Ver; zeichn ß des Personals und der Studirenden unserer Uni⸗ verstiät nehmen an den Vorlesungen überhaupt Theil 568 gegen 544 im vorigen Sommer und 480 im vergangenen Winter.
Sl.⸗Goar. Um bei Eintritt von Thauwetter und Eisgang die Rheinvewohner einigermaßen vor Hochwasser zu schützen, bat die Wasserbaubebörde den anerkennens⸗ werthen Beschluß gefaß! auf Staa:sokosten die aufgetbürmten Eismossen von der Loeley eine Stricke aufwärts mit Dynamiipatronen zu sprengen und ins Treiben zu bringen, um dem späteren Eisgange Bahn zu machen und einen bessereu Abzug zu ermöglichen. Am 22. Dec. wurde mit diesen Arbeiten der Anfang gemacht.
Gera, 17. Dec. Gestern hat im Gefängnißhose des Amtsgerichts zu Zeulenroda die Hinrichtung der lebigen Johanna Sopbie Strobel von Gölschnitz durch die Guillo⸗ tine stattgefunden. Die Strobel hatte am 6. Febr. d. J. in Gemeinschaft mit ihrem 17 jährigen Sohne Bernhard ihren 78jährigen Pflegevater Opitz ermordet, weil er ge⸗ droht halte, anzuzeigen, daß sie einen Meineid geleistet habe.
Britz bei Potsdam. Eine hübsche Weihnachtsfreude hat eine hiesige Frau fich, ihrem Manne und einem armen Kinde bereitet. Sie lebt in glücklicher Ehe, ist mit Glücks⸗ gütern reichlich gesegnet, aber Kindersegen ist ihr versagt geblieben. Sie wandte sich deßhalb an ein Berliner Waisen⸗ haus mit der Bitte, ihr eines der armen elternlosen Kinder zu überlassen; sie wolle es an Kindesstatt annehmen. Nach⸗ dem der Vorstand des Waisenhauses die nölhigen Eikundig⸗ ungen über die Verhältnisse ꝛc. der Frau eingezogen und sich vergewissert hatte, daß es ihr mit ihrem Borhaben Ernst sei, erklärt er sich bereit dazu, und die glückliche Mutier holte am 24. Dec. nun ihr Weihnachtskind, ein hübsches Mädchen von drei Jahren, in die neue Heimath ab. Geht hin und thut desgleichen!
Queenstown, 24. Dec. Das Schiff Mallowdale von Bassein landete neun der Mannschaften des Dampfers Borussia der sich auf der Fahrt von Liverpool nach Neu⸗ Orleans besunden halte und den sie 350 Meilen süblich von Payals am 2. December, nachdem er in Folge eines Sturmes ein Leck erhalien, sinkend verlassen hatten. Der Kapilän und zweite Steuermann waren auf dem sinkenden Schiff verblieben, die Passagiere und Mannschafien hatten sich auf 7 Booten eingeschifft. Die Ueberlebenden befürchten daß keine der Passagiere und Mannschaften gerettet wurden und saben eines der Boote untergehen. Der Dampfer hatte 180 Passagiere und 54 Mannschaften an Bord. Die Eigenthümer der„Borussia“ glauben, der Dampfer sei noch flott, weil er mit wasserdichten Abtheilungen konstruirt ist. Dieselben vermuthen auch, daß die übrigen Passagiere noch gerettet werden, da das Schiff sich auf einer von Amerikanischen Dampfern stark benutzten Route befand. Die deutsche Bark„Fulda“ landete 5 spanische Passagiere der„Borussia“; der Verlust an Menschenleben wird auf
ungefähr 169 angegeben. Das Handels- Amt hat eine
Mainz, 27. Dec. Viehmarkt. Ochsen 1. Qual.
M. 66., 2 Qual. M. 60., Kühe 1. Qual. M. 56., 2. Qual. M 43—50. Alles per 50 Kilo. Für Kälber wurde bezahlt 45—55 Pf. und für Schweine 4756 Pf. per ½ Kilo lebend Gewicht.
Frankfurt, 27. Dec. Heu⸗ und Strohmarkt. Heu kostete per Centner M. 2.50—4., Stroh M. 2.40—3.40. Eier das Hundert M. 6.80—8. Butter im Großen 1. Qual. das Pfund M 1., 2. Qual. 90 Pf, im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M 1.10. Ganze Erbsen M. 28—32., geschälte Erbsen M 35—37., Bobnen M. 27—29. Linsen M. 40— 50. Ochsenfleisch das Pfund 65—70 Pf. Kuh⸗ und Rindfleisch 50—60 Pf., Kalbfleisch 50—55Pf., Ham⸗ melfleisch 48 65 Pf., Schweineflessch 67-70 Pf., Kar⸗ toffeln M 6.50 7.50, Weißkraut 15—20 Pf., Blumen⸗ kohl 40— 50 Pf., Rotbkraut 15—25 Pf., Kohlrabi 6 bis 8 Pf., Huhn M. 1 20 1.50., Hahn M. 1.12 1.40, Ente M. 1.60— 2.50, Gans das Pfund 80 Pf., Taube 40— 50 Pf., Kapaunen M. 3.— 3.50., Welsche M. 4 bis 11. Has M. 3.50—4., Schnepfen M. 2.50.
Briefkasten.
Anonyme n werden niemals beachtet. Wir haben diese Erklärung schon so oft abgegeben, daß mau sie sich doch endlich merken könnte. Wer noch obendrein einen guten Zweck dabei verfolgt, wie der Einsender vom 24. Dec., der braucht sich doch wahrlich nicht zu geniren, seinen Namen zu nennen. Das Redaclionsge⸗ heimniß wird,— doch das brauchen wir eigentlich nicht exira zu versichern— wie immer gewahrt. Die Red.
Gedenket der Vögel im Schnee! Bewahrt
das Feuer und das Licht!
Immobiliar-Versteigerung.
4214 Dienstag den 30 Dezember l. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause die nachgenannten Grundstücke des Wilhelm Ulrich dahier einer frei⸗ willigen Versteigerung ausgesetzt werden:
Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 8. 153. 276. Acker, Großwartfeld, 8. 154. 277.„ daselbst, 2283.„ Lachenfeld.
Gemarkung Fauerbach b. Fr. Flur. Nr Klktr. 4. 116,3. 394,3. Acker obig dem Dienheimer Pfad gegen die Leimenkaut. Friedberg den 19 Dezember 1879. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fg ed r.
Sckanntmachung.
4254 Vom 5. Januar 1880 an werden zu den zwischen Friedberg und Frankfurt a. M. courssrenden Omnibus⸗ zugen an jedem Montage Arbeiter-Wochenbillets zu er⸗ mäßigten Preisen von Friedberg, Bruchenbrücken, Nieder- Wöllstadt, Groß⸗ Karben, Dortelweil, Vilbel, Bonames und Eschersheim(Heddernheim) nach Bockenheim und Frankfurt a. M. ausgegeben, welche zur täglich ein⸗ maligen Hin- und Rückfahrt an den 6 Werktagen(der Sonntag ist ausgeschlossen) in der IV. Wagenklasse berechtigen.
Freie Beförderung von Gepäck und Traglasten findet auf Billets nicht statt; dagegen ist die freie Mitführung von Hand⸗ und Speisegeschirr gestattet.
Die Billetpreise sind aus den ausgehängten Tarifen zu ersehen.
Cassel am 23. Dezember 1879.
Königliche Direction der Main⸗Weser⸗Bahn. Domeier.
In der Strafsache
gegen
den Obertelegraphen-Assistenten Baltschukat von
Untersuchung angeordnet. Aufg
ebot.
Konrad Bill XV. Ebeleute von Nieder Weisel haben in ihrem gemeinschastlich errichteten Testamente vom 1. März 1870 ihre Tochter Katharina Bill, deren Aufenthaltsort unbekannt ist, beziehungsweise deren leibliche Nachkommen auf den gesetzlichen Pflichttheil, als welchen sie die
Summe von fünfhundert Gulden— achthundert
fünfzig sieben Mark vierzehn Pf. festsetzten, als
Erbe eingesetzt und auf diesen Betrag die von ihnen bezahlten Reisekosten dieser ihrer Tochter nach Australien mit zweihundert Gulden S dreihundert vierzig zwei Mark achtzig sechs Pf. aufgerechnet.
Die Geschwister der Katharina Bill, Bernhard Bernhard Klippel von Nieder- Weisel, als
Klippel's Ebefrau, Jakob Bill IX., sowie Bevollmächtigter der Maria Bill in Amerika
haben das Aufgebot beantragt und wird die genannte Katharina Bill, oder ihre etwaigen leiblichen
Nachkommen aufgefordert, spätestens in dem auf
ä den 7. April 1880, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine sich über die Rechtsgültigkeit des Testaments zu erklären, widrigenfalls das Anerkenntniß der Rechtsgültigkeit unterstellt und das
Testament vollstreckt wird. Butzbach den 19. Dezember 1879.
4258
Großherzogliches Amtsgericht Butzbach. Wehner. Falkenstein.
Bekanntmachung.
Ueber das Vermögen des Heinrich Ratz V. von Gambach wurde heute am 20. Dezember
1879, Vormittags 11 Uhr, das Concurs verfahren
eröffnet.
Der Kaufmann H. Forbach dahier wird zum Concursverwalter ernannt.
Concursforderungen sind bis zum 15. Januar 1880 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie äber die Be⸗ stellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in§. 120 und 125 der Con- cursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf
den 22. Januar 1880, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur Concursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Con⸗ cursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder
zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Concursverwalter
Friedberg wegen Beleidiaung des Ernst Windecker zu bis zum 15. Januar 1880 Anzeige zu machen.
Friedberg hat das Schöffengericht zu Friedberg am 16. Dezember 1879 für Recht erkannt, daß der Ange⸗ klagte wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von 50 Mark, eventuell in eine Haftstrafe von 10 Tagen, sowie in die Kosten des Verfahrens und die dem Privatkläger er⸗ wachsenen nothwendigen Auslagen zu verurtheilen, dem Privatkläger auch nach§ 200 St. G. B. die Befugniß zuzusprechen sei, den Tenor des Urtheils innerhalb 14 Tagen, von der Rechtskraft des Urtheils an gerechnet, einmal auf Kosten des Angeklagten in dem Oberhessischen Anzeiger zu veröffentlichen.
Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt.
Friedberg den 24. Dez. 1879.
4255 Hohenstein, Hülfsgerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.
Butzbach den 20. Dezember 1879.
Der Gerichtsschreiber Großberzoglichen Amtsgerichts Butzbach.
4257
Falkenstein.
0
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