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1879.
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Samstag den 28. Juni. M 75.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags,
Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstags und Samfags.
Oie einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei grö len⸗ Ziffers it 149 ei Re 22 Pf.; 2 1 bei A 0. 7 größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bet Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
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Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des i 1 le Meir ö a e 8 meinden des Kreises Friedberg für 1880, insbesondere die Beiträge Friedberg am 27. Juni 1879.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiste reien des Kreises. Nachdem der Voranschlag der Kreiskasse des Kreises Friedberg für 1880 durch den Kreistag in seiner Sitzung am 25. d. Mts. festgestellt worden ist, benachrichtigen wir Sie, daß die Beiträge zur Kreiskasse, welche nach dem für die Gemeinde- Umlagen gültigen Gesammtsteuerkapital aus- zuschlagen sind, sür 1878 betragen und zwar a) derjenige zu den allgemeinen Kosten, welcher für 1879: 27,300 Mark betrug, 28,000 Mark, b) derjenige zur Bestreitung der Bezirks- Bau- Ausseher Gehalte wie seither 7500 Mark. Die Beiträge der Gemeinden ꝛc., pos. a, stellen sich diernach für 1880 auf 100 Mark Beitrag für 1879 um ca. 3 Mark höher. Sie werden hiernach entsprechende Vorsehung treffen. Dr. Braden.
Betreffend: Die Abnahme des Verfassungs-Eides vom 2. Quartal 1879. Friedberg am 27. Juni 1879. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Zur Ausschwörung des Verfassungseides durch die im 2. Quartal dieses Jahres aufgenommenen, sowie die hiermit sich noch im Rückstande befindlichen Ortsbürger und die, welche ohne Ortsbürger zu werden geheirathet haben, aber in der Gemeinde heimathsberechtigt sind, haben wir auf Montag den 7. Juli l. J., Vormittags 11 Uhr, auf dem Selzerbrunnen bei Groß Karben für die dem Kreise Friedberg einverleibten Gemeinden des früheren Kreises Vilbel und Dienstag den 8. Juli l. J., Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause zu Friedberg für die zur Ausschwörung des Verfassungseides Verpflichteten aus den früheren Orten des Kreises Friedberg Termin anberaumt. Zugleich werden wir in dem erstgenannten
Termine andern Angehörigen der ersteren Orte, welche Beschwerden und Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen. ladung ergehen lassen und die im Rückstand befindlichen unten
Sie wollen hiernach Ein- Berzeichneten zugleich bei 3 Mark Strafe vorladen lassen und bis zum 5. k. Mts.
unfehlbar Verzeichnisse mit Bescheinigung, daß Vorladung erfolgt oder Bericht, daß keine zu laden sind, an uns einsenden.
Dr. Braden.
Kaspar Heinrich Schiel von Dorn Assenheim, Wilhelm August Schäfer von Harheim, Liebmann Rothschild von Heldenbergen.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der König von Württemberg hat dem Fürsten von Bulgarien das Großkreuz des Kronenordens verliehen. 5
Berlin, 24. Juni. Reichstag.(Schluß). Die weiteren Fett-Zölle werden nach unerheblicher Debatte, mit einem Amendement Härle's auf Er- höhung des Stearin-Zolles von 6 auf 10 Mk., angenommen. Nr. 28(Pelzwerk) wird unver⸗ ändert genehmigt. Zu Nr. 31(Seife, Par- sümerien) wird ein erläuternder Antrag Stephani's angenommen. Nr. 32(Spielkarten) bleibt unver. ändert. Bei Nr. 33(Steine und Steinwaaren) wird auf Antrag Lieber's der Zoll für Dachschiefer und Schieferplatten von 20 auf 50 Pf. erhöht. — 26. Juni. Der Gesetzentwurf, betreffend den Bau der Eisenbahnlinie Teterchen-Diedenhofen wird in erster und zweiter Berathung genehmigt. Betreffs der allgemeinen Rechnung über den Reichs haus haltsetat von 1874 wird in zweiter Lesung Decharge ertheilt und der Etat der Reichs- druckerei ohne Debatte in dritter Berathung ge— nehmigt. Es folgt die erste Berathung des Ge setzentwurfs, betreffend die Feststellung des dritten Nachtrags zum Reichshaushalts Etat 1879/80 (Ausgabenbewilligung für das Reichstagsgebäude). Minister Hoffmann begrändet den Entwurf kurz an der Hand der Motive und bittet, falls der Reichstag die Vorlage nicht annehmen sollte, Be · schluß darüber zu fassen, ob der Gedanke der Errichtung des Reichstagsgebäudes für die Zu⸗ kunft festgehalten oder aufgegeben werden sollte. Die Vorlage wird an die Budget- Commission überwiesen.
— Die deutsche Reichspartei wird, der„Post“ zufolge, zur Lösung der constitutionellen Garantie- frage einen Antrag einbringen, wonach dem Artikel 70 der Verfassung hinzugefügt werden soll:„Die nach dem Reichs haushaltsetat veran- schlagten Ueberschüsse der Einnahmen über die Ausgaben sind im budgetmäßigen Betrage nach demselben Maßstabe auf die einzelnen Bundes staaten zu vertheilen.“
— Der Bericht Stumm'schen Antrag beantragt folgenden Gesetzent⸗ wurf, betr. Errichtung von Invaliden und Alters
versorgunge Kassen ür Fabemarbeller. Die Kassen bezweckten Abstellung der Mißstände im Bereiche haben neben Pensionirung der Arbeiter auch deren der Ausnahmetarife gern mitgewirkt hätte. Wittwen und Waisen entsprechend zu unterstützen.
Die Arbeiter und Arbeitgeber tragen gemeinschaftlich Ausland.
zu den Kassen bei, und führen gemeinschaftlich die Frankreich. Paris, 26. Juni. Heute Verwaltung. Das durch die gezahlten Beiträge Mittag wurde in der Kirche St. Augustin der erworbene Recht des Arbeiters an die Kasse ist Trauergottesdienst für den Prinzen Louis Napo⸗ namentlich durch Uebertragbarkeit seiner Ansprüche leon gehalten, welchem Prinz Jerome, der das von einer auf andere Kassen zu schützen. Nor-[große Band der Ehrenlegion trug, begleitet von mativ⸗Bestimmungen für die Errichtung von Noth- seinen Söhnen, ferner Prinzessin Mathilde, die verbänden unter besonderer Berücksichtigung der Königin Isabella, der Erzbischof von Paris, das Forderung des Zusammenschlusses verwandter In- diplomatische Corps, sämmtliche bonapartistische dustriezweige sind zu erlassen. Die Controle über Notabililäten und ein äußerst zahlreiches Publikum die Kassen ist den Landesbehörden vorbehalten. beiwohnten.— Rouber bleibt in Chislehurst in
— Bezüglich der Zoll⸗Einnahmen und deren Folge des Zustardes der Kaiserin, über welche
Verwendung wurde von der Zolltarif-Commission des Reichstags das erste Alinea des Antrages
Franckenstein mit 16 gegen 11 Stimmen ange⸗
nockmen; danach soll der eine bestimmte Höhe jährlich übersteigende Betrag an Zöllen und Tabaksteuer den einzelnen Bundes Staaten nach Maßgabe ihrer Bevölkerung überwiesen werden, und diese Ueberweisung vorbehaltlich der definitiven Abrechnung zwischen der Reichskasse Einzelstaaten auf Grund der im Verfassungsartikel
und den
die letzten Nachrichten ungünstig lauten.„Pays“ bemerkt: Wir befürchten ein neues Unglück. Holland. Haag, 25. Juni. Cabinetschef Kappeyne van de Capelle und Collegen haben das von ihnen eingereichte Demissionsgesuch zurückge— zogen. Das Cabinet bleibt somit unverändert. — Der„B. B. C.“ hört, das holl. Königs- paar habe Hoffnung, einen Thronerben zu erhalten. Spanien. Madrid, 27. Juni. Die „Epoca“ meldet: Von einer in Catalonien aufge—
der Commission über den z
39 erwähnten Quartals- Extracte, bezw. Jahres- tauchten Bande tödteten Gensdarmen sechs Indi- abschlüsse erfolgen. Das zweite Alinea des An- viduen. Die Bande hatte in den Dörfern Con- trags Franckenstein, betreffend die Bewilligung tributtonen beigetrieben. nur bis zum 1. April 1881, wurde zurückgezogen,— Die Regierung hat eine dreitägige Qua- und das zweite Alinea des Antrags Bennigsen, rantäne für Provenienzen aus Portugal vorge— betreffend die Ueberweisung der Ueberschüsse des schrieben in Folge des Erscheinens des gelben Reichs- Etats an die Bundesstaaten, mit 19 gegen Fiebers unweit Lissabon. 8 Stimmen abgelehnt. Atalien. Rom, 25. Juni. Der Fürst — Die„N. A. Ztg.“ erfährt bezüglich der von Bulgarien ist hier eingetroffen und am Bahn- Stellung Badens zu dem Gütertarif-Gesetz, daß hofe von Adjutanten des Königs und den Bot- in der Bundesraths- Sitzung vom 17. Juni, der schastern Deutschlands und Rußlands mit dem badische Bevollmächtigte erklärte, durch Annahme Botschafts Personale empfangen worden. Der der Ausschuß Anträge zu den§§. 2 und 4, Fürst hat im deutschen Botschafts- Palais sein welche nach Auffassung der badischen Regierung Absteigequartler genommen. eine in die finanziellen und politischen Verhältnisse Türkei. Constantinopel, 25. Juni. des Landes tief eingreifende Veränderung der Seitens der Regierung wird bekannt gegeben: Verfassung enthalten, wäre er genöthigt, gegen Photiades Pascha erbielt die Sanction des Sul— das Gesetz zu stimmen. Er hätte dies um so mehr tans für die Forderungen der Kretensischen Natlo— u bedauern, als die badische Regierung sonst mit nalversammlung, soweit solche legitim und billig. dem Inhalte des Gesetzes in allem Wesentlichen Photiades kehrt morgen oder übermorgen nach einverstanden sei, insbesondere zu der durch F. 6 Kreta zurück.


