Ausgabe 
26.8.1879
 
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Arm in der Binde getragen. König wird drei oder vier Tage hier bleiben. Italien. Rom.

dementirt die Nachricht, daß die Versammlung der durch Kohlenoxydgas, berichten. Cardinäle die Rückgabe des Pantheons zu fordern es wohl angemessen erscheinen, diesen gefährlichen

beschlossen baben und bemerkt, das Pantheon be⸗ finde sich schon im vollen Besitz der kirchlichen Behörden.

Türkei. Constantinopel. rufung des zweiten Aufgebots der griechischen Nationalgarde brachte auf der Pforte, die darin eine Forsetzung der griechischen Presstonsmittel er- blickte, einen ungünstigen Eindruck hervor. In diesem Sinne äußerte sich Savfet Pascha gegenüder dem griechischen Gesandten. In Folge von Vorstellungen der Pforte gegen den fortwährenden Mißbrauch mit der bulgarischen Fahne in Ost⸗ rumelien versicherte Aleko Pascha telegraphisch, es werde in Ostrumelien keine bulgarische Fahne mehr zum Vorschein kommen.

Ein Befehl des Sultans ordnet die Ent lassung von 80 Bataillonen Redifs an.

23. Aug. In der gestrigen ersten türkisch griechischen Conferenz verlasen die griechischen Be⸗ vollmächtigten ein detailirtes Exposé der auf den Berliner Vertrag basirten Forderungen ihrer Re gierung. Das Eyposé lief in die Frage aus, ob die Verhandlungen auf der von dem Berliner Ver- trage vorgezeichneten Grundlage stattfinden würden. Sapfet Pascha erklärte, er werde darauf nach drei Tagen antworten. Es verlautet, die nächste Con- ferenz in der griechischen Frage werde am 28. Aug. stattfinden.

Rumänien. Bukarest. Der frühere ru mänische Agent in Serbien, Sturdza, ist zum diplomatischen Agenten in Sofia ernannt worden.

23. Aug. Die Kammern sind heute nach Ablauf ihrer einmonatlichen Vertagung zu einer Sitzung wieder zusammengetreten. Die Botschaft des Fürsten anläßlich der Wiedereröffnung sagt, die Regierung werde die Actenstücke wegen der durch den Berliner Vertrag auferlegten Revision der Verfassung vorlegen; die Botschaft spricht ferner die Hoffnung aus, daß das Parlament dieser Frage eine für die nationalen Interessen befriedigende Lösung geben werde. Die Kammer vertagte sich bis zum 1. Sept. Der Senat hat Montag Sitzung.

Griechenland. Athen. An Stelle des zurückgetretenen Obersten Grivas ernannte der König den Obersten Valtinos zum Kriegsminister.

Rußland. Odessa, 21. August. Heute folgte die Publikation des Urtheils gegen die 28 politischen Verbrecher. Der General-Gouverneur verminderte in einigen Fällen die erkannte Anzahl von Zwangs Arbeits-Jahren. Drei Verurtheilte, Tschubaroff, Lisogub und Dawidenko, werden morgen um 10 Uhr früh hier, 2 andere, Wittenberg und Logowensko, in Nikolajeff hingerichtet werden.

Aus Stadt und Land.

Mainz, 21. Aug. Der Polizei-Commissär Schüler aus unserer Nachbarfladt Castel wäre gestern Abend bei⸗ nahe das Opfer seines Berufes geworden. Schüler wollte sich um 11 Uhr über die Schiffbrücke nach Mainz begeben, als ihm auf der Brücke ein Frauenzimmer begegnete, welches ihn anredete. Der Polizei-Commissär erkannte in der Person eine lüdetliche Dirne und wollie zu deren Verhaftung schreiten. In diesem Moment packle das Mädchen den Beamten am Hals und suchte ihn über das Geländer der Schiffbrücke in den Rhein zu werfen. Der Polizei⸗Commissär wehrte sich aber und es gelang ihm auch, die Dirne zu überwälligen. Auf dem Transport nach Castel raffte sich aber dieselbe nochmals auf, stieß den Polizei-Commissär von sich und sprang über die Barriere der Brücke in den Rhein. In dem Wasser schrie sie dann

Die Einbe⸗

um Hülfe, doch ehe diese herbeikam, war das Mädchen

bereits in den Wellen verschwunden. Furcht vor Strafe wegen der begangenen thätlichen Beleidigung scheint die Ursache des Selbsimordes gewesen zu sein.

Allerlei. Bordeaux, 22. Aug. Heute ist hier eine große Feuersbrunst aue gebrochen. Ein ganzes Stadtviertel ist sast vernichtet. Der Schaden wird auf 2 Mill. Francs

Man glaubt, der Feinde, Es vergeht ja kaum eine Woche, DieVoce della Verita ungen nicht über traurige Todesfälle, verursacht

möge sie in einem Ofen oder in einer Lampe

dem Kohlenoxydgas, zum Opfer fallen. daß die Zeit- solcher Unverstand, Darum möchte Raume ist, nicht mehr vorkommen kann und doch bört man zuweilen, daß durch solch sträfliches Verfahren Todesfälle verursacht worden sind. Was soll man aber dazu sagen, wenn neuerdings ver⸗ sucht wird, solche verderbenbringende Kohlen becken, freilich in einer eigenthümlichen Form, in die Familien einzubürgern? Wir meinen die Kohlen · plätteisen.Sie sind so reinlich, so bequem, so

zu ziehen und ihn ein⸗ Jede Verbrennung,

Feind vor unser Forum mal genauer zu betrachten.

erfolgen, ist eine chemische Verbindung des brennen; den Körpers mit dem Sauerstoff der Luft. Durch jede chemische Verbindung entsteht ein neuer Körper, welcher aus den in eine Verbindung getretenen Elementen zusammengesetzt ist. Unsere Brenn. und Leuchtmaterialien bestehen fast ausnahmslos aus den drei Grundstoffen: Kohlenstoff, Wasser⸗ stoff und Sauerstoff; das Petroleum ist nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff zusammengesetzt; die Braun- und Steinkohlen enthalten auch noch geringe Spuren von Stickstoff, Schwefel, Phosphor und Arsenik, doch kommen diese Elemente wenig in Betracht. Die unverbrennlichen Bestandtheile bleiben als Asche zurück. Wenn nun ein brenn: barer Körper zum Brennen gebracht werden soll, so muß zunächst seine Temperatur auf einen be stimmten Punkt erhöht werden. Bei dieser Tem- peratur wird er in seine Grundbestandtheile zersetzt und diese verbinden sich dann mit dem Sauerstoff der Luft. Die Verbrennung ist alsso keineswegs eine Vernichtung, sondern nur eine Umwand- lung des brennenden Körpers in andere, gas förmige Körper. Dabei entsteht Wärme und in den meisten Fällen auch eine Flamme. Das Produkt der Verbindung des Kohlenstoffs mit dem Sauerstoff ist die Kohlensäure, aus 1 Theil Kohlenstoff und 2 Theilen Wasserstoff bestehend, das Produkt der Verbindung des Wasserstoffs mit dem Sauerstoff der Luft ist Wasser, welches in Form von Wasserdampf in der Luft sich findet. Die Kohlensäure ist ein giftiges Gas und wirkt nicht nur im reinen Zustande erstickend, sondern auch dann, wenn sie mit Luft vermischt vorkommt. Enthält die Luft in einem Zimmer über 0,1 Prozent Kohlensäure, so ist sie schon der Gesundheit schädlich.

In der Kohlensäure haben wir also schon eine giftige Luftart, welche bei der Verbrennung entsteht; doch diese ist noch nicht der schlimme, gefährliche Feind unserer Gesundheit und unseres Lebens. Sie bildet sich nur bei vollständiger Verbrennung, wenn genügend Luft an das Brenn-: material gelangen kann. Anders ist es aber bei unvollständiger Verbrennung, wenn nicht hinreichend Luft an das Brennmaterial treten kann. Dann verbindet sich 1 Theil des Kohlenstoffs nur mit 1 Theil des Sauerstoffs und es entsteht die Gas art, welche wir Kohlenoxyd nennen. Sie ist vollständig farblos und ohne Geruch und Geschmack. Das Kohlenoxydgas gibt also seine Anwesenheit durch nichts zu erkennen und darum ist es ein so gefährlicher, heimtükischer Feind. Es ist brennbar und verbrennt mit blauer Flamme. Die blauen Flämmchen, welche wir über halb erloschenen Kohlen in unseren Oefen zuweilen wahr. nehmen, sind verbrennendes Kohlenoxyd, welches sich durch die Verbrennung, indem es noch 1 Theil Sauerstoff aufnimmt, in Kohlensäure verwandelt. Uvollständige Verbrennung findet statt in Oefen, welche keinen guten Zug haben und ganz besonders, wenn die Ofenklappe geschlossen wird, ehe das Feuer im Osen vollständig ausgebrannt ist. Es dürfen auf der Feuerstelle neben der Asche nur noch unbedeutende, sch wach glühende Kohlentheilchen vorhanden sein, wenn das Schließen der Ofenklappe ohne Gefahr sein soll. Das ist aber der Punkt, der so wenig beachtet wird. Viele glauben, es habe das Schließen der Ofenklappe dann keine Gefahr, wenn sich keine Flamme mehr zeigt und die Kohlen nur noch glühen. Das ist ganz falsch. Glühende Kohlen verbrennen ebenfalls noch und erzeugen

mit dem Glühendmachen der Bolzen; für einige Pfennige Kohlen eingelegt und diese angezündet, erhalten das Plätteisen einige Stunden in der zum Plätten nöthigen Temperatur; mit diesen Worten werden die neuen Vergiftungs⸗ Instrumente angepriesen; denn Letzteres sind ste in der That. Jeder verständige Mann sollte da⸗ gegen protestiren; jeder Haus vater, dem die Ge⸗ sundheit der Seinigen lieb ist, sollte sie, wo sie sich eingedrängt haben, aus dem Hause werfen. Bei dem Glühen der Kohlen in dem Eisen entsteht, da es an genügendem Luftzutritt fehlt, Kohlen oxydgas. Mit jedem Athemzuge, den die Plät⸗ terin über dem Eisen thut, dringt das Gift in ihren Körper und richtet dort Verderben an.

Das Kohlenoxydgas ist ein wirklich giftiges Gas, nicht bloß, wie der Stickstoff, ein zum Athmen untaug⸗ liches, sondern es gehört mit zu den giftigsten Gasen. Selbst in der geringsten Menge der Luft beige⸗ mischt, erzeugt es Hitze, Kopfschmerz, Fieber und Schwindel, und was das Schlimmste ist, es wird vom Blute absorbirt und noch lange Zeit nach der Einathmung ist es die Ursache von Geschwüren, Ausschlägen und todtenblasser Gesichtsfarbe. Die gistige Wirkung des Kehlenoxhdgases beruht auf dem Umstande, daß es den Blutkörperchen die Fähigkeit entzieht, den Sauerstoff der Lust aufzu⸗ nehmen. In unseren Lungen nämlich geht auch ein Verbrennungsprozeß vor sich. Das Blut, welches den Körper durchströmt, nimmt auf seinem Laufe alle unbrauchbar gewordenen Ausscheidungen der Gewebe auf und wird durch diese dunkelrot gefärbt. In den Lungen nun tritt zu diesem dunkelen Blute der Sauerstoff und verbindet sich mit den ausgestoßenen Theilen zu Kohlensäure, welche wir ausathmen. Das Blut wird wieder hellroth und beginnt auf's Neue seinen Umlauf durch den Körper. Hat es aber durch Aufnahme von Kohlegoxydgae die Fähigkeit verloren, Sauer- stoff aufzunehmen, so bleiben jene Ausscheidungen in demselben, verderben es und sind die Ursachen zu langem Siechthum. eingeathmeten Kohlenoxydgases zuerst Scheintod

leider zu oft beobachtete Thatsache. Aber auch in dem Falle, daß es dem Arzt gelingt, einen durch Kohlenoxyd Vergifteten wieder ins Leben zurück⸗ zurufen, ist immer ein langes Siechthum die Folge. Darum sei die Parole: Vorsicht und Umsicht bei den winterlichen Heizungen und weg mit den Kohlenplätteisen, diesen Vergiftungs⸗Instrumenten!

Verloosungen.

Obligationen der Groß h. Hessischen Staats⸗ schulden⸗Tilgungs⸗Kasse. Ziehung vom 7. Aug. 1879. Heimzahlung am 31 Dee. 1879. Apt. Staats; renten⸗ Obligationen von 1824, 1825, 1867 und 1874, Lit. A. Nr. 81 751 80 825 28 47 973 1000 1053 a fl. 1000. Lit. B. Nr. 60 198 209 375 à fl. 500. Lit. C. Nr. 202 15 412 à fl 100. pCt. Provinzialstraßenbau⸗ Obligationen von 1838 und 1845. Lit. C. Nr. 8185 11620 28690 396400 2630 4145 195155 z fl 1000. Lit. C. Nr. 45160 591 600 1120 51¹ bis 60 72130 91-800 4150 103140 291300 2391 400 à fl. 500. Lit. C. Nr. 1701-50 à fl. 100. Spt. Elsenbahn⸗Obligationen. Von 1843. Nr. 32630 54145 71115 4145 92125 371620 93640 4026 30 44650 ö fl. 1000. Nr. 102130 521-30 721-30 207180 361-70 62140 536170 92130 i fl. 500. Von 1846. Nr. 696165 701620 5660 181-85 96200 1115 76 80 34650 64650

geschätzt.

Das Kohlenoxydgas.

Jeden Menschenfreund muß es stets mit tiefem Schmerze erfüllen, wenn er an die große Anzahl von Menschenleben denkt, welche alljährlich einem unsichtbaren, heimtückischen, höchst gefährlichen

8161 65 696700 3640 1443135 696 700 fl. 1000. Nr. 983645 91625 1136675 41620 696705 6675 1222635 1531625 41623 36 vis 45 à fl. 500. Von 1849. Nr. 3135 336 40 63135 56 60 à fl. 1000 Nr, 106170 67180 i fl. 500. Nr. 3051 100 à fl 100 Von 1850. Nr. 251 bis 55 42125 51620 94650 à fl. 1000 Nr. 1241 bis 50 701-10 87180 97180 236170 591600

bei genügendem Luftzutritt Koblensäure, bei ge hindertem Luftzutritt Kohle noxydgas. Von der größten Gefahr sind Töpfe oder Pfannen mit glühenden Kohlen in einem geschlossenen Raume. Da der Luftzug fehlt, so entsteht hier unvoll ständige Verbrennung und durch diese Kohlen,

oxydgas, welches vollständig im Zimmer bleibt) z fl. 500. Von 1853 Lit. A. Nu. 42832 3842 54⁰

und die Luft vergiftet. Man sollte glauben, daß wie das Aufstellen von Kohlen

Daß größere Mengen

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töpfen und Kohlenbecken in einem geschlossenen 3

billig; man hat keinen Zeitaufwand und Aerger

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und dann wirklichen Tod nach sich ziehen, ist eine

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