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lich, dennoch sich von den Wegen des Reichs- kanzlers trennen. Delbrück gab bierauf einen bistorischen Rückblick über die Entwickelung der Zollvereinspolitik, betonte die Nothwendigkeit einer exportfähigen Industrie und erörterte die Bedeut: ung des französischen Handelsvertrages. Ein po- litischer Gesichtspunkt sei dabei nicht maßgebend gewesen. Man habe dieselbe Importverguͤnstigung wie England gewollt und erkannte die Nothwendig- keit einer Revision des Zolltarifs. Mit dem Vertrage sei die Aufgabe, mit möglichst niedrigen Sätzen möglichst hohe Einnabmen zu erzielen, er— reicht worden. Delbrück wies ziffermäßig die Zunahme des Exports seit 1865 nach Siumm richtet sich gegen einzelne Ausführungen Delbrück's und nimmt die Eisen-Enquete-Commission gegen den Vorwurf der Parteilichkeit in Schutz. Damit schließt die Discussion und man beginnt sofort die zweite Lesung in welcher der Vertrag ge— nehmigt wird.
— 21. Febr. Dem heute Nachmittag 1 Uhr stattgebabten feierlichen Schluß des Landtages wohnten im Weißen Saal des Schlosses etwa hundert Mitglieder beider Häuser des Landtags bei. Graf Stolberg verlas die Thronrede und erklärte danach die Session für geschlossen.
— 22. Febr. Dem Bundesrath sind heute zwei Gesetzentwürfe seitens des Reichskanzlers zu gegangen, von denen der eine den Uebergang der Geschäfte auf das Reichsgericht und der andere die Consulargerichtsdarkeit betrifft. Der letztere bildete den Gegenstand der heutigen Berathung
— Ein diesiges Comite ladet die Tabaks Interessenten Deutschlands zu dem am 3. und 4. März in Berlin abzuhaltenden Congresse ein. Die Vorversammlung findet am 2. März in den Reichshallen statt.
— 23. Febr. Zur Arab-Tabia-Frage erfährt dann nicht annebmen, wenn dle überwältigende borden sind keine neuen Erkrankungen vorgekommen in man man, bier, daß Oesterreich Ungarn, Frankreich, Mehrheit der öffentlichen Meinung sie fordern und ebensowenig von früher Kranke vorhanden. Die Großbritannien und Italien von vornherein erklärt würde. Nach einer Rede Naquet's(Jntransigent), ausländischen Lerzte sind angekommen und haben bätten, die Majoritätsbeschlüsse der Botschafter- welcher für die Total Amnestie eintritt, wird die sich beute vorgestellt.
conferenz als unanfechtbar anzuerkennen; Rußland verweigerte indeß bisher, sich dem zu fügen.
Deutschland beobachtet zwar vorläufig Reserve, Amnestie wurde mit 363 gegen 105 Stimmen ver- Truppen haben am 18. ds. begonnen, die vor
dürfte aber schließlich dem Vorgehen der übrigen
Großmächte zustimmen und Rußland alsdann ge- der Regierung acceptirten Commissioasfassung mit Visa, Lüle-Burgas und Airabol, welche zuerst ge ⸗ zwungen sein, sich den betreffenden Beschlüssen zu 340 gegen 99 Stimmen angenommen.— Senat. räumt waren, sind alsbald von türkischen Truppen
fügen. Jedenfalls hat man nicht nöthig, dieser ganzen Frage ein großes Gewicht beizulegen oder sie für beunruhigend zu halten; hingegen dürfte sie, wie gerüchtweise verlautet, benutzt werden, um von Rumänien die endliche Durchfährung aller durch den Berliner Vertrag auferlegten Ver- pflichtungen zu verlangen.
Stuttgart, 22. Febr. Der Landtag wurde heute durch königliches Reseript vertagt.
Karlsruhe, 21. Febr. Der Großherzog schloß heute die Ständeversammlung mit einer Thronrede.
Straßburg. Im Laufe dieses Frühjahrs wird der Bau eines neuen Forts bei Straßburg begonnen werden. Dasselbe wird den Namen „Mundolsheimer Kopf“ erhalten, nach dem Orte Mundolsheim, in dessen unmittelbare Nähe es zu liegen kommt. Mit Fertigstellung dieses Forts wird die äußere Befestigung von Straßburg vollendet und der Festungsgürtel geschlossen sein.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 20. Febr. Abgeordnetenhaus. Präsident Rechbauer erklärt, er werde den Gesetzentwurf über Organistrung des obersten Rechnungshofes demnächst auf die Tagesordnung stellen. Der Handelsminister legt den Weltpostvertrag zur verfassungsmäßigen Be⸗ handlung vor. Der Ackerbauminister beantwortet die Interpellationen betreffs der Teplitzer Unfälle mit dem Hinweis auf die Vorkehrungen der Re— gierung und auf die jüngsten Beobachtungen, welche schon theilweise günstigere Hoffnungen er— weckten; die Regierung werde alle nothwendigen Maßnahmen treffen.
— Wie bestimmt versichert wird, hat Herbst sein Mandat zur Delegation aus Gesundtheits. Rücksichten niedergelegt,
Schweiz. Bern, 21. Febr. Der Bundes rath genehmigte den Antrag des Generalprokurators
Morel, den Verfasser des bekannten aufreizenden Artikels des Journals„L'Avantgarde“, Brousse, den Assisen des ersten eidgenössischen Geschworenen— Bezirks zur Aburtheilung zu überweisen. Newfoundland, die britischen Besitzungen an der afrikanischen Westküste, die Falkland-Inseln und Britisch Honduras treten dem Wellpostvertrag bei.
Frankreich. Paris Das„Journ. off.“ meldet General Chanzy's Ernennung zum Bot: schafter in Petersburg an Stelle des Generals Leflo, des Admirals Pothuau zum Botschafter in London an Stelle des Marquis d'Harcourt, des bisherigen Ministers Tetsserene de Bort zum Botschafter in Wien an Stelle des Grafen Bogus.
— 20. Febr. Dem gestrigen überaus zahl ⸗ reich besuchten Empfange auf der deutschen Bot— schaft wohnte auch— sei dem Culturkampfe zum ersten Male— der päpstliche Nuntius Meglia mit seinem ganzen Personale bei. Daß dies als ein günstiges Zeichen für den Stand der Ver- handlungen zwischen Berlin und dem Vatican ange: sehen wird, ist selbstverständlich. Grevy's Gemahlin war durch Unwohlsein am Eischeinen verhindert.
Versailles, 20. Febr. Deputirtenkammer. Beim Eintreten in die Berathung der Amnestlevor- lage befürwortet Louis Blane die vollständige Am— nestie, worauf Andrieux als Berichterstatter serwiedert. Justizminister Leroyer brandmarkt lebhaft die Com- mune; dieselbe sei kein durch die Verbältnisse bervor- gerufener Ausbruch gewesen, sondern eine lange vor- bereitete socialistische Bewegung, vollbracht unter er- schwerenden Umständen im Angesicht des Feindes. Man könne unmöglich solchen Empöcern Amnestie be— willigen, welche beanspruchen, die Commune wie— der herzustellen und die Akte, für welche sie ver-
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Nationalität, welche 1302 kirchliche 15,000 Schriftsteller betheiligt sind.
urtheilt worden, zu glorificiren. Der Minister erklärt weiter, er würde die volle Amnestie selbst
Gereral- Discussion geschlossen.— 21. Febr. Der Gegenanttag Louis Blanc auf vollständige
worfen und sodann die Amnestievorlage in der von
Der Gesetz- Entwurf wegen Reorganisation der evangelischen Kirche Augsburger Confession, welcher dieser Kirche eine constituirende Synode gewährt, wird mit 169 gegen 3 Stimmen angenommen.
Großbritannien. London, 21 Febr. Heute fand ein Cabinetsrath statt; Beaconsfield ist wieder genesen. Das Armeebudget veranschlagt die Ausgaben auf 15,645,700 Kstr. gegenüber 17,791,300 im Vorjahr; dabei ist der Bestand von 135,725 Mann zu Grunde gelegt, ausge— schlossen die britischen Truppen in Indien, gegen- über 135,452 Mann im Vorjahr.
— 21 Febr. Unterhaus. Northceote erwiederte auf Anfragen von Samuelson und Cartwrigbt, die Regierung habe vermieden, in der Frage der Stell— ung Frankreichs und Englands zu Aegypten irgend einen Grund der Eifersucht zu geben. Vertrauliche Besprechungen in Betreff der gegenwärtigen Krisis hänten stattgefunden. Frankreich und England seien jetzt in guten Einvernehmen.
— Nochrichten aus Kapstadt vom 4. Febr. zufolge, befinden sich die englischen Truppen noch in der Defensive. Die Zulus haben keine weiteren Angriffe gemacht. Die Colonne des Obersten Pearson hat ihre verschanzten Positionen bei Ekowe noch inne. General Chelmstord mit dem General— stab sucht die Verbindung mit Oberst Pearson herzustellen.
Neweastle, 20 Febr. Heute ist unter den Werftarbeitern am Tyne ein allgemeiner Strike ausgebrochen; mehrere Tausend Arbeiter ver— weigern die Arbeit.
Italien. Rom, 20. Febr. Anläßlich des Jahrestages seiner Erwählung empfing der Papst die Cardinäle, Prälaten und andere hervorragende Personen; von dem heiligen Collegium nahm der Papst eine Glückwunsch⸗Adresse entgegen.
— 22. Februar. Der Papst empfing heute
gegen 1000 katholische Journalisten verschiedener
Revuen vertreten, an deren Herausgabe mehr
. Türkei. Constantinopel. Die Pforte wurde benachrichtigt, daß der griechische Erzbischof von Adrianopel von Bulgaren gröblich mißhandelt worden sei. Die Uebelthäter wurden von den Russen verhaftet. General Totleben sicherte d strengste Bestrafung zu. Unter den Notabeln der mohamedanischen Einwohnerschaft Stambuls circu⸗ lirt eine Adresse an den Sultan, worin wegen der neuesten Finanzmaßregeln und der Räumung Rumeliens durch die Russen der Dank der Be völkerung ausgesprochen wird.
— Die Pforte erkannte die von der con: stitutionellen Vertretung der Insel Samos ausge⸗ sprochene Absetzung von Photiades Bey an und ernannte Adussides Pascha an dessen Stelle zum Fürsten von Samos.
Tirnowa, 22. Febr. die Mehrheit der bulgarischen Deputirten sei ent⸗ schlossen den Verwandten des Fürsten von Montege— gro, Petrowilsch, zum Fürsten von Bulgarien zu wählen, da Rußland diese Candidatur warm empfohlen habe; Petrowitsch habe dieselbe auf den Rath des Fürsten von Montenegro angenommen. Fürst Dondukoff-Korsokoff ist heute früh zur Er⸗ öffnung der bulgarischen Notablen-Versammlung hier eingettoffen 0
Rumänien. Bukarest, 20. Febr. Auf Befehl der rumänischen Regierung haben die ru⸗ mänischen Truppen heute das Fort Arab-Tabia geräumt.
Rußland. General Gras Loris Melikoff telegrapbirt aus Zaritzin von gestern: Im ganzen Generalgouver? nement, einschließlich des Districts der Kirkisen-
Die Communication über die Wolga bei Astrachan findet mittelst Beoten statt, — General Totleben telegrahirt: Die russischen
Adrianopel besetzt gehaltenen Punkte zu räumen.
besetzt worden. Austreten der des Trains — 21. Februar. General Stolpypin ging energerisch vor gegen die Bulgaren in Tschirpau, welche den Finanzinspector der internationalen Commission für Ostrumelien mit Gewaltthätigkeiten bedrohten; der bulgarische Bezirksvorstand wurde abgesetzt; die Einwohnerschaft erhielt russische Ein- quartierung und 4 Rädelssührer wurden verhaftet. Charkoff, 22. Febr. Gestern Nacht feuerte ein Unbekannter auf den von einem Balle heim- kebrenden Gouverneur von Charkoff, Fürsten Krapotkin. Der Fürst ist sehr schwer verwundet. Auf den Mörder wird gefahndet. i Aegypten. Kairo, 20 Febr. Der Kbedive hat in Uebereinstimmung mit den Ministern alle Maßregeln ergriffen, um die Aufrechterhaltung der Ordnung za sichern. Es herrscht vollständige Ruhe. Amerika. New York. Nach Berichten aus Kingston kam es am 9. Febr. zwischen den Regierungs-Truppen von Hayti und den Auf: ständischen zu einem Treffen, in welchem erstere 29 Todte und 89 Verwundete hatten; der Ver lust der Aufständischen war noch benächtlicher. Sobald die Truppen Verstärkung erhalten haben, wird ein entscheidender Kampf erwartet. Der
Die sehr schlechten Wege und das Flüsse erschweren die Bewegung
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Bericht für unbegründet.
Aus Stadt und Land. Nidda, 20. Febr. Letzten Montag verunglückte der frühere Bürgermeister von Ranstabt, Knöpp II. Derselbe kam Abends nach 10 Uhr von Stockheim zurück und ging,
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Der Pestcordor ist noch nicht gezogen.[ dei Petersburg, 20 Februar. ag
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des schlechten Weges halber, von der Station der Bahn
enslang nach Ranstadt. Von dem geländerlosen Viadukt, welcher die Cpaussee und den Bach nach Dauernheim über schreitet, ist Rnöpp circa 30 Fuß boch heruntergefallen und todt geblieben. Es ist dies der zweite Fall, daß an dieset
Sielle ein Mann verunglückte und sollte man deßhalb da
für eine entsprechende Schutzvorrichlung sorgen.


