Ausgabe 
24.5.1879
 
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Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Salinenaktuar Aletter zu Bad⸗ Nauheim wurde zum Materialrechner und Controleur, der Siedemeister Storch zum Gradir⸗ und Werkmeister, der Steiger Plock dei der Grube Ludwigshoffnung zum Siedmeister, sämmt⸗ lich bei der Saline Bad-Nauheim ernannt; der Materialverwalter Wachsmuth daselbst wurde unter Anerkennung seiner Dienste auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.

Berlin, 21. Mai. Reichstag. Bei der Präsidentenwahl werden abgegeben 324 Stimmen; ungültig sind 119 weiße Zettel. Auf v. Seyde witz fallen 195 Stimmen; derselbe nimmt die Wahl an. Es folgt sodann die Fortsetzung der zweiten Berathung des Zolltarif Entwurfs bezw. der Debatte über die Getreidezölle. für die Vorlage im Allgemeinen, speciell für die Getreidezölle ein, welche das Brod nicht oder nur ganz unerheblich vertheuerten. Delbrück bekämpft die Getreidezölle und wendet sich gegen die Ausführungen Frege's sowie die gestrigen Deduetionen des Bundes- Commissärs. Redner zeigt, daß die Einfuhr mit dem Wachsen der Be völkerung gleichen Schritt gehalten habe. Die

Behauptung, der vorgeschlagene Zoll treffe nicht

die Consumenten, sondern die ausländischen Pro ducenten und die Händler, beruhe auf falschen Voraussetzungen. Werde das Getreide nicht theurer,

so habe die Landwirthschaft absolut keinen Anlaß, g

sich für den Getreidezoll zu interessiren. Der Getreidezoll werde allerdings das Brod vertheuern. Der Nothstand der Landwirtbschaft sei keineswegs ein allgemeiner, wie Redner ziffermäßig nachweist. Fürst Bismarck erklärt: Der Vorredner ist von Getreidepreisen ausgegangen die zu Zeiten galten, in denen die heutigen Eisenbahn- Verbindungen noch nicht existirten. Wenn die niedrigen Ge treidepreise den Maßstab der Länder geben sollten, so müßten die Länder an der Donau und Theiß die wohlhabendsten, Deutschland und die Länder des Westens die ärmeren sein. Im Gegentheil aber bilden die besseren Einnahmen des Landwirthes, wie ich sie von den Kornzöllen erwarte, den Niederlanden, England und im nördlichen Frankreich. Der Landwirth habe ein Recht darauf, in Deutschland so gut gestellt zu sein wie im Auslande. Wir wollen einen Theil der directen Steuern, die auf dem Landwirth lasten, ausgleichen durch einen Zoll, der die Privilegien

Frege tritt

für die Wohlhabenheit

den Wohlstand in

der bisberigen Steuerfreiheit aufheben soll. Wir müssen die Landwirthschaft um jeden Preis lebens fähig erhalten; geht sie zu Grunde, so ist der Wohlstand Preußens, ja ganz Deutischlands ge⸗ schädigt. Wir wollen dem deutschen Landwirthe den deutschen Markt sichern und thun dies ohne Benachtheiligung des Consumenten. Auf's Be- stimmteste bestreite ich, daß die Kornpreise und die Brodpreise in irgend einem nachweisbaren Zusammenhange stehen. Das Brod ist jetzt eben⸗ so theuer wie damals als die Kornpreise noch einmal so theuer waren. Wenn übrigens die fremde Einfuhr ganz und gar gestrichen würde, so würde man in Deutschland keinen Hunger leiden, da noch mehr einheimisches Getreide ge- baut werden könne als man in Deutschland ver- zehre. Die Landwirthschaft sei in letzter Zeit von der Gesetzgebung stiefmütterlich behandelt worden. Auch der unangenehme Theil der Armen- pflege werde stets den Landgemeinden zugeschoben. Ich will die Landwirthschaft, will den Landmann schützen und trete in diese Bewegung ein nicht der Agitation, sondern der Gerechtigkeit wegen. Reichensperger(Olpe) spricht für die Ge⸗ treidezölle, die keinen Schutzzoll, sondern einen Finanzzoll bildeten.

21. Mai. Der Reichskanzler hat dem Bundesrathe einen Antrag Preußens auf drei Gesetzentwürfe vorgelegt, nämlich: 1) ein Reichs- esetz über das Eisenbahnwesen; 2) ein Gesetz über die Errichtung eines Reichs-Eisenbahnraths; 3) ein Gesetz über Errichtung eines Verwaltungsgerichts für streitige Eisenbahnsachen. Die Commission würde aus neun Mitgliedern zu bilden sein, wovon je zwei seitens des Reichs und Preußens, je eins seitens Bayerns, Württembergs, Sachsens, Hessens und Badens ernannt würden.

21. Mai. Die Tarif- Commission des Reichstages berieth gestern Abend das Gesetz über

provisorische Einführung neuer Zölle(Sperrgesetz).

Minister Hofmann gab die Erklärung ab, das Gesetz werde auf Tabak keine Anwendung finden, weil die Regierung auf die Tabaknachsteuer nicht verzichten könne. Ueber die Artikel, auf welche das Sperrgesetz Anwendung fiaden solle, befragt, erklärte der Minister, er könne darüher keine An- gaben machen.

21. Mai.

als Mitglieder des in der Angelegenheit des Grotzeen Kurfürsten unter dem Vorsitze des Generalinspecteurs der Artillerie, v. Podbielski,

DieKreuz Zeitung nennt

Ausland.

Prinz von Battenberg, der gestern hier eintraf

stündige Unterredung hatte. Gestern besuchte der Reuß. tag Abend.

Frankreich. Paris. minister Jules Ferrth hat einen Gesetzentwurf, be treffend die für den Primär-Unterricht erforder⸗ lichen Befähigungs⸗Nachweise eingebracht.

Großbritannien. London, 20. Mai. Oberhaus. Herzog von Rutland lenkt die Auf Handelsnothstandes und glaubt, daß demselben abzuhelfen sei. auf den Gegenstand

Lord Beaconsfield lehnt es ab, einzugehen. Eine Antrag gestellt werde.

Italien. Rom. Centralbureaus des Senats über das Gotthard bahnproject wird das Ministerium aufgefordert, mit den betheiligten Regierungen Verhandlungen einzuleiten, damit Italien in der Gesellschafts⸗ Verwaltung ausgiebiger vertreten sei.

Rumänien. Bukarest, 20. Mai. Unter 52 von dem dritten Wahl Collegium Gewählten befinden sich ungefähr 40 Liberale. Bis jetzt ist für die Regierung eine Zweidrittels-Majorität gesichert,

Griechenland. Athen, 21. Mai. Ein griechisches Lager von 10000 Mann ist bei Lapino an der Grenze des Epirus gebildet worden: ein anderes Lager befindet sich im Osten des Landes. Zwei Classen der Reserve werden völlig mobil einberufen, wenn es nöthig wird.

Rußland. Petersburg. DasJour- nal de St. Petersburg dementirt die Behauptung deutscher Blätter, Rußland hätte Angesichts der neuen deutschen Zolltaxen und des Zolltarifs mit Repressalien bezüglich der Einfuhr von Schienen, Eisen und Locomotiven gedroht. Die Frage sei gar nicht erwogen worden. Rußland habe niemals seine Tarife durch Verträge gebunden, und erkenne bei anderen Staaten dieselbe Freiheit an.

Hoftaithe-Versteigerung.

1721 Montag den 26. Mai l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhaus die dem Samuel Windecker zustehende Hofraithe, in der Judengasse gelegen, land⸗ gerichtlichen Auftrags zu Folge einer nochm steigerung ausgesetzt werden. Der Meistbietende soll erhalten. Friedberg den 10. Mai 1879 Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. SD n e

Holzversteigerung.

den unbedingten Zuschlag

1773 In dem Gräflichen Revier Bainhards, Distrikt

Unterwald, werden versteigert: Montag den 26. l. Mts.: 28 Raummeter Eichen⸗Prügelholz,

12 1 Stockholz, 34 Reisholz, 4225 Wellen Eichen⸗Reisholz, 380 Nadel 1200 Ginstern⸗ 1 Dornen⸗

9 Fichtenstämme von 19 und 20 Centim. mittlerem

Durchmesser und 7 bis 9 Meter Länge. Zusammenkunft am Forsthaus Bainhards und Anfang der Versteigerung Vormittags 9 Uhr. Wickstadt den 17. Mai 1879. Gräfliche Oberförsterei e Schall a Trauben- 5 mit Fenchelhonig, bestes Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Hals- Brustschmerzen,. In Flaschen à 50 Pf., 1 und M 1828 J. A. Windecker, Hoflieferant.

einst Schweineschmalz,

per Pfund 44 Pfennig, Wilhelm Fertsch.

und

1731 bei

aligen Ver⸗

Holz⸗Versteigerung.

1802 Montag 5 26. Mat d. J. wird im Gemeinde⸗ wald Ober⸗Rosbach, Distrikt Hohe Burg, nachstehendes Holz öffentlich meistbietend versteigert: 7250 Wellen Eichen-Reiserholz(Durchforstung), 600 Kiefern⸗ 1200 Gebund Ginstern. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr an der hölzernen Brücke hinter dem Salzberg. Ober-Ros bach am 19. Mai 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Rosbach. Bleche r

Arbeits-Vergebung.

1812 Montag den 26. Mai l. J., Vormittags 11 Uhr, soll das Ausräumen eines Entwässerungsgrabens in den sogenannten Unterwiesen, Gemarkung Bruchenbrücken, eirca 706 laufende Meter, veranschlagt zu 141 M. 20 Pf., unter den bei der Versteigerung eröffnet werdenden Be dingungen an den Wenigstnehmenden vergeben werden. Die Versteigerung findet in der Wirthschaft des Isa ak Stern statt.

Bruchenbrücken am 20. Mai 1879.

ö Großherzogliche e Bruchenbrücken. a gener.

Frucht⸗Versteigerung.

1816 Die von uns für den Fruchtspeicher zu Bingen⸗ heim auf Donnerstag den 29. Mai und für den Frucht⸗ speicher zu Nidda auf Freitag den 30. Mai anberaumten Fruchtversteigerungen fallen der jüdischen Feiertage wegen aus und wird nunmehr hiermit bekannt gemacht, daß die Fruchtversteigerung zu Bingenheim mit 18 Heet. Waizen, 160 Heet. Korn, 173 Heet. Gerste und 28 Heet.

Hafer am Donnerstag den 19. Juni, Vormittags 11 Uhr,

und diejenige zu Nidda Freitag den 20. Juni mit 45 Heet. Korn, 28 Hect. Gerste und 38 Heet. Hafer, Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause abgehalten wird. Bingenheim den 20. Mai 1879. Großherzoliches Rentamt Nidda. Ru be.

Arbeits-Vergebung.

1818 Donnerstag den 29. Mal, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Bönstadt e Arbeiten in Accord gegeben werden: 1005

Chaussirarbeit, veranschlagt zu

Maurerarbeiten 213 8 Steinhauerarbeit 72 Lieferung von Mauer- und Chaussirsteinen

nebst Anfahren 142 Zerschlagen von Decksteinen 76 50 Lieferung von Kalk und Sand 90 Lieferung von Deckplatten für Canäle 22

Assenheim den 21. Mai 1879. Wenck, Bezirksbauaufseher.

Versteigerungs-Anzeige.

Montag den 26. Mai, Vormittags 9 Uhr anfangend, kommen auf Philippi's Felsenkeller folgende Gegenstände wegen Ausverkauf zur Versteigerung:

20 Stück Wand- und Taschen Uhren, 150 Stück Herren- und Frauenhemden, 25 Stück neue Buckskin⸗ Röcke, eine große Parthie getragene Herren- und Frauenkleider, sowie Unterröcke, Jacken, Schürzen, Strümpfe, 1 fast neues schwarzseidenes Kleid und

Seiden-Mantel, sowie allerlei Waarenvorräthe.

Friedberg. In Auftrag:

1806 Jos. Butzbach, Auetionator. 1807

Zu verkaufen wegen Aufgabe der Oeconomle 2 braune Wallachpferde, 1 Chaise, 1 Paar Chaisengeschirre, 1 Paar Ackergeschirre, 1 Fruchtfegemühle und sonst noch verschiedene Oecono⸗

miegeräthschaften. Friedberg. 1 Heinrich! Hanstein L. V.

Beste weiße Kernseife à Pfd. 38 Pf., Zweite rothe à 28

bei Abnahme von 10 Pfd. das Pfd. 2 Pf. billiger bei 58 Carl Heubel, Seifensleder.

Oesterreich⸗UUngarn. Wien, 21. Mal.

wurde vom Kaiser in Audienz empfangen und be⸗ suchte sodann Andrassy, mit welchem er eine ein⸗

Prinz bereits den deutschen Botschafter Prinzen Seine Abreise nach Berlin erfolgt Frei⸗

Der Unterrichts-

merksamkeit des Hauses auf die Zunahme des durch Einführung von Einfuhrzöllen am Besten g f

solche

Frage sei nur discutirbar, wenn ein präcisirter

In dem Rapport des

eingesetzten Kriegsgerichts die Geatralt b. Voigte⸗ 4 Rhetz und Graf Wartensleben, sowie die Capitäne zur See Zirzow und v. Hacke. 9

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