Ausgabe 
23.10.1879
 
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dann aus Dresden und dem Fichtelgebirge vom 14., aus dem Taunus und Vogelsberg vom 15. und 16. October, vom Schwarzwald vom 16. und 17. October gemeldet. Auch in Augsburg und Nürnberg fand am 16. Oct. ein leichter Schneefall siatt. Aus Graz wird unterm 16. Oct. telegraphirt: Seit Mitternacht dichter Schneefall, welcher an Bäumen und Weingärten enormen Schaden anrichtete. Im Stadtpark wurden die stärksten Bäume gebrochen und Anlagen verwüstet. Seit drei Tagen schneit es unaufhör⸗ lich im Schwarzwald und ist dieses Gebirg bereits mit einer weißen Hülle bedeckt, welche man ganz gut von Straßburg aus bemerkt. In Triberg glaubt man sich schon mitien im Winter; der Thermometer ist dort 2 Grad unter Null gesunken. f a

Seligenstadt, 17. Oct. In drei Tagen haben in unterem Siädichen zwei Brände stattgefunden. Vorgestern Nacht brannte eine mit Heu und Stroh gefüllte Scheuer nieder und heute Morgen nach 4 Uhr meldete die Sturm- glocke abermals ein Feuer, das diesmal jeboch größere Dimensionen angenommen hatte. Wohnhaus, Stallung und eine mit 14 Fuder Korn ꝛc. gefüllte Scheune eines Oekonomen, sowie das daranstoßende Wohngebäude eines Wagners am Steinbeimer Thurm sind vollständig nieder⸗ gebrannt.. 2

Darmstadt. Ein junger Schubmachergeselle, der gegen die 16jährige Tochter seines Meisters zärtliche Ge fühle begte, aber keine Erhöhrung fand, feuerte gestern eine mit Schrot geladene Reiterpistole in die Küche, und später noch einen Schuß durch den Fensterladen ab. Ver⸗ letzt wurde Niemand. Der Bursche hat sich einstweilen unsichtbar gemacht. 5

Mainz.Gottes Lohn muß dem werden, meinen dieMz. Nachr. und erzählen: Heute Früh mar⸗ schire zum Bingertbor hinaus ein junges Handwerks⸗ bürschchen ohne jegliche Fußbekleidung barfuß bei dieser Witterung! Da kam herwärts ein Handwerksbursche, der nach kurzem Gruß und einigen Fragen und Antworten hin und her seinen Berliner ausschnallte und dem Armen ein Paar Stiefel, das einzige, das er außer den an den Füßen tragenden hatte, freudigen Antlitzes schenkte. Mit Thränen in den Augen und einemGott vergelt's zog der Barfüßler die Stiefel an und setzte seine Wanderung nach Bingen fort.

Allerlei.

Volmerstein a. d. R. Mehrere Tage lang machte die Nachricht die Runde durch die Zeitungen die Frau eines hiefigen Fabrikanten habe ihren Mann mit Fünf⸗ lingen beschenkt. Der betr. Fabrikant gebörte nämlich bis vor Kurzem der Baptistengemeinde an, trat aber vor einigen Tagen zur prolestantischen Kirche über und ließ bei dieser Gelegenheit seine fünf Kinder verschiedenen Alters taufen. Auf Grund dieses har ein Spaßvogel die Geschichte von den Fünflingen ausgeheckt.

Basel, 13. Oct. Unsere Stadt hätte leicht der Schauplatz einer Katastrophe wie die von Bremerhasen werden können; ob wir es mit einem absichtlichen Ver brechen oder mit einem Act grenzenlosen Leichtsinns zu thun haben, ist noch nicht constat'irt. Letzten Donnerstag stieg imWildenmann, einem neuer bauten Holel im Centrum der Stadt, ein Reisender ab, der sich Kibn aus Lausanne nennt. Er übergab dem Portier eine 150 Pfd. schwere diste die in dem Raum untergebracht wurde, wo die gewögnlichen Koffer und Kisten der Reisenden geborgen werden. Anderen Tages ließ der Reisende die Kiste burch eine Droschke nach St. Louis, der deutschen Zollstation, spediren zer ließ den Kutscher aber allein fahren und versprach blos, nachzufolgen, was er aber untertieß. Im Zollhaus wußte der Droschkenführer über den Inhalt der Kiste k ine Auskunft zu geben, sie wurde geöffnet und es fanden sich 150 Pfund Dynamit in derselben. Der Kutscher ward artetirt und der Dynamit unschädlich gemacht. Der Eigenthümer selbst ist seither spurlos verschwunden, doch ist die Polizei thätig, seiner babhaft zu werden. Eine Explosion hätte im dichtbevölkertsten und frequenlesten Theile der Stadt ganz unabsehbare Folgen gehabt.

Madrid, 20 Oct. Der Verlust an Menschenleben in der Provinz Murcia in Folge der Ueberschwemmung beträgt über 500, der Verlust an Eigenthum über 300 Millionen Pesetas. Aulbentisches liegt noch nicht vor.

Die Feinde der unterseeischen Telegraphen⸗Kabel.

Das Meer ist von kleinen Insekten bevölkert, die sich auf dem Kabelstrang ansiedeln und die Guttapercha- Umhüllung langsam zerstören. Der Teredo und die Imariaterebrans haben eine un glaubliche Zerstörungsktaft. Aber auch andere Ungeheuer der Tiefe vernichten die Telegraphen⸗ leitung. Die Linie von Cayenne nach Para wurde durch große Fische zerstört, deren scharfe Zähne

Abdrücke auf der IJsolirhülle hinterließen. Die Sägefische erprobten ihre Waffen an dem Kabel in der Nähe der Antillen. Die Schildkröten haben die Leitung von Key West nach der Havanna zerstöct. Das Kabel im persischen Golf hat ein

Wallfisch zerrissen, der jedenfalls zu rasch schwamm, um dasselbe zu bemerken, denn er fuhr mit solcher Vehemenz gegen das Kabeltau, daß er sich selber

den Tod gab. Das zerrissene Tau umschlang den Riesenleib des Wallfisches und erwürgte ihn. Auch Elementargewalten erweisen sich als Feinde des Kabels. So hat ia mittelländischen Meer der Blitz zwei Mal die Kabelleitung zerstört und in Südamerika uuterbrachen Erdbeben die Leitung. Andere submarine Leitungen gingen zu Grunde durch die Meeresströmungen, welche das Tau so lange auf scharfen Felskanten rieben, bis es riß. Ein anderes Mal zerriß das Tau, weil es wie ein Feston zwischen zwei hohen Felsen über einem tiefen unterseeischen Thal schwebte.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 22. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. im Großen M. 0.95, im Detail M. 1. 1.10, Eier, große, per Stück 8 Pf., 2 kleine 15 Pf.

Friedberg, 21. October. Fruchtbericht. Waizen M. 23.50, Korn M. 19. 20., Gerste M. 17.60, Hafer M. 13. 14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Butzbach, 21. Oet. Der heute hier abgehaltene Rindviehmarkt war trotz der ungünstigen Witterung gut befahren. Angetrieben waren ca. 260 Kühe nebst 140 Kälbern, 130 Ochsen und 70 Rinder. Der Verkauf selbst war lebhaft zu festen Preisen. Der nächste Martt findet am 4. November statt.

Gießen, 21. Oct. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete Butter per Pfd. M. 1.10, Eier ver Stück 7 Pf., Käse per Stück 57 Pf., Tauben das Paar 50 70 Pf., Hühner per St. M. 0.751., Hahnen per St. M. 0.50 bis 1, Enten per Stück M. 1.70, Gänse M. 35, Kartoffeln per 100 Kilo M. 67, Weißkraut, 100 Stück M. 6, Zwiebeln per Centner M. 56, Ochsenfleisch per Pfd. 70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 5256 Pf. Kalb⸗ fleisch 5054 Pf., Hammelfleisch 6070 Pf., Schweine⸗ fleisch 60 64 Pf., Trutbahnen per St. M. 45.

Grünberg, 18. Oct. Auf heutigem Wochenmarkt kostete der Centner Watzen M. 11.66, Korn M. 8.66, Gerste M 8.13, Hafer M. 6.20, Erbsen M. 8.25 Samen M. 10.66 Kartoffein 250.

Lauterbach, 18. October. Am heutigen Frucht⸗ markt kostete das Malter Waizen M. 22.50, Korn M. 18.67, Gerste M. 15.50, Hafer M. 12.21, Erbsen M. 20.17, Kartoffeln M 5.58 Linsen M. 24

Frankfurt, 20. Oet. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren eirea 400 Ochsen und Stiere, 260 Kühe und Rinder, 270 Kälber und 350 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 68.69., 2. Qual. N. 64.66 Kühe und Rinder 1. Qual. M. 58 60 2. Qual. M. 5456 Kälber

1. Qual. M. 5355, 2. Qual. M. 5052 Hämmel 1. Qual. M. 60 62, 2. Qual. M. 48 50 per 100 Pfd. Schlachtgewicht.

Frankfurt, 20 Oet. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 43, Nr. 2 M. 41., Nr. 3 M. 35., Nr. 4 M. 31., Nr. 5 M. 25 Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 25.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 23.5024., bo. 2.(Berliner Marke) M. 18.50 19.50, Walzen, effectiv hiesiger ab Bahnbof hier, M. 25. 25 25, ab unserer Umgegend M. 23 50 24., do. fremder je nach Qual. M. 24 bis 25 25, Roggen je nach Qual. M. 17.50 18 50, Gerste M. 18. 20., Hafer M 14. 14.50, Kohl amen M. 24. 27.50, Erbsen M. 19.27., Wicken M 1617., Linsen M. 20.40., Bohnen, weiße, M. 23 25, Rüböl, detail, M. 62. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht= 100 Kilo.

D. Frankfurt a. M., 21. Oct. 1879. Die Be⸗ fürchtung, daß sich die Schwankungen des Piriser Platzes, die gestern gegen Schluß des Mittagsgeschäfts die Böꝛse beunruhigte, noch öfter wiederholen werden, drängt die Spekulation in eine Reserve, die nachibeilig auf die Ge⸗ schäfisen wicklung wirkt. Der Verkehr war daher außer in deulschen Bahnen und Ungarischer Rente heute lustlos, die Tendenz unenischieden. Ein bemerkenswerthes Faklum war die ziemlich erhebliche Verflauung von Staatsbahn aktien in Folge des Gerüchts, daß der Staalsbahn der Bau ber serbischen Bahnen nicht übertragen werde. Credit actien, gestern Abend 228, bewegten sich zwis ben 227/

bis 2288/8228 und 2281/4, Stantsbabnactsen, gestern 229 ½, gingen zwischen 227½227½¼227½ und 227½ um.

frage höher. Rheinische fest.

Gotthardactien matter. Oesterr. Pr oritäten fest. Elisa⸗ beth schwächer. Mährische Grenzbahn besser. Von aus⸗

ländischen Fonds Ungarische Goldrente auf Pariser An⸗ regung gefragt. Orient gedrückt. Von Loosen 1860er begehrt. Banken theilweise anziehend. Deutsche Handels gesellschaft und deutsche Vereinsbank besser. Deuische Effectenbank war zu 130-129 gesucht. Die diesjährige Dividende der Bank soll die vorjährige bedeutend über⸗

steigen. Deutsche Fonds zum Theil niedriger. Wechsel fest. Privatdisconto 0% Aus zug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Getraut: 25. Sept. Der Handarbeiter Heiniich Höcher und Elisa⸗ betha Aßler von Carlsberg. 8 Der Lohnfuhrmann Ferd. Friedrich Morell von hier und Eva Kath. Wolf, geb. Kimpel. 11. Oet. Der Handarbeiter Konrad Bachmann von

Harbach und Elisabetha Ploch.

Geboren: Dem Schreiner Heinrich Wagner I. 1 Sohn. 5 Mechanikus Konr. Karl Reuß 1 Sohn. 5 Kreisamtsgeh. Joh. Heinrich Stöppler 1 Sohn.

26. Sept. 27

7. Oet. Dem Metzger Joh. Hch. Tob. Walz 1 Sohn.

83 Handarbeiter Wilh. Fink 1 Sohn.

12, Handschuhmacher Fr. W. Gylden 1 Sohn.

163 Schlosser Friedrich Drott 1 Sohn.

Gestorben:

23. Sept. Gertrude Hengst, Tochter des Bäckers Anton Hengst, 16 Jahr alt.

23. Karl Heck, Söhnchen des Schuhmachers H. G. W. Heck, 1 Jahr alt.

24. K. J. B. Reinhard, Söhnchen des Hand arbeiters J. Reinhard, 4 Wochen alt.

24. Karl Fuchs, Söhnchen des Schneiders St. Fuchs, 11 Monat alt.

26. Katharina Suffner, geb. Roßbach, Wittwe des Leinewebers Ludw. Suffner, 77 Jahr alt.

29. Anna Maria Burck, geb. Nicolei, Wittwe des Bierbrauers Anton Burck, 83 Jahr alt.

29. Wilhelm Wagner, Söhnchen des Schreiners H. Wagner J., 26 Stunden alt.

7. Oet. M. E. Vorbach, Töchterchen des Müllers

Anton Vorbach, 1 Monat alt.

Karoline Wagner, geb. Gerstenmeyer, Ehefrau des Schreiners H. Wagner J., 40 Jahr alt. Elisabetha Stumpf, Tochter des Ph. Stumpf aus Großen ⸗Linden, 62 Jahr alt.

13.

Der Verkehr in deutschen Bahnen war wieder sehr belangreich. Cöln-Mindener stellten sich bei guter Nach⸗ Oesterr. Bahnen preishaltend.

Bitte um Unterstatzung mit Kartoffeln.

Aus der tieftiegenden Gemarkung Griesheim in der Nähe des Rheins ist durch Pfacrer Göhrs und Bürger meister Rinner die Mittheilung hierber gelangt, daß von den 4000 Morgen der Gemackun z 2000 exsoffen und ohne Ertrag geblieben seien und daß große Noth bevorstehe. Es wird deßhalb um eine Unterstützung mit Kartoffeln gebeten, welche sün die Aermsten in der Gemeinde ver wendet werden sollen. Herr Beigeordnete Stein bäußer in bereit, Liebesgaden aus dem hiesigen Karsoffelsegen auf dem Rühhause in Empfsaug zu nehmen und an die Bürgermeisterei Güiesheim zu befördern, um zur Linderung der dortigen Noth beizutragen.

Geld Cours. Frankfurt am 21. October 1879.

20 Frankenstücke M. 16 13 bz. G. do. in ½. 16 12

Englische Sovereign s.%. ö 20 2530 Russische Imperiales. 16 68 bz P. Dusgtennßnn Dollars in Gold. 4 2023

Herr Johann Maria Farina

gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des

allein ächten Cölnischen Wassers

übertragen und empfehlen wir dasselbe

per Glas zu M. 1.50, ½, Dutzend 80 Dutzend 165.

Die Expedition des Anzeigers.

Obligations⸗Verloosung.

Bei der heute stattgehabten Verlodsung der Partial

Obligationen der Gemeinde Spiesheim wurde die Nr. zu 100 fl. zur Rückzahlung gezogen.

Der Inhaber dieser Obligation wird hiermit auf⸗ gefordert gegen Rückgabe derselben und der noch nicht fälligen Zinscoupons den Betrag am 31. Dezember l. J. bei dem Gemeinde⸗Einnehmer zu Spiesheim in Em pfang indem mit diesem Tage der Zinsenlauf

zu nehmen, aufhört. Spiesheim den 19. Oetober 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Spiesheim. 3488

Faselochs⸗Versteigerung.

3500 Freitag den 24. Oetober, Vormittags 11 Uhr,

19 soll auf hiesigem Rathhause ein der Gemeinde zusteh en⸗

der, zum Schlachten geeigneter Faselochs öffentlich ver steigert werden. Fauerbach b. Fr. den 21. October 1879. Großherzogliche Bürgermeisterei Fauerbach b. Fr. Helfferich.

ö beh. Verehel. d. 3000 M. Vermögen. Frankfurt a. M.

Bekanntsch. e. Offerten sub A 1003 postlagernd (5039.) 3509

Ein gut sit. Mann(eign. Geschäft) mittl. Alters sucht Dame mit ca.

Aufforderung.

3465 Diejenigen Steigerer, welche am 27. August l. J. in dem Gräflichen Revier Wickstadt Holz ersteigert und noch im Walde sitzen haben, werden hierdurch auf⸗ gefordert, dasselbe bis zum 30. J. Mts. aus den Schlägen wegzubringen, widrigenfalls nach den Versteigerungs⸗ bedingungen 11 und 12 verfahren wird.

Wickstadt den 16. October 1879.

Gräfliche Oberförsterei Assenheim. Sich a ll a 8.

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