„Liquidations-Commission.“— Das Mittelmeer⸗ Geschwader unter dem Befehle des Admirals Hornby, bestehend aus den Panzerschiffen„Alexandra,“ „Raleigb,“„Achilles,“„Temeraire,“„Monarch,“ und dem Avisoboote„Falcon,“ fuhr am 13. d. Morgens in zwei Linien in den Hafen von Fa- magusta ein und ankerte in derselben Formation. — Das„R. B.“ meldet aus Kapstadt: General Wolseley traf am 27. Sept. in Prätoria ein und hielt eine Rede, in welcher er hervorhob, daß die von der englischen Regierung beschlossene Annexion Trans- vaals unwiderruflich sei. Das Comite der Boers nahm hierauf eine Resolution an, worin die Erklär⸗ ung abgegeben wird, daß nur die Wiederherstellung ihrer Unabhängigkeit sie zufriedenstellen würde. — 17. Oct. General Roberts hat bei seinem feierlichen Einzuge in Kabul eine Proclamation
erlassen, in welcher derselbe Folgendes erklärt:
Die Citadelle Balahissar und alle die militärische Besetzung erschwerenden Gebäude würden zerstört werden. Die Bürger hätten eine Contribution zu entrichten, Kabul nebst Umgebung solle unter einen Militär⸗Gouverneur gestellt und daselbst der Belagerungs Zustand proclamirt werden. Alle Waffen seien abzuliefern; Jeder, welcher nach Ver- lauf von 8 Tagen noch Waffen besitze, solle hin- gerichtet werden. Schließlich wird in der Pro- clamation eine Prämie von 50 Rubien für die Gefangennehmung eines jeden Theilnehmers am Gesandtschaftsmorde zugesagt.
Türkei. Conßantinopel. In Folge der Erkrankung des zweiten türkischen Bevoll⸗ mächtigten sind die Sitzungen der griechisch⸗türkischen Commissien vertagt worden.
Montenegro. Cettinje, 17. Oct. Der Fürst von Montenegro ist mit dem Senats Prä— sidenten Petrovie und mit dem Minister Urbica gestern nach Andreferika abgereist, um die Po- sitionen von Plava und Gusinje zu besichtigen.
Rumänien. Bukarest, 18. Oct. Die Deputirtenkammer hat heute den Gesetzentwurf zur Lösung der Judenfrage in einer von dem Dele— girten⸗Comite modificirten Fassung ohne Debatte mit 133 gegen 9 Stimmen angenommen; Die Regierung war zu der Ueberzeugung gelangt, daß ihr ursprünglicher Entwurf nicht die Zweidrittel- Majorität erlangen würde, und sah sich daher veranlaßt, in Pourparlers mit der Opposttion einzutreten und einige Amendements anzunehmen, welche sich ausschließlich auf die zur Erlangung des Indigenats zu erfüllenden Formalitäten be ziehen, ohne das Wesen der Regierungsvorlage zu verändern. Das Princip des Artikels 44 des Berliner Vertrages wird in die rumänische Versassung an Stelle des Artikels 7 derselben aufgenommen; nur die Namenslisten sind unter— drückt, indeß sind nach dem votirten Gesetzentwurf Alle, welche dem Lande wichtige Dienste geleistet haben, welche große Etablissements besitzen, sowie diejenigen, welche in Rumänien geboren und er⸗ zogen sind, von dem Aufenthalts Nachweise befreit Die Naturalisation wird ihnen von den gewöhn— lichen Kammern auf persönliches Verlangen zuge⸗ standen. Da zu diesem Votum nur die einfache Majorität erforderlich ist, so ist zu hoffen, daß man leichter zur sofortigen Emaneipirung derjenigen gelangen werde, welche ein Recht darauf besitzen und diese wünschen. Diejenigen Israeliten, welche während des Krieges unter den Fahnen gedient, werden en bloc durch ein und dasselbe Votum naturalisirt. Das neue Gesetz hält die Bestimmung aufrecht, daß nur rumänische Bürger ländlichen Grundbesitz erwerben können.
5 ne 558 und Land.
ried berg, 20. Oct. Unser Pferdemarkt läßt si trotz des schlechten Wetters ziemlich gur an. Es 90 5 viele Käufer und Verkäufer heute ein, doch erwartet man morgen einen stärkeren Verkehr. Die Verloosung findet erst am Mittwoch statt. 0
Friedberg, 17. Oct. Die Höhen des Vogel und die Spitzen des Taunus zeigten heute A ersten Schnee. Auch heute Abend fiel in der Stadt Schnee vermischt mit Regen.
Darmstadt. Uebersicht ber Todesfälle im Groß⸗ herzogthum Hessen im Jahr 1878. Bei einer Bevölkerung von ca. 900 000 Seelen(darunter 310 800 Kinder und 589,200 El wachsene) veläuft sich die Zahl der Verstorbenen, unter Ausschluß der todigeborenen Kinder auf 21548 Per⸗ sonen. Dies Ergebniß enispricht einem Mortalilätscoeffi
cienten von 238 auf 1000 Bewobner und wird daher vom vorhergebenden Jahre um 1,0% übertroffen. Die Ursache der verminderten allgemeinen Sterblichkeit muß dem Verhalten der Kindermorlalität zugeschrieben werden, welche sich selbst für das erste Lebensjahr diesmal günstiger gestellt hat, während die Mortalität der Erwachsenen einer wesentlichen Aenderung nicht unterworsen war. Den Quartalen nach hatle das erste die größte Sterblichkeit auszuweisen und sind in absteigender Reihenfolge das zweite, drinne und vierte zu nennen; von den Monaten steht der März mit 2161 Todesfällen, gle ichwie im Vor jabre obenan, während im October und Seplember mit 1507 bezw. 1594 Fällen has Minimum erreicht wurde.— Eine detaillirte Aufstellung der Todesfälle nach Allers⸗ klassen ist noch nicht vorhanden und zur Zeit nur eine Trennung der Kinder und Erwachsenen ermöglicht. Das Alter der Gestorbenen anlangend, so verstarben zusammen 9721 Kinder(5938 im 1. Lebensj ihre, 3788 vom 2. bis 15. Jahre) und 11,737 Ecwichsene= 21,458 Personen. — Es verstarben 1) an Infections⸗Krankoeiten; An Masern 168, an Scharlach 316, an Rose 68, an Croup und Dipytheritis 801, an Keuchhusten 481, an Typhus und Nervenfieber 263, an Ruhr 12. An Blattern und astauscher Cholera kamen Todessälle nicht vor. 2) An anderen vorßherrschenden Krankgeiten: an Kindbetikrank⸗ beiten 193, an Lungenschwindsucht 2446, an acuten ent⸗ zündlichen Krankheiten der Alhmungeorgane 2123, an Schlagfluß 529, an acutem Gesenkebeumatismus 29, an Darmkatarrh und Brechdurchfall 1023. 3) An allen übrigen bekannten Keankheiien 9088 4) An unbekannten Krankheiten 3343. 5) Gewaltsamen Tod: Durch Verun⸗ glückung 288, durch Selbstmord 244 durch Todischlag und tödliche Körperverletzung 43.— Auf die Infections⸗ krankheiten entfallen im Ganzen 2109 Fälle= 2.34 pro Mille der Einwohner gegen 2,57 im Vorjahre. Diese Abnahme wird in erster Reihe durch die Masern bedingt (168 gegen 399), demnächst auch durch Scharlach und in geringem Grade durch Ruhr. Eine gesteigerte Mortalität halten aufzuweisen Abdominaltyphus, Keuchbusten, Croup und Dipytheriis, welch Letztere eine beirächtliche Höhe erteicht haben. Diarrhoe und Brechdurchfall zeiglen frei⸗ lich nur geringen Abfall, mögen aber dadurch doch zu der vorher auffallend günstigen Stellung des dritten Quartals, also des Hochsommers und Herbstes beigetragen haben. Ein gleiches Ergebniß ließ sich bei den Krankheiten der Alhmungsorgane und besonders der Schwinosucht con⸗ staliren, welcher in diesem Jahre 2446 Personen(gegen 2564) erlagen. Dagegen muß es auffallen, wesche Zu⸗ nahme die Todesfälle durch Selbsimord und noch mehr durch Mord und zödiliche Körperverletzung gegen 1877 erfahren haben.
Gau-Algesheim. Vor einigen Tagen beehrte eine Zigeunerbande unseren Ort mit ihrem Besuche und ließ sich auf einer Wiese häuslich nieder. Hiermit war aber die Einwohnerschaft nicht einverstandenz der Bürgermeister erschien mit der Aufforderung vor der braunen Schaar, sofort den Platz und den Ott zu verlassen. Dies feuchtete Nichts,— Nichts regte sich in dem Lager der Herren Kessel⸗ flcker. Eine nochmalige Aufforderung haue denselben Ersolg. Jetzt kam der Bürgermeister, welchem die nötbige polizei⸗ liche Mannschaft fehlte, um allenfalls mit Gewalt seinen Zweck zu erreichen, auf einen wahrhaft köstlichen Gedanken. Es wurde uämlich die freiwillige Feuerwehr requirirt, welche in geschlossenen Colonnen, mit ihren Spritzen an der Spitze gegen den Feind vorrückte. Als die Zigeuner jetzt noch nicht zum Ve lassen des Platzes zu bewegen waren, erfolgte der Befehl zum Angriff und luftig spritzte und prosselte das nasse Element auf die braunen Gesellen ein. Diese setzten dem ihnen jedensalls un gewahnien Naß keinen großen Widerstand entgegen und waren in kaum fünf Minuten in voller Flucht begriffeu und aus dem Orte verschwunden. Probatum est!
Allerlei.
Wiesbaden, 16. Oct. In der Nähe der russischen Kapelle fand man gestern die Ehefrau des Taglöhners Cbr. Haybach von hier, welcher der Hals abgeschnitten war. Dieselbe lebte mit ihrem Manne schon seit längerer Zeit in Streit, so daß er oft geäußert baben soll, er werde ibr doch noch den Hals abschneiden. Gestern Nachmittag brachte der Mann seinen Vorsatz zur Ausführung. Der Mörder wurde heute unter sicherer Escorte nach dem Leichenhause gebracht, um bei der gerichtlichen Untersuchung der Leiche zugegen zu sein. Bei der Obduction der Leiche stellte es sich heraus, daß der Wütherich seiner Frau nicht blos den absolut tödtlichen Schnitt am Halse, sondern auch noch brei gefährliche Stichwunden beigebracht hat, und zwar mit einem scharfen Dolchmesser, welches der Mörder nach seinem Eingeständniß kurz zuvor speciell für diesen Zweck für 3 Mark gekauft hatte.
Wien, 16. Oct. Aus verschiedenen Gegenden wird starker Schneefall gemeldet, so u. A. aus dem Riesenge⸗ birge und aus Graz.
Madrid, 18 Oct. Bei einer Ueberschwemmung im Murcia-Thal sind 119 Personen ertrunken und 4 Dörser zerstört. Tausende von Einwohnern erbaten die Hülfe des Königs. Der König begibt sich Monlag nach Murcia.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 18. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. im Großen M.—, im Detail M. 1.15,— 1.20, Eier per Stück 7—8 Pf., Käse per Pfund 44 Pf., Tauben das Paar 80 Pf., Hahnen per Stück 90 Pf. bis 1 M., Enten per Stück M. 1.50.
Gießen, 18. Oct. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete Butter per Pfd. M. 1.10, Eier ver Stück 7 Pf., Käse per Stück 5—7 Pf., Tauben das Paar 50-70 Pf.,
0
Hühner per St. M. 0.751, Hahnen per St. M. 0.50%
bis 1, Enten per Stück M. 170. Gänse M. 3—5, Kartoffeln per 100 Kilo M. 6—7, Weißkraut, 100 Stück M. 6, Zwiebeln per Centner M. 5—6, Ochsenfleisch pet Pfd. 70 Pf., Kuh und Rindfleisch 52—56 Pf., Kalb⸗ fleisch 50—54 Pf., Hammelfleisch 60—70 Pf., Schweine⸗ fleisch 60— 64 Pf., Trutbahnen per St. M. 4
Marburg, 18. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90— 1.05. Eier per Stück 67 Pf., Käse per Stuck 8—10 Pf. Zwiebeln per Pfd. 8 Pf. Tauben das Paar 50 70 Pf., Hähnchen das Stück 60 bis 80 Pf., Hühner das Stück M. 0.80—1., Enten das Stück M. 1.40— 1.70. Rothkraut ver Kopf 10 bis 25 Pf., Kartoffeln per Korb M. 1.40—1.60, Kohl⸗ rabi 2—3 Stück 10 Pf. Weißkraut per Kopf 3 bis 6 Pf., do 100 Stück M. 3 00—5. Hasen per Stück M. 3—3.50 Gänse per Stück M. 3 4.50.
Frankfurt, 18. Oetbr. Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete per Ctr, M. 23.30, Stroh M. 2—2 50. Butter 1. Qual. im Großen 90 Pf., 2. Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.25- 30, 2. Qual. M. 1 10—15. Eier das Hundert deutsche M. 6, italtenische M. 7 60. Blumenkohl das Stück, 3060 Pf., Kohlkraut 6—8 Pf. Rothkraut 15. bis 20 Pf., Weißkraut das Stück 10 Pf., das Hun ert: M. 7—8. Ochsenfleisch per Pfd. 65—70 Pf., Rind⸗ fleisch 50, Kuhfleisch 60, Hammelfleisch 50—65 Pf., Kalb⸗ fleisch 48—55 Pf., Schweinefleisch 65—70 Pf. Ein Hahn 90 Pf. bis M. 1.20, ein Huhn 80 Pf. bis M. 1.20, eine Ente M. 2.50, eine Gans M. 4 6. Dörrfleich⸗ 60—70 Pf., Speck 52 Pf., Welsch M. 5, Capaunem M. 8, Poulards M. 1.50.
Malnz, 17. Oct. Marktpreise. Kartoffeln 100 Kilo M. 7—7.50., Stroh 50 Kilo M. 1.80— 2 Heu 50 Kilo M. 2.50—2 70, ½ Hundert Eier M. 1.25— 1.35, Butter das Pfund M. 60.80—0.85, ditto(in Partien) 1 Pfund M. 0.70—0.75. Ein Huhn M. 1.14 1.50, ein Hahn. M. 1.30 1.50, eine Ente M. 2—2.50 eine Gans M. 5 bis 6 ein Feldhuhn M. 1.70— 1.80, eine junge Taube 40—50 Pf., ein Hase M. 4—4 50 Weißkraut 8 10 Pf., Rothkraut 15—20 Pf., Blumenkohl 30 50 Pf., Wir⸗ fing 5—7 Pf. Weizen per Malter M. 23.35 Korn M. 17.50. Gerste M. 19.15 Hafer M. 14.90. Ochsen. 1. Qual. M 70, 2. Qual. M. 62, Kühe 1. Qualität M. 64, 2. Qual. M 50, per 50 Kilo. Kälber kamem
auf 68—72 Pf. und Schweine auf 50—60 Pf. per.
Kilogramm lebendes Gewicht.
Literarisches.
Daheim. Die soeben erschienene Nr. 3 enthält: Im Banne der Vergangenheit. Roman von Theoder Hermanm Pantenius.(Forts.)— Magister Blochmann und den Handwerkebursch. Von M. F. Kübne. Mit einer bishen unpuplizirten Originalzeichnung von J. Schnorr von Carols⸗ feld: Magister Blochmann als barmherziger Samariter.— Die Hauptversammlungen des Vereins. Von B. Rogge.— Mit des Königs Geschenken in Afrika. Mit Illustration: Uebergabe der Königlichem Geschenke an den Sultan von Bornu.— Am Familien tische: Der Valer kommt. Mit einer Zeichnung von H⸗ Kaulbach: Luginsland.— Ein Agilasor in Israel.— Aerziliches Klagelied.— Zur Siiiengeschichte des 15. Jahr⸗ bunderts.— Eine Grabschrift.— Rechisraih.— Mit einen illusiriten Beilage: Die Eröffnung des Reichsgerichis! Präsident Simson leistet den Schwur.
Eine der glänzendsten Erscheinungen des Journalismus, die im Lause der Jahre wirklich zum Weltblaft geworden! und sich auf dieser Höhe erhalten hat, Hallberger's„Ueber Land und Meer“(Stungart), eröffnet mit den präch⸗ ligen Nummern, die vor uns liegen, seinen zwe iundzwane zigsten Jahrgang. Wahrlich eine stattliche Reibe von Jahren, auf die Redaktion und Verleger zurückolicken können: erstere mit der Genugthuung, von Beifall des Publikums dauernd begleitet zu sein, letztere mit der Freude! eines großartigen Erfolges. Mit seinen Hunderttausenden: von Exemplaren, die von Woche zu Woche in die Well; gehen, hat das Blatt seinen Titel voll gerechtfertigt, denn! es ist heute diesseits und jenseits des Oceans vielleicht dat! gelesenste Journal universellen Charakters. Und das treff. lich geleitete Blatt, dem der Verleger alle seine Mühen zugewandt, um es zugleich zum elegantesten und nach künstlerischer, wie nach typographischer Seite zum gebiegen! sien und glänzendsten zu machen, verdient mit Fug und Recht die kolossale Verbreitung, die es gefunden und sich dauernd zu erbalten gewußt. Einem Blatte, dessen Namt: heute ein geflügeltes Wort ist, braucht die Presse nicht: erst ihr empfehlendes Wort zu leihen, wenn es einen neuen! Jahrgang beginnt.
Geld Cours. Frankfurt am 18. October 1879.
20 Frankenstücke M. 16 12 ö5. Englische Sovereign 20 5 Russische Imperlales 16 15 5 95 Ducaten i 9 955 Dollars in Gold. 8 98 4 20—23
Herr Johann Maria Farina
gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des
allein üchten Cölnischen Wassers
übert d empfehlen wir dasselbe übertragen un pfeh 10
per Glas zu M. 1 Dutzend 0 Dutzend 16,75.
Die Expedition des Anzeigers.
evangelischen Gustab-⸗Adolf⸗
her gehoren wegen Ludwig eigen!
Um tiseret auf bei Berecht
und di Namen
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