Ausgabe 
20.11.1879
 
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folgte die erste Berathung des Schanksteuer Ge- grüßt worden. Es wird versichert, Cairoli und

setzentwurses. Der Entwurf wird an eine beson⸗ dere Commission von 21 Mitgliedern verwiesen.

DieN. A. Z. schreibt: Die Meldung verschiedener Blätter, daß von Seite Preußens die Uebertragung der Leitung des Reichs Eisen- bahnamts an den preußischen Handelsminister be⸗ absichtigt sei, entbehrt, wie wir aus competenter Quelle erfahren, jeder Begründung.

Karlsruhe, 18. Nov. Die Stände Ver- sammlung wurde heute vom Großherzog mit einer Thronrede eröffnet.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 17. Nov. Die Erzberzogin Christine hat mit ihrer Mutter heute Abend mittelst Separathofzug die Reise nach Spanien angetreten.

Der Wehr Ausschuß des Abgeordneten⸗ hauses hat die Regierungs Vorlage unverändert angenommen und den Antrag auf Festsetzung der Normal- Fricdensstärke zu 230,000 Mann, sowie alle sonstigen Amendements abgelehnt. Rechbauer und Schöffel meldeten ein Minoritätls⸗Votum an.

Pest, 17. Nov. Unterhaus. Die General- Debatte über die bosnische Verwaltuags- Vorlage wird geschlossen und nach den Schlußworten des Referenten und der oppositionellen Antragsteller, sowie nach der Entgegnung des Ministerprästdenten die Vorlage mit 188 gegen 169 Stimmen als Grundlage der Specialdebatte angenommen.

Frankreich. Paris. Blignidres reist am 18. Nov. nach Aegypten ab, Nubar Pascha am 19. Nov, nachdem Letzterer vom Khedide die Er- laubniß erhalten hat, nach Aegypten zurückzukehren. Das JournalTelegraphe schreibt, Frankreich und England seien vollständig einig, in Aegypten die Forderungen der neutralen Mächte zurückzu- weisen, welche Oesterreich vorlegte und die dahin gingen, im Namen der auswärtigen Gläubiger Einfluß auf die Politik auszuüben. ö

Belgien. Brüssel, 18. Nov. In der Kammer gab der Miuister des Auswärtigen Frere Orban in Beantwortung einer Interpellation über die Beziehungen Belgiens zur Kurie eine detaillirte Darlegung der Thatsachen, welche die gegenwärtige Situation herbeigeführt haben und verlas mehtere Depeschen des belgischen Vertreters beim Vatikan, wotaus hervorgeht, daß der Papst und der Car- dinal⸗Staatssecretär Ning die Angriffe des Clerus auf die belgische Constitution bedauert und miß⸗ billigt haben. Im weiteren Verlauf der Sitzung der Repräsentantenkammer erklärte Frere Orban, die Regierung sei entschlessen, ihr Programm bis zu Ende durchzuführen. Die Correspondenz mit dem Vatican wurde auf den Tisch des Hauses niedergelegt. Ein Meeting von 1500 Personen, einberufen durch die Liga der Brabanter Geusen, votirte gestern eine Adresse an die Kammer zum Zwecke der Abberufung des Gesandten Belgiens aus dem Vatican.

Holland. Haag. Der Prinz von Oranien hat als Erwiederung auf Angriffe wegen seiner politischen Unsichten eine Broschüre veröffentlicht, worin er die Hoffnung ausspricht, daß die Prin- tipien der Constitution von 1848, als deren Eck⸗ und Grundstein er das Capitel über den Unter- richt ansche, aufrechterhalten bleiben. Diese zu conserviten, auch durch den Fortscheitt, erscheine ihm durchaus für zulässig. Im Uebrigen, erklärt der Prinz, stehe er über allen Parteien, müsse sich das Reicht einer politischen und persönlichen Ueber zeugung wahren und hoffe er, sich durch seine

Handlungen die Achtung seiner Landsleute zu erwerben. Großbritannien. London, 17. Nov.

Admiral Hornby hat den Befehl vom 12. d., wonach das britische Geschwader sich bereit halten sollte, in 4 Tagen von Malta ostwärts zu segeln, widerrufen.

Italien. Rom, 16. Nov. Der Unter- richts Minister Perez hat seine Demisston einge reicht und verweigert deren Zurücknahme trotz der Vorstellungen seiner Collegen. Die Annahme der Demission seitens des Königs wird noch bezweifelt.

17. Nov. Der König und Prinz Amadeus sind heute hier eingetroffen und mit Zurufen be⸗

Türkei sich Rußland genähert hätte. In einer

der Reformen in ganz Klein-Asten.

welches die Befugnisse der englischen und franzö;

Depretis hätten sich über alle Punkte des ministe⸗ riellen Programms verständigt.

Pegli, 16. Nov. Der König und Prinz Amadeus haben heute dem deulschen Kronprinzen einen mehrstündigen Besuch abgestattet. Die Be- völkerung brachte dem König und dem Kronprinzen enthusiastische Huldigungen dar. Der König ist am Abend nach Genua zurückgekehrt und begibt sich morgen nach Rom.

Türkei. Constantinopel, 17. Nov. Der Sultan genehmigte das ihm von der Pforte vor gelegte Reformproject für die europäischen Pro- vinzen der Türkei. Zur Ueberwachung der Aus führung sollen Provinzialcommissionen eingesetzt werden. Der Sultan stimmte ferner dem Reform- project für die astatischen Provinzen bei und an⸗ erkannte namentlich das Princip der Ministerver⸗ antwortlichkeit. Der türkische Botschafter in London, Mussurus Pascha, telegraphirte der Pforte, daß er Lord Salisburh auch von der Unbegründet⸗ heit des Gerüchts überzeugt habe, wonach die

jüngst erlassenen Note des Ministers des Aus- wärtigen Sawas Pascha an den Agenten Bul⸗ gariens wird wiederum Beschwerde erhoben über die üble Behandlung der Mohamedaner in Bul⸗ garien.

Der Sultan ernannte General Baker zu seinem Vertreter bei Ueberwachung der Einführung Baler reist binnen einer Woche auf seinen Posten ab.

18. Nov. In der gesttigen Conferenz beabsichtigten die griechischen Delegirten ein neues Memorandum vorzulegen, worin der Nachweis geführt wird, daß nur die Linie der nördlichen Grenzhöhen von Calamus in Peneus für Griechen land annehmbar sei

Serbien. Nisch, 17. Nov. Die Thron-

rede hebt die Fortschritte Serbiens, die Anerkenn⸗

ung seiner Unabhäagigkeit durch die Mächte und die guten Beziehungen Serbiens zu den benach- barten Ländern hervor. Mit Italien, England, Rußland, der Schweiz und Belgien seien Handels verträge abgeschlossen worden, die Gründung einer Nationalbank sei angeordnet, und mit der Prüfung der Bahnvotlagen sei die Regierung eiftigst be⸗ schäfligt. Die Skupschtina nahm die Thronrede mit großem Beifall auf.

Rumänien Bukarest. Die Regierung hat nach Einvernehmen mit dem Metropoliten Peimas und der Landessynode den bisherigen Bischof von Nikopoli Paoli als katholischen Bischof von Bukarest anerkannt,

Aegypten. Kairo. Der Khedive hat ein Decret unterzeichnet betreffend die Aufhebung des Sequesters von Domänen, und ein ferneres Deccet,

sischen Generalcontroleure genau bestimmt. Durch letzteres werden die ursprünglichen Vorschläge Eng lands und Frankreichs in einigen Punkten abge- ändert; Baring und Blignièdtes wird darin die Ermächtigung ertheilt, umfassendere Unternehmungen bezüglich der Finanzverwaltung vorzunehmen und denselben berathende Stimme im Ministerrathe zugestanden.

Amerika. Washington. des landwirthschaftlichen Departements für Monat October constatirt eine beträchtliche Besserung im Stande der Baumwoll Pflanzungen gegenüber dem September, ferner einen Mehrertrag von 26 Mill.

1878 geschätzt. Scheffel mehr als im Vorjahr.

mit Recht bezeichnet zu werden. Mit einer wohlgeschulten, umfangreichen und sympathischen imme(Mezzo Sopran) begabt, zeigte Frl. Hartmann durch einen aue dr ucks vollen Vortrag künsilerische Vertiefung, warme, wahre Empfindung. Sie fesselie das Ohr des Hörers und ließ ihn inne werden, daß edler kunstvoller Gesang des Menschen Herz Orbebt. Reicher Beifall lohnte der Sängerin, welche noch öfters in unserer Stadt zu hören wir ebenso sehr hoffen, als wünschen. Das Reißiger'sche Trio von den Herren Link, Dörr und Breym sehr brav gespielt, bildete eine dankenswerthe Bereicherung des Progamms, bessen übrige Nummern, Chorgesänge, ꝛc. von demLieberkranze in beifälligster Weise wieder gegeben wurden.

Allerlei.

Geisenheim. Vor einigen Tagen wurde bier das Ehepaar Johann Ober und Magdalena, geb. Mebreuer, zur Erde beslatiet. Ist es nun schon selten, daß Mann und Frau am nämlichen Tage begraben werden, so ist doch der hiesige Fall noch darum besonders merkwürdig, weil, wie dasM. J. mitiheilt, die beiden Ebeleute auch am nämlichen Tage, 7. Oct. 1809, geboren waren, an einem und demselben Tage, ohne die Opfer einer an⸗ steckenden Krankheit zu sein, erkrankten und endlich nur wenige Stunden nacheinander dahinstarben.

München, 14. Nov. Bei einem Inadausfluge hatten mehrere zer gestern Vo-mitlag gegen 10 Uhr Gesegen⸗ heit, eine eigenthümliche Naturerscheinung zu beobachten. Ein schon einige Zeit andauernder hefliger, an Sturm grenzender Wind mit starkem Schneegestöber trieb jene in eine Ziegelei; plötzlich börte jede Luftbewegung auf, der Schnee fiel in großen Flocken gerade herab und eine blasse, unheimliche Helle ließ den Schnee gelblich erscheinen; dann durchzuckte ein jäher Bli tzrahl mit darauf folgendem hellem Donnerschlage die Luft, worauf der alte Tanz der Schneeflocken mit obligatem Windgebrause in verstänkter Auflage wieder begann.

Der Rheumatiket.

DasDeutsche Montagsblatt bringt folgen- den launigenSchmollsermon von einem Rheu; matiker: Aller Orten wird jetzt in populät⸗wissen⸗ schaftlichen Vorträgen und Aufsätzen die moderne Gesundheitslebre gepredigt und wir müßten danach zu urtheilen bald das gesündeste Volk der Erde sein. Ja, man kommt als Fernsteheader leicht in die Versuchung die Nationen zu bedauern, denen es an Gesundheits⸗Aposteln gebricht, wie wir deren besitzen. Wer aber als Leidender, d. h als Ge⸗ sunder und nur leidender Theil den Lehren der- selben näher tritt, oder richtiger getreten wird, hat Gelegenheit die Verwüstungen zu beobachten, die von den Lehren der Gesundheitspflege häufig angerichtet werden und er wird nicht bezweifeln, daß bei genauer Feststellung der statistischen Zablen, das Gewissen mancher unserer Gesundheitslehcer bedeutend belastet würde. Es liegt mir fern, be baupten zu wollen, daß die Herren male fide handeln, Gott bewahre, die Herren sind von der Wirksamkeit ihrer Luftkuren ꝛc. vollkommen über- zeugt, ja ich gebe noch weiter, ich bin sogar von der Wohlthätigkeit der frischen und reinen Luft auf den menschlichen Organismus durchdrungen; aber die Herren Apostel vergessen nur, daß ihre Experimental-Objecte einer entsprechenden körper- lichen Vorbildung bedürfen. Nun will's das Un- glück, daß die Generation, der ich das Glüch habe anzugehören, ihre Gesundheitslehren vielfach vom Professor Bock in Leipzig erhalten hat. Bock schwärmte für warme Luft und warmes Wasset und gab auf alle Abhärtungen nicht sonderlich viel. Bei dieser körperlichen Erziehung habe ich

Der Bericht mich auch, so weit meine Erinnerung reicht, recht

wohl befunden. Das ist nun anders geworden; meine Kinder sollen abgehärtet werden, weßhalb? Das ist mir und wohl auch meiner Frau noch nicht recht klar geworden. Da werden Vorlesungen

Scheffel an Getreide gegenüber 1878. Die Tabak. imwissenschaftlichen,Lette oderHandwer⸗ ernte im ganzen Lande wird 2 pCt. niedriger als] kerverein über Gesundheitspflege be sucht und dann Die Maisernte ergibt 200 Mill.

wird alles Gehörte brühwarm ach nein, eis kalt an den Kindern und mir versucht Diese

Aus Stadt und Land.

beiwohnten, einen guten Eindruck hinterlassen hat, neuer

einen außer gewöhnlichen Genuß bereitet hat.

r. Friedberg. Die mustk nische Abend Unterhal ung 1 9 desLiederkranzes welche am 16. d. M. im Trapp'schen machen, daß sie sich verhött haben müsse:das Saale stalifand, gab uns Gelegenheit, Fräulein Louises kann doch der Herr Professor nicht gesagt haben, Hartmann von Hanau, welche in dem letzten Kirchen⸗ und dann kommen wir gewöhnlich noch mit einer

Concerte des Musikoereins zum ersten Male in unserer 2 g 5 Siabt gesungen und gewiß dei Allen, die diesem Concerie leichten Erkältung davon. Was wollen diese kleinen

Vorlesungen sind aber noch nicht das Schlimmste; oft gelingt es mir, meinem Frauchen klar zu

Leiden aber gegen die Wirkung der populärwissen⸗

bunge zu höcen. Dem Vorstand des Liederkcanzes gebührt schaftlichen Aufsätze sagen, hier hat man's schwarz öffentliche Anerkennung dafür, daß er seinen Mitgliedern auf weiß vor sich:Frische Luft ist Lebensele⸗

Denn 15 6 als solcher verdient der Vorkrag des Frl. Hartmann, welche ment, sorgt für stetige Ventilation.Wenn meh⸗

in dem Recitativ und Gebet aus Ooysseus von Max rere Menschen bei geschlossenen Fenstern in einem

N Bruch, in den LiedernSehnsucht von Rubinstein,Jg wandre nicht von Schumann, ächt Künälerische's bol,

met kin Olenkeheu ie ausgea ubmen, e Inch die uch nich zun einm felt, die ils Nach acht gut J. in de Aperdebab keit üb Corridor ich als u upfehlen dim mich ssch zufäl bei mir lem Auf wird. Fall ab die an! retapitu, pulaͤrw. pflege au als das

Das

unn von