Ausgabe 
19.8.1879
 
Einzelbild herunterladen

eine große Gefahr. Mit einer Kasteler Miethchaise gegen 11 Ubr über die Brücke kommend, fuhren dieselben längs dem Rheinufer, um durch das untere Mühlthor in die Stadt zu gelangen. Kaum war der Wagen in genanntes Thor eingefabren und hatte eben die geöffnete äußere Bahnbarriere überschritten, als ein von unien kommender Güterzug beranbrauste, den Hintertheil des Wagens er faßte und die Chaise sammt Insassen mit großer Gewalt gegen das Geländer und die zur Hälste geöffnete jenseitige Barriere schleuderte. Drei der Damen sind ziemlich er⸗ beblich verletzt. wäbrend die zwei anderen und der Kutscher mit leichten Contusionen davongekommen sein sollen. Der Wagen isi total in Trümmer gegangen, dagegen blieben die vorgespannten Pferde gänzlich unverletzt. Wen Lie Schuld an diesem Vorfalle leifft, wird durch eine Unter suchung festgestellt werden können.

Allerlei. Coblenz, 14. August. Gestern Nachmittag gegen 5 Ubr erschoß sich vermittelst des Mausergewehrs seines Burschen in seiner Wohnung ein Premier ⸗Lieutenant des

6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68. Da die Kugel das Herz traf, so erfolgte der Tod augenblicklich.

Die Motive zu der That find noch unbekannt. Es ist Garnison im laufenden Jahre.

Wien, 14. Aug. Fr. Pr. schwebt Wieliczka in fortwährender Gesahr. mebreren Häusern erweitern sich die Mauersprünge zufolge der Erdseukungen. Manche Spalten der Erdoberfläche sind 6 Zoll breit. kebr ganz abgesperrt.

einbruch staltgefunden, angesebeu. Mehrere Bergleute sind schwer verwundet. Die Geldinstitute, welche auf Wielicz kaer Häuser Häuser-Anlehen gaben, haben ihre Vertreter hingesendet.

Paris, 16. Aug. Bei Flers(Ornedepartement) fand ein Eisenbahn⸗Zusammenstoß statt. Vier Personen blieben todt, 30 wurden verwundet.

Paris, 16. Aug. Der Ballon caplif im Tuilerien⸗ Hofe platzte heute Abend, während er sich im Zustande der Ruhe befand. nehmens wurde leicht verwundet.

Bukafest. In den rumänsschen Donaudistricten ist neuerdings die Rinderseuche ausgebrochen.

Ueber Schulgärcten. (Aus einem Vortrag, gehalten in einer Sektion der XXIII. allgemeinen deutschen Lehrer-Versammlung zu Braun schweig, von Carl Sell, Lehrer an der Hauptschule.) (Schluß.)

Die größten Verdienste um die Verbreitung des Schulgartens hat sich unstreitig Prof. Schwab erworben in Gemeinschaft mit dem vortrefflichen Zeichner der Gartenpläne

tische Erfolge gewöhnt, hat er die Schulgartensache mächtig gesördert; überdies hat er ihr nicht allein Namen, sondern auch inneren Ausbau verliehen. Zunächst wirkte er durch seine höchst ideenreiche Schrift:Der Schulgarten. halb neun Jahren bereits in vierter Auflage er schienen, die fünfte ist in Vorbereitung. Sie ist übersetzt in das Polnische, Böhmische, Kroatische, Italienische, vor Kurzem in New-JNork auch in das Englische. Am meisten verbreitet von den Uebersetzungen ist die böhmische, welche alle Mit- glieder der böhmischen Landwirthschafts-Gesell⸗ schaften besitzen; ferner die kroatische, welche die dortige Landesregierung an alle Schulen vertheilt und bei jeder Schule des Landes soll mit Beihülfe der Regierung ein Schulgarten errichtet werden. Bekanntlich zeschnen sich au dem Pädagogium in Wien die Kroaten durch Fleiß und Verstand aus. Noch mehr trug er zur Einrichtung von Schul gärten bei durch direkte Beihülfe mit Rath und gut gezeichneten Plänen. So fand die Schul- gartenidee durch gute Beispiele immer mehr Ver breitung. Die meisten Schulgärten sind in Schlesien; im Ganzen 220. Die vom kais. kgl. Acker ban⸗ Ministerium alljährlich bewilligten Subventionen zur Erhaltung und besseren Schulgärten haben sich, wie Professor Benda mittheilt, sehr ersprießlich erwiesen. Von den angeführten Schulgärten haben 150 ein ent sprechend eingerichtetes Versuchsfeld, 192 eine gut gepflegte Baumschule und in 60 Schulgärten findet sich ein Bienenstand vor. Auch in Mähren macht der Schulgarten Fortschritte und auf dem Seminar in Brünn werden unter Leitung des verdienstvollen Professors Schmerz die Zöglinge theoretisch und praktisch für die allseitige Ausnutzung desselben vorzüglich ausgebildet, ebenso wie in Troppau und den übrigen Lehrerbildungs-Anstalten des Kaiscrreiches. Wichtig ist, daß gegenwärtig die

Nach einem Telegramm derN. An

Die gefährdeten Straßen sind für den Ver- Als Enistehungsursache wird die Ablösung großer Salzmassen im Schachte, wo der Wasser⸗

Nur ein Angestellter des Ballon-Unter⸗

Max Machanek. Idealist durch und durch und doch auch an prak-

Dieselbe ist inner

Einrichtung der

meisten Lehrerseminarien mit Schulgärten ausge- stattet sind. Schon vor 2 Jahren besaßen von 39 staatlichen Lehrerbildungs-Anstalten bereits 23 eigene Gärten; jetzt haben die meisten dieser Seminarien Gärten, selbst in Wien wurde ein solcher eingerichtet. So kann es nicht lange dauern und in Oesterreich werden die Schulen allgemein mit Schulgärten ausgestattet sein, welche nach allen Richtungen ausgedacht und allen mög lichen Verhältnissen angepaßt sein werden. In unserer Zeit sind gesunde Gedanken bald ein Ge. meingut der europäischen Menschheit. Schon hat auch in Deutschland der Schulgarten, wie er in Oesterreich ausgeführt wird, großes Interesse er regt; sehr bedeutende Pädagogen, wie Prof. Dr. Ziller am pädagogischen Seminar in Leipzig, stimmen der Idee Schwab's zu und Machanek hat bereits einen Plan für den Tummelplatz der Uebungsschule in Austrag. So kann es nur eine

bei uns in Angriff genommen wird.

An diesen Vortrag schloß sich eine längere Diskussion, an welcher sich Seminar- Direktor Dr. Credner, Schul Direktor A. Kippen berg aus Bremen, Oberlehrer C. Diesel, H. Duncker, Th. Graack aus Hamburg u. A. betheiligten. Die hauptsächlichsten Ideen, welche durch den Schulgarten verwirklicht werden sollen, wurden nochmals mit lebhaftem Interesse und herz licher Zustimmung begründet und erläutert. Man hob jedoch hervor, daß Schulgärten in unseren Großstädten, selbst in den bescheidensten Grenzen wegen Mangel an Raum schwer ausführbar seien; hingegen sei der Schulgarten auf dem Lande fast überall am Platz. Im Interesse der Sache sei es geboten, daß man zunächst bei Landschulen Schulgärten anlege, sodanu zu Stadtschulen kleinerer und mittlerer Städte sortschreite und endlich, wo thunlich, mit denen der Großstädte schließe. Auf diese Weise werde der Schulgarten allseitig aus- gedacht und bürgere sich am sichersten ein.

Schließlich erklärte es die Versammlung als Pflicht eines jeden Einzelnen und namentlich der Presse, nach Kräften für die Verwirklichung der Schulgartenidee einzutreten.

Verloosung.

Obligationen der Stadt Gießen. Ziehung vom 1. August 1879. Heimzahlung am 31. Dec. 1879. pCt. Lit. A. Nr. 13 82 88 155. B. Nr. 61 91 95 132 74 215 32. C. Nr. 8 41 134 37 218 331. D. Nr 24. 4 pCt. Lit B Nr. 9 27. C. Nr. 16 22 54

Handel und Verkehr.

Frledberg, 16. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.20 1.30, Eier per St. 5 Pf., 2 St. 11 Pf. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Gießen, 16. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete Butter per Pfd. M. 1.18 1.30, Eier per Stück 5 Pf., Käse per Stück 47 Pf., Tauben das Paar 65 Pf., Hühner per Stück M. 1.20, junge Hahnen per Stück 75 Pf., alte Hahnen per Stück 1 M., Enten per Stück M. 1.50, Ochsenfleisch per Pfd. 70 Pf., Kuh- und Rind⸗ fleisch 50 60 Pf., Kalbfleisch 4048 Pf., Schweinefleisch per Pfd. 58 60 Pf., Hammelsleisch 5070 Pf., Kar⸗ toffeln per 100 Kilo M. 6. Zwiebeln per Cent. M. 8. Frankfurt, 16. Aug.(Marktbericht.) Der heutige Oer; und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner M. 2.10 2.80, Stroh M. 2. bis M. 2.20. Butter im Centner 1. Qual. 90 Pf., 2 Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1. 1.10 Eiter, das Hundert deutsche, M. 4.50, ita⸗ lienische M. 5 80, Blumenkohl das Stück 40 60 Pf., Wirsing das Stuck 8 12 Pf., Weißkraut das Stück 1230 Pf., Rothkraut 1520 Pf., Kohlrabi 68 Pf., gelbe Rüben das Bündel 46 Pf., Gurken, hundert Stück, 22.40 M., Bohnen ½ Kilo 1014 Pf., Erbsen 20 Pf., Zwiebeln das Bündel 4060 Pf., Huhn 1.102 M., Hahn 1.60 80 M., Enten M. 2 20 2.50, Gans M 4.50 bis 6 M, Krebse 25 Stück M. 1.30, Handkäse 40 50 Pf. das Pfund, ganze Erbsen 100 Kilo 1924 M., geschälte Erbsen 2429 M. Bohnen 1824 M., Linsen 2436 M., Kartoffeln 100 Kilo 66.50 M., Ochsenfleisch das Pfd. 60-70 Pf., Rindfleisch 50 Pf, Kuhfleisch 60 Pf., Kalb⸗ fleisch 4555 Pf., Hammelfleisch 5065 Pf., Schweine⸗ fleisch 5570 Pf.

Marburg, 16. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 85 100 Pf., Eier 8 9 Stück 40 Pf., Käse per Stück 8 10 Pf., Zwiebeln 67 Stück 10 Pf., Tauben das Paar 40 70 Pf., Hähnchen das Stück 6080 Pf., Hühner das Stück 80100 Pf., Salat 5 6 Köpfe 10 Pf., Kartoffeln 2 Liter 1516 Pf., desgleichen per Korb M. 1.60 1.80, Kohlrabi per 5 Pf., Weißkraut per Kopf 2025 Pf., Bohnen per

M. 1.502 Rettig per Stück 5 8 Pf.

Frage der Zeit sein, bis die Schulgartensache auch

dies der zweite Selbstmord eines Offiziers der hiesigen

St. Korb

Im Verlag von Carl Bindernagel in Friedberg er⸗

scheint soeben als Beitrag zu der am 18. August d.

stattfindenden Enthüllungsfeier des Hessischen endes 1a,

Krieger-Denkmals:

Die 2. Compagnie

in dem Feldzuge 1870/71 ꝛc. ꝛc., zugleich ein

von Wilhelm Noemheld, Major z. D. Auf Veranlassung des Herrn Verfassers wird von Seiten der Verlagshandlung innerhalb der Zeit vom

Hinterbliebenen N in der 2. Compagnie des 1. Großh. Hess. Infanterie⸗

auch an alle von der Kriegsstärke am 18. August 1870 noch lebenden vormaligen Soldaten dieser Compagnie auf Anfordern je 1 Exemplar dieses Buches unentgelt⸗ lich abgegeben. Gegen eine Empfangsbescheinigung der Betreffenden können diese Gratis-Exemplare abgeholt

bezogen werden von der Verlags-Buchhandlung. Die hess. Lokalblätter sind im Interesse aller Oben⸗ genannten gebeten, hiervon Notiz zu nehmen.

Literarisches.

Von der Illustrirten Weltgeschichte für das Volk, neu bearbeilet und bis zur Gegenwart sorigeführk von O. von Corvin, mitherausgegeben von L. F. Dieffenbach, liegen uns die Lieferungen 15 und 16 vor. Dieselben umfassen noch einen Theil des zweiten Zeitraums der griechischen Geschichte, soweit die Kultur⸗ geschichte in Betracht kommt; die makedonische Geschichte bis zu Alexander dem Großen; die Geschichte von Syrakus, die Anfänge der karthagischen Geschichte, sowie den Be⸗ ginn der Gründung der römischen Republik. Unter den Illustrationen treten namentlich die in Heft 15 enthaltenen überaus sinnreich componirten Kultur⸗Tableaus von C. Döpler als eine sehr zweckmäßige Zugabe zu dem Werk hervor. Nicht minder verdient die saubere und klare Herstellung der Karten Erwähnung. Lieferung 17 enthält den Schluß des ersten Bandes sammt Inhalis⸗ verzeichniß. Wir wiederholen unseren lebhaften Wunsch, daß dieses in großem Stil durchgeführte gemeinnützige Werk recht rasch ein Gemeingut des deulschen Volkes werde.

Daheim. Die soeben erschienene Nr. 46 enthäl!: Ein Duell unter Robespierre. Roman aus dem Nachlaß von Georg Hiltl.(Fortsetzung.] Bremens Bürgerpark. Eine Kunstreise vor 240 Jahren. Kulturbild don M. F. Kühne. Mit Origmalzeichnung von Grünewald: Das Duelt in der Schenke. Die Gauchos. Reise er⸗ innerung von Reinhold Werner. Mit Origlmalzeichnung von A. Göring: Gauchos in den Pampas. Am Fa⸗ milientische: Bücherschau LXX. Rechtsstreit um eine Pelzmütze. Rechtorath. Mit einer illustrirten Beilage: Eine Sommerfahrt nach Kiel.

Geld Cours. Frankfurt am 16 Aug. 1879. 20⸗Frankenstücke. M. 16 2225 Englische Sovereign s 20 3944 Russische Imperiales ee 18 f Ducatn 9 5863

Ducaten al mare Dollars in Gold.

Herr Johann Maria Farina

gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des

allein ächten Cölnischen Wassers

übertragen und empfehlen wir dasselbe

per Glas zu M. 1,50, ½ Dutzend 19 75 50, Dutzend 16, 75.

Die Expedition des Anzeigers.

Markt⸗ Verlegung.

Da der auf den Bartholomäus tag d. J. abzuhaltende Krämermarkt auf einen Sonntag fallen würde, so ist der⸗ selbe auf Montag den 25. und Dienstag den 26. August dieses Jahres verlegt worden. 0 Homburg v. d. H. den 15. August 1879. Bürgermeister Amt. A. Schleußner.

Bekanntmachung.

2723 Das unter der FirmaFink& Schäfer in Vilbel von Herrn Wilhelm Fink daselbst betriebene Geschäft ist aufgegeben; ebenso das in Vilbel von Heren Friedri Großholz unter der Firma seines Namens betriebene Geschäft und sind beide Fumen gelöscht worden. Vilbel am 14. August 1879. Großherzogliches Landgericht Vilbel.

Jäger, ückel, Geh. Justizrath. Landgerichts⸗Assessor.

2719

des 1. Großh. Hess. Infanterie⸗Regiments Nr. 115

Nachruf für ihre Todten aus diesem Feldzug 0 6

18. August bis zum 18. October d. J. sowohl an die 0 aller während des Feldzugs 1870/71

resp. nach Einsendung des Porto's à 10 Pfennige franeo J

Regiments Nr. 115 Gefallenen und Verstorbenen, als

1 abwesend 1

Iachelle des An Aans und Our 1 irgend we Ashersent, in un dem rsch. blättern an g. Acgünden, wil Abele auf den

Itrafftt und Iicter verfüz Fried ber

14519

ö Vergebe. Die zur E siderlichen A Maurerarbe Material- a. Jeldb b. rothe e. gelbe d. Schr e. Weiß Steinmeßz Zimmerar Dachdecket Spengler. Olasserart Schreine Tuncher sollen auf Pläne, in Buß bat 20. Auguft in Prozen franeirt lat kinzureichen

mmerqn

Maura beinhay ummerg