1879.
Dienstag den 19. August.
M 97.
8. Oberhessischer Anzeiger.
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Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal per Woche Donnerstags und
und zwar Dienstags, Samstags.
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5 Deutsches Reich.
N. *„ Darmstadt, 15. Aug. Die Kaiserin von been e lußland ist in Begleitung des Großfürsten Alexis
** hute Nachmittag im besten Wohlsein auf Schloß , Liligenberg bei Jugenheim eingetroffen. An der 3 beste lation Bickenbach waren Prinz Alexander von nnen 0 zussen und dessen Familie sowie die hiesige russische K. besandtschaft zum Empfange erschienen. Morgen 2 appes. ird der Großherzog der Kaiserin einen Besuch —̃ñ̃ů— comobilen Berlin. Wie die„Kreuz⸗Ztg.“ vernimmt,
re Contre- Admiral Batsch, welcher die ihm zuer⸗ unte Festungshaft von sechs Monaten in Magde— bie big abbüßt, begnadigt worden. Seine Ernenn-⸗ rig zum Director der Admiralität an Stelle des iteadmirals Henk wäre demnächst zu erwarten.
— 16. Aug. Goßler übernimmt übermorgen en Amt im Cultusministerium.— Sydow ist s zum 1. October beurlaubt.— Fürst Bismarck tet heute Kissingen verlassen.
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Ausland.
Wee den Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 15. Aug. die„Presse“ schreibt: Ruhebedürftigkeit ist die urzige Ursache des Rücktrittes Andrass's, nachdem ut Berliner Vertrag durch die russische Räumung ur Balkan Halbinsel in den Hauptpartien voll- igen ist. Weder die Frage des Einmarsches uch Novibazar, noch die seit den Reichsraths⸗ nhlen entwickelte Neugestaltung der Dinge in lesleithanien bewegen Andrassy zum Rücktritt. Lerselbe befand sich in voller Kenntniß der Schritte und Pläne Taaffe's bezüglich der Neubildung des Ebinets und äußerte sich zustimmend bezüglich da Programmes und der zur Ausführung des stpen berufenen Persönlichkeiten. Andrassy's De— „ ssion ist vom Kaiser angenommen worden. ö.— Die österreichisch-ungarische Zoll⸗Conferenz
endigte in den letzten Tagen ihre Verhandlungen iter die endgültige Feststellung der Gesetzentwürfe tiüüglich der Einverleibung Bosniens, Dalmatiens nd Istriens in das gemeinsame Zollgebiet. Der as wenigen Paragraphen bestehende Gesetzentwurf ler die Einverleibung Dalmatiens und Istriens nd der Gesetzentwurf von 29 Paragraphen über i Einverleibung Bosniens wurde ausgearbeitet. Der Letzterer enthält auch Bestimmungen bezüglich e indirecten Steuer in Bosnien. Die Verord— 11 ungen bezüglich der Einführung des Salzmonopols n i Tabakmonopols in Bosnien werden von einem * Sib⸗Comite ausgearbeitet.
9 Belgien. Brüssel. Wir meldeten irr⸗ huimlich, daß van Hamme dem Geschworenen— micht überwiesen sei; der Anklagesenat hat im it bigentheil sowohl für van Hamme als für den U unter Nicolai erklärt, es lägen keine genügenden
wifrechtlich zu rügenden und zu bestrafenden Ver⸗
. ien oder Verbrechen vor und sprachen sie von
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Berubeck.
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* +1 er weiteren Verfolgung frei. 2. 1 Großbritannien. London. Der 111 imes“ wird aus dem Hauptquartier in Port
dernford unterm 18. Juli gemeldet: Oha, 0 jüngerer Bruder des Zulukönigs, hat es über- ummen, Cetewayo gefangen zu nehmen. Seine Eneitmacht wird von zwei englischen Offizieren elleitet werden. Der Correspondent des„Daily begraph“ in Port Durnford meldet unterm (. Juli: Ich habe soeben erfahren, daß Cete cho Abgesandte an John Dun geschickt hat mit
der Anfrage, welches die ihm aufzuerlegenden Bedingungen seien, falls er sich jetzt unterwerfe.
— 15. Aug. Das Parlament wurde heute vertagt. Die Botschaft der Königin erwähnt der herzlichen Beziehungen Englands zu den fremden Mächten und betont den Einfluß, welchen die Köuigin anwendete, um die von England über— nommenen Vertragsverpflichtungen zur Erfüllung zu bringen, den allgemeinen Frieden aufrechtzuer⸗ balten und zu befestigen. Die Vereinbarungen des Berliner Vertrags seien treulich ausgeführt worden und die Feststellung der neuen Grenzen nahezu vollendet. Die durch den letzten Krieg herbeigeführten Bedrängnisse hätten die türkische Regierung bisher gehindert, Reformen einzuführen, deren Nothwendigkeit dieselbe anerkannt habe. Die britische Regierung werde fortfahren, der Türkei die Wichtigkeit an's Herz zu legen, daß sie die eingegangenen Verpflichtungen in vollem Umfange erfülle. Die Botschaft hebt endlich das Einverständniß zwischen England und Frankreich
bei der Einsetzung der neuen Regierung in Aegppten hervor. Spanien. Madrid, 15. August. Der
Ministerrath berieth gestern die Vermählungs⸗An- gelegenheit des Königs. Man glaubt, Manuel Silvela werde demnächst nach Wien gehen und für den König um die Hand der Erzherzogin Marie Christine anhalten. Die Hochzeit des Königs wird sodann auf den 28. Nov. festgesetzt.
Italien. Rom, 15. Aug. Die„Agencia Stefani“ erklärt eine Nachricht der„République frangaise“, daß die albanesische Liga durch italienische Freiwillige, namentlich Artilleristen, verstärkt worden fei, auf Grund zuverlässiger Insormationen für unbegründet. In Rom sei Nichts von der Existenz italienischer Freiwilliger in Albanien bekannt. Es sei sicher, daß kein Freiwilliger mit Waffen und Gepäck Italien verlassen habe, um nach Albanien zu gehen.
— Wiederum wurden mehrere Deutsche aus Italien ausgewiesen.„Fanfulla“ sagt, es seien Socialisten und versichert, die deutsche Botschaft habe die Maßregel gebilligt.
Türkei. Constantinopel, 15. August. Von unterrichteter Seite wird gegenüber den Nachrichten von sporadischen Cholerafällen in Con- stantinopel mitgetheilt, daß kein Krankheitsfall beobachtet sei welcher verdächtige Symptome zeigte. Der allgemeine Gesundheitszustand in Constan⸗ tinopel ist durchaus befriedigender.— Ali Saib und Savas sind zu Commissarien in der griechischen Grenzfrage ernannt. Sapfet Pascha wird wahr⸗ scheinlich der Commission präsidiren.— Die Be-; ziehungen des Sultans zu Khereddin Pascha nehmen wieder einen so vertraulichen Charakter an, daß der Wiedereintritt Khereddin Paschas in die Re- gierung nur als eine Frage der Zeit anzusehen ist.
Serbien. Belgrad. Das Amtsblatt ver- öffentlicht die provisorische Handels Convention zwischen Serbien und der Schweiz wonach die Schweiz ebenso wie England, Italien und Ruß- sand das Recht der meistbegünstigten Nation erhält.
Amerika. New Nork. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat Chili und Peru ihre
Vermittlung zur Beendigung des Krieges ange— boten. Wie verlautet, dürfte dieses Anerbieten
eine Waffenruhe zur Folge haben.
Aus Stadt und Land.
M. Friedberg. Die Allgemeine Arbeiter-Kranken⸗ Unterstützungs⸗Kasse zählte im 1. Quartal d. J. 276 Mit⸗ glieder, unter welchen bezw. unter deren Familienglieder 177 Erkrankungen eingetreten waren. 1005 ärztliche Besuche wurden gemacht und 87 Verordnungen in den Wohnungen der Aerzte ertbeilt. Im 2. Quartale zählie die Kasse 291 Miiglieder. 212 Erkrankungen waren bei denselben und deren Familienglieder vorgekommen. 881 Besuche mußten von den Aerzten gemacht und 80 Beroronungen in deren Wohnungen ertheift werden. An die Aerzte wurden in dem etstien Semester 1000 M. und an die Apotbeke 742 M. bezahlt. An Kranken- und Sterbegeld wurden 272 M. ausgegeben. Sehr erfreut wurden die Mitglieder der Kasse durch die unerwartete Einnahme, welche ihr durch den Ertrag eines von dem hiesigen Musfikverein veran- stalteien Kirchenconceris zugewandt wurde. Wenn ihr auch schon die Einnahme von eiwa über 100 M. bei der starken Ausgabe, die sie zu leisten hat, sehr willkommen war, so erfreute ihre Mitglieder doch noch mehr der Beweis von freundlicher Theilnahme, welcher auf diese Weise ihren Bestrebungen entgegengebracht wurde. Möchten die Mii⸗ glieder des Musikvereins und alle Anderen, wie besonders das Sängerchor des hicsigen Lehrerseminars und die Künstlerin aus Frankfurt o. M., die demselben ihre Muüwirkung schenkten, in dem frohen Bewußtsein einen reichen Gewinn finden, daß sie den bedrängten Kranken durch ihre tüchuigen Leistungen einen Beweis liebevoller Theilnabme gegeben haben. Indem wir hierdurch öffent— lich unseren Dank auszusprechen uns erlauben, möchten wir noch die Bemerkung hinzufügen, daß sicherlich die Wiederholung solcher Concerte zur Erweckung und Beleb- ung des keligiösen Sinnes unzeter Gemeinde Vieles bei. tagen werde.
Friedberg. Katastergeometer Völsing, welcher zu⸗ letzt auf der landwirihschaftlichen Akademie in Poppels- dorf seine Studien gemacht hat, ist für unseren Kreis als Cultur Ingenicur angestellt worden und wird demselben namentlich die Leitung der Drainage und Zusammleg— ungsarbeiten übertragen werden.
f. Butzbach. Mehr als 15 Jahre sind es, daß Dampfdreschmaschinen in Deutschland Verwendung finden und sind dieselben jetzt so allgemein, daß sast auf jedem Dorfe eine solche ist. Dagegen brachte uns der Fortschritt dieses Jahr eine Neuheit, bestebend in einer englischen Straßen- locomotive, welche ebenfalls zum Betrieb einer Dresch⸗ maschine benutzt wird, aber auch gleichzeitig die Dresch⸗ maschine mit sich führt und zwar ohne Pferdebespannung, wodurch es den Oeconomen sehr bequem gemacht ist. Zur Abtzolung der Dampfdreschmaschine bedarf es keiner Pferde mehr, sodern die Locomonve mit der Dreschmaschine fährt, durch Dampf gelrieben, auf ihren eignen Rädern laufend, den Oeconomen vor die Thüre. Die Maschine wurde aus der größten Fabrik Englands durch die Firma Ph. May⸗ farth& Co. in Frankfurt ea. M. dem Occonomen J. Görtmann in Ostheim geliefert.
Gießen, 15. Aug. In der gestrigen Schwurgerichts— verhandlung wurde H. Paulus II. von Deckenbach von dem angeschuldigten Meineid freigesprochen.— 16. Aug. In der gestrigen Verhandlung wurde K. Volp von Lich, seit einer langen Reihe von Jahren als Rechner verschiedener Gemeinde, Kirchen⸗ und anderer Kassen thätig, wegen Verbrechen im Amte in eine Zuchthausstrase von 2 Jahr und 3 Monat verurthellt. In der Nachmittagssitzung erbielt P. Adami von Nieder⸗Mötlen wegen schweren Diebstahl eine Zucht- hausstrafe von 1 Jahr und 6 Monat. Bei den laufenden Schwurgerichtssitzungen wird noch die weitere, nachträglich verwiesene Sache gegen J. G. Stein IV. von Breunges- hain wegen Versuchs des Todischlags und Widerstandes gegen die Staatsgewalt Montag den 18. August, Vor⸗ mittags, zur Verhandlung kommen, wogegen die auf diesen Tag früher flrirt gewesene Sache gegen Katb. Gemmer von Herchenhain wegen Versuchs des Mordes auf Dienstag den 19. l. M. verlegt worden ist, an welch letzterem Tage die Sitzungen beendigt sein werden.
Gießen, 15. Aug. Gestern Nachmittag wurde in der Lahn in der Nähe der Lahnhütte eine weibliche Leiche geländet. Der Kopf, welcher außerhalb des Wassers sich befand, war schon ganz verwest und nicht mebr zu er⸗ kennen. Dem Vermuthen nach ist es die Leiche einer geistesgestörten Frauensperson aus Heuchelbeim, welch Letztere schon seit 3 Wochen von ihren Angehörigen ver— mißt wurde.
Mainz, 15. August. Fünf Offiziers Frauen, die gestein Nachminag von hier einen Ausflug nach Wies— baden unternommen hatten, drohte bei ihrer Rückfahrt
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