— Gerüchte, daß directe Verhandlungen zwischen Dr. Falk und dem Vatican stattfänden, sind unrichtig. Ebenso sind die Gerüchte über eine Spannung zwischen Bismarck und Maybach leere Erfindung.
— 15. Febr. Der Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten verhandelte heute über die Be- rufung des Predigers Dr. Kalthoff gegen seine Amtsentsetzung. Die Berufung wurde verworfen, weil Kalthoff erklärte, die Lehrordnung der evange⸗ lischen Kirche nicht anerkennen zu wollen.
Braunschweig, 15. Febr. Der Landtag nahm das Regentschaftsgesetz ohne Debatte ein; stimmig an.
Stuttgart, 14. Febr. Dem Vernehmen nach hat sich die königliche Centralstelle für Land- wirtbschaft gestern nach lebhaftester Debatte mit Mehrheit für Einführung von Kornzöllen aus- gesprochen.
— 14. Febr. Die zweite Kammer bat den Vertrag über den Verkauf der Eisenbahnstrecke Bruchsal⸗Bretten an Baden einstimmig angenommen.
Karlsruhe, 14. Febr. Zweite Kammer. Staatsminister Turban beantwortete die Inter pellation über die Vorlage wegen der Strafge- walt des Reichstages folgendermaßen: Die Regelung der Sache sei nothwendig. Ursprünglich sei die Ansicht dahin gegangen, den Gegenstand der Initiative des Reichstages zu überlassen. Man habe jedoch diesen principiellen Einwand fallen gelassen, nachdem unannehmbare Punkte aus dem Gesetzentwuff entfernt worden seien.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 15. Febr. Morgen wird officiell folgende Ministerliste publicirt werden: v. Stremayr, Ministerpräsident, Graf Taaffe, Minister des Innern. Die übrigen Minister bleiben im Amte, ausgenommen Fürst Auersperg und Minister Unger.
— 15. Febr. Die„Wiener Zeitung“ Sonntag veröffentlicht schmeichelhafte Handschreiben des Kaisers an den Minister- Präsidenten Fürst Auersperg und den Minister Unger, welche diese auf wiederholtes Ansuchen ibrer Posten enthebt, ersteren zum Präsidenten des Obersten Rechnungs⸗ hofes ernennt, und letzerem das Großkreuz des Leopoldordens verleiht.
Pest, 15. Febr. Anlehens⸗Gesetzentwurf angenommen, nachdem der Finanzminister die Gründe dargelegt hatte, weß⸗ halb er für die drei Arten der Beschaffung freie Hand verlange.
Frankreich. Paris. Das„Journal des Debats“ dringt auf Wiederanknüpfung der Unter- handlungen mit England, Deutschland und der Schweiz wegen Abschlusses von neuen Handels- Verträgen.
— In Deputirtenkreisen verlautet, die Kammer werde die Amnestievorlage der Regierung mit erheblicher Majorität annehmen: nur ein Theil der Bonapartisten würde mit den Intransigenten für volle Amnestie stimmen.
Versailles, 14. Febr. Deputirtenkammer. Talandier(äußerste Linke) beantragt, daß die Marseillaise als Nationalgesang anerkannt werde gemäß dem Dectet von 1795. Kriegsminister Gresley erklärt seine Bereitwilligkeit, dieses Decret zur Anwendung zu bringen. Talandier zieht darauf seinen Antrag zurück.
Großbritannien. London, 13. Febr. Im Ober- und Unterhause wurden von Beacons- field, resp. Northeote identische Erklärungen abge; geben: Die Regierung bedauere die Niederlage der britischen Truppen am Cap, und sei entschlossen, die Scharte wieder auszuwetzen. Die Ausführung des Berliner Vertrages würde in befriedigender Weise fortgesetzt; die Russen hätten bereits mit der Räumung des besetzten Gebiets begonnen, und würde dieselbe voraussichtlich zur vertrags⸗ mäßigen Zeit beendigt werden. Die Regierung habe Staats domänen in Cypern angekauft und zahle dafür jährlich 5000 Lstr. Der Zweck der
veröffentlichen Papstes vom 15. Februar, betreffend ordnung einer allgemeinen Jubelseier.
bestimmt die Jubelfeier gemäß dem alten Gebrauche seiner Vorgänger am Jahrestage der Papstwahl, namentlich im Hinblick auf die beklagenswerthen
Rom. Die katholischen Blätter ein apostolisches Schreiben des die An- Der Papst
Italien.
Verbältnisse dieser Zeitepoche und der Kirche. Die Jubelfeier dauert vom 2. März bis 1. Juni.
Türkei. Constantinopel. Reuf Pascha und Selami Pascha sind nach Rumelien abgereist, um die nothwendigen Verfügungen wegen der Reinstallirung der türkischen Administration nach Abzug der Russen zu treffen.— Midhat Pascha soll von dem Sultan ein Irade erhalten haben, welches ihn für fünf Jahre als Gouverneur von Sytien bestätigt.
— General Totleben eröffnete Reuf Pascha in Adrianopel, daß die Räumung am 9. März vollständig beendigt sein werde.— Der Fütst von Montenegro richtete ein Telegramm an den Sultan, worin die Hoffnung auf künftige unge- trübte Beziehungen ausgedrückt wird.
Rumänien. Bukarest, 13. Febr. Man
versichert, daß bedeutende russische Truppenkörper im Anmarsche gegen die von Rumänien in der Richtung von Silistria besetzten Punkte seien. wegen der Verkehrsschwierigkeiten sichere sormationen seblen, ist es nicht unmöglich, daß diese Truppenbewegungen mit der russischen Räum;
ungsbewegung in Zusammenhang steben.
— Die Differenzen zwischen Rußland und Rumänien wegen der von Rumänien gegen die Ausbreitung der Pest getroffenen Maßnahmen sind beseitigt. der Dobrudscha in das Gebiet, dessen Betretung den von Rußland oder Bulgarien kommenden Der Sanitäts-Cordon
wird längs der Donau und des Pruth aufgestellt, in den Schachten und Lädern zu untersuchen bat.
15. Februar. und welche batte kein Ergebniß. Auf die
Pascha's indessen, der erklärte, daß er neue In-
Das Oberhaus hat den structionen von der Pforte erwarte, verschoben die
griechischen Commissarien ihre Abreise. Rußland. Petersburg.
Melikoff telegraphirt an den aus Zaritzin vom 12. d. von Astrachan meldet heute: In dem
übrigen Punkten weder Todte noch Erkrankte.
giebige Cordons, rationelle
aller Details vor. ein höchst befriedigender.
— 15 Febr.
Amerika.
von 27 Millionen sich herausstellen werde. Bonds zu bewirken.— Nach einer Depesche Kingston vom 13. Febr. sind die Unruhen
Sanet Vincent fanden Ruhestörungen statt. New⸗Nork.
und rückten den 9. d. in Caracas ein.
Expedition nach Afghanistan sei erreicht, indem jetzt der Schutz der Nordwestgrenzen Indiens und die Wahrung der Unabhängigkeit Afghanistans ermöglicht seien.
Graf Loris Minister des Innern M.: Der Gouverneur innerhalb des Quarantaine-⸗Kreises gelegenen Dorfe Kamenn- yiar sind zwei Todesfälle vorgekommen, an den
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Da Srolchen angefallen, zu Boden geworfen und ihr 300 N. In- baar Geld, das sie dei sich trug, abgenommen.
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Rumänien gestattet die Nichteinbeziehung i zu. Die Sladtvertretung von T plitz war zusammen⸗
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— Der vom deutschen Boischafter entsendete Dr. Lerveß fand in Sarcepta vollkommen aus Quarantäne-⸗Ein- richtungen, sowie eine sehr strenge Handhabung Der Gesammteindruck war Die Gerüchte über ver— dächtige Krankheitsfälle in Borrissoglebsk, Kaluga und Krementschug sind vollständig unbegründet. Der türkisch⸗russische definitive Friedensvertrag ist vom Sultan ratificirt worden. Anläßlich des Friedens abschlusses wird demnächst das Erscheinen eines kaiserlichen Manifestes erwartet. Washington, 13. Februar. Der Schatzsterttät Sherman zeigte dem Repräsen⸗ tantenhause in einem Schreiben an, daß in dem bevorstehenden Finanzjahre wahrscheinlich ein Deficit 58— 60 Pf., Der- 60—65 Pf
selbe sucht nach, die Deckung dieses Deficits durch
die Genehmigung zur Aus gabe von Aprocentigen unseren Hausfrauen bezüglich der Preise sebr zu Statten aus kam. Weißkraut kostete das Stück 10— 12 Pf., auf kraut 20—25 Pf., Kohlkraut 12—15 Pf., Blumenkohl,
Haith alarmirend, auch unter den Negern von 2. Qualität 80 Pi,
Die Regierungstruppen von fuische deutsche M. 5.80, italtenische M. 7. Handkäst Venezuela bestegten am 4. d. die Ausständischen
Aus Stadt und Land.
Alsfeld, 14. Febr. Den„O. N.“ schreibt man von fleisch per Pfd. 70—75 Pf., Kuhn, hier: In der Wallach'schen Brennerei dabier sprang gestern fleisch 54—60 Pf., Kalbfleisch 60—70 Pf, Morgen die Destillirblase, und der herausflißende in Brand 54—68 Pf., Schweinefleisch 70- 75 Pf.
getathene Sprit übersttömte einen erst zwanzigjährigen floißigen, braven Arbeiler, den einzigen Sohn und Er⸗ nährer einer Witlwe, und verbrannte ihn dermaßen, daß derselbe an den Folgen seiner Brandwunden heute Morgen gestorben ist. In der ersten Bestürzung versuchten bie Ar- beiter, das Feuer, natürlich vergeblich, mil Wasser zu löschen, ergriffen stalt dessen jedoch, auf die Aufforderung“ eines Wirthes bin, das wirksamere Mittel, das Feuer durch Mist zu ersticken. Noch schneller wirkte aber ein den Gebrüdern Wallach geböriger Extinkteur, der sich aufs Beste bei dieser Gelegenheit bewährt hat. Da die Bren⸗ nerei mitten im belebiesten Theile der Stadt unweit von Scheuern und Oeconomicgebäuden liegt, so hat der Exünk⸗ zeut großem Unalück vorgebeugt. f Butzbach, 17. Febr. Vorgestern erschoß sich in Cassel der biesige Bahnmeister K. in einem Ansalle von Geistes⸗
störung. Der Unglückliche war erst ein Vierteljahr verhei⸗ Nach ralbet. Er wurde heute in Niederrad beerdigt. J Nüh! Nauheim. Man erzählt hier, daß vor einigen r formt
Tagen ein hiesiger Herr Abends zwischen 8 und 9 Uhr im Vilbeler Stadiwalde von einem Strolche angehallen“ worden sei. Der Ueberfallene habe sich mit zerrissener Kleidern von dem Strolche losgemacht. N
Ober⸗Ingelbeim, 12. Febr. Unter den Kindern der untersten Schulklasse dahier herrschen die Masern in so hohem Grade, daß 70 Kinder in derselben fehlen. Der, Schulvorstand bat den Unterricht in dieser Klasse guf 8 Tage ausgesetzt. 1
Allerlei.
Schw. ⸗Gmünd, 12. Febr. Gestern Abend wurde eine junge Taglöhnersscau von Großdeindach auf dem Heimweg zwischen Muchlangen und Wezgau von zwei
Mit Schmutz überzogen und zitternd vor Angst und Schrecken kam sie zum Anwalt nach Wezgau und machte Anzeige. Möchten doch die sofort eingeleiteten Nachforschungen zur Entdeckung der Bösewichte führen. 5
Teplitz, 14. Febr. Das Grubenunglück scheint von schlimmen Folgen für die Teplitzer Bäder zu sein. Seit gestern Früb blieb das Wasser des städtischen Bades aus, dagegen nahm das Grubenwasser, das sehr wär mehaltig
gelreten und batte telegraphisch in Wien um die Absendung einer Commission der geologischen Reichsanstalt gebeten Es ist eine Permanenzcommission gebildet worden, welche ohne Unterbrechung den Wasserstand und die Wärme Die Bestürzung der Bevölkerung ist über alle Beschreibung groß. Der Thealer⸗Maskenball und der Gewerbe- Ausstellungs bell sind abgesagt worden. Nachmittags wurden gegen 80,00
ittw. Wassertemperasur ist von 39½ auf 34/10 Grad gesunke bherden Im Nelsonschachte ist seit Millag das Wasser 3 Meir.* über dem Niveau geblieben, im Döllingerschacht ist es selt den. Mittag über 2 Meier gestiegen. Neuerdings stebt 4 Fr der Unionsschacht unter Wasser und der Rallingerschacht.
mußte ebenfalls geräumt werden. Die Geologen Wolfs (Wien) und Laube(Prag) constauren den Zusammenhang des Ausbleibens der Teplitzer Urquelle mit der Katastrophe ö in den Kohlengruben. Die versiegten Quellen waren bis Mittag noch nicht wieder zum Vorschein gekommen 1 Nachmittags stellten sich die ausgebliebenen Dämpfe wies der ein und ebenso stieg die Temperatur auf 36 Grade. Im Sieinbad, Schlangenbab und Neubad sind die Quellen mtacl. Sobald das aussirömende Wasser in den Schüch, ten eine gewisse Höbe erreicht, muß, so denkt man, der weitere Abfluß aufhöcen und sich dann das frühere Druc„ verhäliniß wenigstens annäbernd wiederherstellen. Damil wird das Niveau unseres Quellenspiegels wieder emporsteigen, und kann vielleicht unser Thermalwasser wieder die alte Höbe erreichen. Dann muß dasselbe entweder selber auefließen od f es muß nöthigensalls durch Vertiefen der Quelle und Heber des Wassers wieder in früberer Weise nutzbar gemacht werden
Handel und Verkehr. ö Friedberg, 15. Febr. Wochenmarkt. Butter kostell“ per Pfd. 80 90 Pf., Eier per Stück 6 Pf. 2 Sl. 11 U. Gießen, 15. Febr. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 75—80 Pf. Eier per Stück 6—7 Pf., Käse per Stüdd“ 5-10 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner per Stüc M. 1.50, Hahnen per Stück M. 2., Enten per Stück M. 2.40, Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.50—6., Zwiebeln per Ctr. M. 8—9., Ochsenfleisch 70— 72 Pf per Pfd., Kuh und Rindfleisch 58— 60 Pf. Schweinefleisch Kalbfleisch 50— 60 Pf., Hammelfleisch
ö Frankfurt, 15. Febr.( Marktbericht.) Der heu⸗ lige Markt hatte an Cerealien die Hülle und Fülle, was
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Roth“
30 40 Pf. Butter 1. Qualität im Großen 90 Nl, im Detail 1. Qualität M. 1.— 1.10 2. Qualität 90—95 Pf. Eler das Hundert alte M. 5%
das Pfd. 50 Pf. Geflügel: Hahnen M. 1.50—. 2.20 Tauben 7080 Pf. Reh das Pfd. 80—85 Pf. Gange Erbsen M. 19.—23., do. geschälte M. 22— 25. Linsen M. 17.—23., Bohnen M 24.— 26. per 100 Kilo. Kar toffeln M. 6.50 per 100 Kilo. Fleischpreise: Ochsen] Rind⸗ und Farien Hammelflelse


