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1879. Samstag den 18. Januar.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und
Freitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal per Woche
und zwar Dienstags, Donnerstags und
Samstags.
Ole einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenemmen.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Regulirung der Einkommensteuer.
Friedberg am 15. Januar 1879.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Nach F. 3 der Verordnung vom 3. Juli 1869, die Einfübrung einer allgemeinen Einkommensteucr betreffend, sind die Großherzoglichen Bürgermeistercien verpflichtet, alle im Laufe des Jahres stattfindenden Ab- und Zugänge einkommensteuerpflichtiger Personen in ein Veczeichgiß einzu- tragen und dieses am Schlusse des Jahres dem Großberzoglichen Steuercommissariat zuzustellen, auch Auszüge aus diesem Verzeichniß bezüglich der Einträge, welche durch Zugang aus dem Auslande die Steuerpflichtigkeit im Laufe des Jahres begründen, am Schlusse eines jeden Mouats, in dem
ein solcher Zugang stattfindet, einzusenden. Erstere gewöhnlich nur dann geschieht, wenn ganz speciell daran erinnert wird. theilige Auslassungen und Unrichtigkeiten, denen vorgebeugt werden muß.
Das Letztere unterbleibt nun in der Regel bei fast allen Großherzoglichen Bürgermeistereien, während das In Folge hiervon ergeben sich auch für einzelne Gemeinden nach— Wir geben Ihnen deßbalb wiederholt auf, die vorgeschriebenen Verzeichnisse
über den Ab und Zugang einkommensteuerpflichtiger Personen nicht allein sorgfältig aufzustellen, sondern auch Auszüge daraus am Schlusse des
Jahres und sonst, so oft es nöthig ist, an die Großherzoglichen Steuercommissariate einzusenden. J. V. d. K.: Küchler, Kreis- Assessor.
Betreffend: Die Führung der Register über die Zuzüge und Wegzüge.
Friedberg am 16. Januar 1879.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wit crinnern diejenigen von Ihnen, welche noch damit rückständig sind, an Erledigung unserer Verfügung vom 3. dieses Monats—
Oberhessischer Anzeiger Nr. 3— mit Frist von 3 Tagen.
Belteffend: Trichinen in aus Amerika importirtem Schweinefleisch.
Dr. Braden.
Friedberg am 16. Januar 1879.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Nachdem an verschiedenen Orten und in neuester Zeit auch im Groß herzogthum in aus Amerika importirtem Schinken und eingepöckeltem Schweinefleisch Trichinen constatirt worden sind, beauftragen wit Sie, auf Weisung Großherzoglichen Ministeriums des Innern die Aufmerksamkeit des Publikums auf die mit dem Genuß solcher Fleischwaaren verbundenen Gefahren hinzulenken und die Berkäufet derselben auf den§. 367 Ni. 7 des
Strafgesetzbuchs binzuweisen. Ihren Gemeinden mit den vorerwähnten Fleischwagren Handel getrieben wird.
Zugleich empfehlen wir Ihnen umgehende berichtliche Anzeige unter Benennung der betreffenden Verkäufer, falls in
Dr. Braden.
Deutsches Reich ordneten- Versammlung von Berlin ein Schreiben Darmstad t. Das Regierungsblatt, Nr. 1(des Kronprinzen übermittelt, welches auf die am von 1879 enthält: 11. Juni d. J. stattfindende goldene Hochzeit des
I. Bekanntmachung, die Apolhekergehülsen⸗Prüfung Kaiserpaares Bezug nimmt und abermals den belreffend. Wunsch äußert, daß aus Anlaß dieses Festes 4 II. Bekanntmachung, die Aufbebung des Rentamts ch bert, 12 4 c e
HODomberg und die Organisatton der Rentämter Alsseld und Gicßen betreffend.
dem Kaiser persönlich Geschenke nicht dargebracht
werden mochten.
Darmstadt. Der Landrichter Langsdorf in Ausland.
Langen wurde zum Stad trichter in Gießen ernannt. Oesterreich-Ungarn. Wien. Eine — Der zweiten Kammer ist eine Vorlage in Deputation des Vereins für kaufmännische In
Betreff des Verkaufs des hessischen Antheils der teressen klagte dem Handelsminister Chlumecky die
Mainweser-Eisenbahn an Preußen zugegangen. Der Nachtheile, welche der österreichischen Industrie
Verkaufspreis ist auf 17,250,000 Mk. festgesetzt. durch den französischen„Allgemeinen Tarif“ zu—
Ministerium unter
Berlin, 14. Jan. Heute fand im Finanz- gefügt würden. Der Handelsminister erwiederte, dem Vorsitz des General- er lege das größte Gewicht auf den Abschluß von Directors Hasselbach die Eröffnung der Spiritus- Verträgen mit Deutschland und Italien und hoffe,
En quete-Commisston statt, daß sich bald ein Provisorium mit Frankreich auf
b— 14. Jan. Der neue österreichische Bot- der Grundlage der Meistbegünstigung werde schafter Graf Szechenpi ist hier eingetroffen. schaffen lassen. N— Die„N. A. Z.“ bezeichnet die Meldung,— 15. Januar. Abgeordnetenhaus. Der
daß die Einberufung des Reichstages jetzt defintiv Handelsvertrag mit Italien wird dem Ausschusse für den 20. Februar beschlossen sei, als erfunden zur dringlichen Berathung überwiesen. Neuwirth und bemerkt, zur Zeit liege noch gar kein Ent- und Ruß interpelliren betreffs des Zollverbaͤltnisses schluß über den Einberufungstermin vor. Ebenso zu Frankkeich. sei auch die Mittheilung, daß im Finanzministerium Berliner Vertrages übergegangen; vorgemerkt sind
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bereits der Entwurf zu dem Quotistrungsgesetze 28 Redner gegen und 12 für denselben. ausgearbeitet werde, unbegründet. Frankreich. Paris. Das„Journah officiel“ — 15. Jan. Abgeordnetenhaus. Bei Fort- setzung der Elatsberathung werden die Ausgaben Lacour zum Gesandten Frankreichs in Bern. für die Staatsarchive den Anträgen der Budget— 14. Januar. Die Kammer welche heute
Commission gemäß unverändert bewilligt. f wird die Debatte über den Etat des Cultus- Präfldenten. ministerlums sortgesetzt. Vom Abgeordneten Hetre- den 290 Stimmen. Die Rechte enthtelt sich der mann ist der folgende Antrag eingegangen: Das Abstimmung. Zu Vice Prästdenten wurden ge Abgeordnetenhaus wolle beschließen, die Staats- wählt: Bethmont, Brisson und Jules Ferry von regierung aufzufordern, daß sle die Bevollmächtigten der Linken, Civrac von der Rechten. Das amt Preußens zum Bundesrathe dahin instrulre, dem liche Journal wird alsbald die an 2000 Ver- dem Bundesrathe vorgelegten Gesetzentwurse vom uctheilte der Commune gewährten Begnadigungen 31. Daember 1878, betreffend die Strafgewalt veröffentlichen. des Reichstags, die Zustimmung nicht zu ertheilen.— 15. Jan. Der Senat wählte den Can— e— Minister Eulenburg hat der Stadiver⸗[didaten der vereinigten Linken Martel mit 153
veröffentlicht die Ernennung des Senators Challemel-
Hierauf wiederzusammentrat, wählte wiederum Grévy zum Derselbe erhielt von 299 Abstimmen⸗
Sodann wird zur Berathung des
Stimmen gegen den Herzog v. Audiffret-Pasquier, welcher 81 Stimmen erhielt, zum Präsidenten. Jules Simon hatte seine Candidatur zurückge- zogen. Zu Vice Präsidenten wurden gewählt Rampon, Leroper, Pelletan von der Linken.
Großbritannien. London. Das Ver- langen der Pforte an die britische Regietung um Garantirung einer neuen türkischen Anleihe ist bisher von Lord Salisburp noch nicht beanwortet worden. Die Antwort wird nach dem Wieder- zusammentritt des Parlaments erwartet.
— 14. Jan. Officiefl. Die Turis Stämme boten den Engländern Unterstützung von 2000 bis 3000 Mann an. Der„Advertiser“ meldet aus Quettab: General Primrose wurde beordert, mit einer Division nach Ghezut vorzurücken.
Italien. Rom, 14. Jen. Deputirten⸗ Kammer. Mehrere Regierungsvotlagen, darunter der Handelsvertrag mit Oesterreich, wurden ein— gebracht, und sodann das Budget des Arbeits- Ministeriums beralhen.— 15. Januar. Der Ministerpräsident legte der Kammer ein vorläufiges Uebereinkommen betr. die Regelung der itallenisch— französischen Handelsbeziehungen dor.
16. Jan. Dem Berliner„Tageblatt“ wird von hier gemeldet: Der„Osservatote romane“ erklärt kategorisch auf seiner ersten Seite, daß seine vatikanischen Mittheilungen nicht auf die Redaction, sondern auf den Vatikan selbst zurück- zufübren sind, daher einen bestimmten Auftrag zur Veröffentlichung voraussetzen. Diese Erklär— ung wurde hervorgerufen durch ein von der „Gazetta d' Italia“ veröffentlichtes anonpmes Schreiben eines angeblichen hoben vatikanischen Prälaten, welches den„Osservatore“ als jedes ofsiclösen und officiellen Charakters entkleidet bin- stellt. Die heutige Erklärung des„Osservatote“ ist das Resultat einer langen Conferenz zwischen dem Vatican und dem Chef⸗Redacteur des Blattes, Marquis- Baviera. Die Erklärung schließt mit den Worten: Niemandes zur
Der Papst bedarf


