Ausgabe 
17.7.1879
 
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und der Vertrieb der Loose im Großherzogthum Friedberg am 15. Juli 1879.

Bekanntmachung.

genehmigt worden.

B e kannt machung.

Großherzogliches Kreis amt Friedberg. Dr. Braden.

Durch Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 7. Juli d. J. ist der Allgemeinen Spiegelglas ⸗Versicherun gg Gesellschaft in Mannheim die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hessen auf Grund der vorgelegten Statuten auf Widerruf ertheilt worden

Friedberg am 12. Juli 1879.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Das Regierungsblatt Nr. 32 enthält: Bekanntmachung, die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Walz und Hammerwerken, Glashütten und Spinnereien betreffend.

Berlin. DerReichsanzeiger veröffentlicht die Ernennung des Ministers der öffentlichen Ar beiten Maybach zum Chef des Reichsamts für die Verwaltung der Reichs Eisenbahnen, die Ernennung des Reichskanzleramts- Präsidenten Hoffmann zum Minister für Handel und Gewerbe, die Ertheilung der nachgesuchten Dienstentlassung an die Minister Dr. Falk und Dr. Friedenthal unter Belassung des Titels und Ranges von

Staatsministern; ferner die Ernennung des Ober-

präsidenten von Schlesien, von Puttkamer zum Cultus Minister und des Ritterguts-Besitzers Dr. Lucius zum Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten.

14. Juli. Der Bundesrath hat gestern schon definitiv über den Zolltarif Beschlutz gefaßt. Wie wir hören, gaben die Hansestädte und Oldenburg die Erklärung ab, daß sie dem Zoll⸗ tarif ihre Zustimmung zu geben nicht in der Lage scien. Nach Erledigung der übrigen Vorlagen als: Gesetz über Waarenstatistik, Steuerfreiheit von Branntwein zu gewerblichen Zwecken ꝛc. ver tagte sich der Bundesrath und wird erst im Laufe des September wieder zusammentreten, um über die Ausführung des Zolltarifs Beschluß zu fassen. Der Gesetzentwurf wegen Abänderung der Artikel 13(jährliche Berufung des Reichstages), 24 (dreijährige Legislatur- Periode), 69(jäbrliche Feststellung des Reichshaushalts Etats) und 72 (jährliche Rechnungslegung behufs Entlastung) wurde den Ausschüssen zur Berathung überwiesen.

DiePost veröffentlicht einen Brief des Abgeordneten v. Treitschke an die nationalliberale Fraction, worin er seinen Austritt aus der Fraction begründet. Er erklärt, die Fraction werde wider den Willen vieler ibrer Mitglieder durch ihre Abstimmung über die Zolltarif Vorlage in die Stellung einer geschlossenen Oppositionspartei hin- übergedrängt. Getreu seiner Ueberzeugung halte er diese Wendung für einen verhängnißvollen po- litischen Fehler und fühle sich außer Stande, da bei mitzuwirken.

Der Ingenieur Leutner, welcher es aner.

nommen hat, das untergegangene SchiffGroßer Kurfürst wieder zu heben, spricht in einem Schreiben, worin er die Details der betreffenden Arbeiten schildert, die Hoffnung aus, daß das Schiff, sobald schönes Wetter eintritt, bei thätiger Arbeit binnen einigen Wochen gehoben werden könne.

Ems, 14. Juli. mittag im besten Befinden von hier abgereist. Auf dem Bahnhofe hatten sich zur Verabschiebung Prinz Georg von Preußen, der Herzog von Meiningen, Prinz Alexander von Hessen und der Prinz von Battenberg, die Spitzen der Behörden mit der Geistlichkeit und den Lehrern eingefunden.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 13. Juli. DieMont.-Rev. meldet: Ein Demissions-Ent⸗ schluß des Cabinets ist noch nicht gefaßt; zuvor soll die Frage entschieden werden, wie die Re gierung überhaupt vor den Reichsrath treten will. Wahrscheinlich, wenngleich vorerst nicht gewiß, dürfte das Cabinet in nicht ferner Zeit seine Entlassung nehmen und Graf Taaffe ein neues

Cabinet bilden. ist keine Rede. L 13. Juli. Die Reichstagswahlen find nunmehr beendigt. Insgesammt sind 173 Mit. glieder der liberalen Fractionen und 175 Con- servative und Nationale gewählt. Drei von den Gewählten lehnten das Mandat ab, zwei sind doppelt gewählt, daher fünf Neuwahlen nothwendig.

DiePr. meldet: Die Unterhandlungen mit Serbien über die Eisenbahnanschlüsse sind be endigt; der Entwurf einer Eisenbahn Convention (Anschlüsse und Eisenbahn Tarife umfassend) ist vereinbart, welcher noch der Ratification der be theiligten Regierungen bedarf.

Frankreich. Paris. Obgleich die Re- gierung der Vereinigten Staaten den Abschluß eines Handels-Vertrages mit Frankreich wünscht, verlangt dieselbe dennoch, daß er nicht auf frei

Von einer Beamten Regierung

die Mehrzahl der amerikanischen Kaufleute schutz zoͤllnerisch gesinnt sei. Der franzöfisch- englische Vertrag wird jedenfalls vor dem französisch- ameri- kanischen zum Abschluß gelangen.

Großbritannien. London, 15. Juli. Oberhaus. Auf Befragen Stratheden's erklärt Salisbury: der britische Consul in Rumänien berichtete, daß in Rumänien westlich vom Pruth sich keinerlei russische Soldaten mehr befänden. Schuwaloff versicherte juͤngst schon, daß die dort vorhandenen verhältnißmäßig wenig zahlreichen russischen Truppen sich rasch nach dem Einschiff ungsorte zurückziehen würden. Philippopel war, wie er höre, gestern von russischen Truppen gänz⸗ lich entblößt. Letztere rücken behufs ihrer Ein- schiffung von allen Seiten nach Varna und Burgas; er schließe daraus, daß die russischen Truppen das Gebiet westlich vom Pruth in der festgesetzten Frist würden verlassen haben.

Der Prinz von Wales trat an die Spitze der öffentlichen Subseription für ein Nationaldenk mal zu Ehren des Prinzen Louis Napoleon.

Chislehurst. DerSprudel entnimmt einem Privatbriefe eine Mittheilung, welche die dufferen Berichte, die mehrere Tage namentlich von französischen Blättern aus Chislehurst über das Befinden der Kaiserin gebracht wurden, auf klärt. Nach dieser Mittheilung hat nämlich die Kaiserin in der ersten Aufregung des Schmerzes, in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni, einen Vergiftungsversuch gemacht und zwar mit Bella⸗ donna. Die Kaiserin war drei Tage in Lebens- gefahr. DerMorning Post zufolge hat Prinz Jerome Napoleon die Einladung der Kaiserin Eugenie, sie nach dem Begräbniß zu besuchen, abgelehnt.

Italien. Rom, 15. Juli.

Die Kammer⸗

Der Kaiser ist heute Nach. Eröffnung ist auf nächsten Mittwoch angesetzt.

Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Debatte über die Mahlsteuer. Neue parlamentarischte Stürme sind sehr wahrscheinlich. Die Sitzung des Parlaments ist ganz allgemein ungünstig für das neue Ministerium.

Türkei. Constantinopel. Gerüchtweise verlautet, der Sultan habe Mahmud Damat Pascha, der als Gouverneur nach Tripolis ver bannt war, begnadigt und sei dessen Rückkehr be vorstehend. Ein noch unbestätigtes Gerücht be

zeichnet Mahmud Nedim Pascha als Nachfolger Mahmud Damat's in Tripolis.

Bulgarien. Sofia, 15. Juli. Der Fürst von Bulgakien hielt gestern seinen feierlichen Ein 10,000 Mann bulgarische Miliz bildeten Die Anrede des Metropoliten erwiederte

zug. Spalier.

der Fürst in bulgarischer Sprache.

welchem dem Fürsten das Wohl der in Bulgarien

Rumänien. Bukarest. Das Journal

misston zur Lösung der Judenfrage; durch dit Verblendung der Kammern drohe Rumänien das

1877 gewonnen.Telegraful räth der Regier⸗ ung, falls die Kammern an dem bezüglichen Ent

jorität nicht zu erlangen sei, die Kammern aufzu⸗ lösen und das Land zu befragen. Aegypten. Kairo. Der Khedive verstand

händlerischer Grundlage abgeschlossen werde, da

sich zur Zulassung einer Controle der Finanzen, Bezüglich der internationalen Liquidations- Com- mission nehmen die Verhandlungen ihren Fort⸗ gang; man glaubt, dieselben werden zu einem Einverständniß führen. Im Verwaltungspersonal der Provinzen werden Veränderungen vorgenommen. Die Ernennung von zwei Inspectoren für Ober- und Nieder- Aegypten ist vollzogen.

Aus Stadt und Land.

W. Friedberg, 15 Juli. Beim Bau der Wetier⸗ brücke an der Görbelheimer Mühle brach geflern das zu sehr mit Steinen beschwerte Gerüst zusammen. Die auf demselben beschäftigten 12 Maurer nahmen wunderbarer Weise keinen Schaden. Dagegen wurde ein unter dem Gerüst arbeitender Mann, der frühere Postbote Spieß, ing Wassex geschleudert und erst entdeckt, als er bereits am Ertrinken war. Aeußerlich waren keine Verletzungen zu sehen, jedoch hat sich der Mann wahrscheinlich innerlich verletzt, da er heute sehr über Schmerzen klagt.

k. Butzbach, 14. Juli. Gestern morgen verschied in Folge eines Schlagflußses der biesige Beigeordnete Louis Vogt. Er war ein Ehrenmann im vollen Sinne des Worts. Lange Jahre bekleidete er seine Stellung im Ge⸗ meinderathe und es gab keine öffentliche Angelegenheit, bei welcher man nicht seinen verständigen und ruhigen Rath einholte. Friede seiner Asche!

Gießen, 12. Juli. Heute Vormittag wurde im Leichenhause die Sektion eines in voriger Nacht plötzlich gestorbenen Dienstmädchens vorgenommen. Das Mädchen halte sich mit Cyankali vergistet.

Mainz, 12. Juli. Heute Nacht fand ein Brand in der Hofraithezum grünen Wald in der Badergasse statt, der vielen Schaden anrichtete. Viele Leute find ihrer ganzen Habe beraubt.

Allerlei.

Frankfurt, 14. Juli. Heute Vormitlag trug sich hier Bendergasse 28 ein Raubanfall zu, der vollständig an zwei vielbesprochene Vorkommnisse der letzten Zeit in Wien und Berlin erinnert. Der in jener Straße fungirende FJahrpost⸗Bote Tafel hatte im 2. Stock jenes Hauses einen Geldbrief zu bestellen. Kaum hatte er das Zimmer be⸗ treten, als er von zwei Männern, welche die Empfänger waren, überfallen und mit einem Beil zu Boden geschlagen wurde. Die beiden Thäter hatten sich erst seit voriger Woche in jenem Zimmer eingemiethet. Sie halten das⸗ selbe nicht verlassen und sich mit Briesschreiben beschäftigt⸗ Gestern empfingen sie eine kleine Posteinzahlung, die sie vermuthlich an sich selbst gerichtet hatten, um den aus⸗ zahlenden Beamten kennen zu lernen. Dieser war aber ein anderer, als der heute functionirende Fahrpostbeamte Der heute Angegriffene wehrte sich und warf einen der Kerle zu Boden. Dieser raffte sich jedoch auf und ent⸗ sprang mit dem Andern. Eine polizeiliche Anmeldung der Thäter von Seiten des Hauswirthes hatte noch nicht stallgesunden. Die Affaire erweckt Erinnerungen. Noch nicht aufgeklärt ist der Mord an den Stöß'schen Eheleuten, an Schwarzschild und aus der letzten Zeit an Fräulein Fey. Johannisberg. Dem Vernehmen desRh. A. nach ist das Metternich'sche Schloß Johannisberg mit seinen wellberühmten Weingütern um 2,000,000 M. an Baron von Roihschild aus Wien käuflich übergegangen. Washington, 14. Juli. Das öffentliche Gesund⸗ heitscomiie hierselbst trifft Vorbereitungen zur Verhinderung der Weiterverbreitung des gelben Fiebers in den Süd⸗

Staaten.

Der Invefl, tur Ferman für den Fürsten von Bulgarien 1 von einem Schreiben des Großvezirs begleitet, u

ansässigen Muselmanen besonders anempfohlen wird.

wurfe festhielten, da auch die Zwei Drittel-Ma⸗

Durch Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz ist der Freifrau Dorette von Scheuch zu Schweinsberg Nieder-Ofleiden die Erlaubniß zur Veranstaltung einer Lotterie zum Besten einer in Nieder ⸗Ofleiden zu gründenden Klein-Kinder ꝛc. Schule erthell

Romanul betont den Unwillen der ganzen elvill⸗ sirten Welt über den Vorschlag der Kammer Com

Doppelte verloren zu gehen von Dem, was e