sanctionirt. sich nach Monastir zu begeben.— Die Pforte soll, der„Agence Havas“ zufolge, den Khedive aufgefordert haben, die europäischen Minister wie ⸗ dereinzusetzen, widrigenfalls er abgesetzt würde. — Die Pforte ist mit Erwägung eines neuen Finanzplanes beschäftigt.— Die albanesische Liga soll gesonnen sein, sich dem Einrücken der Oester⸗ reicher in das Sandschak Novibazar zu widersetzen. — Die Anti Hassunisten verlangen von der Pforte die Ermächtigung, einen neuen Patriarchen wählen zu dürfen.
Bulgarien. Tirnowa. Die bulgarische Notabeln⸗Versammlung verwarf den Antrag auf Bildung eines Senates und Errichtung eines Staatsrathes, beschloß dagegen die Einführung einer großen und einer kleinen National Ver- sammlung. Erstere soll über außergewöhnliche, letztere über die laufenden Staats angelegenheiten beratben und beschließen. Ferner wurde voll ständig Preßfreibeit beschlossen.
— Die russische Regierung beschloß, die bul⸗ garischen Wähler auf den 27. April zur Wahl des Fürsten einzuberufen. Die Minorität der Notablenversammlung protestirte wegen der Staats- gefährlichkeit der votirten Principien der Preßfrei heit und des Versammlungsrechtes, obgleich die betreffenden Gesetze eine genügende Repressions- gewähr bieten werden.
Rußland. Petersburg. Der„Golos“ meldet: Die Zolleinnahmen betrugen im Jahre 1878 79,644,579 Creditrubel und überschritten den Voranschlag um 23,169,779 Cceditrubel. Gegen das Jahr 1877 sind die Zolleinnahmen um 35,604,123 Creditrubel gestiegen. Der Im port von Gold und Silber in Münzen und Barren betrug im Jahre 1878 15,917,704 Creditrubel, der Export 12,312,785 Creditrubel.
— 12. April.
— Mukblar Pascha erhielt Anweisung, des Leibgarde- Regiments zu Pferde aus dem Ge⸗
bäude der Polizei ⸗Präfectur nach der Peter-Paul- Festung übergeführt.
Kiew. Nach einem Bericht des Krakauer„Czas“ vom 10. d. wurde auf den Gouverneur Czartkow hier während einer Spazierfahrt in der Haupt- straße ein Mord BVersuch verübt. Der in einer Droschke flüchtende Attentäter schoß auf die ihn veifolgenden Gendarmen, die jedoch dabei keinen großen Eifer bekundeten. Der Attentäter wäre auch entkommen, wenn er nicht von einem zufällig
passirenden Bauer einen Kopfhieb erhalten hätte,
wodurch er das Bewußtsein verlor und arretirt wurde. General Czartkow erhielt wiederholte Warnungen vom Revolutions Comite, weß halb er auch seine Demission eingereicht haben soll. Moskau, 12. April. Die von den Pestge: bieten zurückkehrenden deutschen und österreichisch⸗
ungarischen Delegirten sind heute wohlbehalten hier eingetroffen. Aegypten. Kairo, 10. April. Der
Khedive hat den Commissären der englisch fran zösischen Schuld angeboten, die finanzielle Con- trole auszuüben; die Commissäre aber haben, wie es heißt, sich geweigert, auf diesen Vorschlag ein- zugehen. Die Mitglieder der Enquete-⸗Commission haben ihre Entlassung genommen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Dieser Tage erhielt Lebrer Volk dahier, der seit 1826 im Schuldienst und seit 1843 bier ange— stellt ist, in Folge geschwächter Gesundheit auf Nachsuchen sein Pensionsdekret. Im Rathhaussaale hatten sich dieser⸗ balb die Kreisschulcommission, die Collegen Volk's, sowie der Schulvorstand versammelt. Nach einigen Ansprachen wurde Vok des vom Großherzog ibm verliehene sülberene Verdiensikreuz Poilipps des Großmüthigen überreicht.
Vilbel, 10. April. Landrichter Jäger bier feierte heute sein 50 jähriges Dienstjubiläum. Der Großberzog haten dem Jubilar den Titel„Geheimer Justizrath“ ver⸗ liehen, die Stadt ernannte ihn zum Ehrenbürger und die
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Friedberg, 16. April. Weizen N. 19.50, Ee W. 14.—15., Gerste M 14.—15., Hafer W. 13.—14 Ude Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. N
ö Landwirthschaftliches und Gewerbliches.
Anderem über die für hiesige Gegend empfehlenswerthen Kartoffelsorten. Das Ecgebniß dieser Besprechung war im Wesentlichen folgendes: Von späten ertragreichen, dabei aber minder feinen Sorten sind die unter dem Namen Spätrosenkartoffeln hier angebauten und die Gleason⸗ kartoffeln die bewährtesten. Beachtenswerth für den gleichen Zweck erscheinen auch die rothhäutige Mehlkugel, die pur⸗ purrolbe Obio und die Aurora; Letztere schon eiwas feiner. Als feine Speisekartoffeln baben sich besonders bewährt, unter den frühen Sorten: frühe Rosen, König der Frühen,
und Louisdorkartoffeln, von den spälen Sorten die Rio⸗ 5
Frio. Auch die frühe Vermont ergab sich als eine sehr beachtenswertbe, äußerst wohlschmeckende und dabei ertrag⸗ reiche Speisekartoffel, scheint aber ihren Wohlgeschmack gegen das Frühjahr hin zu verlieren. Unter den Salat kartoffeln wurde besonders die rothe Maus gelobt. Als empfehlenswerthe Bezugsquellen für neuere Kartoffelsorten wurden Gutsbesitzer Paulsen in Nassengrund bei Blom⸗ berg, Lippe, E. Ernst Werner in Nierstein und Wilhelm Bohn in Schwanheim bei Bensheim genannt. Friedberg den 16. April 1879.
Prof. Dr. Tobisch.
An unsere Mitbürger.
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Am 29. und 30. April findet dahler die General-Versammlung des hessischen Landes⸗ Lehrer⸗Vereins statt und ist von dem Vorstande desselben die Bitte hierher gerichtet worden, fur solche Lehrer, welche Anspruch darauf erheben, eine Anzahl von Frei-Quartieren zu beschaffen. Von dem bewährten gastfreundlichen Sinne unserer Mitbürger darf erwartet werden, daß dieses Ersuchen Entgegenkommen findet, um so mehr als unsere Stadt, als der Sitz der Haupt-⸗Lehrer-Bildungs-Anstalt unseres Landes,
ganz besondere Veranlassung hat, den Lehrern,
Die„Agence Russe“ schreibt: Muglieder des biestgen Landgerichts überreichten ein Album welche demnächst unsere Stadt besuchen, den
Die Mächte sind gegenwärtig mit Unterhandlungen mit den Bilonissen jämmtlicher Beamten, welche mit dem kurzen Aufenthalt dahier möglichst angenehm
über den Vorschlag der Pforte beschäftigt, wonach, anstatt eine gemischte Occupation Ostrumeliens eintreten zu lassen, Aleko Pascha, welcher allen Betheiligten sympathisch ist, zum Gouverneur Ostrumeliens ernannt werden soll, und wonach die Pforte ferner bereit ist, der Verlängerung der Vollmachten der internationalen Commission auf ein Jahr zuzustimmen; während dieser Zeit will die Pforte keinen Punkt militärisch besetzen, an welchem ihr das Recht zustehe, Garnisonen zu halten. Der„Agence Havas“ sind Peivatnachrichten zu- gegangen, wonach Rußland den Vorschlag ge- macht haben soll, daß Ostrumelien nur durch italienische Truppen besetzt werde.
— 14. April. Heute Morgen gegen neun Uhr, während der Kaiser seinen üblichen Morgen spaziergang in der Umgegend des Winterpalais machte, kam ihm ein anständig gekleideter Mann in Uniformsmütze mit Cocarde entgegen. Als er sich dem Kaiser näherte, zog er aus seiner Pale- tottasche einen Revolver und schoß viermal auf den Kaiser, der unverwundet blieb. Vorbeigehende Personen, sowie Schutzmänner ergriffen sofort den Uebelthäter, wobei Letzerer noch einen Schuß ab— seuerte und einen Schutzmann an der Wange leicht verwundete.— 15. April. Die Stadt war gestern Abend auf's Glänzendste illuminirt; vor dem Winterpalais fanden enthusiastische Oba tionen statt. Aus allen Theilen des Reiches und von sämmtlichen Regierungen Europas sind Glück; wunsch Telegramme eingetroffen. An der Mauer des Generalstabsgebäudes zeigen sich drei Kugel- spuren. Ueber die Personalien des Verbrcchers, der vorgibt, Iwan Sokoloff zu heißen und Finanz beamter in der Provinz zu sein, find amtliche Erheb⸗ ungen eingeleitet; derselbe hat weitere Auskunft ver- weigert. Unter seinen Achselhöhlen wurden 2 mit Wachs befestigte Giftkapseln gefunden; ob er be⸗ reits Gift genommen, war nicht sofort zu er⸗ mitteln. Bei seiner Verhaftung hat der Verbrecher die Zähne fest auf einander gebissen und Schaum vor
dem Munde gehabt; auch trat Erbrechen ein. Trotz
seines Widerstrebens gelang es, ihm Arzneien bei⸗ zubringen, die gewirkt haben. Nachdem das Leben des Meuchelmörders durch diese Maßnahmen.- sichert ist, wurde derselbe unter starker Eskorte
Gefeierten zu ammen gearveitet haben.
Offendach. Vor einigen Tagen wurde die hoffnungs— volle, zwanzigjährige Tochter eines hiesigen Lebrers, die sich selbsn dem Lehrerstande gewidmet halte, plötzlich vom Wahnsinn befallen, der ihre sofortige Verbringung in die Landesirrenanstalt nothwendig machte.
Darmstadt. Ein weißer Edel⸗Hirsch, ein Geschenk des Prinzen von Wales an den Geoßberzog, ist dieser Tage aus England hier eingetroffen. Das Thier, welches die erste Nacht im Marstall untergebracht war, wurde anderen Morgens in den Kranichsteiner Park gefahren, woselbst der Großherzog dasselbe persönlich in einem Gehege in Freiheit setzie.
Allerlei.
Wiesbaden. Wie der Rhein. Kurier hört ist man hier einer Falschmünzerbande auf der Spur, welche Hundert— Markscheine in großer Anzahl täuschend ähnlich nachge⸗ macht hat.
Berlin, 10. April. Der Oberlehrer Dr. Sträter, welcher jüngst den Cultusminister Dr. Falk in so unge höriger Weise belästigte, ist am Miniwoch zur Beobachtung seines Geisteszust indes in eine Heilanstalt für Gemüths⸗ kranke übergeführt worden.
Aschaffenburg. Das Hülfs⸗Comite für den Spessart dahier vertheilte während des Noihstandes jeden Mittwoch in Heilgenbrücken Nahrungs- und Bekleidungsbedürfnisse an 11 der angrenzenden Gemeinden. Die Vertheilungen sind am letzten Millwoch eingestellt worden, da die Leute jetzt wieder Verdient erhalten.
Dresden. Nach längerer Zeit ist hier wieder ein Todes ⸗Urtheil gefällt worden. Dasselbe traf den Hand— arbeuer Haafse aus Arnsdorf, einen völlig verwilderten Menschen, welcher auf der Landstraße eine Handelsfrau mit einem Hammer lödtetie und dann ausraubte. Der Genannte benahm sich bei der Verhandlung mit der denkbar größten Frechheit und äußerte bei seiner Abführung: „Bevor das Kopfabgefäbel losgeht, muß aber noch eine lüchtige Kanne Schnaps her.“
Buir, 9. April. Vergangene Nacht 12 Uhr 5 Minuten wurde hierselbst ein Erostoß verspürt, welchem ein dumpfes Getöse vorausging. Richtung OSO. Das Gelöse soll ziemlich lange, der Stoß dagegen nur secundenlang ge— dauert haben. Von Elsdorf wird ein Gleiches berichiet.
Masorid, 13. April. Wie„Imparcial“ meldet, wurden in der Kirche San Antonio zu Sevilla zwei große Pelarden geworfen, wodurch mehrere Personen verwundet wurden. Der Zweck sei gewesen, kirchliche Schmucksachen von großem Werthe zu stehlen.
Petersburg. Wie von hier telegraphirt wird, ist in der Nacht zum 10. April auf der Moskau ⸗Brester Bahn der Postzug entgleist. Sämmtliche Waggons wurden zertrümmert. Neun Personen sind getoͤdtet, mehrere verwundet worden.
Handel und Verkehr.
Frledberg, 16. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 1 M., Eier per Stück 5 Pf.
zu machen.
UuUm die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen, ist ein Comité gebildet worden und werden in den nächsten Tagen einige Mit⸗ glieder desselben persönlich eine Liste eireuliren lassen, in welche diejenigen Mitbürger, welche für einen oder mehrere Lehrer Frei-Quartiere darbieten können, sich gefälligst einzeichnen wollen. Sollte Jemand, der ein Logis zur Verfugung stellen will, aus Versehen bei Circu⸗ lation der Liste übergangen worden sein, so bitten wir um Anmeldung bei dem Uuterzeichneten.
Friedberg, 11. April 1879. Für das Comité: C. Scriba.
Brodpreise vom 16. bis 30. April. Für Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach unverändert. 2 Fleisch: ꝛc. Preise vom 16. bis 30. April. Für Friedberg, Bad- Nauheim und Butzbach
unverändert. Geld ⸗Cours.
Frankfurt am 15. April 1879. 20⸗Frankenstü cke M. 16 21. Englische Jovereigns 20 39—44 Russische Imperiales„ 16 70 b. G. Duetgte n 9 54— 59 Ducaten al mares 5 9 59—64 Dollars in Gold. 5 4 17—20
Für Szegedin sind ferner eingegangen: Von Pfarrer Peters in Nleder⸗
Pfarrer Kalbhenn in Klein⸗Karben 3 M. 25 Pf., W. Sch. 1 M., Ungenannt 2 M 20 Pf., J. Faaß 1. M., Pfarrer Engelbach in Dortelweil, die Hälfte einer Sammlung daselbst, 22 M. Um weitere Gaben bittet
Die Expeditlon.
Auf den Hülferuf zur Unterstützung eines hiesigen Bürgers sind ferner eingegangen: Von St. 1 M. Um weitere Gaben bittet Die Expeditton.
Futterschneidmaschinen
in 5 verschtedenen Größen, für deren Gute garantirt wird(Probezeit 14 Tage), sind vorräthig in der land⸗ wirthschaftlichen Geräthe-, Huf; und Wagenschmiede von G. Schudt, Friedberg.
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Erlenbach gesammelt 10 M., Weitz in Rodbeim 2 M.,
Die Section Friedberg des landwirihschaftlichen Bezirks⸗ 1 Vereins Friedberg verhandelte gestern Nachmittag unter
Amin


